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Gutenberg > Heinrich Heine >

Atta Troll

Heinrich Heine: Atta Troll - Kapitel 5
Quellenangabe
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typepoem
authorHeinrich Heine
booktitleAtta Troll. Deutschland. Zeitgedichte.
titleAtta Troll
publisherHoffmann und Campe
seriesDichtungen von Heinrich Heine
volumeDritter Theil
year1868
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20111011
modified20181018
projectid87cea60a
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Kaput III.

    Traum der Sommernacht! Phantastisch
Zwecklos ist mein Lied. Ja, zwecklos
Wie die Liebe, wie das Leben,
Wie der Schöpfer sammt der Schöpfung!

    Nur der eignen Lust gehorchend,
Galoppierend oder fliegend,
Tummelt sich im Fabelreiche
Mein geliebter Pegasus.

    Ist kein nützlich tugendhafter
Karrengaul des Bürgerthums,
Noch ein Schlachtpferd der Parteiwuth,
Das pathetisch stampft und wiehert!

    Goldbeschlagen sind die Hufen
Meines weißen Flügelrössleins,
Perlenschnüre sind die Zügel,
Und ich lass' sie lustig schießen.

    Trage mich, wohin du willst!
Über luftig steilen Bergpfad,
Wo Kaskaden angstvoll kreischend
Vor des Unsinns Abgrund warnen!

    Trage mich durch stille Thäler,
Wo die Eichen ernsthaft ragen
Und den Wurzelknorrn entrieselt
Uralt süßer Sagenquell!

    Lass mich trinken dort und nässen
Meine Augen – ach, ich lechze
Nach dem lichten Wunderwasser,
Welches sehend macht und wissend.

    Jede Blindheit weicht! Mein Blick
Dringt bis in die tiefste Steinkluft,
In die Höhle Atta Troll's –
Ich verstehe seine Reden!

    Sonderbar! wie wohlbekannt
Dünkt mir diese Bärensprache!
Hab' ich nicht in theurer Heimat
Früh vernommen diese Laute?


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