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Bauernadel

Hermann Eris Busse: Bauernadel - Kapitel 49
Quellenangabe
typefiction
booktitleBauernadel
authorHermann Eris Busse
year1930
firstpub1930
publisherDeutsche Buch-Gemeinschaft
addressBerlin
titleBauernadel
pages579
created20180531
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Fortschritt

Urbans äußerem Lebenswandel merkte man wohl an, daß er sich veränderte in der Zeit, aber diese Wandlung steckte sicherlich schon lange in ihm, brauchte nur zu reifen, langsam in Jahren, langsam wie es Urbans Art gemäß war. Daher sprang das neue Wesen ihn nicht an, weil er innerlich schwere Not trug um seine Liebe zu Flur, sondern es entfaltete sich gemach, gesetzmäßig wie eine große, einfache, leuchtende Blüte. Was war Großes an diesem neuen Wesen, was einfach, was leuchtend? Groß war das Bauersein, das Walten auf Grund und Boden, das Herrschen über Knechte und Mägde, Äcker, Felder und Wälder, groß die Einfachheit der Gebärde des Säens, Mähens, Pflügens, des zur Kirche Schreitenden, des zur Speise Niedersitzenden. Groß sein Schweigen beim Schaffen und sein Reden, wenn es an der Zeit war. Urban wurde ein Mann voll Kraft und Sicherheit. Nichts schien ihn zu belasten und zu umdüstern, sein Ernst war gelassen, seine Heiterkeit ruhig. Niemand widerstand dem stummen Weisen seines hellen, 85 fast blendend hellen Blickes, da lohte Macht und Willen, es brauchte keiner Worte. Ausweichen konnte ihm keiner, er griff zu, hielt fest, es gab keine Verborgenheit vor ihm, gut war gut in seinem Urteil, und schlecht blieb schlecht. Wer log, wurde wortlos entlarvt, wer litt, dem wurde schweigend geholfen. Sein Herz zog andere an wie ein Magnet. Urban, bisher nicht gerade scheu, aber doch kaum erfreut von anderen Leuten, entzog sich ihrem Umgang nicht mehr. Er konnte es auch nicht mehr. Er wurde ihnen wert, niemand wußte genau auf welche Weise. Ein Magnet zog an.

Unterwegs zur Kirche lud Urban Fußgänger in seinen Wagen, soviel Platz hatten.

»Wöllet mitfahren?«

»Wohl, wohl.«

»Oha, öhlala, Liesl.«

»Grüß Gott!«

»S'ist nicht so einschichtig allein.«

»Wohl, wohl. Sitzet Ihr? Hü–hüo Liesl!«

Der alte Häuslebauer, ein Geizkragen erster Güte, war so dankbar allemal für das Mitnehmen. Urban dachte bei sich: Der reiche Knautele spart wahrhaftig Hufeisen und Wagenreifen. Ist nun der Geiz nicht eine böse Krankheit? Er kann doch einmal nichts mitnehmen unter den Boden und quält sich so für das freche Lachen seiner verkommenen Erben. Drum, der Häuslebauer ist doch sonst nicht dumm, drum muß das eine schlimme Seelenkrankheit sein, der Geiz. Danach behandelt er den alten Mann, der aussieht wie eine uralte, vertrocknete Gelberübe. Das Bäuerle kann nicht einmal ruhig hocken auf seinem Sitz, es hängt halber in der Luft, so, als habe es Furcht, seinen Hosenboden und das Sitzpolster abzunützen.

Der Häuslebauer faßte tiefes Vertrauen zu Urban und schenkte ihm sogar etwas. Was auch verstand der Filz zu schenken? Einen bisher sorgfältig gehüteten Schatz, lauter Winke, Hilfeleistungen, Mittel für Tränke und Einreibungen, um dem Vieh zu helfen aus allerlei Krankheiten und Nöten. Das war dem Urban Wasser auf die Mühle. Heilen und helfen, vorab dem hilflosen Tier Güte erweisen, das beschäftigte ihn schon immer. Nun lernte er es ganz. Er wandte die Wissenschaft an, mißtrauisch zuerst, es könnte nur Hokuspokus sein, 86 was ihm der Alte geraten. Aber nein, alles bewährte sich. Urban gelangen Heilungen an Pferden und Rindern im Erlenmooshof und in dem seinigen, auch in dem des Bürgermeisters; da ging es nicht lang, und man überlief ihn mit allerlei Anliegen. Erst kamen sie scheu aus der Umgegend in den gemiedenen Michelshof – ach, es erinnerten sich selbst alte Leute nicht, jemals dort gewesen zu sein in dem fluchbeladenen Hof – dann kamen sie kecker und zutraulicher.

Urban verlor nicht einen Augenblick lang die Geduld. Oft steckte die Stube voller Menschen, nicht nur voller Bauern, auch Weibervölker rückten herbei, erst die alten zum Ausförscheln, dann die jungen zum Anbeißen. Urban tat, als merke er nichts. Aber Flur machte zu ihm und zu Martin spöttische Bemerkungen darüber. Urban ließ sie stehen und gab keine Antwort im Guten oder im Bösen. Er war so kalt in dieser Sache, so eisig kalt. Flur hatte er wollen, Flur, aber das ist längst vorbei, an ihm vorbei.

Eines mied er, jemals mit Flur allein zu sein, mied es auch, das Wort allein an sie zu richten. Flur, die kleine, schmale Frau, immer noch weiß und blond, Flur war in Wirklichkeit stark und glühend wie nur eine, herrschsüchtig und zäh fleißig, nie krank, nie schwach, nie der Stille hingegeben mit feiernden Händen im Schoß. Das fuhr durchs Haus wie ein tanzendes Flämmchen, das geisterte überall, lachte und zankte in einem Atem fast, schaffte und trieb ohne Unterlaß und machte trotzdem nie Lärm. Die Mägde liebten sie nicht sehr. Mit den Knechten ging es besser, die hielten sich an Urban, den Bauern, und der war stät.

Fabian, Flurs Knabe, wuchs stark und gedieh. Er trennte sich kaum von Urban, sein helles Geplauder tönte stets dort, wo der Bauer war, der viel mit Maschinen umging. Eines Tages zog Urban den Sonntagsanzug an, nahm Geld und dazu eine saubere Kalbin mit, die gut ihre einhundertdreißig Mark galt, und machte sich an die Bahn, um nach Freiburg zu fahren. Er wollte dort zugleich mit dem Verschleiß des Tieres eine andere Muck erschlagen, das heißt eine Dreschmaschine kaufen. In Freiburg fand, wie er gelesen hatte, gerade eine Ausstellung neumodischer landwirtschaftlicher Maschinen statt, die zu sehen ihn reizte. 87

Die Kalbin wurde er mit Kußhand los, löste einhundertfünfunddreißig Mark dafür, die kleine Dreschmaschine kostete zweihundertdreißig Mark, es war ein schmuckes, blau und rot gestrichenes Ding, fein, fein. Er besann sich hin und her und nahm sie. Mit zähflüssiger, ungeübter, aber nicht unschöner Schrift verzeichnete er im Taschenkalender: Milchzentrifuge, Honigschleuder später kaufen. Er erwarb noch einen neuen Pflug für sechzig Mark, Kuhketten, zwei neue Sensen, einen Patentverschlußkessel zum Sautränkekochen. Seine Kauflust wuchs, je mehr er sah. Er schrieb alles sorgsam im Büchlein auf, zählte einmal aus Wunderfitz die Posten zusammen, kam auf rund fünfhundert Mark, lachte über seine Munterkeit im Geldveraasen einen kräftigen Schollen heraus, daß man ihn mißtrauisch anschaute, als sei er nicht ganz aufeinander. Aber Urban befahl sich Halt. Er vesperte gut in einem Weinbeizle, deren es ja etliche um den Münsterplatz herum gab, und war danach, als es mittags zwei Uhr schlug, guter Dinge. Er schritt die Kaiserstraße ab, am Schilderhäuschen vor der Karlskaserne vorbei, am Siegesdenkmal blieb er stehen, stand wie eine Säule und beschaute sich das Leben der Soldaten vor der 113er Heimat. Züge schwenkten durch die Tore, Kommandos knatterten, Trommelwirbel, Parademarsch, blitzende Knöpfe, aufzuckende Hände, Gesichter wie aus Stein geschnitten, eines wie das andere vom Lächeln entblößt, vom Leben schier gar entblößt. Augen rechts, Augen links! Wahrhaftig, die liefen wie die Kugelglieder der Maschinen, die Urban am Morgen gesehen.

»O je, o je«, dachte Urban, »schön seid ihr im Waffenrock, sauber und schmuck, aber das Beinwerfen, das Augenrollen und die Angst vor dem, der eine knarrige Stimme hat, das ist doch lächerlich; geht mir weg, mein Bauernkittel und mein freier Wille ist mir lieber als zweierlei Tuch und spiegelnde Knöpf und angedrillter Maschinenmut! Herrschaft noch mal! Urban, Urbänes, heiliger Strohsackzipfel, marsch heim mit dir!«

Wenn jemand in die umstürzlerische Untertanenseele dieses hochgewachsenen, breitschultrigen Blondlings hätte sehen können, potztausend, die Rastatter Kasematten wären noch ein Paradies gewesen für dieses Laster von Mannsbild, das nun mitten auf der Straße dahinschritt, nein stampfte. Die 88 elektrische Straßenbahn bimmelte wie toll, eine Droschke schwenkte gerade noch zur Seite vor dem Bauern, weil der Kutscher geduselt hatte bis zum Augenblick, da Urban ihm ein Mahnwort zurief, ohne zu merken, daß der Trämler nur seinetwegen so lärmte.

Urban sah zum erstenmal einen Kraftwagen. Was für ein Fuhrwerk! Wie es pfutzte und stank und erst gehörig böllern mußte, ehe es losschoß. Aber dennoch bewunderte Urban den Fortschritt. Er bewunderte ihn etwas dreist und auch nebelhaft; denn er hatte auf den Glottertäler, der jedem in die Kniekehlen hieb, ohne dem Hirn zu schaden, einen zünftigen Kaiserstühler Wein getrunken, süß und schwer. Er wußte wohl noch, wie er hieß: Urban Götz, Michelshofbauer, aus dem Schiltebachtal, Großbauer über hundert Hektar Land, Wald und Flur, Jagd- und Fischrecht mit inbegriffen, Besitzer von etlichen Maschinen – der Fortschritt, ja der Fortschritt!

»Nehmen wir einmal die Bahn an«, dachte Urban, wie er träumend und sinnend die schmale Eisenbahnstraße hinabschritt, »man sitzt hinein fft – fort über Berg und Tal, durch Tunnel und über Überführungen – fft – und ist dort.

Es heißt ja, die Bahn schließt den Schwarzwald auf, die Bahn verbilligt das Leben, das Holz vorab, die Kartoffeln, die Düngemittel, die Bahn verbindet Stadt und Land, Ebene und Wald. Die Bahn erschließt die Welt, nähert Völker einander, verbindet Unbekanntes mit Gewohntem.«

Urban war bisher nur zweimal mit der Bahn gefahren, das war schon viel für einen Schiltebacher, der nicht als Soldat gedient hatte. Für manche war die Eisenbahn noch eine Sage. Nun herrschte die Eisenbahn, bald würde kein Ort mehr von ihr unberührt sein. Einen Dampfer hätte Urban gern noch gesehen, das fuhr ihm jetzt durch den Kopf, und das Zeppelin-Luftschiff, von dem die Zeitung so oft schrieb, auch ein Flugzeug. Und dann, Kreuzmillionen, das elektrische Licht richtete er auf den Winter schon ein im Michelshof!

Er erreichte den Bahnhof, trat an einen Schalter und erfuhr, daß er noch ein Stündchen Zeit habe. Er trank daher im Bahnhof noch zwei Schoppen. Seine Laune war lange nicht mehr so schwungvoll wie vorhin. 89

Endlich, endlich saß er im Zug, sah sich vom Fenster aus ordentlich das Eisenbahnwesen an, wunderte sich über Reisende, die noch in letzter Minute atemlos und bepackt angesaust kamen. »Zeit lassen, Zeit lassen!« dachte er und spuckte aus dem Fenster. Ein Schaffner schrie ihn an deswegen. Hoppla, dachte Urban, aufrührerisch im Gemüt schon den ganzen Tag, hoppla, und spuckte noch einmal hinter dem Rücken des aufgeregt mit dem Arm winkenden Schaffners. »Ferrrrdig!« schrie der nun, ein Rotbemützter grüßte militärisch, ein dicker Zugmeister schrillte durch eine schwarze Pfeife, sprang, daß sein rotes Ledertäschchen neckisch auf seinem Bauche hüpfte, auf das Trittbrett des Wagens, in dem Urban Platz genommen hatte, und durchschritt dann, scharf die Reisenden musternd, das Abteil.

Urban, vom eintönigen Ramtacktack, Ramtacktack der Räder eingelullt, schlief in seiner Fensterecke tief ein. Er hielt die Fahrkarte lose in der Hand, der Schaffner nahm sie, zeichnete sie, legte sie in die große, braune Tatze zurück, ohne daß Urban etwas merkte. Es saßen etliche Leute noch im Abteil, Frauen, Mädchen und Männer, sie alle lächelten über den hilflos seiner Müdigkeit ausgelieferten Bauern.

Der Zug hielt mehrmals. Urban gewahrte nichts. Endlich, es ging steil bergauf, das Ramtacktack wurde hart und gewaltsam, kam er langsam zu sich. Die Leute sahen aus, als hätten sie die ganze Zeit lächelnd dem Schlafenden zugeschaut. Urban begriff sie schwer. Sein Blick glitt über alle Gesichter, glitt aus dem Fenster, blieb an vorüberwallenden Tannen hängen. Wald stand nahe am Zug, wanderte vorüber. Die Sonne schien nicht mehr, aber es war noch heller Tag. Urbans Blick blieb draußen hangen. Da war Wald, gottlob, und nicht mehr Stadt. Da kam ihm eine andere Luft unter die Nase, es roch hier nach Bäumen und nicht nach Steinen. Der Zug schaffte sich hinauf, steil in schmaler Bahn. Urban erhob sich, sackte ein paarmal leicht in die Knie, um wieder gelenkig zu werden, und stellte sich breit unters Fenster: Ha, Felsen, Wald! Urban genoß die Fahrt wie eine große Freude.

Dann beschaute er neugierig Männlein und Weiblein. »Gemischte War«, sagte er vor sich hin, als er alles wußte. Ein schwarzhaariger Bläßling mit angepapptem Schnurres war gewiß ein Ölreisender, wie man sie in den Uhrenstädten 90 antraf, ihre Ware anpreisend. Der Pfarrer, jung noch, rotbäckig kindhaft im Gesicht, fuhr sicher zur Erstmesse in die Heimat, sein Gewand sah so funkelnagelneu aus. Der alte Viehjud in der Ecke an der Türe mit seinem graugelben Schnupftabaksbart kam Urban bekannt vor. Neben diesem die junge Bäuerin mit dem kleinen Bub auf dem Schoß stammte aus dem Reichenbach, der Tracht nach. Beim Buben sah man fast nichts vom Gesicht, so war es mit Schokolade bemalt.

»Herrschaft nochmal«, fluchte Urban leise, »hättest jetzt nicht auch dem Fabian einen Stadtkram mitbringen können, meinetwegen so Schokolad?«

Die gut gekleidete Stadtfrau, welche Urban gegenübersaß im anderen Fensterwinkel und welche so zart nach Veilchen roch und ganz weiße Finger hatte, öffnete auf Urbans leisen Fluch hin die Augen, es waren tiefe, blaue Sterne, und verzog ein wenig den schmerzlich schmalen Mund. Urban schoß das Blut in die Schläfen, er floh mit dem Blick in die Landschaft hinaus.

Die Frau erwachte ganz, richtete sich auf, Urban sah in der spiegelnden Scheibe, daß sie mit beiden Händen durch ihr braunes Haar fuhr, dann sich mit einem Fläschchen abgab, aus dem sie Duft ins Taschentuch träufelte, mit dem sie sich Gesicht und Hände abrieb. Hernach seufzte sie und gähnte.

»Ist's Ihre Heimat?« sprach sie Urban an, der ungläubig zu ihr hinübersah.

»Wohl«, sagte er und fügte nach einer kleinen Pause hinzu: »Wohl, aber bis ich daheim bin, wird's finstere Nacht sein.«

Schweigen, Seufzen und Gähnen: »Ach Wald und immer Wald, schwarzer Wald«, jammerte sie.

»Wohl, aber guter und schöner Wald.«

»Gehn Sie mir weg, schön und gut, ist schwarz und finster etwa gut?«

»Sell nit, ist welleweg nit nur schwarz und finster unser Wald. In der Näh schon gar nicht.«

Die Frau schwieg und schaute den Mann an, vom Scheitel bis zum Schuh.

»Sie sind ein Wälder?«

»Wohl.« 91

»Sind alle so schön groß und blond bei euch?«

»Welleweg nit.«

Urban wurde wieder rot, als ob er nackend vor dem fremden Weibervolk stünde.

Sie seufzte und sagte, leise vorgebeugt und ihn fest anschauend: »Mit dir im Wald, da wär kein Grauen.«

Da kam, kaum daß sie ausgesprochen hatte, der Schaffner, rief: »Neustadt!« und veranlaßte Urban zum Aussteigen. Benommen gehorchte er.

Es war eigentlich nicht der Bahnhof, an dem Urban hätte den Zug verlassen sollen, eher schon früher, aber er hatte die Fahrkarte auf gut Glück verlangt. Nun, er mußte so oder so stundenweit durch die Nacht wandern, die rasch hereinbrach, die ihn förmlich überfiel.

Wie Urban diesen langen Weg hinter sich brachte, blieb ihm immer ein Rätsel. Er dachte an den geheimnisvollen Worten der Fremden herum, ihre heißen, blauen Augen verließen ihn nicht. Aber als er daheim war und einen scharfen Arbeitstag an den Feiertag und die durchwanderte Nacht gehängt hatte, glaubte er schier selber, das Abenteuer geträumt zu haben. Auch kam die Maschine an, über die Flur murrte wie noch nie, weil sie so viel Geld gekostet hatte und das ganze gewohnte Arbeitswesen änderte, und über die Martin lachte, weil er sie so unbegreiflich gesperrig, laut und großtuerisch fand mit ihren kecken Farben rotblau, mit denen man auf dem Wald nur die Hinterglasbilder malte. Martin mußte einfach lachen. Und Flur brach ihm einen Streit vom Zaune, daß ihm schier ein Geweih wuchs, bloß weil er nicht zu ihr half, wenn doch Urban so dumme Sachen machte. Martin bläffte nur wenig dagegen und verließ die Stube. Auch Flur ging hastig und voller Erregung hinaus.

Urban hatte die Händelei nicht erregt, nur geärgert. »Jetzt ist's still«, sagte er; dabei wurde ihm merkwürdig schwer zumute. Er rauchte noch lange und hing seinen Gedanken nach. Immer kam er auf Flur, auch weil sie die Augen der Fremden im Zuge hatte und deren Art zu sprechen, es war doch Flur und immer wieder Flur. 92

 

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