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Aufsätze zur Literatur, Kunst und Politik

Gottfried Keller: Aufsätze zur Literatur, Kunst und Politik - Kapitel 1
Quellenangabe
typeessay
authorGottfried Keller
titleAufsätze zur Literatur, Kunst und Politik
publisherCarl Hanser Verlag
seriesGottfried Keller: Werke
year1958
correctorreuters@abc.de
sender
created20140530
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Ludwig Börne

«Blätter für literarische Unterhaltung», Brockhaus, 14. Juli 1848.

Der Name Börne ist einer von denen, bei deren Klang in diesen Tagen eine göttliche Satisfaktion unser Herz durchschauert. Wenn er noch lebte! Man setze jetzt nur die Begriffe Ludwig Philipp, Metternich, Bundestag einerseits und Börne andererseits sich gegenüber, und die erhabenste politische Komödie, die je gedichtet werden kann, spielt vor unserm innern Auge! Wie schmerzlich vermissen wir aber auch gerade jetzt einen Schriftsteller wie Börne, jetzt, wo bei der Ungeheuern Mannigfaltigkeit und Gedrängtheit der Ereignisse das publizistische Tagewerk entweder mit Energie ohne Geist, oder mit Geist ohne Energie, oder, wenn beides einmal beisammen ist, doch ohne künstlerischen Wert und endlich, wenn auch dieser noch dazu kommen sollte, gewiß ohne Einfachheit und Gerechtigkeit betrieben wird. Ja, gerade diese klassische Einfachheit, diese simple und kindliche Gerechtigkeitsliebe ist es vorzüglich, welche heute mangelt, wo wir bereits erleben, daß altdiplomatische Schlagworte wie «deutsche Interessen in Italien», «Hegemonie» und dergleichen die Verhandlungen und die Köpfe verwirren und das eine Wort «deutsche Freiheit» mit unfreundlichen Schatten überziehen; wo man anstatt die Franzosen mit ihrem Völkerfrieden beim Wort zu nehmen und sie moralisch zu zwingen, dabei zu bleiben (und gerade Deutschland könnte dies), wo man statt dessen Lamartines schönes Manifest eine Absurdität und Lächerlichkeit nennt! Haltet Ihr etwas auf Börne? Wohlan, ihr könnt versichert sein, daß er euch hier eine erbauliche Predigt gehalten hätte!

Der vorliegende Band französischer Schriften Börnes enthält übrigens nur acht Artikel derselben, welche Börne teils in seiner «Balance», teils in Raspails «Réformateur» zu Paris drucken ließ, die schon der Franzose Cormenin zusammensuchte und mit einer kurzen Biographie versehen herausgab. E. Weller übersetzte sie hier. Das Bedeutendste darunter ist die Einleitung, womit Börne seine französische «Wage» eröffnete. Wenn sie nicht jetzt schon herangekommen ist, so kommt sie gewiß bald, die Zeit, wo es das Kennzeichen eines wahren deutschen Patrioten und freien Mannes sein wird, daß er die Franzosen nur um ein kleines weniger liebt als die Deutschen und daß er sein Heil nur in der Freundschaft beider Nationen sucht. Ruge, welcher auf eine rohe Weise gegen den Nationalismus überhaupt zu Felde zog, womit den Franzosen so wenig gedient ist als den Deutschen, verunglückte mit seinem Versuche, weil er für Wirklichkeit keinen Sinn und keinen Takt hat; Heine ermangelt der gehörigen ernsten Persönlichkeit; aber Börne war ein von Gott begabter Mann, wie wir uns diesseit und jenseit des Rheins einige Dutzend erflehen müßten, um hüben und drüben ein beispielloses Glück des Friedens und der Freiheit aufblühen zu sehen. Die Liebe und die Achtung der Franzosen haben ihn dort zum Grabe begleitet, hier lebt er fort in der Begeisterung aller gesunden und muntern Deutschen, wie ein heller Stern leuchtet er mitten über dem Rheine in unsere Tage herüber, und sein Wort wird täglich eindringlicher und klarer, und ehe es sein Echo in allen Herzen gefunden hat, wird keines der beiden Völker seine Ruhe finden.

Börne sagt zwar, er sei, was ihn betreffe, nie ein «Tölpel des Patriotismus» gewesen; dieser Köder des Ehrgeizes der Könige oder der Patrizier oder der Völker hätte ihn nie gefangen: aber dieses Bekenntnis erhält erst sein rechtes Licht durch die Worte: «Ist der Egoismus eines Landes weniger ein Laster als der eines Menschen? Hört die Gerechtigkeit auf, eine Tugend zu sein, sobald man sie gegen ein fremdes Volk ausübt? Eine schöne Ehre, die uns verbietet, uns gegen unser Vaterland zu erklären, wenn die Gerechtigkeit ihm nicht zur Seite steht!» Und daß er nicht eine charakter- und gedankenlose Vermischung der Nationen sich denkt, beweisen folgende Stellen:

«Es ist die Aufgabe der Franzosen, das alte baufällige Gebäude der bürgerlichen Gesellschaft zu zerstören und abzutragen; es ist die Aufgabe der Deutschen, das neue Gebäude zu gründen und aufzuführen. In den Freiheitskriegen wird Frankreich immer an der Spitze der Völker stehen; aber auf dem künftigen Friedenskongresse, wo sich alle Völker Europens versammeln werden, wird Deutschland den Vorsitz führen.

Die Geschichte Frankreichs und Deutschlands ist seit Jahrhunderten nur ein beständiges Bemühen, sich zu nähern, sich zu begreifen, sich zu vereinigen, sich ineinander zu schmelzen, die Gleichgültigkeit war ihnen immer unmöglich, sie müssen sich hassen oder lieben, sich verbrüdern oder sich bekriegen. Das Schicksal weder Frankreichs noch Deutschlands wird nie einzeln festgesetzt und gesichert werden können.

Es kommt darauf an, diesen dunkeln Instinkt beider Nationen aufzuhellen, es gilt zu scheinbar einander widersprechenden Tatsachen und Meinungen ein Prinzip zu finden.

Deutschland und Frankreich finden sich überall vermischt, ohne sich je zu verschmelzen. Der wäre ein geschickter Diplomat, dem es gelänge, den Frieden zwischen beiden Nationen zu vermitteln, dadurch, daß man sie bewegte, ein neues gleichartiges Ganze zu bilden, ohne ihre bezeichnenden Eigenschaften aufzuopfern.

Die alterreifen Männer beider Nationen sollten sich bemühen, die junge Generation Frankreichs mit der jungen Generation Deutschlands durch eine wechselseitige Freundschaft und Achtung zu verbinden usw.»

Wenn Börne verkündet: in den Freiheitskriegen werde Frankreich immer vorangehen, aber auf dem künftigen Friedenskongresse aller Völker Deutschland den Vorsitz führen, so schimmert in dieser Prophezeiung vielleicht gerade jene Kleinigkeit von Liebe durch, welche er als «Patriot wider Willen» für sein Vaterland mehr hegt als für das Nachbarland.

Ein Artikel, «Menzels Franzosenfresserei», geschrieben 1836, ist eine kleine Vorübung zum trefflichen «Franzosenfresser», welchen Börne ein Jahr später herausgab. Den Stoff lieferten hierzu zwei Artikel im «Literaturblatt», worin Menzel den Dichter Gaudy und einen Elsässer Poeten verflucht und ausschimpft, den erstem, weil er Napoleon, den zweiten, weil er Frankreich als sein Vaterland in deutscher Sprache besingt. Meisterhaft weist hier Börne die lächerlichen Manifestationen unbefugter Verteidiger der Nationalehre zurück. «Wer nichts tut zur wahren Ehre und für die wahre Freiheit seines Vaterlandes, der hat kein Recht, mit Lärm und Geschrei seine Fahne zu schwingen, und man muß solche Patrioten aufs Maul schlagen, damit sie die rechten nicht übertönen und hindern!»

Heines Buch über Deutschland, welches er für die Franzosen schrieb, und Gutzkows «Wally» gaben ihm Gelegenheit, die Fleischliteratur der damaligen Zeit ein wenig zu bearbeiten. Den Hauptnasenstüber kriegt indessen wieder der arme Menzel weg als Denunziant und Fanatiker. Er wußte freilich nicht, daß, wenn ein Schriftsteller persönlich keinen wahren Ernst besitzt, seine Schriften auch nicht viel Wirkung hervorbringen können. Was der Mangel an Takt schadet, das konnte Herr Menzel am besten an sich selbst erfahren. Vielleicht könnte man hier einwerfen, Heine z. B. sei viel zu raffiniert, um taktlos zu sein; allein er ist es doch: wer immerfort glaubt, allen Leuten ein X für ein U vormachen zu können, der verrät oft eine große Taktlosigkeit.

In dem Aufsatz «Béranger und Uhland» stellt Börne eine schöne Vergleichung an zwischen beiden Dichtern; er sagt viel Treffendes über beide:

«Béranger singt wie eine Lerche, welche die ersten Sonnenstrahlen begrüßend die Menschen mit ihren muntern Tönen erweckt und sie zu Arbeit, Kampf und Vergnügen ruft. Uhland singt wie eine Nachtigall im Schatten der Gebüsche, die uns zur Ruhe und zu Träumen ladet: eine süße Mattigkeit umfängt unsere Sinne, und wir möchten schlummern, ewig schlummern. Bérangers Lieder erwecken, Uhlands Lieder schläfern ein.»

Aber, indem er bei Béranger viel eigentlich bloß Anstößiges für den Morgengesang einer Lerche hält, vieles, was er in anderm Gewande an der Fleischliteratur verdammte, erscheint ihm Uhland allzu düster und träumerisch. Wenn die deutsche Jugend, welche sehr viel trinkt, beim Weine sitzt und die Lust auf das höchste steigt, so singt sie Uhlands Lieder und andere, welche ihnen gleichen, und zieht dieselben bis auf den heutigen Tag allen andern vor; wenn sie träumerisch und traurig wären, so läge dies also eigentlich im innersten Charakter des Volks. Sie sind es aber nicht, sondern scheinen es nur zu sein, weil sie von allerlei, mitunter auch traurigen Geschichten des Herzens handeln, und deswegen singen wir sie gern. Es dünkt mir ein Vorzug zu sein, wenn man im Zustande der lebendigsten Freude das tiefste Herz öffnen und seine Lust und sein Weh singen mag in schönen Geschichten und Beispielen, anstatt immer nur mittels des Weins und der Lustbarkeit selbst. Was die Lehnsherrlichkeiten und romantischen Königsgeschichten betrifft, welche Uhland besang und an denen Börne Anstoß nimmt, so schön sie ihm auch erscheinen, so glaube ich behaupten zu dürfen, daß der Dichter mehr als solcher, das heißt als Künstler, denn als Bürger seine Freude daran hatte. Das Mittelalter ist nun einmal ein Stück aus dem Leben der Menschheit; welcher Mensch, der kein schlechter ist, möchte aus seinem Leben ein Stück Vergangenheit so ganz und gar vertilgen, daß ihm keine Spur davon im Gedächtnis bliebe; im Gegenteil, aus jeder Periode wird man das Charakteristische aufzubewahren suchen in seinem Gedenkbuche. Im Mittelalter aber ragten nur Könige, Ritter, Minnesänger, weiße Pferde, blonde Prinzessinnen, Burgen, Harfen und Becher hervor, und gerade weil diese sämtliche Herrlichkeit nun vergangen und verschwunden ist, liegt ein sehr angenehmer lieblicher Schein auf ihr. Wenn Uhland mehr Vergnügen an solchen Dingen haben sollte, als zum Dichten seiner Lieder nötig war, so ist dies seine Privatsache und geht uns nichts an; wir müssen ihm vielmehr für die fast einzig erträgliche Form, in welche jener Stoff zu fassen ist, dankbar sein.

Die größere Hälfte des Bandes besteht aus allerlei deutschen Fragmenten, Kritiken, Aphorismen und Briefen, welche da und dort gedruckt oder auch nicht gedruckt nachträglich den gesammelten Schriften einverleibt werden. Darunter ist eine Briefsammlung über Heine (als «Börnes Urteil über Heine» 1840 in Frankfurt herausgekommen), eine schöne Blumenlese für letztern. Wenn Heine nur den hundertsten Teil der darin enthaltenen Stimmung gemerkt und geahnt hat, so kann sich nur ein Kind darüber verwundern, daß er sein Buch über Börne in seiner Art geschrieben hat. Da sagt dieser in einem Briefe über ihn: «Und als er unter solchen Gesprächen mich auf der Straße verließ und ich ihm eine Weile nachsah, kam er mir vor wie ein welkes Blatt, das der Wind umher treibt, bis es endlich durch den Schmutz der Erde schwerer geworden auf dem Boden liegen bleibt und selbst zu Mist wird.» Börne hatte einen förmlichen Plan angelegt. «Ich komme wieder auf Heine. Sie müssen aber nicht etwa denken, daß es mir Vergnügen macht, Böses von ihm zu reden, das nicht. Aber er interessiert mich als Schriftsteller und darum auch als Mensch. Ich sammle alles, was ich von andern über ihn höre und ich selbst über ihn beobachte.» Ferner: «Es läge mir erstaunlich viel daran, alles abgeschrieben zu haben, was ich seit drei Wintern über Heine geschrieben und nicht gedruckt worden.» Es macht keinen guten Eindruck, und Börne hatte großes Unrecht, erstens Heine so nahe kennen lernen zu wollen, und zweitens dann sich über seine Erfahrung so eifrig zu beklagen. Heine behauptet unter den deutschen Dichtern und Schriftstellern seinen bestimmten und eigentümlichen Platz, einen Rang, den er sich selbst erst geschaffen, der vorher nicht vorhanden war und den nach ihm keiner mehr einnehmen kann, kurz, er hat alle Erfordernisse eines sogenannten Klassikers, welcher die Literatur seiner Nation entschieden erweitert und vervollständigt, soweit es ein einzelner Mann tun kann. Ein Charakter wie der seinige war aber gerade zum Hervorbringen seiner Produkte nötig, und es ist sein eigenes Unglück, ihn zu haben, wir andern ziehen den Nutzen und die Freude davon. Dies ist in der ganzen Welt so. Leute, welche in Quecksilberbergwerken arbeiten, werden siech und niemals alt, Turmdecker und Matrosen sterben oft eines jähen Todes, Staatsmänner leiden an Hämorrhoiden, Maler müssen sich vor Bleiweiß in Acht nehmen, Kaufleute schlau und durchtrieben. Priester immer heuchlerisch, Gerichtspersonen hartherzig sein. Seht ihr jene alte Kuh, welche fromm und sanft unter Gras und Blumen wandelt und die gewürzigsten davon frißt? Wünscht ihr ihr Fleisch zu genießen? Gewiß nicht! Wohl aber schmachtet ihr nach den zarten und delikaten Braten dieses muntern Ferkelchens, welches sich in der Pfütze wälzt! Am Ende aber ist Börne doch zu entschuldigen und zu rechtfertigen, indem er Heine nicht im belletristischen, sondern im strengen, politisch-menschlichen Interesse beurteilte, er wird sogar verehrungswürdig dadurch; denn er lebte nicht in unserer alten raffinierten und blasierten Welt, sondern in der zukünftigen neuen und frischen, wo alles tugendhaft und schön, brav und gescheit zugleich sein muß.

Der dritte und vierte Band von Börnes «Nachgelassenen Schriften» enthalten zum weitaus größten Teil Briefe aus den Jahren 1824-29, welche er an seine Freundin schrieb. Diese Briefe sind größtenteils wieder in Ems entstanden, wo der zarte und gebrechliche Börne jährlich eine Kur gebrauchte. Nebst diesen datieren zwei größere Reihen noch aus Stuttgart und Berlin; letztere, vom Frühjahr 1828, gewinnen durch die Gesellschaft, welche er dort traf, an Interesse. Ein Berichterstatter hat über alle diese Briefe irgendwo gesagt, sie hätten keinen Inhalt und nicht gedruckt werden sollen. Ich als ein Epigone freue mich sehr darüber. Man macht darin Börnes persönliche Bekanntschaft, man reist mit ihm, plaudert auf seinem Zimmer, man ißt mit ihm zu Mittag, man ärgert sich mit ihm über die Philister und lacht mit ihm über Dummheiten. Im flüchtigsten dieser vertraulichen, oft ganz kleinen Briefe ist er so gut Schriftsteller als in seinem größten Aufsatze; das Ganze und Durchdrungene seines Wesens tritt überall aufs schönste zu Tage. Und selbst da, wo die Stütze des Inhalts fehlt, wo es sich um ein Nichts handelt, trägt sich sein Humor, sein Witz, seine Art und Weise von selbst, wie ein gutes Gewölbe. Sein Humor ist vom besten, den es gibt; an einem Orte berichtet Börne seinen Freunden, seine Zähne seien so weiß und blendend geworden, daß die gebratenen Lerchen mit den Augen blinzeln, wenn er sie zum Munde führe. Nur die Überlegenheit des Geistes verbunden mit einer großen Unschuld des Herzens und mit reinem kindlichen Sinne kann dieses heitere Spielen in traurigen Tagen und bei trübem Himmel ertragen. Börne selbst sagt über den Humor sehr schön:

«Das was Sterne, was die Humoristen rechter Art so liebenswürdig und gefällig macht, ist die Nacktheit, in der sie Seele und Herz zeigen. Zum Humor gehört Unschuld. Der gesellschaftliche Anstand erfordert, daß die Seele, sei sie noch so wohlgebildet, bekleidet erscheine. Dieses ist im geselligen Leben nötig, daß man die häßlichen von den schönen nicht unterscheiden könne. Die Kultur verbessert das physische und verschlimmert das moralische Klima. Je feiner die Ausbildung der bürgerlichen Gesellschaft, je rauher die Luft, und man muß gegen Wind und Wetter, gegen Argwohn, Verleumdung, Mißverständnisse sein Herz schützen. Der echte Humor zeigt das Herz nackt aus Unschuld, der falsche aus Unverschämtheit. Der eine ist mutig, der andere frech.»

Auch folgende Stelle gehört gewissermaßen in dieses Kapitel; «An *** habe ich einen merkwürdigen Charakterzug oder vielmehr Geisteszug wahrgenommen, den ich noch bei keinem andern Menschen beobachtet. Etwas Dummes begreift sie gar nicht! Wenn einer etwas Dummes sagt oder tut, wenn auch zum Spaße, oder sie hört davon erzählen, fährt sie auf, als hätte sie eine Tarantel gestochen, und kömmt ganz außer sich. Es gibt nichts Lächerlicheres und ist ein Beweis von großer Beschränktheit.»

Der vierte Band dieser nachgelassenen Schriften enthält wiederum eine Anzahl Fragmente, Tagebuchblätter usf. Wer die «Sylvesternacht eines alten Herzens», das «Tischgespräch», den «Wochenmarkt zu St. Brice», «Die Bourbons» liest, der wird Ludwig Börne, was den Umfang seines Geistes und seiner Kräfte betrifft, besser würdigen, als es von manchem naseweisen Schubfachbezeichner geschieht. Keine Saite ist so tief und keine so zart, daß er sie nicht anzuschlagen versteht.

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