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Auf der Höhe Zweiter Band

Berthold Auerbach: Auf der Höhe Zweiter Band - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
authorBerthold Auerbach
titleAuf der Höhe Zweiter Band
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Dreizehntes Kapitel.

Walpurga dachte heim und war in Gedanken dabei, wie ihr Brief ankam. Aber sie war doch schon zu lange fort, sie konnte es sich nicht mehr ganz vorstellen. Der Brief war in der Dämmerung angekommen, während Hansei hinter dem Hause Holz hackte; er wurde hereingerufen, man zündete schnell Licht an, und das Gespiel las den Brief vor. Die Großmutter weinte, das Kind auf ihrem Schoße hüpfte unruhig, als empfände es, daß die Worte, die es hörte, von seiner Mutter kämen. Zweimal – man hatte sich dessen nicht versehen – riß das Kind der Vorleserin den Brief aus der Hand, bis sie sich weiter wegsetzte, aber das Kind war und blieb voll Unruhe. Die Großmutter trocknete endlich die Thränen und sagte: »Gottlob, daß ich so ein Kind hab'. Ich mein' nicht dich,« sagte sie zur Enkelin, »ich mein' deine Mutter, du kannst froh sein, wenn du auch so brav wirst.« Hansei schaute mit offenem Munde drein und schmunzelte, als die Stelle kam, wo Walpurga ihn umhalste.

Als zu Ende gelesen war, sagte das Gespiel: »Ein trauriger Brief ist's doch, aber um so größer wird die Freude sein, wenn sie erst wieder da ist. Es thut mir nur weh, daß ich sie nicht mehr daheim treffe.«

Am nächsten Sonntag war die Hochzeit des Gespiels mit einem Forstwart im jenseitigen Gebirge an der Landesgrenze.

Hansei ließ sich den Brief wieder geben und wollte davongehen.

»Laß den Brief da,« sagte die Mutter leise zu ihm, »das ist kein Brief, den sie beim Gemswirt laut vorlesen dürfen; da sind Dinge drin, die nur Mann und Frau, wenn sie allein sind, voneinander hören dürfen.«

»Ja, ja, so ist's,« sagte Hansei, »da habt Ihr den Brief.« Innerlich aber that es ihm doch leid, daß die Leute nicht sehen können, was für einen schönen Brief seine Frau schreiben kann, und wie lieb sie ihn hat und wie gut sie ist, und wie das ganze Dorf nicht wert ist, daß sie noch mit einem drin ein Wort spricht. Denn sein Stolz war seine Frau.

»Ja, Großmutter,« sagte er noch unter der Thür, »gottlob, daß die längste Zeit vorüber ist. Ich kann mir jetzt gar nicht denken, wie wir so lang ohne einander ausgehalten haben, und wie es wieder sein kann, daß sie da in der niedern Stube sitzt. Aber es wird schon gehen, und es gibt auch noch andre Häuser.«

Die letzten Worte sprach Hansei sehr rasch. Er wollte der Schwiegermutter andeuten, daß er in einem Hauskauf stehe; es gehört sich, daß sie davon weiß, aber er will sich doch nichts dreinreden lassen, sie regiert ihn sonst, da hat der Gemswirt ganz recht.

Hansei konnte es nicht erwarten, bis er zu seinem Geheimrat kam, und dieser Geheimrat war natürlich der Gemswirt. Er schaute die Häuser und Bäume mit seltsamem Blicke an, er wollte ihnen sagen: haltet nur still und seid nicht verzagt, sie kommt schon wieder, und sie hat euch alle noch in Gedanken, und alle Menschen, die da drin sind. O, die kann gar viel, die könnt' eher Königin sein, wie manche andre, und regieren könnte sie besser wie der stärkste Mann ...

Vor dem Wirtshaus hielt Hansei eine Weile an, er muß sich verschnaufen und ruhig werden: es ist eine schwere Sache, wenn man so eine außerordentliche Frau hat, man kommt leicht ins Hintertreffen und wird geringer angesehen – er ist stolz auf seine Frau, ja wohl, aber er ist doch der Mann. Er ging ruhig ins Wirtshaus, setzte sich zu seinem Schoppen und that, als ob gar nichts vorgefallen wäre.

»So muß ein rechter Mann sein,« sagte er in sich hinein und schluckte behaglich. »Man muß der Welt nicht alles preisgeben. Bei sich behalten – das macht den Meister, das können die Weiber doch nicht« ...

Hansei that sehr zutraulich mit Dächsel und Mächsel, den beiden Hunden des Gemswirts, die ihn wohl leiden mochten, denn sie kannten die Günstlinge ihres Herrn.

»Hast du lang keine Nachricht von deiner Königin?« fragte der Gemswirt gelegentlich.

»Ja, erst heut.«

»Was schreibt sie?«

»Allerlei,« that Hansei sehr zurückhaltend, und setzte mit sehr gleichgültigem Ausdruck hinzu: »Ich habe dich nachher um Rat zu fragen.«

Die andern Gäste schauten staunend auf: der Holzknecht Hansei duzt den Gemswirt und dieser laßt sich's ohne Widerrede gefallen.

»Wenn du wieder Papiergeld hast, wär' mir's recht,« erwiderte der Gemswirt.

»Diesmal hab' ich keins, ich hab' was andres mit dir zu reden.«

Der Gemswirt ging in die Kammer, schickte seine Frau in die Stube und rief: »Hansei, komm herein!« Drinnen wurde geheimer Rat gehalten.

Hansei erzählte, daß seine Frau von gestern über sieben Wochen wieder heim komme, und sie hätte ihm geschrieben, er solle sie abholen, nun wisse er sich zwar schon in der Welt umzuthun –

»Ja, das kannst du,« bestätigte der Gemswirt! »der Oberförster hat's erst gestern noch gesagt, da auf demselben Platz, wo du jetzt sitzest; der Hansei, hat er gesagt, hat einen scharfen Verstand.«

Hansei lächelte. »Dank für die gute Nachred', aber ich hätte doch eine Bitt' an dich –«

»Heraus damit.«

»Schau, du bist doch viel, wie soll ich sagen, viel maulfertiger und manierlicher, und wenn ich nach der Hauptstadt muß und vor den König und die Königin und all die großen Herren und da ... und da ... schau – schon jetzt, wenn ich dran denk', schnürt's mir die Kehle zu, und da mein' ich, du sollst mit mir gehen, mein Fürsprech sein und alles ordentlich sagen. So eine Gelegenheit kommt doch nicht wieder im Leben, da darf man nichts auslassen.«

»Das ist ein gescheiter Gedanke von dir,« sagte der Gemswirt.

»Du sollst's nicht umsonst thun und keinen Groschen soll dich die Reise kosten.«

»Nein, ich kann nicht mit dir gehen. Bei Hof kann man nicht sagen: da ist mein Gevatter, mein Kamerad, und der soll auch hereinkommen und für mich reden. Nur wer eben Audienz hat, darf reden, kein andrer. Wenn du Spaß machen willst und deine Frau damit einverstanden ist, und man sagt zum König, ich wär' der Mann von der Walpurga – das ging.«

»Nein,« rief Hansei, »das thu' ich nicht, und das thät' meine Frau nicht, und das geht nicht.«

»Ja Bruderherz, da mußt du eben allein für dich stehen und reden.«

Hansei war traurig. Er kam sich vor, wie wenn er in die Welt hinausgestoßen wäre, er ist ja nicht dazu auferzogen und geschult, mit dem König und der Königin und all den Hofleuten zu reden, und wenn sie über ihn lachen und ihn ausspotten, da ist er in Angst, was er ihnen anthut, denn das leidet er nicht, man darf ihn vor seiner Frau nicht ausspotten; er ist doch der Mann und sie nur die Frau.

»Sei nur nicht so verzagt, ein Mann wie du,« tröstete der Gemswirt, da Hansei sich die Stirn rieb, als müßte er einen andern Kopf herausscheuern, »denk dir einmal, ich wär' der König. Was willst du sagen?«

»Red du zuerst!«

»Gut!« Der Gemswirt stellte sich in Positur, steckte die Hand in den Brustlatz, wiegte sich auf einem Knie, bog sich etwas zurück und sagte gravitätisch:

»Ah, also Er ist der Mann von der – wie heißt sie? von der Walpurga?«

»Ja, sie ist meine Frau.«

»Ist Er Soldat gewesen?«

»Mit Verlaub, nein.«

»Mit Verlaub, kannst weglassen, aber Majestät mußt zusetzen, also sag: Nein, Majestät! Nur immer kurzab. Die hohen Herren haben gar nie Zeit, die sind immer in Eile, da ist alles auf die Minute abgespitzt. Aber halt, was wollen wir uns schon heut damit plagen? Jetzt müssen wir die Sache festmachen. Du kaufst mein Haus und meine Aecker, ich geb' dir's gewiß billig, und dann wird dich der König fragen, wie es dir geht, und da wirst du sagen: Majestät, es ging mir schon gut, aber ich hab' noch dreitausend Gulden Schulden auf Haus und Aecker und die machen mir Sorgen. – Wenn du das gesagt hast, wirst sehen, gibt dir der König gleich die dreitausend Gulden. Wenn du es aber nicht schuldig bist, könntest du's nicht sagen; ich kenn' dich ja, du bist ein ehrlicher Kerl und kannst nichts sagen, was nicht so ist. Und weißt du was? Du sagst gleich viertausend oder auch fünftausend; es geht da in einem hin; du hast dann noch Geld übrig und kannst bauen, es ist aber nicht nötig, und kannst dir Wein einlegen, bis genug.«

»Ja, ja, hast schon recht; aber ich mein', wir sollten doch nur einen Scheinkauf machen; ich darf's doch nicht thun ohne meine Frau; von ihr kommt doch eigentlich das Geld her, und ich weiß ja noch nicht, ob sie wirten will. Wir machen also einen Scheinkauf, und gibt der König das Geld und ist meine Frau einverstanden, dann ist alles richtig.«

Der Gemswirt hatte den Hansei vorhin schmeichlerisch wegen seiner Gescheitheit gelobt, jetzt hätte er ihn in Wahrheit loben sollen, aber er schwieg und sagte nach einer Weile nur: »Solang sich der Gescheite besinnt, besinnt sich der Narr auch. Ich will mir's überlegen.«

Sie gingen wieder in die Wirtsstube. Hansei war es heut nicht wohl im Wirtshaus, er kehrte bald heim. Unterwegs grüßte ihn unversehens die alte Zenza; er that, als ob er sie nicht gesehen und gehört, und ging rasch vorüber. Wie froh war er jetzt, daß er nicht schlecht geworden. Wie müßte es ihm jetzt in der Seele sein! Es bliebe ihm nichts übrig, als sich im See zu ertränken, bevor sein Frau heimkam.

Als er an seinem Hause stand, sagte er: »Ich kann doch mit gutem Gewissen da eintreten, und kann sie mit gutem Gewissen willkommen heißen, Gott Lob und Dank!« und »Gott Lob und Dank,« sagte er noch lang im Bett, bis er einschlief, und »Guten Morgen, Walpurga!« sagte er, als er erwachte. Er sagte es in die leere Luft hinein, aber er meinte doch, sie müsse es hören, sie ist schon daheim, sie hat so einen guten Boten vorausgeschickt, der Brief ist ein Bote, ein Postillon, der schöne Stücklein bläst. Hansei träumte mit hellen Augen in den Tag hinein. Aber heute ist's ein guter und ein böser Tag. Er hat seinen Kameraden, den Jagdgenossen, versprochen, heute zur Jagd zu kommen. Er spürt auf einmal, daß es nicht mehr sein soll. Er wäre gern davon geblieben, aber er fürchtete die Nachrede des Gemswirts, und wenn's auch weit in den Bergen ist, er hört hier unten ganz deutlich, wie der Gemswirt oben zu den Jagdgenossen sagt: »Hui, die Frau kommt jetzt heim und die ist Meister; da muß er kuschen, der Hansei.« Er ward grimmig, als hörte er in Wirklichkeit das Lachen der Genossen und wie sie weit in den Wald hineinrufen: »Hansei kusch, kusch Hansei!«

Der Landgerichtspraktikant, denn so vornehme Kameradschaften hat Hansei jetzt, der dicke Landgerichtspraktikant, der auch mit bei der heutigen Jagd ist, wird am meisten lachen und spotten, und dann wird der Gemswirt, um sich wohl dran zu machen, einen schönen Spaß vom Brief erzählen. Gottlob, daß er ihn nicht selber gelesen hat, das wär arg. Wenn ich nur nicht davon gesprochen hätt', aber ich bin doch zu einfältig, ich kann nichts bei mir behalten. Wenn der Gemswirt nichts von dem Brief wüßte, da könnt' ich umkehren und brauchte mich nicht zu schämen und hätt' keinen Spott zu ertragen. Aber ich thu's doch, ich gehe nicht mehr mit. Ich bin früher für mich allein gewesen und genug – ich brauch' niemand, und so wird's wieder sein, wenn sie wieder da ist; wir brauchen niemand. So wirbelte es heute den Morgen durch die Gedanken Hanseis. Er dachte zurück, wie er die Zeitlang gelebt. Anfangs hatte ihn das Heimweh nach seiner Frau nicht im Haus gelitten; kein Essen hatte ihm geschmeckt, kein Trinken und kein Schlaf, alle Arbeit war ihm zu viel; da ist er eben ins Wirtshaus und da hat man ihm Glück gewünscht, daß seine Frau ihm so Großes einbringt, und das war ihm recht. Haben dann die andern Menschen nicht mehr davon gesprochen, hat er selber angefangen, und dann hat ihn der Gemswirt mitgenommen auf Märkte, Schießstände, Jagden und Lustpartien, es war schön, man muß es sagen, unterhaltsam; immer hat's geheißen: das ist der Hansei, seine Frau ist die Amme vom Kronprinzen und überall hat man ihm besondere Ehre erwiesen, und es ist doch was Schönes, wenn man überall, wo man hinkommt, mit Ehren empfangen wird, und die Wirtin wischt noch einmal extra den Stuhl mit der Schürze ab und macht sich eine Ehre draus. Zuletzt ist dem Hansei ein guter Gedanke gekommen, und das ist und bleibt noch jetzt wahr: er wäre der Mann dazu, ein Wirtshaus zu halten, und die Frau nun gar, die wäre die erste Wirtin landaus und landein, wie wüßte sie mit den Leuten zu reden und überhaupt, Wirten – was gibt's denn Schöneres in der Welt?

»Fehlt dir was? bist du krank?« fragte die Großmutter in die Kammer hinein, da Hansei so lange nicht aufstand.

»Behüt's Gott, nein, ich komm' gleich,« antwortete Hansei, kam bald und sagte besonders freundlich:

»Guten Morgen! Ist das Kind wohlauf?«

»Ja, alles gut, gottlob!« sagte die Großmutter; sie blieb sich stets gleich, ob Hansei unwirsch oder wortkarg, oder redselig und zutraulich war.

Sie hatte ihn während der Abwesenheit ihrer Tochter in allem gewähren lassen, nur einmal, damals, hatte sie gesagt: du bist der Mann und der Vater und du mußt wissen, was du zu thun und zu lassen hast. Sie erkannte wohl, wenn sie Hansei von seinem Herumlaufen in der Welt und von seinen Kameradschaften abbringen wollte, er dann um so weniger davon lasse, um ja nicht den Schein zu bekommen, daß er sich von der Alten regieren lasse.

»Bist du heut mittag daheim, oder gehst du über Feld?« fragte sie beim Frühstück.

»Ich bleib' daheim,« erwiderte er, »ich will die Stöcke draußen spalten; wir wollen's doch ums Haus herum ein bißchen sauber halten, bis sie kommt.«

Die Großmutter nickte. Hansei hätte gern viel gesprochen, aber meinte immer, ein andres müsse anfangen, und so saß er da und stopfte eine Kartoffel nach der andern in den Mund, wie wenn es lauter Antworten wären, die er bekommen, und bei jeder neuen Kartoffel, der er die Haut abzog, schälte er immer Gescheiteres heraus, daß der König ihm gar nicht entwischen konnte; sechstausend Gulden sind sicher, fünftausend aber ganz gewiß.

»Wenn der König uns eine gute Pachtung auf einem Schloßgut gibt, oder sonst eine Anstellung, dann ziehen wir weg von hier,« sagte Hansei endlich laut. Er meinte, die Großmutter müsse wissen, daß er sich eigentlich gern von der Kameradschaft losmachen und anderswo ein ander Leben beginnen möchte.

»Ja, ja!« sagte die Großmutter, und weiter nichts.

»Ich mein', wir müssen bald Antwort schreiben und ich will ihr auch schreiben, sie ist doch gar so traurig.«

»Ja, ja, thu das, ich muß jetzt zum Kind.«

Hansei hatte sich Schweres aufgeladen, daß er zu schreiben versprochen hatte. Er hätte seiner Frau gern viel Gutes gesagt, Tröstliches und Herzliches, und hätte sie als Mann auch gern ermahnt, sich jetzt wegen der paar Wochen nicht abzugrämen und nicht vielleicht einen Vorteil entgehen zu lassen, der ihr an die Hand kommt; jetzt muß man frisch sein, jetzt kommt der Zahltag. Das hat er alles ganz gut im Kopf; und sie wird Respekt haben, wie männlich er ist; aber vom Kopf aufs Papier kriegen, das ist eine gar saure Arbeit!

Es ist auch nicht nötig, daß ich ihr schreibe, ich seh' sie ja bald selbst, und da kann ich ihr alles viel besser sagen – getröstete er sich schließlich. Als die Großmutter in die Kammer ging zu dem Kinde, blieb Hansei immer noch am Tisch sitzen und aß die ganze Schüssel Kartoffeln aus, und dabei zeigte er dem König, wie er das Forstwesen verstand, bis keine Kartoffel mehr da war. Dann ging er hinaus, nahm Axt, Schlägel und Speidel und zerspellte mit mächtigen Hieben die Baumstümpfe, die vor dem Garten am Wege aufgeschichtet lagen. Er hatte eben den Rock ausgezogen, und es war ihm gar nicht kalt, trotzdem der Frühlingswind scharf blies, da sagte eine Stimme: »So? Bist auch noch da?« Der Gemswirt stand hinter ihm, die Büchse auf dem Rücken und seine beiden Jagdhunde, Dächsel und Mächsel an der Leine. »Hast dich gewiß auch verspätet? Wenn wir jetzt den Thalweg nehmen und hinüber durch den Tobel, da treffen wir unsre Jagdgesellschaft noch. Komm! Hurtig, zieh dich an und hol deine Flinte!« Als ob's ein Befehl wäre, dem er gehorchen müsse, trug Hansei schnell Axt, Schlägel und Speidel ins Haus, zog sich an, nahm die Flinte und sagte zur Großmutter: »Ich geh' doch noch mit!« Er hätte ihr eigentlich gern gesagt: Ich gehe nur heute noch mit, damit es nicht den Anschein hat, daß ich mich wegen des Briefes von meiner Frau jetzt zurückziehe; aber er schwieg auch gegen die Großmutter. Es ist nicht nötig, daß man alles sagt, denn wenn man alles sagt, das redet auch in alles drein und hat ein Recht dazu; sie soll auch Respekt vor mir haben, daß ich alles aus mir selber in die Reihe bringe.

Wohlgemut ging Hansei mit zur Jagd und war heute lustiger als je ...

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