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Austriaca in Prosa und Versen

Anton Wildgans: Austriaca in Prosa und Versen - Kapitel 5
Quellenangabe
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typemisc
authorAnton Wildgans
booktitleGesammelte Werke. Fünfter Band: Musik der Kindheit / Austriaca
titleAustriaca in Prosa und Versen
publisherL. Staackmann Verlag, Leipzig
year1930
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Freiwillige

Ein Gedicht aus den Tagen der Mobilisierung.

 

Wir waren lange ohne rechten Sinn
Und waren doch da und immer bereit.
Manchem zur Last und niemandem zu Gewinn
Lebten wir hin
In Dumpfheit und Nutzlosigkeit
Und warteten auf unsere Zeit.
Da kam sie, die heilige, über Nacht
Und hat auch uns klar und nützlich gemacht –
Nun sind wir geweiht.

Wir prahlen nicht, daß wir Helden sind,
Wenn's auch an Mut nicht gebricht.
Wir sind nur jeder der großen Mutter Kind
Und lieben der Heimat Wolken und Wind,
Wir sind nur ihr freudiges Ingesind,
Mehr nicht.
Die Zeit, die heilige, über Nacht
Hat sie uns heilig und nützlich gemacht –
Nun sind auch wir: Pflicht.

Was wir träumten, das ist jetzt Wahn.
Von unserm Ich kam uns kein Glück.
Stückwerk war es, kein Stück.
So haben wir es abgetan
Und sind nur mehr:
Zwei Hände für ein Gewehr,
Eine Faust für ein Schwert,
Ein Reiter für ein Pferd
Und ein Herz, das leicht bricht,
Für den Tod, für den Tod –
Mehr nicht.
Das hat die Zeit,
Die heilige Zeit über Nacht
Aus uns armen suchenden Seelen gemacht.
Sie sei gebenedeit.

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