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Attische Sonette

Theodor Däubler: Attische Sonette - Kapitel 49
Quellenangabe
authorTheodor Däubler
titleAttische Sonette
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
year1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170224
projectid6dedc661
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Die Göttin der Gestirne

Für Will Frieg

Wir müssen, als Mond, zu der Sternen-Vertrauten,
– Uns funkelnde Göttin – den Aufschwung beflügeln,
Gehimmelter Weltwunsch entwand sich aus Zügeln,
Die blitzlich in schlingernde Schiefen zerblauten.

Erblick du dich, Schmachter, bei Perlen und Rauten!
Wenn bändernde Bäche den Heimschlich erklügeln,
Entgeister, mit gleißendem Mondglanz, den Hügeln
– Wohl Mündungen zu – wo sich Sehnsuchten stauten!

Wir müssen, als Mond, zu der Sternengeliebten,
Die Urbrunst zur kommenden Sonne beschwichtigt:
So spür, wie ihr kränkelnde Möndchen entstiebten!

Wenn bloß uns ein Herz junge Weisung berichtigt,
So schweift mich Beruf durch die sternsteilen Bauten,
Wo ernst wir die Braut, vor den Müttern, erschauten!

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