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Ärzte-Briefe aus vier Jahrhunderten

Erich Ebstein: Ärzte-Briefe aus vier Jahrhunderten - Kapitel 6
Quellenangabe
typeletter
authorErich Ebstein
titleÄrzte-Briefe aus vier Jahrhunderten
publisherVerlag von Julius Springer
year1920
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130820
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Giorgio Baglivi

Geboren am 8. September 1668 in Ragusa, gestorben den 17. Juni 1707 in Rom. – B. studierte besonders in Neapel. Dann machte er wissenschaftliche Reisen an die anderen Universitäten Italiens; besonders in Padua und Bologna hielt er sich auf. Seit Ende April 1692 sehen wir ihn in Rom, von wo auch seine unten verdeutschten Briefe an den Gönner Antonio Magliabechi datiert sind. Mit 28 Jahren wird er dort Professor an der Sapienza, dem Archilyceum romanum. Im selben Jahr gab er sein Werk »De praxi medica« heraus, in dem sein Wahlspruch »ratio et observatio« zur Geltung kam, dem er das Experiment als Prüfstein beigesellte. Am höchsten gilt Baglivi der Arzt am Bette des Kranken, den er für das beste Lehrbuch der Medizin erklärt. Dementsprechend ist er auf eine rationelle Therapie bedacht. Sein früher Tod hat viele seiner Ideen nicht ausreifen lassen.

 

Rom, d. 23. August 1692.

Ich befinde mich in Rom bei dem Herrn Malpighi um mich in der Anatomie weiter zu vervollkommnen, und ich bin noch in betreff meiner Abreise nach Lecce oder auch nach den deutschen Universitäten unschlüssig, vermute aber, daß ich nach dem Wunsche meines Vaters einige Jahre in Rom verweilen werde ...

 

Rom, d. 16. Dezember 1696.

Es ist eine gute Weile her, daß ich an Ew. Hochwohlgeboren geschrieben habe, und zwar um Sie nicht zu belästigen. Jetzt endlich kann ich Ihnen mitteilen, daß ich den Druck meiner praktischen und anatomischen Werke beendet habe und Ihnen gleichzeitig ein Exemplar des Werkes anbieten, in das ich unter anderem die Beschreibung der Krankheit und der Sektion des Herrn Malpighi habe einrücken wollen, zur Erinnerung an den mit ihm in Rom und Bologna gepflegten vertraulichen Verkehr. Ich benachrichtige Sie auch noch, daß ich den Lehrstuhl für Anatomie hier an der Universität zu Rom erhalten habe und zwar im öffentlichen Konkurs gegen schließlich 12 Mitbewerber ...

 

Rom, d. 16. Februar 1697.

Einliegend übersende ich Ew. Hochwohlgeboren meine schwache Ansicht über das Elephantenskelett des Herrn Tentzel, ich würde ausführlicher gewesen sein, aber mit Beginn des Woche habe ich eine Menge Sektionen an der Sapienza zu machen, so daß ich kaum Zeit zum Atmen habe ...

 

Rom, d. 3. Oktober 1698.

Nachdem die Royal Society zu England mich mit Zustimmung des Königs an Stelle des verstorbenen Herrn Malpighi als Mitglied aufgenommen, so teile ich dies Ew. Hochwohlgeboren pflichtgemäß sofort mit. Es ist mir nur peinlich, daß die geehrten Herrn mir eine Ehre erzeigt haben, welche so weit mein Verdienst übersteigt. Wenn Sie unserm gemeinschaftlichen Freunde Schröck schreiben, so bitte ich Sie recht dringend, ihn davon zu benachrichtigen und ihn in meinem Namen zu grüßen, wie auch, bitte, die andern Freunde in Italien, Deutschland usw. So wertlos mein Buch ist, so ist es doch schon in Lyon in Frankreich von Anisson neu aufgelegt worden und jetzt kommt auch eine neue Auflage in Amsterdam, und in England übersetzen sie meine drei Dissertationen ins Englische. Und somit küsse ich Ew. Hochwohlgeboren ehrerbietigst die Hand ...

 

Rom, d. 2. Februar 1704.

Die gelehrte Rede des Herrn Ramazzini habe ich erhalten und spreche Ew. Hochwohlgeboren meinen ergebensten Dank dafür aus und versichere Sie meiner ewigen Verpflichtung. Der Tod des Herrn Bellini betrübt mich aufs höchste. Gott erhalte mir Ew. Hochwohlgeboren noch tausend Jahre; ich küsse Ihnen ergebenst die Hand.

Heute erhielt ich, aber nicht durch die Post, ein Schreiben von Ew. Hochwohlgeboren, datiert vom 8. November, mit zwei Reden des Herrn Ramazzini. Ich danke Ew. Hochwohlgeboren unendlich und bitte Sie um die Ehre der Erwiderung durch Ihre Befehle. Meine sämtlichen Werke sind jetzt in Deutschland in deutscher Sprache neu aufgelegt worden und ein wenig früher in England in englischer Sprache; das möge Ihnen als literarischer Nachweis dienen.

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