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Aus Jurte und Kraal

Gisela Etzel: Aus Jurte und Kraal - Kapitel 16
Quellenangabe
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authorGisela Etzel
titleAus Jurte und Kraal
publisherDie Lese-Verlag G.m.b.H.
editorGisela Etzel
year1911
illustratorBerthold Körting
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Wie Lull Luftschlösser baute

Hindostanisch

Lull schlenderte einstmals in den Straßen umher, als ein vorübergehender Soldat ihn beim Arm ergriff und zu ihm sagte: »Höre, Bursche, du kannst diesen Buttertopf für mich tragen, und wenn du deine Sache gut machst, werde ich dir drei Batzen geben.«

Lull war darüber sehr erfreut. Er war stark wie ein Pferd; mit einem »Gut, ich will ihn tragen« lud er den Topf auf seine Schultern. Der Topf war ein großer, irdener Krug, und die Butter darin war in flüssigem Zustande, wie Öl.

Als Lull die Straße entlang schritt, während der Soldat ihm folgte, begann er Luftschlösser zu bauen. »Wie glücklich ich bin!« dachte er bei sich selbst. »Dieser Mann wird mir drei Batzen geben. Was kann ich damit beginnen? Ich weiß es; ich werde auf den Markt gehen und dafür eine Henne kaufen. Die nehme ich mit nach Hause und füttere sie. Sie wird Eier legen, und ich werde schöne Küchlein bekommen. Die will ich verkaufen und für den Erlös ein Schaf kaufen. Das Schaf wird bald Junge bekommen, und wenn ich die verkaufe, werde ich mir eine Kuh kaufen. Und wenn meine Kuh kalbt, werde ich mir eine Milchkuh kaufen, und wenn diese kalbt, verkaufe ich sie und kaufe mir ein Pferd. Und wenn ich auf meinem Pferd sitze, werden mich alle Leute anschauen und rufen: ›Lull, Lull‹, und die Mädchen werden einander anstoßen und sagen: ›Seht den Lull auf seinem schönen Roß!‹ Habe ich erst einmal ein eigenes Pferd, so werde ich mich bald mit einem hübschen Mädchen mit einem Topf voll Geld verheiraten können und werde vier oder fünf niedliche kleine Kinderchen haben. Und wenn meine Kinder zu mir aufschauen und ›Papa, Papa!‹ rufen, werde ich zu dem einen sagen: ›O du kleiner Liebling!‹ und zu dem andern: ›O du kleiner Schatz!‹ und dabei werde ich ihnen der Reihe nach mit der Hand den Kopf tätscheln.« Und Lull ließ seinem Wort die Tat folgen, vergaß seinen Buttertopf vollständig, nahm seine Hand herab und machte mehrere Bewegungen in der Luft, als wenn er seinen Kindern den Kopf tätschelte. Aber dabei fiel der unglückliche Topf herunter, brach in tausend Stücke, und die kostbare Butter lief in die Straße.

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