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Auf der Spur des Goldes

Max Brand: Auf der Spur des Goldes - Kapitel 42
Quellenangabe
authorMax Brand
titleAuf der Spur des Goldes
publisherAWA-Verlag
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180225
projectid0a39af46
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Einundvierzigstes Kapitel

Daß Devon den Gründer von West-London hatte entkommen lassen, war eigentlich nicht nach Sheriff Naxons Geschmack, aber schließlich fand er sich damit ab, zumal dessen Anwesenheit nicht unbedingt erforderlich war. In seiner Wut hatte nämlich Gregory Wilson ein so umfassendes Geständnis abgelegt, daß allen Mitgliedern der Bande, die man gefangen hatte, der Prozeß gemacht werden konnte.

Sie wurden natürlich samt und sonders zum Tod durch den Strang verurteilt und starben wie Männer – bis auf Gregory Wilson, der noch unter dem Galgen zitternd um Gnade winselte.

Dies strenge Strafgericht reinigte die Luft von West-London, und die gute Stadt nahm seitdem einen so mächtigen Aufschwung, daß man sie kaum wiedererkennen konnte – am meisten aber änderte sich das Aussehen der ehemaligen Devon-Ranch.

*

Fast zwei Jahre waren vergangen, als zwei alte Männer langsam aus der Timbal-Schlucht heraufgeritten kamen. Sie trauten ihren Augen nicht: wo einst die elende Hütte gestanden hatte, da dehnten sich jetzt die weißen Mauern und das rote Dach eines gewaltigem Hauses im spanischen Kolonialstil, riesige Ställe umgaben es, und die fetten Weiden rings wimmelten von wohlgenährten Rinderherden.

Die beiden, der eine gebückt von Alter, der andere trotz der Last der Jahre noch gerade und aufrecht, lächelten zufrieden beim Anblick dieser Veränderung. Sie selbst sahen eigentlich noch genau wie früher aus. Man hätte sie für arme Trapper halten können, wenn ihre Sporen nicht aus lauterem Gold, ihre Halstuchnadeln nicht mit kostbaren Brillanten, und die Kolben ihrer altmodischen Colts nicht mit leuchtenden Rubinen geschmückt gewesen wären.

Als sie in den geräumigen Innenhof einritten, eilte ihnen ein mexikanischer Diener in glänzender Livree entgegen und fragte nach ihrem Begehr. Sie schüttelten nur die weißen Köpfe, der eine aber, der etwas gebückt war, legte die Hände an den Mund und rief:

»Mabel! Walt!«

Das Echo warf den gewaltigen Ruf von den Wänden zurück, die beiden Alten stiegen aus dem Sattel, dann wurden hastige Schritte laut und eine helle Stimme rief:

»Walt, komm schnell – Onkel Harry und Onkel Jim sind endlich wieder da!«

Und ohne auf Walt zu warten, eilte Mabel Devon die Treppen hinunter und mit ausgebreiteten Armen auf die beiden glückstrahlenden Alten zu.

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