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Attische Sonette

Theodor Däubler: Attische Sonette - Kapitel 45
Quellenangabe
authorTheodor Däubler
titleAttische Sonette
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
year1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170224
projectid6dedc661
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Die Göttin im Garten

Begegne der Göttin der Liebe im Garten!
Sie sei dir das sonniglich sorgsame Weib!
Sie wolkte vom Meere – verhüllt war der Leib –
Und trat zu den Pflanzen, die bang ihrer harrten.

Nun hegt sie uns treu, nach fremdhaften Arten:
Seid freudig und fromm, daß lang sie verbleib,
Die Feinde der Leute beim Dorfe vertreib,
Wir sollten sie morgens, im Taublau, erwarten!

Verehrt sie und haltet im Hühnerhof Tauben;
Auch Schildkröten liebt ihre Sachtheit im Grün;
Genügsamkeit lobt, wenn sich Büsche belauben!

O wüßtet ihr, wie sie euch hilft beim Bemühn,
So würden wir fürstliche Obstopfer klauben!
Sie bleibt uns ja nah, bis die Trauben erglühn.

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