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Aufzeichnungen aus einem toten Hause

Fjodr Michailowitsch Dostojewski: Aufzeichnungen aus einem toten Hause - Kapitel 19
Quellenangabe
typefiction
authorFjodr Michailowitsch Dostojewski
titleAufzeichnungen aus einem toten Hause
publisherVolksverband der Bücherfreunde Wegweiser-Verlag, G.m.b.H.
printrun3. Auflage
translatorAlexander Eliasberg
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
projectiddfe4ee1a
created20061203
modified20170607
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VI

Die Tiere des Zuchthauses

Der bald darauf erfolgte Ankauf eines Braunen für das Zuchthaus beschäftigte und zerstreute die Arrestanten weit angenehmer als der hohe Besuch. Nach dem Etat gehörte zum Zuchthaus ein Pferd zum Wasserführen und zum Wegschaffen des Unrats usw. Zur Wartung des Pferdes wurde immer einer der Arrestanten bestimmt. Er fuhr auch mit ihm, natürlich unter Bewachung. Unser Pferd hatte genug Arbeit, sowohl morgens, wie abends. Der alte Braune hatte bei uns schon sehr lange gedient. Das Pferdchen war gut, aber abgearbeitet. Eines schönen Morgens, kurz vor dem Petritage, fiel der Braune, nachdem er seine Abendtonne gebracht hatte, um und gab nach wenigen Minuten seinen Geist auf. Man betrauerte ihn, alle versammelten sich um ihn, redeten und debattierten. Die bei uns vorhandenen ehemaligen Kavalleristen, Zigeuner, Roßärzte usw. zeigten bei dieser Gelegenheit eine Menge von besonderen Kenntnissen im Pferdefache; sie gerieten sogar in Streit miteinander, vermochten aber den Braunen nicht lebendig zu machen. Er lag tot da, mit aufgedunsenem Bauche, und alle hielten es für ihre Pflicht, mit dem Finger an ihn zu tippen; man meldete dem Major von dem nach Gottes Ratschluß geschehenen Ereignis, und er befahl, unverzüglich ein neues Pferd zu kaufen. Am Morgen des Petritages, gleich nach der Messe, als wir alle versammelt waren, begann man uns verschiedene Pferde zum Kauf vorzuführen. Selbstverständlich mußte man die Anschaffung des Pferdes den Arrestanten selbst überlassen. Es gab bei uns große Kenner, und es wäre nicht schwer gewesen, zweihundertfünfzig Mann, die sich vorher mit nichts anderem befaßt hatten, anzuführen. Es kamen Kirgisen, Roßhändler, Zigeuner, Kleinbürger. Die Arrestanten erwarteten mit Ungeduld das Erscheinen jedes neuen Pferdes. Sie waren vergnügt wie Kinder. Am meisten schmeichelte ihnen die Vorstellung, daß sie wie freie Menschen, wie aus eigener Tasche für sich ein Pferd kauften und ein volles Recht zu diesem Kaufe hatten. Drei Pferde waren vorgeführt und wieder abgeführt worden, ehe wir beim vierten den Kauf abschlossen. Die eintretenden Roßhändler sahen sich mit einem gewissen Erstaunen und sogar einer Art von Scheu um und schielten sogar ab und zu nach den Wachsoldaten, die sie hereinführten. Ein Haufen von zweihundert solchen Menschen mit rasierten Köpfen und gebrandmarkten Gesichtern, in Ketten, bei sich zu Hause, in ihrem Zuchthausnest, über dessen Schwelle sonst niemand treten durfte, flößte einen gewissen Respekt ein. Unsere Kenner ergingen sich aber bei der Prüfung eines jeden neu erscheinenden Pferdes in allerlei Kunstgriffen. Wohin blickten sie ihm nicht, was betasteten sie an ihm nicht, und alles machten sie mit einer so ernsten und geschäftigen Miene, als hinge davon das ganze Wohl des Zuchthauses ab. Die Kaukasier sprangen sogar auf jedes Pferd hinauf; ihre Augen funkelten, und sie schwatzten schnell in ihrer unverständlichen Sprache, wobei sie ihre weißen Zähne fletschten und mit ihren braunen, hakennasigen Köpfen nickten. Mancher Russe richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf ihren Streit und sah sie so gespannt an, als wollte er ihnen in die Augen springen. Da er ihre Worte nicht verstand, wollte er wenigstens an ihrem Gesichtsausdruck erraten, was sie beschlossen hätten: ob das Pferd etwas tauge oder nicht? Diese krampfhafte Aufmerksamkeit hätte einem abseitsstehenden Beobachter sonderbar erscheinen können. Man sollte doch meinen, daß so ein bescheidener, schüchterner Arrestant, der vor manchen seiner Genossen nicht zu mucken wagte, keinen besonderen Grund hatte, sich für diese Angelegenheit so sehr zu interessieren. Aber ein jeder tat so, als kaufte er das Pferd für sich selbst, als wäre es ihm nicht vollkommen gleich, was für ein Pferd gekauft würde. Neben den Kaukasiern zeichneten sich besonders die ehemaligen Roßhändler und Zigeuner aus: ihnen ließ man das erste Wort. Dabei kam es zu einem edlen Zweikampf zwischen zwei Arrestanten: dem ehemaligen Zigeuner, Pferdedieb und Roßhändler Kulikow und dem autodidaktischen Roßarzte, dem schlauen sibirischen Bauern, der vor kurzem ins Zuchthaus gekommen war, aber schon Zeit gehabt hatte, Kulikow seine ganze Stadtpraxis wegzunehmen. Die autodidaktischen Tierärzte aus unserem Zuchthause wurden nämlich in der Stadt hoch geschätzt, und zwar nicht nur bei den Kleinbürgern und Kaufleuten, sondern auch bei den höchsten Beamten, die sich ans Zuchthaus wandten, wenn bei ihnen ein Pferd erkrankte, obwohl es in der Stadt mehrere echte Veterinärärzte gab. Kulikow hatte vor der Ankunft des sibirischen Bauern Jolkin gar keine Konkurrenz und besaß eine große Praxis, die ihm natürlich Geld einbrachte. Er wandte verschiedene Zigeunerkniffe an, schwindelte viel und wußte viel weniger, als er sich den Anschein gab. Seinen Einkünften nach war er ein Aristokrat unter den übrigen. Dank seinem Verstand, seiner Kühnheit und Entschlossenheit hatte er sich schon längst eine unwillkürliche Achtung aller Insassen des Zuchthauses erworben. Alle hörten auf ihn und gehorchten ihm. Er sprach aber sehr wenig und nur in den wichtigsten Fällen, als sei jedes seiner Worte einen Rubel wert. Er war ein ausgesprochener Geck, aber es steckte in ihm auch viel wirkliche, unverfälschte Energie. Er war schon bejahrt, aber sehr hübsch und sehr klug. Uns Adlige behandelte er mit einer raffinierten Höflichkeit und zugleich mit einem betonten Bewußtsein der eigenen Würde. Ich glaube, daß wenn man ihn, entsprechend gekleidet, als einen Grafen in irgendeinen hauptstädtischen Klub eingeführt hätte, er auch hier den richtigen Ton gefunden, eine Partie Whist gespielt und, wenn auch nicht viel, aber doch mit großem Gewicht mitgesprochen hätte, so daß es vielleicht während des ganzen Abends niemand eingefallen wäre, daß er kein Graf, sondern ein Vagabund sei. Ich sage das in allem Ernst: er war so klug, verständig und von einer so raschen Auffassungsgabe. Außerdem hatte er wunderschöne, elegante Manieren. Offenbar hatte er schon manches erlebt. Seine Vergangenheit war übrigens in Dunkel gehüllt. Er befand sich in der Besonderen Abteilung. Aber nach der Ankunft Jolkins, der zwar ein einfacher Bauer, aber ein schlauer Kerl von etwa fünfzig Jahren, ein Raskolnik war, begann der Ruhm Kulikows als eines Roßarztes zu verblassen. In kaum zwei Monaten hatte er ihm fast die ganze Stadtpraxis weggenommen. Er kurierte, und zwar sehr leicht auch solche Pferde, die Kulikow schon langst aufgegeben hatte. Er kurierte sogar die von den städtischen Veterinären aufgegebenen Tiere. Dieser Bauer war mit anderen wegen Falschmünzerei ins Zuchthaus gekommen. Was mußte er sich auch auf seine alten Tage als Kompagnon in so eine Sache einmischen! Er erzählte, über sich selbst spottend, daß er aus drei echten Goldstücken nur ein einziges echtes hergestellt hätte. Seine Erfolge in der Tierarzneikunst kränkten Kulikow in gewissem Maße, auch sein Ruhm unter den Arrestanten begann zu verblassen. Er hielt sich eine Geliebte in der Vorstadt, trug eine ärmellose Plüschjacke, einen silbernen Ohrring und eigene Stiefel mit elegantem Besatz; da mußte er aber infolge des Rückganges seiner Einkünfte Branntweinverkäufer werden; darum erwarteten alle, daß die beiden jetzt, beim Ankauf eines neuen Braunen sich in die Haare geraten würden. Man wartete darauf mit Spannung. Ein jeder von ihnen hatte seine Partei. Die Anführer der beiden Parteien waren schon in Aufregung geraten und begannen sich allmählich Schimpfworte zuzurufen. Jolkin selbst hatte schon sein schlaues Gesicht zu einem höchst sarkastischen Lächeln verzogen. Es kam aber doch nicht so, wie alle es erwartet hatten: Kulikow dachte gar nicht daran, zu schimpfen, benahm sich aber auch ohne zu schimpfen wie ein Meister. Er begann mit Nachgiebigkeit, hörte die kritischen Äußerungen seines Konkurrenten sogar mit Hochachtung an, ertappte ihn aber auf einem unrichtigen Worte, bemerkte ihm bescheiden, aber mit Nachdruck, daß er sich irre, und bewies ihm, noch ehe Jolkin Zeit gefunden hatte, sich zu besinnen und zu berichtigen, daß er sich in dem und dem Punkte geirrt habe. Mit einem Worte, Jolkin war äußerst unerwartet und mit großer Kunst geschlagen. Obwohl er trotzdem den Vorrang behielt, war die Kulikowsche Partei sehr zufrieden.

»Nein, Kinder, ihn kann man nicht so schnell konfus machen, der steht schon für sich ein, mit ihm ist eben nichts auszurichten!« sagten die einen.

»Jolkin weiß mehr,« erwiderten die andern, aber recht nachgiebig. Beide Parteien sprachen plötzlich in einem sehr nachgiebigen Tone.

»Es ist weniger sein Wissen, er hat bloß eine leichtere Hand. Was aber das Vieh betrifft, so stellt auch Kulikow seinen Mann.«

»Der stellt schon seinen Mann!«

»Aber gewiß . . .«

Endlich war der neue Braune ausgesucht und gekauft. Es war ein nettes, junges, hübsches, kräftiges Pferdchen mit einem sehr lieben und lustigen Gesicht. Natürlich war es in allen Hinsichten makellos. Nun begann man zu handeln: der Händler verlangte dreißig Rubel, die Unsrigen boten nur fünfundzwanzig. Man handelte lange und mit großem Eifer hin und her, man ließ etwas nach und legte etwas zu. Endlich wurde es den Arrestanten selbst zu dumm.

»Mußt du das Geld etwa aus deiner eigenen Tasche auslegen?« fragten die einen. »Warum handelst du so?«

»Tut dir die Staatskasse leid?« schrien die andern.

»Das Geld gehört aber doch der Gesamtheit, Brüder . . .«

»Der Gesamtheit! Offenbar braucht man solche Dummköpfe, wie es sie bei uns gibt, nicht zu säen, sie wachsen von selbst . . .«

Endlich kam der Kauf mit achtundzwanzig Rubeln zustande. Man meldete es dem Major, und das Geschäft war bestätigt. Natürlich brachte man sofort Brot und Salz und führte den neuen Braunen mit allen Ehren ins Zuchthaus ein. Ich glaube, es gab keinen Arrestanten, der ihn bei dieser Gelegenheit nicht am Halse getätschelt oder am Maule gestreichelt hätte. Am gleichen Tage wurde der Braune angespannt, um Wasser zu führen, und alle sahen interessiert zu, wie der neue Braune seine Tonne ziehen würde. Unser Wasserführer Roman blickte das neue Pferdchen mit außerordentlicher Zufriedenheit an. Er war ein etwa fünfzigjähriger Bauer von schweigsamem und gesetztem Charakter. Übrigens sind alle russischen Kutscher außerordentlich gesetzt und schweigsam, wie wenn es wirklich stimmte, daß der ständige Umgang mit Pferden dem Menschen eine besondere Gesetztheit und Würde verleihe. Roman war still, gegen alle freundlich, wortkarg, schnupfte Tabak und gab sich seit undenklichen Zeiten mit allen Braunen des Zuchthauses ab. Der soeben gekaufte war schon der dritte. Alle waren bei uns überzeugt, daß fürs Zuchthaus nur braune Pferde passen, daß nur solche bei uns gedeihen. Dasselbe bestätigte auch Roman. Einen Schecken z. B. hätte man niemals gekauft. Das Amt des Wasserführers versah nach irgendeinem Rechte ständig Roman, und niemand würde es einfallen, es ihm streitig zu machen. Als der letzte Braune eingegangen war, war es niemand, selbst dem Major nicht, in den Sinn gekommen, Roman irgendwelche Vorwürfe zu machen: es war eben Gottes Wille, Roman ist aber ein guter Kutscher. Der Braune wurde bald zum Liebling des Zuchthauses. Die Arrestanten waren zwar mürrische Leute, kamen aber oft zu ihm, um ihn zu streicheln. Wenn Roman vom Flusse heimkehrte und das ihm vom Unteroffizier aufgemachte Tor wieder zusperrte, stand der Braune mit seiner Tonne da, wartete auf ihn und sah sich nach ihm um. »Geh allein!« rief ihm Roman zu, und der Braune fuhr die Tonne allein bis zur Küche und wartete bis die »Köchinnen« und die Paraschniks mit ihren Wassereimern kamen. »Klug bist du, Brauner!« rief man ihm zu, »hast das Wasser allein gebracht! . . . So schön folgst du!«

»Nein wirklich, ist nur ein Tier und versteht doch alles!«

»Brav, Brauner!«

Der Braune schüttelte den Kopf und schnaubte, als verstünde er wirklich alles und sei mit dem Lobe zufrieden. Jedesmal brachte ihm jemand ein Stück Brot und Salz. Der Braune fraß und nickte wieder mit dem Kopf, als wollte er sagen: »Ich kenne dich! Ich kenne dich! Ich bin ein liebes Pferdchen, und du bist ein guter Mensch!«

Auch ich brachte dem Braunen gern Brot. Es war so angenehm, auf seine hübsche Schnauze zu schauen und auf der Handfläche seine weichen, warmen Lefzen zu fühlen, die das Dargebotene schnell auflasen.

Überhaupt wären unsere Arrestanten wohl imstande gewesen, Tiere zu lieben, und wenn man es ihnen gestattete, so hätten sie im Zuchthause eine Menge von Haustieren und Geflügel gehalten. Was hätte auch den harten und rohen Charakter so sehr mildern und veredeln können als gerade eine solche Beschäftigung? Aber es war nicht erlaubt. Weder die Vorschriften, noch der Ort gestatteten es.

Dennoch hatte es im Zuchthause in meiner Zeit einige Tiere gegeben. Außer dem Braunen hatten wir noch Hunde, Gänse, den Ziegenbock Wassjka; außerdem lebte bei uns eine Zeitlang ein Adler.

Als ständiger Zuchthaushund lebte bei uns, wie ich schon früher sagte, Scharik, ein guter, kluger Hund, mit dem ich immer gut befreundet war. Da aber der Hund bei unserem einfachen Volk allgemein als ein unreines Tier gilt, das man nicht mal beachten darf, so schenkte dem Scharik bei uns fast niemand Beachtung. Da lebte so ein Hund, schlief auf dem Hofe, fraß Küchenabfälle und erregte bei niemand ein besonderes Interesse, obwohl er alle kannte und alle Leute im Zuchthause als seine Herren ansah. Wenn die Arrestanten von der Arbeit heimkehrten, lief er, sobald er den Ruf »Gefreiter!« an der Hauptwache hörte, zum Tore, begrüßte freundlich jeden Trupp, wedelte mit dem Schwanz und blickte jedem Eintretenden freundlich in die Augen, in Erwartung irgendeiner Liebkosung. Aber im Laufe vieler Jahre hatte er eine solche nur von mir erlebt. Dafür liebte er mich auch mehr als alle andern. Ich erinnere mich nicht mehr, auf welche Weise in unserem Zuchthause später ein anderer Hund namens Bjelka auftauchte. Den dritten Hund, Kultjapka, brachte ich einmal selbst als ein junges Hündchen von der Arbeit ins Haus. Bjelka war ein sonderbares Geschöpf. Jemand hatte ihn einmal mit einem Wagen überfahren, und sein Rücken war in der Mitte eingeknickt, so daß, wenn er lief, es von Weitem so aussah, als ob zwei miteinander verwachsene weiße Tiere liefen. Außerdem war er räudig und hatte eitrige Augen; der Schwanz war fast ganz nackt und immer eingeklemmt. Auf diese Weise vom Schicksal beleidigt, hatte er sich offenbar entschlossen, sich zu demütigen. Er bellte und knurrte niemanden an, als wagte er es nicht. Er lebte hauptsächlich, der Nahrung wegen, hinter der Kaserne; wenn er aber jemand von den Arrestanten erblickte, so legte er sich sofort auf den Rücken, als wollte er sagen: »Tu mit mir, was du willst, du siehst ja, daß ich gar nicht daran denke, mich zu wehren.« Jeder Arrestant, vor dem er sich auf den Rücken warf, gab ihm einen Fußtritt, als wäre es eine Pflicht. »Dieses gemeine Vieh!« pflegten die Arrestanten von ihm zu sagen. Bjelka wagte aber nicht einmal zu winseln, und wenn der Schmerz schon gar zu heftig war, so heulte er dumpf und jämmerlich. Auch vor Scharik und jedem andern Hund, auf den er stieß, wenn dieser in seinen Geschäften hinter das Zuchthaus kam, legte er sich ebenso auf den Rücken. So lag er demütig da, wenn sich irgendein großer Köter mit hängenden Ohren knurrend und bellend auf ihn stürzte. Aber die Hunde lieben die Demut und Unterwürfigkeit bei ihresgleichen. Der wütende Köter wurde sofort still, blieb nachdenklich vor dem mit den nach oben gerichteten Beinen liegenden Hunde stehen und begann ihn langsam mit großem Interesse an allen Körperteilen zu beschnüffeln. Was mochte sich indessen der am ganzen Leibe zitternde Bjelka denken? Er dachte sich wohl: »Was, wenn der Kerl Ernst macht und mich beißt?« Der große Köter ließ ihn aber, nachdem er ihn aufmerksam beschnüffelt hatte, liegen, da er an ihm wohl nichts Interessantes gefunden hatte. Bjelka sprang sofort auf und schloß sich zuweilen hinkend dem langen Zuge der Hunde an, die irgendeiner Shutschka nachliefen. Er wußte zwar ganz genau, daß es ihm niemals gelingen würde, eine intimere Bekanntschaft mit der Shutschka zu machen, folgte aber dennoch von weitem dem Zuge, – das schien für ihn eine Art Trost im Unglück zu sein. Alle ehrgeizigen Gedanken hatte er wohl schon längst aufgegeben. Er erhoffte sich keinerlei Besserung seiner Lage, lebte nur des Brotes wegen und war sich dessen vollkommen bewußt. Ich versuchte ihn einmal zu liebkosen; das war für ihn so neu und unerwartet, daß er sich plötzlich auf alle vier Beine niederduckte, am ganzen Körper erzitterte und vor Rührung laut zu winseln anfing. Aus Mitleid liebkoste ich ihn häufiger. Dafür erhob er auch ein Gewinsel, sooft er mich sah. Wenn er mich von weitem erblickte, winselte er krankhaft und jämmerlich. Sein Ende war, daß er draußen hinter dem Festungswall von anderen Hunden zerrissen wurde.

Einen ganz anderen Charakter hatte Kultjapka. Ich weiß nicht mehr, warum ich ihn als blindes Hündchen aus der Werkstatt ins Zuchthaus mitgebracht hatte. Es war mir angenehm, ihn zu füttern und großzuziehen. Scharik nahm ihn sofort unter seinen Schutz und schlief mit ihm zusammen. Als Kultjapka größer wurde, gestattete ihm Scharik, ihn an den Ohren zu beißen, am Fell zu zupfen und mit ihm so zu spielen, wie eben junge Hunde mit erwachsenen zu spielen pflegen. Kultjapka wuchs seltsamerweise fast gar nicht in die Höhe, sondern fast nur in die Länge und in die Breite. Sein Fell war zottig, von einer hellen mausgrauen Farbe; das eine Ohr wuchs nach oben, das andere nach unten. Er hatte ein feuriges und exaltiertes Temperament; wie jeder junge Hund pflegte er, wenn er seinen Herrn wiedersah, vor Freude ein Gewinsel und ein Gebell zu erheben, den Herrn ins Gesicht zu lecken und auch alle seine übrigen Gefühle zu äußern: »Soll er nur meine Begeisterung sehen, Anstandsregeln sind aber nicht so wichtig!« Wo ich mich auch befand, erschien der Hund auf den bloßen Anruf »Kultjapka!« sofort hinter einer Ecke, wie aus der Erde geschossen, und flog mit begeistertem Gewinsel auf mich zu, wie eine Kugel rollend und sich unterwegs überschlagend. Ich gewann dieses kleine Ungeheuer schrecklich lieb. Das Schicksal schien ihm nichts als Annehmlichkeiten und Freuden zu verheißen. Aber eines schönen Tages schenkte ihm der Arrestant Nëustrojew, der sich mit der Anfertigung von Frauenschuhen und dem Gerben von Fellen befaßte, seine besondere Aufmerksamkeit. Er rief Kultjapka zu sich heran, betastete sein Fell und wälzte ihn liebkosend auf den Rücken. Kultjapka, der keinen Argwohn schöpfte, winselte vor Vergnügen. Aber am nächsten Morgen war er verschwunden. Ich suchte ihn lange; er war wie in die Erde versunken; erst nach zwei Wochen fand die Sache ihre Aufklärung: Kultjapkas Fell hatte dem Rëustrojew außerordentlich gefallen. Er zog es ihm ab, gerbte es und fütterte damit das Paar samtene Winterhalbschuhe, die ihm die Frau des Auditors bestellt hatte. Er zeigte mir diese Halbschuhe, als sie fertig waren. Das Fell wirkte wunderschön. Der arme Kultjapka!

Bei uns im Zuchthause beschäftigten sich viele mit der Bearbeitung von Fellen und brachten oft Hunde mit schönem Fell mit, die dann augenblicklich verschwanden. Die einen waren gestohlen, die andern sogar gekauft. Ich erinnere mich, wie mir einmal hinter dem Küchengebäude zwei Arrestanten auffielen, die sich über etwas berieten und sehr geschäftig taten. Der eine von ihnen hielt an einem Strick einen prachtvollen großen schwarzen Hund, von offenbar teurer Rasse. Irgendein Schuft von einem Lakaien hatte den Hund seinem Herrn gestohlen und unserm Schuhmacher für dreißig Kopeken in Silber verkauft. Die Arrestanten hatten die Absicht, ihn aufzuhängen. Die Sache war sehr einfach: man zog dem Tier das Fell ab und warf den Kadaver in die große und tiefe Abfallgrube, die sich im hintersten Winkel unseres Zuchthaushofes befand und die im Sommer bei großer Hitze unerträglich stank. Sie wurde nur selten ausgeräumt. Der arme Hund schien das ihm bevorstehende Schicksal zu ahnen. Er blickte fragend und unruhig uns drei, einen nach dem andern an und wagte nur ab und zu, mit seinem buschigen Schwanze zu wedeln, den er dann gleich wieder einklemmte, als wollte er durch dieses Zeichen seines Vertrauens uns milder stimmen. Ich beeilte mich fortzugehen, sie aber erledigten ihr Unternehmen natürlich auf die glücklichste Weise.

Auch Gänse hatten sich bei uns irgendwie zufällig eingefunden. Wer sie eingeführt hatte und wem sie eigentlich gehörten, weiß ich nicht, aber sie dienten eine Zeitlang den Arrestanten zur Unterhaltung und wurden sogar in der Stadt bekannt. Sie waren im Zuchthause ausgebrütet worden und lebten in der Küche. Als die Brut herangewachsen war, gewöhnten sie sich, die Arrestanten als ganzer Haufe zur Arbeit zu begleiten. Sowie die Trommel erklang und die Zuchthäusler zum Ausgangstor gingen, liefen unsere Gänse mit ausgebreiteten Flügeln schnatternd uns nach, sprangen eine nach der andern über die hohe Schwelle der Eingangspforte und begaben sich stets an den rechten Flügel, wo sie sich aufstellten und warteten, bis die einzelnen Trupps abmarschierten. Sie schlossen sich immer dem größten Trupp an und weideten während der Arbeit irgendwo in der Nähe. Sobald der Trupp zur Heimkehr aufbrach, machten auch sie sich auf den Weg. In der Festung verbreitete sich das Gerücht, daß die Arrestanten, von Gänsen begleitet, zur Arbeit gingen. »Schau nur, da gehen die Arrestanten mit ihren Gänsen!« sagten manchmal die Leute, denen wir begegneten: »Wie habt ihr sie bloß dazu abgerichtet?« – »Da habt ihr was für eure Gänse,« sagte ein anderer, indem er uns ein Almosen reichte. Aber trotz ihrer ganzen Anhänglichkeit wurden sie einmal sämtlich zu irgendeinem Fest geschlachtet.

Unsern Ziegenbock Wassjka hätte man dagegen um nichts in der Welt geschlachtet, wenn nicht etwas Besonderes passiert wäre. Ich weiß nicht, woher er plötzlich aufgetaucht war und wer ihn gebracht hatte, aber eines Tages befand sich im Zuchthause ein entzückendes kleines weißes Böckchen. Im Laufe einiger Tage war er zum Liebling des ganzen Zuchthauses, zur Unterhaltung und sogar zum Trost für die Arrestanten geworden. Man fand auch einen Vorwand, um ihn halten zu müssen: am Zuchthause gab es doch einen Pferdestall, und die Sitte verlangt, daß man im Pferdestalle einen Ziegenbock halte. Er lebte jedoch nicht im Stalle, sondern erst in der Küche und dann im ganzen Zuchthause. Er war ein ungemein graziöses und possierliches Geschöpf. Er kam gelaufen, wenn man ihn rief, sprang auf Bänke und Tische, stieß sich mit den Arrestanten herum und war immer lustig und amüsant. Als er schon recht ordentliche Hörnchen hatte, fiel es eines Abends dem Lesghier Babai, der mit den anderen Arrestanten auf den Stufen vor der Kaserne saß, ein, sich mit ihm zu stoßen. Sie schlugen schon lange mit den Stirnen gegeneinander – das war das Lieblingsspiel des Arrestanten mit dem Bocke, – als Wassjka plötzlich auf die oberste Stufe sprang, sich in einem Augenblick, als Babai sich zur Seite wandte, auf die Hinterbeine stellte, die Vorderhufe einzog und Babai aus aller Kraft in den Nacken stieß, so daß dieser zur größten Freude aller Anwesenden und, vor allem, Babais selbst, von den Stufen hinunterpurzelte. Wassjka war mit einem Worte bei allen schrecklich beliebt. Als er herangewachsen war, wurde an ihm nach einer allgemeinen und ernsthaften Beratung eine gewisse Operation vollzogen, welche unsere Veterinäre vorzüglich auszuführen verstanden. »Sonst wird er nach einem Bock stinken,« sagten die Arrestanten. Nach dieser Operation begann Wassjka furchtbar fett zu werden. Man fütterte ihn auch wie zur Mast. Schließlich wurde aus ihm ein wunderschöner großer Bock von ungewöhnlicher Dicke mit außergewöhnlich langen Hörnern. Beim Gehen watschelte er von der einen Seite auf die andere. Auch er gewöhnte sich an, uns zur Erheiterung der Arrestanten und des Publikums, das uns begegnete, zur Arbeit zu begleiten. Alle kannten den Zuchthausbock Wassjka. Wenn die Arbeit am Flußufer stattfand, pflegten die Arrestanten zuweilen biegsame Weidenzweige abzuschneiden, noch andere Blätter zu pflücken, auf dem Festungswall Blumen zu sammeln und mit allen diesen Dingen Wassjka zu schmücken: man umwand seine Hörner mit Zweigen und Blumen und schmückte seinen ganzen Körper mit Girlanden. So geht Wassjka bei der Heimkehr ins Zuchthaus geschmückt und geputzt vor allen Arrestanten einher, sie aber gehen ihm nach und sind auf ihn ordentlich stolz. Diese Bewunderung für den Bock ging so weit, daß manchen zuweilen wie den Kindern der Gedanke kam: »Soll man unserm Wassjka nicht die Hörner vergolden?« Aber das wurde nur so besprochen, doch nicht ausgeführt. Ich fragte übrigens, wie ich mich erinnere, einmal Akim Akimytsch, der neben Issai Fomitsch unser bester Vergolder war, ob es tatsächlich möglich sei, dem Bock die Hörner zu vergolden. Er sah sich erst aufmerksam den Bock an, überlegte die Frage ernst und antwortete, daß es vielleicht zu machen sei, »aber die Vergoldung wird nicht dauerhaft sein und wäre außerdem völlig zwecklos.« Damit endete auch die Sache. Wassjka hatte wohl noch lange im Zuchthause gelebt und wäre höchstens an Atemnot gestorben; als er aber einmal an der Spitze der Arrestanten, geschmückt und geputzt von der Arbeit heimkehrte, fiel er dem Major in die Augen, der in einer Droschke vorüberfuhr. »Halt!« brüllte er: »Wem gehört der Ziegenbock?« Man erklärte es ihm. – »Was! Ein Bock im Zuchthause ohne meine Erlaubnis! Unteroffizier!« Der Unteroffizier erschien, und der Major gab sofort Befehl, den Bock zu schlachten, das Fell abzuziehen und auf dem Markte zu verkaufen, den Kauferlös zu den staatlich verwalteten Arrestantengeldern zu tun, das Fleisch aber den Arrestanten für ihre Suppe auszufolgen. Man besprach im Zuchthause die Sache, weinte dem Bock manche Träne nach, wagte es aber doch nicht, den Befehl nicht auszuführen. Man schlachtete Wassjka über unserer Abfallgrube. Das Fleisch kaufte einer der Arrestanten auf einmal, der dafür der Gemeinschaft anderthalb Rubel bezahlte. Für dieses Geld kaufte man sich Semmeln, und derjenige, der den Wassjka gekauft hatte, verkaufte das Fleisch stückweise an seine Genossen zum Braten. Das Fleisch erwies sich als ungewöhnlich schmackhaft.

Eine Zeitlang lebte bei uns im Zuchthause auch ein Adler (Karagusch), von der Art der kleinen Steppenadler. Jemand hatte ihn verwundet und halbtot ins Zuchthaus gebracht. Das ganze Zuchthaus umringte ihn; er konnte gar nicht fliegen: der rechte Flügel hing zu Boden, das eine Bein war verrenkt. Ich erinnere mich, mit welcher Wut er um sich blickte, die neugierige Menge musternd, und wie er seinen krummen Schnabel aufriß, offenbar gefaßt, sein Leben nicht so billig herzugeben. Als alle sich an ihm sattgesehen hatten und auseinandergingen, watschelte er, auf dem einen Beine hinkend und den unversehrten Flügel schwingend, in die entfernteste Ecke des Zuchthauses, wo er sich in einen Winkel verkroch und sich fest an die Palisaden schmiegte. Hier lebte er bei uns an die drei Monate und verließ während dieser ganzen Zeit kein einziges Mal seinen Winkel. Anfangs kamen die Arrestanten recht oft, um ihn zu sehen, und hetzten auf ihn den Hund. Scharik stürzte sich voller Wut auf ihn, hatte aber offenbar Angst, näher zu kommen, was die Arrestanten sehr amüsierte. »So ein wildes Tier!« sagten sie, »will sich nicht anfassen lassen!« Später fing aber auch Scharik an, ihm arg zuzusetzen; er fürchtete ihn nicht mehr, und wenn man ihn auf den Adler hetzte, packte er ihn geschickt am kranken Flügel. Der Adler wehrte sich aus aller Kraft mit dem Schnabel und musterte stolz und wild, wie ein verwundeter König, in seine Ecke gedrückt, die Neugierigen, welche kamen, um ihn sich anzusehen. Schließlich interessierte sich niemand mehr für ihn; alle hatten ihn aufgegeben und vergessen, und doch sah man jeden Tag in seiner Nähe Stückchen frisches Fleisch und eine Scherbe mit Wasser. Also sorgte doch jemand für ihn. Anfangs wollte er nicht mal fressen und fraß auch einige Tage nicht; endlich fing er an, das Futter anzunehmen, doch niemals aus der Hand und niemals vor Menschenaugen. Mir gelang es öfters, ihn aus der Ferne zu beobachten. Wenn er niemand sah und glaubte, daß er allein sei, entschloß er sich zuweilen, etwas aus seiner Ecke herauszukommen, humpelte längs der Palisaden etwa zwölf Schritte weit von seinem Platz, kehrte wieder zurück und kam wieder heraus, als wollte er bloß Bewegung machen. Wenn er mich erblickte, eilte er sofort, so schnell er konnte, hinkend und hüpfend auf seinen Platz zurück, warf den Kopf in den Nacken, sperrte den Schnabel auf, sträubte die Federn und machte sich kampfbereit. Ich konnte ihn durch keinerlei Liebkosungen zähmen: er biß und schlug um sich, nahm von mir kein Fleisch an und sah mich, solange ich über ihm stand, starr und unverwandt mit seinen bösen, durchdringenden Blicken an. Er wartete einsam und haßerfüllt auf seinen Tod, ohne jemand zu vertrauen und ohne sich mit jemand zu versöhnen. Endlich erinnerten sich die Arrestanten seiner, und obwohl an ihn fast zwei Monate lang niemand gedacht hatte, erwachte plötzlich in allen ein Mitgefühl mit ihm. Man begann darüber zu sprechen, daß man den Adler aus dem Zuchthause hinausschaffen müsse. »Mag er verrecken, aber nur nicht im Zuchthause,« sagten die einen.

»Gewiß, ist ja ein freier, wilder Vogel, läßt sich nicht ans Zuchthaus gewöhnen,« stimmten die andern bei.

»Ist wohl anders als wir,« bemerkte jemand.

»Das war gescheit von dir: er ist doch ein Vogel, und wir sind immerhin Menschen.«

»Der Adler ist der König der Wälder . . .« begann Skuratow, aber diesmal wollte ihm niemand zuhören.

An einem Nachmittag, als die Trommel zur Arbeit rief, nahm man den Adler, hielt ihm den Schnabel mit der Hand zu, da er wütend um sich schlug, und trug ihn aus dem Zuchthause. Man brachte ihn auf den Festungswall. Die zwölf Mann, die diesen Trupp bildeten, waren neugierig zu sehen, wohin nun der Adler gehen würde. Seltsam: alle waren irgendwie zufrieden, als ob sie selbst die Freiheit wiedererlangten.

»Dieses verdammte Vieh: man tut ihm Gutes, er aber beißt!« sagte derjenige, der ihn hielt, den bösen Vogel fast liebevoll anblickend.

»Laß ihn los, Mikitka!«

»Der läßt sich nicht anführen. Er verlangt nach der wirklichen, echten Freiheit.«

Man warf den Adler vom Wall in die Steppe hinunter. Es war im Spätherbst, an einem kalten, trüben Tage. Der Wind pfiff durch die nackte Steppe und rauschte im gelben, trockenen, zottigen Steppengras. Der Adler lief geradeaus, seinen gesunden Flügel schwingend, als beeilte er sich, von uns, ganz gleich wohin, wegzukommen. Die Arrestanten verfolgten mit neugierigen Blicken, wie sein Kopf durch das Gras huschte.

»Sieh ihn mal einer an!« versetzte nachdenklich der eine.

»Blickt nicht mal zurück!« fügte ein anderer hinzu. »Hat sich kein einziges Mal umgeschaut, läuft immer weiter!«

»Hast du vielleicht geglaubt, daß er umkehrt, um sich zu bedanken?« bemerkte ein dritter.

»Natürlich, es ist die Freiheit. Er hat die Freiheit gespürt.«

»Ja, die Freiheit.«

»Jetzt ist er nicht mehr zu sehen, Brüder . . .«

»Was steht ihr noch herum? Marsch!« schrien die Wachsoldaten, und alle trabten schweigsam zur Arbeit.

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