Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Roland Betsch >

Ballade am Strom

Roland Betsch: Ballade am Strom - Kapitel 46
Quellenangabe
typefiction
booktitleBallade am Strom
authorRoland Betsch
year1939
firstpub1939
publisherG. Grote'sche Verlagsbuchhandlung
addressBerlin
titleBallade am Strom
pages651
created20160906
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Die schwarzen Raben

1

In einer dunklen Septembernacht des Jahres 1923 fuhren zwei Männer auf einem Motorrad von der badischen Seite aus den Rhein zu. Sie kamen durch das Städtchen Philippsburg und erreichten bald ein Dorf in der Nähe des Stromes. Außerhalb des Dorfes, in jener eigentümlichen Landschaft, wo die Stromniederung und die Altwässer in die Ebene hineingriffen, wo Schilfwälder vorstießen und die Pappeln in den Himmel ragten, machten die beiden Männer Halt. Sie verbargen das Motorrad zwischen Schilf und Silberweiden, der eine von ihnen nahm ein Paket vom Gepäckhalter, und dann schlichen sie vorsichtig durch das Niederungsgelände gegen den freien Strom vor.

Als sie an einem Altwasserarm entlang gingen, sahen sie einen hellen Lichtschein, der im Kreis wie eine ungeheure Sense durch die Nacht mähte und lautlos weiß über sie hinwegstrich. Die Franzosen leuchteten mit einem Scheinwerfer den Rhein ab. Noch zweimal mähte die Lichtsense in die Schwärze, dann wurde es dunkler als zuvor.

Die Raben schrien von den Pappelbäumen.

Die Männer drangen durch Schilf und Weidengebüsch weiter vor und standen plötzlich auf dem Damm. Vor ihnen strömte der Rhein vorüber, silbern glänzend, in getriebener Hast und leise gurgelnd. Sie traten hinter eine Kopfweide und lauerten in die Nacht.

Es war unsagbar feierlich, wie das Wasser dahinströmte, breit und wogend und von wundersamem Leben erfüllt.

Mit einem Male wurde es heller, als ob der Rhein ein verborgenes Licht ausstrahlte. Auch die Sterne waren heraufgekommen, ihr Glanz war freundlich und hoffnungsvoll, sie glitzerten aus der Schlucht des Himmels, es war still um ihre glühende Ferne. Über dem Strom aber und über der Niederung hingen die ersten Nebelschleier des Herbstes, es wehte kühl über das Wasser, um die Silberweiden und Schwarzerlen schlangen sich die grauen, feuchten Tücher.

Jetzt zog einer der Männer seine Kleider aus und stand in einem schwarzen Badeanzug da. Er packte die Kleider in einen Gummisack, stopfte das Paket dazu und zog sorgfältig die Verschnürung fest.

»Wenn die Eule dreimal ruft, bin ich drüben«, sprach er leise, »und wenn sie wieder dreimal ruft, bin ich in Sicherheit.«

Der andere gab ihm die Hand.

»Ich bleibe dann noch eine halbe Stunde hier auf Wache.«

446 »In Ordnung. Ich will noch den Scheinwerfer abwarten.«

»Wann kommst du zurück?«

»In zwei oder drei Tagen, habe keine Sorge um mich.«

»Ich denke, das haben wir uns abgewöhnt.«

»Peter, alle Männer, die aus dem Krieg zurückgekommen sind, führen ein geschenktes Leben. Sie müssen dieses Leben einsetzen für eine Sache.«

»Das tun wir, Richard.«

»Ja, Peter, das tun wir bis ans Ende.«

Er schnallte sich den Sack auf den Rücken, dann warteten sie, bis die Lichtsense wieder von der Zollwache kam.

Jetzt stieß der Kegel in die Nacht, die Sense mähte, der weiße Verräter strich blendend hell über sie hinweg.

Dreimal kam das Licht.

Nach dem drittenmal sprang der eine der Männer über den Damm, ließ sich ins Wasser gleiten und schwamm in kräftigen Stößen in den freien Strom hinaus.

Der Zweite kroch auf dem Bauch über die Böschung und lauschte. Sein wachsames Ohr vernahm die schwachen Geräusche des Schwimmers, auch die Atemzüge kamen gedämpft über das Wasser.

Was er hörte, verklang ferner und ferner, dann wurde es eine Weile still, nur der Rhein trieb unruhig vorüber.

Eine Eule rief, es gab noch viele Eulen im Dickicht der Rheinwälder.

Dreimal rief die Eule.

Wenige Minuten später ging das französische Patrouillenboot zu Tal nach Germersheim.

Der Schwimmer war am pfälzischen Ufer angekommen. Er sprang in das Gehölz und verbarg sich im Gebüsch der Silberweiden. Schwärme von Mücken sirrten auf ihn zu.

Schon wollte er das Bündel öffnen, um sich anzukleiden, da hörte er ein Geräusch. Er legte sich platt auf die Erde und spähte auf den freien Damm hinaus.

Die Uferwache kam.

Zwei Marokkaner, bedrohlich in das Geflimmer des Sternenhimmels geschoben, schlenderten näher und blieben dicht vor ihm stehen.

Die Lichtsense glühte auf.

Sie mähte über die Marokkaner hin. Einen Augenblick standen sie hell beleuchtet in der Nacht, hager und schwarz und unsagbar fremd.

447 Wieder traf sie das Licht. Sie verharrten still, ihre Gesichter waren dem Schwimmer zugewandt, rätselhafte Masken, die Bajonettgewehre blitzten. Hinter ihnen wallte das Gewoge zu Tal.

›Wie mir, so schlägt auch ihnen ein Herz‹, dachte verworren der Schwimmer, da holte zum drittenmal der Mäher aus.

Er schwang die Sense, ein lautloser Zauberer, sekundenkurz zeigte er das Antlitz Afrikas am deutschen Strom.

Als ihre Schritte auf dem Damm verklungen waren, kleidete der Mann sich eilig an, barg das Bündel unter den Kleidern und suchte vorsichtig nach dem schmalen Schilfpfad, der durch den Auwald hinter dem zweiten Damm zum Fischerhaus führte.

Als er den Pfad gefunden hatte, blieb er stehen, brachte die hohlen Hände an den Mund und stieß den Eulenruf aus.

Dreimal rief die Eule. –

Noch eine Weile blieb er versunken stehen und atmete tief, ein seltsamer Duft, wie von späten Blüten wehte ihm entgegen. Beim Fischerhaus schlich er in den niederen Bootsschuppen und verbarg das Bündel.

Dann erst trat er auf das alte Haus zu, zwei Fenster waren gelb erleuchtet. Er klopfte, ein Mann kam und öffnete.

Der Mann war der Aalfischer Michael Kolb, ein schweigsamer, ein wenig düsterer Mensch mit einem dunklen Bart und einer blutroten Narbe auf der Stirn, die von einem Streifschuß im Krieg herrührte.

»Da bist du, Richard Aust«, sprach er, drückte ihm die Hand und ließ ihn eintreten.

»Keinen Namen.«

»Es ist keine Gefahr. Ist es wieder geglückt?«

»Die Schwarzen sind an mir vorüber. Kommt Berghaus?«

»Wieviel hast du? Berghaus will in einer Stunde hier sein. Wir haben schon Ausschau nach dir gehalten. Josepha muß noch auf dem Damm sein, hast du nichts von ihr gesehen?«

»Was Josepha tut, ist gefährlich.«

»Das weiß ich.«

»Schon gut, ich danke dir. Wir sind alle nur noch Seiltänzer zwischen Tod und Leben. Aber Josepha ist noch zu jung.«

»Wieviel hast du?«

»Über fünfhundert Milliarden.«

»Milliarden?! Wird denn der Abgrund immer größer, wohin will das Geld?«

448 In der Stube war noch die Fischerfrau, sie kam dem Eintretenden entgegen, eine schmucke, etwas zu hagere Frau in einfacher Kleidung, mit einem schmalen Gesicht und mit den hellen, aber unruhigen Augen des Strommenschen. Sie war jetzt neununddreißig Jahre alt und stammte aus Sandheim.

»Richard Aust«, sprach sie und atmete erleichtert auf, »sind Sie wirklich wieder über den Rhein?«

»Er hat fünfhundert Milliarden Erwerbslosengelder gebracht«, fiel der Fischer ein. »Unsere Mark macht immer tollere Sprünge. Bring uns Wein!«

Richard Aust, der Einunddreißigjährige, der ausgewiesene Eisenbahner, blieb noch eine Weile aufrecht stehen und schaute sich gedankenvoll im Zimmer um.

Eine Flut von Vorstellungen jagte an ihm vorüber, die Entspannung nach der vollbrachten Tat schaukelte ihn in ein Meer von Gefühlen.

»Es ist sonderbar«, sprach er entrückt, »wenn ich mir vorstelle, daß mein Bahnhof jetzt zur französischen Regiebahn gehört, daß man mich über den Rhein gejagt hat, weil ich nichts als meine ganz verdammte Pflicht getan habe, daß meine Frau allein mit dem Kind in einer fremden Dachkammer haust und daß unser Hausrat in einer alten Turnhalle steht wie das niedrigste Gerümpel.«

»Wir leben im Krieg«, sprach der Fischer.

»Er nimmt kein Ende bei uns.«

»In den Bahnhöfen ist jetzt alles französisch, Plakate und Bücher und Zeitungen, da gibt es keinen deutschen Fetzen mehr. Die Weiber kommen nachts in die Diensträume, es geht manchmal zu wie in regelrechten Bordellen.«

»Ich denke, wir haben genug Bordelle in der Pfalz, in manchen Städten zwei, eins für Offiziere und eins für Mannschaften. Mensch, da staunst du, wie die Leute Kultur bringen. Fünfzehn schwarze Regimenter am Rhein. Glaubst du, daß Berghaus diesmal einen falschen Paß für mich hat?«

»Er will es versuchen, es soll jetzt schwieriger sein, an die Stempel heranzukommen. Hast du gar nichts Schriftliches in der Tasche?«

Der Stationsverwalter Richard Aust lachte und zog ein Papier hervor.

»Nichts als einen alten Frachtbrief.«

»Für die Marokkaner genügt er, aber sonst – –!«

449 »Wenn Berghaus mir eine Identitätskarte bringt, weißt du, was ich dann mache?«

»Hoffentlich nichts Unbedachtes.«

»Dann gehe ich nach Hause. Doch, versuche nicht, mich zurückzuhalten, ich muß meine Frau sehen und das Kind, lache mich nicht aus. Du weißt, ich habe meine Gefühle zu den Akten gelegt, mit Gefühlen kommt man hier nicht mehr durch, man muß hart sein.«

»Dann sei hart und mache keine Dummheiten.«

»Kolb, so hart ist keiner, daß es ihn nicht nach Hause zöge, wenn er vertrieben ist.«

»Vertrieben ist schrecklich«, sprach die Frau, die in der Ecke auf dem Sofa saß und mit einer müden Teilnahmslosigkeit zuhörte.

»So hart ist keiner, sage ich euch! Ich blase bei Gott nicht auf der Schalmei, ich wüßte auch keine Melodie darauf. Mein Bruder Peter ist überm Rhein, weil die Franzmänner ihn wegen seiner Schriften in Teufels Küche brächten. Außerdem ist seine Ordre d'expulsion ausgestellt, er steht auf der Liste. Agent active de la résistance passive. Mein Vater ist überm Rhein, weil er als Lokomotivführer vorm roten Signal damals den Dampf abgeblasen hat und, wie alle andern, in den passiven Widerstand getreten ist. In meiner Wohnung hockt ein französischer Cheminot mit seiner welschen Hure. Und wer weiß, wie es in diesem Augenblick meinem Vetter Christoph – –«

»Euer Vetter Christoph? Ihr meint den Forstmeister?«

»Kolb, du darfst nicht – –« mischte die Frau sich ein.

»Was darf er nicht?« Richard Aust wandte sich der Fischerfrau entschlossen zu, seine Augen wurden unruhig.

»Er sagt, daß er hart ist«, fuhr Kolb fort, »besser, er hört es heute, als morgen.«

»Was denn, beim Herrgott? Was ist mit meinem Vetter Christoph?«

»Er sitzt im Landauer Militärgefängnis.«

Richard Aust zuckte zusammen, er hatte das Gefühl, daß er taumelte, aber er stand schon wieder fest, da war nur noch ein Frösteln, das über die Haut lief. Nun ja, er war über den Rhein geschwommen, es war Herbst und das Wasser war kühl.

»Im Landauer Militärgefängnis?!«

»An seiner Stelle sitzt ja schon lange ein französischer Forstbeamter, das weißt du selbst; man hat ihn nur nicht ausgewiesen, weil man hoffte, ihn durch Drohungen zur Mitarbeit zu bringen. Die Kahlhiebe, die in seinem Revier angesetzt sind, haben ihn halb um den 450 Verstand gebracht. Es geht um lauter Starkhölzer für die Sinistrierten. Die Franzosen plündern den pfälzischen Wald.«

»Aber warum sitzt er – –?«

»Er hat Holzlisten entwendet und verbrannt. Man hat ihm das nicht mal nachweisen können, der Holz-Huß soll ihn verraten haben.«

»Woher weißt du das?«

»Berghaus hat es gestern erzählt. Seine Frau soll beim Gerhard Huß vorläufig ein Unterkommen gefunden haben.«

»Beim Gerhard? Dort ist jeder Esser eine Belastung. Sein Sägewerk steht schon monatelang still, er macht die berühmten Holztransaktionen nicht mit, er kommt an den Bettelstab vor lauter Anständigkeit.«

Richard Aust fuhr sich über die Augen, er war plötzlich müde geworden, einen Augenblick war ihm, als ob es zu viel wäre, was sie zu tragen hätten.

»Trink, Kamerad, ich sage dir, man sollte nach Josepha schauen. Sie darf nicht vor die Hunde gehen.«

Die Frau erhob sich seufzend und strich die Schürze glatt.

»Ich will auf den Damm hinaus und Umschau halten.«

»Die Marokkaner – –«

»Oh, sie weiß Bescheid«, sprach Kolb unbekümmert, »sie ist wie eine Katze.«

Richard Aust lachte lautlos, der Mund verschob sich, weiße und kräftige Zähne kamen zum Vorschein.

»Josepha!« sprach er, »der Name hat mich schon immer so sonderbar berührt. Wie seid ihr bloß auf den Namen gekommen?«

»In diesem Haus hat schon einmal eine Josepha gelebt«, antwortete Kolb, »sie war die Schwester des vierundneunzigjährigen Urgroßvaters, der heute noch in einem Stift lebt und hier Aalfischer gewesen ist. Da ist aber Anno 49 einer von unseren reichen brasilianischen Verwandten gekommen, der hat sich in seine Base Josepha verliebt, und als der pfälzische Sensenrummel vom Kartätschenprinzen in die Pfanne gehauen war, da hat der Brasilianer seine Base mitgenommen und in Brasilien geheiratet. Sie haben drei Söhne und eine Tochter bekommen, die Tochter ist wieder auf den Namen Josepha getauft worden. Ha ha ha, Hölle und Henker, und als unsere Katze zur Welt kam, da haben wir die brasilianische Josepha zur Patin genommen, und so heißt unser schwarzer Satan jetzt auch wieder Josepha. Frau, bleib du im Haus, ich will nach dem Mädel schauen.«

451 Er wollte gehen, da kam Bastian Berghaus zur Tür herein. Er war ein großer und schlanker Vierziger, das lange Gesicht mit der kräftigen Nase und den lebhaft funkelnden Augen war gebräunt, er lachte und schien in bester Laune.

Als er im Zimmer stand, stampfte er mit den schweren Schaftstiefeln auf. Der Fischer sah, daß er Sporen trug.

»Sie sind zu Pferd gekommen, Berghaus?«

»Natürlich, das Fahrrad ist eine verflucht unsichere Sache. Man kann sich auf ihm zu schlecht aus dem Staube machen.«

»Was Sie tun, ist verrückt«, rief Kolb, »die Sûreté streift Tag und Nacht umher. Und ein Reiter in der Nacht ist verdächtig.«

»Laßt sie, wir Berghaus sind immer gern geritten. Habt ihr's vergessen, daß mein Urgroßvater auf seiner russischen Schindmähre im Winter hier durch den Rhein geschwommen ist? Und hat droben in eurem Zimmer gelegen, ha ha ha, der Oberleutnant von den Schlesischen Husaren.«

Er ging lachend auf Richard Aust zu und streckte ihm die Hand hin.

»Da bist du, ich brauche dich nicht zu fragen, denn ich seh's dir an den Augen an, daß es mal wieder geklappt hat. Wieviel bringst du?«

»Fünfhundert Milliarden.«

»Das reine Ballspiel jetzt mit den Nullen. Kommst du von der Abwehrstelle?«

»Ja, mein Bruder hat mich bis ans badische Ufer gebracht. Hast du einen Paß für mich?«

Der Weingutsbesitzer Berghaus schmunzelte.

»Carte d'identité, was? Steckt dir in der Nase, meinst du, ich weiß nicht, was du im Schilde führst?«

»Er will nach Hause«, mischte sich Kolb ein.

»Kann ich mir denken. Freund, ich sage dir das eine: setze dein Leben nicht fahrlässig aufs Spiel, es ist uns heute zu viel wert.«

»Meine Frau – – mein Kind – – Berghaus! Hast du einen Paß?«

»Fängst du an, dein Herz ins Treffen zu führen? Geh und hole das Geld! Warte; und wenn du wieder überm Rhein bist, dann sage ihnen in Heidelberg, wie verflucht faul es uns geht. Im Westen abgeschnürt und im Osten abgeschnürt, wir röcheln nach Luft, das weißt du. Es pfeift aus unsern Lungen, aber wir stehen! Gott soll mich in die hinterste Verdammnis stoßen, wenn ich falle! Geh und hole das Geld, es war nie so dreckig, aber wir haben's auch nie so nötig gebraucht.«

452 Richard Aust ging hinaus, er schloß leise hinter sich die Tür.

»Monsieur le général hat große Absichten, aber kleines Format. Er ist schlau und verschlagen, aber er ist nur ein halber Bösewicht, ich glaube, er ist auch nur ein halber Franzose. Was sein Vorgänger mit der politischen Plumpheit machte, das will er mit dem Kruzifix machen. Er betet vor jeder Schandtat, er ist ein Schwächling. Er hat uns den Hals fast abgeschnürt. Keine Eisenbahn, keine Post, Zollgrenze vorn, Zollgrenze hinten, kein Geld, keine Arbeit, keine Zeitung, keine Verbindung mit Deutschland. Wir schnappen nach Luft wie Fische auf dem Trockenen, alles zugestanden. Wir röcheln, aber er wird uns nicht an die Kehle gehen, weil ihm der Rosenkranz im Wege ist.«

Er ging polternd durchs Zimmer, breit und strotzend von Frische und Unternehmungsgeist, er dehnte die Arme und machte Fäuste aus den Händen.

»Nichts gegen die Religion, bei Gott nicht, aber der Mann geht mir zu oft in die Kirche, er fühlt sich schwach. Der Starke läßt bei seinen Räubereien den Herrgott aus dem Spiel. Ich wette, der Herr Provinzdelegierte hat schwere Träume.«

Der Eisenbahner brachte das Bündel mit den Geldscheinen. Berghaus griff danach.

»Her damit, das Geld muß morgen früh in Kaiserslautern sein, auf welchem Wege, das geht euch vorläufig selbst nichts an. Für die Mark wird bereits ein Sarg gezimmert, man wird jetzt wieder den Franken gegen sie ausspielen.«

Er lachte den Eisenbahner grimmig an, er kam sogar näher und schaute ihm durchdringend ins Gesicht.

»Du hast verdächtige Bartstoppeln, willst du dir einen Vollbart stehen lassen?«

»Eine kleine Maske«, sprach der Fischer voll Argwohn.

»Hast du einen Paß, Berghaus?«

»Störe mich nicht, du siehst doch, daß ich das Geld zähle.«

Als er die Scheine gezählt hatte, packte er das Bündel wieder zusammen und schrieb eine Empfangsbestätigung.

»Nimm, unbekannter Soldat!«

Er gab ihm den Schein und drückte ihm stumm die Hand.

Dann sprach er hart: »Weißt du, daß dein Vetter im Gefängnis sitzt?«

»Das hat mir Kolb erzählt.«

453 »Ein rechter Aust, wie sie alle waren, die Förster im Wasgau und in den Haingeraiden. Verfluchte Dickköpfe, wenn es um die Bäume ging. Er hat die Holzlisten verbrannt. Vor dem Max Huß muß man ein Kreuz machen, er schielt nach Westen. Der Vater war ein verschlagener Sonderbündler, überhaupt sind mir die Kerle zu oft in Koblenz bei den Interalliierten. Die Pest über sie!«

Richard Aust schaute den Gutsbesitzer scharf an, er brachte es nicht über sich, noch einmal zu fragen. Er wußte, daß sie verurteilten, was er vor hatte, denn es war gefährlich und konnte zuletzt noch der Sache schaden. Gut, er würde nicht mehr fragen, ein stillschweigendes Verzichten sollte es sein, nichts mehr davon. Gut, sich auf die Lippen zu beißen, wenn das Inwendige keine Ruhe geben wollte.

Er war aber bedrückt, als er sich umdrehte und den Schein im Rockfutter verbarg, er dachte an seinen Vetter Christoph.

»Sie sagen drüben, daß es mit dem passiven Widerstand bald zu Ende ist. Wir können es nicht mehr durchhalten. Vielleicht ist alles umsonst gewesen.«

»Nie ist umsonst gewesen, wenn ein Volk sich auf irgendeine Art gewehrt hat. Es hat auch keiner umsonst geblutet und sitzt keiner umsonst im Kot der französischen Gefängnisse, auch dein Vetter nicht. Irgendeinen Sinn muß es schon haben, nur, wir begreifen ihn nicht gleich.«

»Aber welchen Sinn denn?« fragte der Fischer Kolb, »wir liegen am Boden, werden wir denn jemals wieder aufstehen können? Welchen Sinn denn, Herrgott im Himmel?!«

»Ich will Euch etwas sagen, Kolb, es gibt Kräfte im Volk, gegen die kann man keine Kanonen auffahren. Ich erkläre dir doch, verflucht nochmal, wir begreifen's nicht. Wollt Ihr denn kleinmütig werden?«

»Wir wollen's nicht«, antwortete der Fischer betreten.

»Na also, reden hat jetzt keinen Sinn, ich muß Euch nur noch eines sagen, damit Ihr wißt, worum es denn geht. Durchaus nichts Neues, hier wird wieder um zweierlei gespielt, aber das Spiel ist schon tausend Jahre alt. Wir können's schon auswendig wie das Vaterunser: um den Rhein wird gespielt und um die Zerstückelung Deutschlands. Richelieu kann nicht sterben, er steigt immer wieder aus seinem Grab und schwebt als verdammtes Gespenst an den Rhein herüber. L'unité des Allemands, c'est la mort des Français. Die Einigkeit der Deutschen ist der Tod der Franzosen. Dieser Wahnsinn scheint ein unsterbliches Leben zu haben.«

454 Er trat zum Fenster und öffnete, er mußte frische Luft haben.

»Mir war jetzt, als ob ich Schritte gehört hätte.«

Er beugte den Kopf hinaus und sah, wie die Lichtsense über den Auwald geisterte.

»Wo ist Eure Katze Josepha?«

Kolb ging zu ihm hin, schob ihn beiseite und schloß das Fenster, sein Gesicht war finster. Er war ein Kolb, sie waren alle verschlossen und ingrimmig und wortkarg.

»Auf Horchposten. Ihr wißt doch, daß die schwarze Patrouille unterwegs ist. Laßt das Fenster zu.«

»Keine Angst vor Wüstensöhnen, sie haben alle Hasenherzen, nur die Weiber muß man ihnen aus dem Wege schaffen. Was wollte ich doch noch sagen? Richtig, also dieser Wahnsinn ist ebenso abgedroschen wie gefährlich. Richelieu ist zur Zeit wieder auf Leichenurlaub und bei uns zu Gast, aber ihm ist vorläufig das Gespenstermaul verbunden. Er spukt nur hinter den Kulissen; denn auf offener Szene, meine Herrschaften, da geht es um etwas anderes, um etwas beinahe Komisches, nämlich um den Ehrgeiz der Generäle. Da ist der eine ein Busenfreund des Tigers, der andere ein Schwiegersohn des Generalissimus, und jeder möchte der koketten Marianne das linke Rheinufer oder zumindest die Rheinische Republik, den zum Kotzen immer wieder aufgewärmten Pufferstaat servieren. Und immer hat der eine Angst, der andere könnte ihm zuvorkommen. Ich will mich jetzt davonmachen. Habt keine Angst, Kolb, mein Pferd steht im Schuppen, ich werde den Marokkanern schon nicht vor die Bajonette reiten.«

Richard Aust trat vor ihn hin, zum Henker, er konnte es nicht hinunterschlucken, es mußte heraus, sonst würde er noch daran ersticken.

»Wir sind Dickköpfe, hast du gesagt, ist es zuviel verlangt, wenn ich dich bitte, einmal bei mir zu Hause nach dem Rechten zu schauen?«

»Und was hast du vor?«

»Über den Rhein zurück noch in dieser Nacht.«

»Ganz allein?«

»Ich brauche niemand.«

»Hartschädel, da schnappe!«

Er griff in die Tasche und warf dem Eisenbahner eine falsche Identitätskarte zu.

»Verflucht schwierig jetzt, Mensch, laß dir's gesagt sein.«

Aust fing die Karte auf, sie trug eine beschmierte Photographie, der 455 Stempel lief übers Gesicht. Er las, was auf dem aufgeklebten Papierfetzen stand.

H.C.I.T.R. Province du Palatinat.
Cercle de Frankenthal. Permis de circulation No. 3683
carte d'identité No. 27
nom: Otto Schwarz
commune de Weisenheim.

»Also Otto Schwarz heiße ich, der Name ist auch noch für die Gedächtnisschwachen gut. Was mag schon ein Otto Schwarz Besatzungsfeindliches im Schilde führen.«

»Das sage ich dir, Bursche«, polterte Berghaus, »bilde dir nicht ein, daß du mit dem Wisch dem Teufel vor die Ofenröhre kannst. Gute Nacht, und in acht Tagen um die gleiche Zeit, aber bergwärts in der Entenfängerhütte. Parole Loretto. Ich traue den Sandheimern nicht, der Pistorius soll für den Dorten geredet haben. Die freien Bauern machen uns Sorgen, ein gewisser Franz Josef Heinz aus Orbis kriegt es mit der Großmannssucht, er gefällt sich als Volksredner, er kleidet sich komödiantisch, läßt sich gerne photographieren und hat rote Haare. Auch sollen die Weiber hinter ihm her sein. Was man verlacht hat, fängt an, gefährlich zu werden. Gute Nacht, niemand soll mich begleiten, ich habe gute Witterung.«

Er ging eilig und schloß leise hinter sich die Tür. Draußen war es dunkel, denn die Nacht war mondlos, aber die Sterne flimmerten über dem Schattengebilde der Auwälder.

Berghaus hielt Umschau, es war einsam hier, bis nach Sandheim hinein war es eine halbe Stunde, das Fischerhaus stand allein hinter dem Damm, schon beinahe hundertfünfzig Jahre war es alt. Berghaus ging in den Schuppen, es war finster und stickig hier, nur ein kleines Fensterviereck schwamm fahl in der schweren Dunkelheit.

Er roch das Pferd, es roch gut, nach Stall und Wärme und süßlicher Ausdünstung.

Aber das Pferd war unruhig, es schnaubte und schüttelte sich im Geschirr. Als Berghaus die Taschenlampe aufblitzen ließ, sah er ein junges Mädchen mit schwarzem Haar und dunklen Augen bei dem Tiere stehen.

»Josepha!? Geh hinein, sie suchen dich; warum stehst du hier im Schuppen?«

»Ich habe gewartet.«

456 Sie lehnte den Kopf gegen das Tier, er leuchtete ihr ins Gesicht und begegnete ihrem rätselvollen Blick. Die Wange hatte sie am Hals des Pferdes liegen, die Arme umfingen es, sie schaute Berghaus an, sie sah ihn nur wie einen Schatten, weil das entgegenströmende Licht sie blendete. Ihre Hände bewegten sich voll unruhiger Zärtlichkeit, nichts als die Hände und die Augen schienen lebendig.

»Du hast gewartet; auf wen denn, Josepha?«

»Ich habe auf Sie gewartet, Herr Berghaus.«

»Bist du toll, was willst du denn?«

»Ich weiß es nicht, ich kann es ganz bestimmt nicht sagen.«

Sie neigte ein wenig den Kopf, er ließ das Licht verlöschen, da wurde die Dunkelheit noch dichter, sie sahen einander nicht mehr.

Berghaus tastete sich auf Josepha zu, er fühlte ihren Körper, faßte nach ihrer Hand und zog sie zu sich heran.

»Geh schlafen, Josepha, es ist spät in der Nacht.«

Er hörte ihren unruhigen Atem, er fühlte die Wärme, die aus ihrem Körper floh, sie roch nach Jugend, nach Frau und nach Rauch von Holzfeuern.

»Geh schlafen, Josepha.«

Er drängte sie nach der Tür. Eine Sekunde lang wurde das kleine Fenster hell erleuchtet, der Scheinwerfer strich über Strom und Wälder. Es war, als ob ein Auge sich staunend öffnete und wieder schlösse.

»Ich bin toll«, hauchte Josepha, »ja, ich bin ganz toll. Ich gehe schon, Sie brauchen mich nicht erst fortzujagen.«

Er hielt sie an der Hand zurück.

»Josepha!«

Wieder öffnete und schloß sich das Fensterauge, einen Augenblick lang wurden ihre Gesichter beleuchtet. Das Pferd stampfte, es knisterte im Gebälk.

»Ich möchte etwas tun für Sie«, sprach Josepha, »ich könnte alles für Sie tun, denken Sie daran, wenn Sie mich einmal brauchen. Ich kann auch gut reiten, ich kann alles, und wenn ich dafür sterben müßte.«

Er strich ihr über die schwarzen Haare, sie sank ihm entgegen, ihr Kopf lehnte sich gegen seine Brust. Sie war eine Kolb, dunkel und rätselvoll und unbändig, und manchmal ohne Sinn und Gesetz.

Er richtete sie auf, sie stand im Dunkel, der Körper bebte, ihr Atem wehte ihm entgegen.

»Ich habe furchtbare Angst, daß Ihnen etwas passieren könnte. Die 457 Franzmänner, die Marokkaner und die Spahis – – was wird denn noch aus uns werden?«

»Sorge dich nicht, Josepha, du bist jung, was wir Alten tun, das tun wir für euch und eure Kinder.«

»Aber Sie sind doch nicht alt, Herr Berghaus!«

»Ich bin älter, als du glaubst, Josepha; die Zeit hat uns uralt gemacht.«

»Ich muß immer an Sie denken. Vielleicht weil Sie so weit fort waren in der Welt. In Afrika und in Japan und über allen Meeren. Wenn Sie dann erzählen, dann könnte ich immer nur zuhören bis in alle Ewigkeit. Und dann träume ich nachts davon, ja, dann fahre ich übers große Meer, weiter und immer weiter – – oh, wie schön ist das in der Ferne.«

Sie schmiegte sich wieder an ihn, und er wußte, daß sie am Fernweh litt, sie war ein Strommensch, ihre Vorfahren hatte es in die Ferne getrieben, das kreiste wohl immer noch im Blut.

»Wenn Sie wiederkommen, dann müssen Sie erzählen von den großen Schiffen, von den Papageien und von den Perlentauchern – – – ja, ich gehe schon.«

Sie stockte, er hörte sie über den Steinboden schlurfen, sie tastete nach der Tür.

Als sie geöffnet hatte, sprach sie still: »Darf ich das Pferd hinausbringen?«

Sie verstand sich auf Pferde, sie legte die Trense an und zog den Sattelgurt fester. Dann führte sie das Tier ins Freie, die Hufe klapperten verräterisch auf den Steinfließen.

Draußen blieb sie noch einmal vor ihm stehen und schaute ihn fast ergriffen an.

»So, wie Sie sind, Herr Berghaus, so habe ich mir immer einen Mann vorgestellt. So groß und stark und mutig. Ein Mann, der muß den Tod verachten.«

Er legte die flache Hand auf ihre Stirn, drückte den Kopf hoch und schaute sie lachend an.

»Ist es wahr, was sie überall sagen?« fragte sie.

»Was sagen sie denn, Josepha?«

»Daß der General die schwarzen Raben auf uns loslassen wird?«

»Die schwarzen Raben?!«

»Ja, lä korbo nuar.«

»Was meinst du damit, Josepha?«

458 »Das weiß ich nicht, aber es kann doch wohl nichts Gutes sein.«

»Nein, an etwas Gutes ist schwer zu glauben. Geh schlafen, Josepha!«

Er ritt durch die Nacht davon.

Sie stand und lauschte ihm nach, mit offenem Mund verharrte sie reglos, der verklingende Hufschlag traf matt und dumpf ihr Ohr.

›Es kann doch nicht möglich sein‹, dachte sie in einem heißen Wirbel von Gefühlen, ›ich bin achtzehn Jahre alt, und er – – es kann doch nicht möglich sein, ich bin ganz toll und verrückt, ich kann schon gar nicht mehr denken, mir ist so entsetzlich elend. Geh schlafen, hat er gesagt, geh schlafen, Josepha.‹

Sie ging auf das Fischerhaus zu, auf dem Weg dorthin schrak sie heftig zusammen, denn die Raben schrien von den hageren Gespensterbäumen. Das wandernde Licht riß sie aus den Vogelträumen.

Ihre Rufe waren heiser und beklommen, angstvoll und bedrohlich. Sie schrien, sie wußten nicht, warum sie die dunkle Stille zerspaltete mit ihren krächzenden Rufen.

»Lä korbo nuar!« hauchte Josepha. Wieder fuhr sie zusammen denn vor ihr stand plötzlich ein Mann. Er war von Schatten umhüllt aber sie erkannte ihn. Karl Pistorius aus Sandheim, Fischer und Landwirt.

»Ihr seid es, Pistorius!«

»Ja, ich bin es, weißt du wo Fränz ist?«

»Ich habe Franziska nicht gesehen.«

»Sie wird drinnen beim Kolb sein.«

»Ich weiß es nicht.«

Warum hatte sie denn plötzlich solche Furcht vor dem Mann?

Er stand da und hatte böse Gedanken. Vielleicht hatte er gelauert.

»Ist der Berghaus hier gewesen?«

»Ich weiß es nicht.«

»Ihr habt verfluchte Heimlichkeiten. Geh hinein und sage der Fränz, daß sie nach Hause kommt, sie soll sich nicht immer in der Nacht herumtreiben, ich traue dem Lumpenstück nicht mehr.«

»Ich weiß nicht, wo Fränz – –«

»Eines sage ich Euch, wenn Ihr sie verführt, daß sie ins Badische hinübergeht und bei Euren verfluchten Rollkommandos mitmacht, dann zerschlage ich ihr die Knochen im Leib.«

Er wandte sich um und ging, sie sah, wie die Nacht ihn förmlich auffraß. ›Die schwarzen Raben‹, dachte sie beklommen und blieb 459 zitternd stehen, zusammengeduckt und den Kopf in die Schultern gezogen, als fürchtete sie, es könnte von oben über sie hereinbrechen.

Dann flüchtete sie ins Haus. Im Zimmer sah sie Franziska am Tisch sitzen. Sie war erhitzt und erzählte von der französischen Zollwache bei Rheinhausen. Sie war unbekümmert und blies lachend die Haare aus dem Gesicht. Da saß sie, als ob Kirchweih wäre, ihr rundes Gesicht mit den dunklen Augen und dem üppigen Mund war vom gelben Lampenlicht beleuchtet. Josepha schaute sie an und war voll trüber Bangnis.

»Fränz, wo warst du denn?«

»Im Badischen, warum?«

»Geh nach Hause, dein Vater war draußen, er sucht dich.«

»Das ist das erstemal, es war nur ein Vorwand. Ist Berghaus hier gewesen?«

Der Fischer Kolb schaute sie argwöhnisch an.

»Warum fragst du?«

»Ich meine nur; mein Vater spioniert. Nehmt Euch vor meinem Vater in acht, er hält zu den andern.«

»Geh nach Hause, Fränz.«

»Ich sage Euch, er marschiert mit den freien Bauern.«

Sie erhob sich und strich das geblümte Kattunkleid glatt. Der Fischer Kolb trat vor sie hin, er griff nach ihrer Hand.

»Was du tust, ist viel, Fränz. Es wäre leichter für dich, wenn du hingingst und uns verrietest.«

Sie schaute ihn eine Weile an, sie wußte, daß er es nicht ernst meinte, es kam ihm nur so in den Sinn.

»Wirst nicht meinen, daß ich eine Franzosenhure bin.«

Sie ging und schloß leise hinter sich die Tür.

Josepha schlich hinaus in ihre Dachkammer. Sie warf sich aufs Bett und weinte.

»Was ist denn mit mir?« schluchzte sie.

 

 << Kapitel 45  Kapitel 47 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.