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Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores

Achim von Arnim: Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores - Kapitel 64
Quellenangabe
typefiction
booktitleHollin's Liebeleben / Gräfin Dolores
authorAchim von Arnim
year1989
publisherDeutscher Klassiker Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-618-60010-0
titleArmut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores
pages101-684
created20011206
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1810
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Zehntes Kapitel

Der Kammerjunker, die Mamsell, der Primaner müssen Italien besingen

Der Minister schüttelte mit dem Kopfe, nachdem er das Lied gelesen. Sonderbar, sagte er, daß sich der Unsinn so leicht behält, während ich das Sinnvollste gleich vergesse, ich weiß das ganze Wortgequäle beim ersten Lesen auswendig; zwar verstehe ich wohl was es sagen will: sie erhebt sich aus dem Drucke der Zeit in die höheren Regionen, und gewinnt dort Kraft um zu einem heiligen Kriege zurückzukehren, das Kriegerische erscheint ihr dann leer, und die Liebe beglückend; aber warum ist das nicht kurz vorgetragen, wie ich es eben getan habe, und darin finde ich einen Hauptmoment der Schwermut, zu dem Nächsten erst durch die entferntesten Umschweife gelangen zu können, da muß sich die Rede bald zwischen mehreren Personen, bald durch wunderliche Reime zerspalten; ein verständiger Mensch bleibt lieber sich selbst eins und ganz. – Zufällig machte ihm in dieser Stunde ein Kammerjunker die Aufwartung, der mit seinen Versen dem ganzen Hof genug zu lesen gab; er sagte ihm, daß er fürchtete, die würdige Fürstin möchte in unheilbare Schwermut versinken, weil sie sich ewig bemühe, in dem unendlich tiefen Strudel der Zeit den Grund zu sehen; sie müsse ernsthaft beraten werden, Luft und Lebensweise zu verwandeln, von ihren Gewohnheiten, freudigen und traurigen, gleich weit entrückt, und da wäre Italien ihr wohl besonders anzuraten, dies Land vermöchte allein die Verwandlung und entschädige für alles Mögliche, selbst für manches Unmögliche die poetischen Gemüter. – Lächelnd sah er hier den Kammerjunker an, und fuhr nach einer Pause langsam fort: Mignons herrlicher Gesang wäre vielleicht das Wirksamste, sie dazu anzumahnen, aber sie kennt ihn lange und zu einem neuen Entschlusse gehört eine neue Einwirkung; schon habe ich mit meinem Rate vorgearbeitet, doch hat sie nicht gern, wenn ihr ein andrer mit einer Erfindung über sich zuvor eilt; können sie vielleicht durch ein angemessenes Spiel diesen Reisegedanken in ihr festsetzen. – Der junge Mann fand sich durch den Auftrag geehrt; insbesondere freute er sich, daß er seiner Sehnsucht nach Italien in der Art der meisten junge Leute schon heimlich in Worten Luft gemacht hatte, also keiner pflichtmäßigen Ausarbeitung dazu bedurfte; er versprach am Abend, ein Gedicht seiner Erfindung ihm zu überbringen und es mit einer geschickten jungen Tänzerin aufzuführen. – Er hielt Wort, war aber befremdet bei dem Minister einen Nebenbuhler in der Verskunst, einen Primaner der Stadtschule zu finden, dessen Fischkopf sehr wunderlich zu seinen feurigen Gedichten aussah; leicht entlockte er ihm durch Fragen, daß er in gleichen Aufträgen wie er selbst sich dort eingefunden habe. Der Minister kann es doch nicht lassen, sagte er in sich, wo er die Kunst zu beschützen scheint, geschieht es doch nur um die Künstler zu verspotten; mich mit dem fischköpfigen Burschen in einen Wettstreit zu bringen! Hätte ich das vorausgewußt, wenigstens hätte ich meine letzten Strophen mehr auszufeilen gesucht. – Mit angenehmer freier Beweglichkeit trat bald auch eine Mamsell in etwas schmutziger hängender, weichfaltiger Kleidung herein, wenig verwachsen, aber um so künstlicher bemüht dies Wenige zu verstecken; ihr Gesicht hätte angenehm sein können, wäre es nicht beim Sprechen in Gefahr gewesen von dem großen Munde verschluckt zu werden. Die ministerielle Anerkennung ihres Dichtertalents hatte sie heute außer Fassung gesetzt; sie platzte gleich mit ihrem Auftrage heraus, ohne zu ahnden, daß sie zwei Mitbewerber ihres Ruhmes dort vorgefunden. Sehr unbefangen bat sie der Kammerjunker die liebliche Eingebung ihrer Muse vorzulesen; die Mamsell ließ sich auch nicht lange bitten.

Lieg ich in der Freundin Armen,
Weine und nicht weiß warum,
Sie ist traurig, ich bin stumm,
Bis die Lippen mir erwarmen,
Ach dann schwebt es auf der Zunge,
Wäre ich doch nur ein Junge!

Wäre ich doch nur ein Junge,
Gingen wir in weite Welt,
Treulich wären wir gesellt,
Hielten uns noch fest umschlungen,
Wenn sich an der Welten Ende,
Mein Italien einst fände.

Wenn ich mein Italien fände,
Höhlten wir ein kleines Haus
Uns in Herkulanum aus,
Wo die schön bemalten Wände;
Wie die Schwalben in dem Sande
Bauten wir uns an im Lande.

Bauten wir uns an im Lande,
Steckten manches Flügelkind
In das Körbchen schnell geschwind,
Und verkauftens ohne Schande;
Leutchen, wer kauft Liebesgötter,
Ach es ist so liebreich Wetter.

Ach es ist so liebreich Wetter,
Kauft ihr Mädchen jung und schön!
Eine kommt sie anzusehen
Spricht: Das sind die Liebesgötter?
Ei bewahre, das sind Tauben,
Eine nur gehört zum Glauben.

Eine, die gehört zum Glauben,
Doch die Liebe alle braucht,
Und zum Boten jede taugt,
Läßt sich nicht ihr Brieflein rauben,
Als wo sie den Liebsten wittert,
Der sie oft mit Zucker füttert.

Sehr richtig, sagte der Kammer<junker>, die orientalischen Liebestauben müssen mit Zuckerkandis gefüttert werden. – Sie haben das Gedicht nach dem alten Gemälde verfertigt, wo eine Frau Liebesgötter wie Tauben an den Flügeln zum Verkauf aus dem Korbe hebt und vorzeigt, meinte neidisch der Fischkopf. – Es ist ganz eigen mir, sagte sie, alles wird bei mir zum Bilde und jedes Bild zum Gedichte. – Ei, sagte der Minister mit seinem tiefen Basse zwischenredend, nachdem er lange an der offenen Seitentüre gestanden, daß ihnen ihr Gedicht nur nicht zur Wahrheit wird und sie mein schönes Kind zum Jungen, oder ihre Nachtigallen die ich heute noch bewundert habe, zu lauter kleinen Kindern. – Immerhin antwortete sie, ich habe mir stets Kinder gewünscht, wenn ich nur nicht deswegen zu heiraten brauchte; ich bin bei meiner Schwester an Kindergeschwätz so gewöhnt, daß ich es jetzt sehr vermisse; in jeder flüsternden Welle glaub ichs zu hören. – Der Primaner raunte hier dem Kammer<junker> ziemlich ungeschliffen ins Ohr: Hat sie uns wohl je so was Schönes hören lassen; sie setzt sich dem Minister zu Ehren auf ihr Paradepferd. Es ist etwas unsicher, antwortete der Kammerjunker, denn Wasser hat keine Balken. – Der Minister sagte unterdessen mit einer Miene, die wenigstens eine Liebeserklärung andeutete: Zur Kinderzucht gehört sehr viel lästige Reinlichkeit, wie zur Liebe. – Ohne alle Verlegenheit antwortete sie, die Mutter hätte kein Herz, die nicht selbst den Schmutz ihrer Kinder lieb hätte. – Minister Sie haben wohl viel Kinder. – Mamsell Außer meinen poetischen nur meine Tauben, deren Eier ich oft an meinem Busen ausbrüte. – Bei diesen Worten tat der Minister, als wenn er sie väterlich umarmen wollte, drückte sie aber so fest an sich, daß die Eier, die sie an ihrem Busen gerade ausbrütete, krachend zerplatzten. Lachend über den goldnen Strom, der ihrem Herzen entquoll, stand rings die poetische Gesellschaft; und dachte über die Ursache nach; Mamsell vergab dem Minister für den vollwichtigen Kuß den bethlehemitischen Kindermord. Sie reinigte sich sehr leicht, und das Gespräch wendete sich natürlich wieder zu den verschiedenen Sehnsuchten nach Italien. Der Kammer<junker> hatte zwar etwas mehr Zutrauen gewonnen zu seinem Gedichte seit diesem Rührei, doch fürchtete er noch den Fischköpfigen. Der Primaner mußte voran lesen; er tat es mit zitternder Heftigkeit, unterdrückt vorschreiend.


Ausbildung

Das Kind Sternlein des Abends am Leuchtturm der Höhen,
Willst du im Kreise ewig uns drehen,
Keiner erblicket, wo du gegangen,
Warum von Abend nach Morgen verlangen?

Lieber in Blitzen möcht ich erblinden,
Als in den tauenden Wolken verschwinden,
Hinter den Wolken harrend zu stehen,
Ist nur ein langsam verzweifelnd Vergehen.

Der Abendstern Kindlein ich leuchte dir nicht alleine,
Komm in des Südens himmlische reine
Immer verklärte, verklärende Lüfte,
Nimmer bestehn da umnebelnde Düfte.

Sonnendurchstrahlet müssen sie sinken,
Schöner in glühenden Früchten zu winken,
Bilden sie weichlich das Bette der Sonne,
Immer sich opfernd, sich ehrend in Wonne.

Ich nur bestehe den Menschen zum Zeichen,
Flügel den Armen unfühlbar zu reichen,
Wert ist das Glück nur der menschlichen Mühe,
Genius bin ich der ahndenden Frühe.

Will sich der Wärme feuriger Regen
Abends und Morgens auf Ferne hinlegen,
Warum verschmachten danach und erfrieren?
Laß dich zur goldenen Ferne hinführen.

Schuldlose Herzen trauen der Ferne,
Nimmer veralten ihnen die Sterne,
Warnen heut, lächeln dann morgen auch wieder,
Abend und Morgen sind himmlische Brüder.

Ja ich komm wieder! Schwankt dann der Boden,
Fangen die Netze des Dunkels den Oden;
Siehe nach mir, denn wisse mein Flügel
Wecket dich auf an dem Römischen Hügel.

Das Kind Ja das ist Roma, selber die Trümmer
Fügen sich wieder zum herrlichen Schimmer,
Lasset die Erde taumelnd nur schwanken,
Trägt sie mein Glück doch und meine Gedanken.

Schimmern die Tempel bei Kirchen so dichte,
Himmlische Wüste umschließet sie lichte,
Langsam die Tiber, Sehnsucht im Blicke,
Fließt sie zum Meere und wünscht sich zurücke.

Bin ich geworden, bin ich vollkommen,
Gestern ein Kindlein, bang und beklommen;
Heut in Italien findet mein Sehnen
Endlich des Busens hochherrliches Dehnen.

Ist dies die Heimat? Ist dies die Fremde?
Wie ist es kommen, daß ich mich grämte?
Schwimmen die Äpfel nicht golden im Bache,
Wenn ich erinnernd und hoffend erwache.

Wißt wo die fröhlichen Mädchen noch hausen,
Nimmer die Stürme des Nordens einbrausen,
Merkt, daß Italien die schwimmende Insel,
Fliehend das stürmische Menschen Gewinsel.

Lachet ihr Mädchen, sehet sie weilet,
Nicht mit dem Morgenrot wieder zerteilet,
Alle Erinnrung im Schilfe da rauschet,
Alles Ersinnen im Atem sich tauschet.

Sehet auf tausend hellströmenden Wellen
Herrliche Freunde zu uns sich gesellen
Und in dem blumigen Meere der Wiesen
Lasset die Stimmen tauchen und fließen.

Saget was sind das für heilge neun Schwestern,
Ferne auf Sternen erblickt ich sie gestern,
Kommen mit Masken und Flöten und Leiern,
Jeglichen Morgen Italiens zu feiern?

Der Morgenstern Musensohn kennest du noch nicht die Musen,
Fühlst du nicht Liebe zu ihnen im Busen,
Fühlst du nicht Pochen im innersten Herzen,
Und auf den Lippen ein zärtliches Scherzen?

Nur im Genusse kannst du dich bilden,
Und nur die Armut machet den Wilden,
Alles ist nahe, was zu erstreben,
Was unerreichbar, laß es verschweben.

Nach einigem pflichtmäßigen Lobe sprach der Minister: Nicht wahr mein junger Freund, sie suchen eine Gelegenheit nach Italien zu reisen; sie meinen, da soll auf einmal das Dichten ganz anders gehen, da soll kein Reim fehlen, keine Silbe zu lang sein. Ich glaube, sie irren sich darin; der Dichter muß mit seiner Nation, in seiner Sprache leben, denn wenn er auch vollendeter in sich würde, so fehlte ihm doch das Organ der Mitteilung. – Der Primaner Sollte der Dichter wegen seines Geschicks von der übrigen Welt ausgeschlossen sein, er wäre sehr zu bedauern und sein Volk könnte ihm nie etwas sein, wenn er über eine schönere Natur dessen eigentümliche Herrlichkeit vergäße. Nimmermehr! als ich von meiner ersten Fußreise aus dem Entzücken über die nie ersehenen Berge zurückkam, da rief es doch tief in mir, die Natur ist doch überall nur schlecht gegen das göttliche Menschengeschlecht – doch wenn ihre Exzellenz befehlen. – Nun, nun, sagte der Minister, ich will ihre Anschauung nicht stören, ich habe darin nichts zu befehlen; ich danke für ihre Bemühung, das Gedicht soll besorgt werden. – Bei diesen Worten entließ er ihn; der arme Primaner, wie gerne wäre er geblieben, um noch die Wirkung seines Gedichts zu sehen; die Mamsell blieb ungeachtet sie auch entlassen war, und der Minister nahm sie und den Kammerjunker an dem Arm, mit beiden zur Fürstin zu fahren. Ich bin kein Kenner von Gedichten, werter Freund sagte der Minister, ich achte nur auf eine Stimme darüber, auf die allgemeine, wer die gewinnt, hat meine Achtung; ob er darum gut zu nennen, liegt außer meinem Kreise, mir ist alle Poesie zu nichts gut; doch bei der Fürstin tragen sie dort ihr Gedicht nach bester Geschicklichkeit vor. – Liebenswürdiger Barbar sagte die Mamsell. – Minister Ich habe keinen Grund mich zu verstellen; nehme ich es doch auch keinem andern übel, der sich nach einem glücklichern, einfachern bestimmtern Ausdruck in Gesetzen und Anordnungen nicht mit gleichem Eifer wie ich bestrebt; warum gäbe es wohl Dachshunde und Windhunde, wenn wir die Windhunde zum Dachsgraben uns abzurichten bemühten. – Unter solchen Gesprächen donnerten sie in den Schloßhof hinein; die hohen Treppen, die weiten kühlen Säle wurden gemächlich von dem Minister durchschritten; er hatte etwas spöttisches wenn er die Lakaien so aufgeputzt an den Türen sah, gleichsam als wüßte er etwas mehr von der Sache, und das unterschied ihn besonders von dem Kammerjunker, dem alles noch immer den ersten Eindruck von feierlicher Beklommenheit machte. Die Mamsell fing aus Verlegenheit ein unglaubliches Schwatzen zu treiben an; alles was sie je gesagt, drängte sich zu dieser Hauptbegebenheit, und wollte auch mit am Hofe erscheinen. Die Flügel öffneten sich, die Fürstin stand vorleuchtend in einem sehr glänzenden Kreise zweier reisenden Fürstinnen; der Minister hatte nichts von deren Ankunft gehört, er dachte die Fürstin bloß in Gesellschaft der Ihren zu treffen. Doch ohne eine Miene zu verziehen, stellte er die Dichterin trotz ihrer schwarzen Schleppe und losen Kleidung mit Eiergelb gestickt, der Fürstin vor, und entschuldigte diese Uniform mit seiner Ungeschicklichkeit, indem er die Geschichte erzählte; es wurde mit so guter Art gelacht, daß die Mamsell ihr fürchterliches Schwatzen glücklich fortsetzen konnte. Man bewunderte ihren Verstand, und lachte; man hörte das Gedicht, und lachte; kurz die ältesten Hofleute wußten sich keines so lustigen Abends zu erinnern. Unterdessen hatte der Kammerjunker auch seine Anstalten zur Darstellung seiner italiänischen Sehnsucht gemacht; ein junges sehr schönes kleines Mädchen war italienisch angezogen, er selbst wie ein Künstler alter Zeit; er hatte Meißel und ähnliches Gerät in der Hand; sie schlief unter einem Tamburin auf einem bunten Beutel, der die ganze Hauswirtschaft zu enthalten schien; sein dabei abgesungenes Lied wird alles, was sie aufführten, näher erklären.


Die Tamburinschlägerin

        Wie Fliegen summt herum mein Sinn
Und wiegt sich leicht auf Halmen,
Als wollt er sie zermalmen
Und Lachen spielt mir übers Kinn.

Ich tat, als zög ich fort von ihr,
Den Hut beschatten Rosen,
So trat ich zu der Losen
Und sprach: »Ich ziehe fort von hier.

Mich zieht, mich treibt, ich weiß nicht was,
In allen meinen Adern;
Ich fühl ein stockend Hadern,
Ha fühlt den Puls, die Wangen blaß.

Nach Welschland schweift mein feiner Sinn,
Ich bin von Luft getragen,
Die Wolken ziehn den Wagen,
Es rollet laut mein Sinn darin.

Hinab, hinab im Tränenstrom
Zerfließen meine Augen
Was können sie mir taugen,
Wenn sie nicht sehn das hohe Rom.«

Sie sah mich an aus losem Schlaf
Mißt mich mit großen Augen,
Muß in die Händchen hauchen,
Um klar zu sehn, was mich betraf.

Dann springt sie von der Rasenbank
Gar leicht auf meinen Rücken,
Ich will mich boshaft bücken,
Doch Sie mir nicht vom Rücken sank,

Sie singt mit hellem, hellem Ton:
So wandern wir nun alle
Im hellen Morgenschalle
Zu unsres Papstes goldnem Thron.

Ich küsse sein Pantöffelein,
Er bittet mich um Küsse,
Damit er sicher wisse,
Ob ich auch eine Christin rein.

Wohlauf, wohlan mein Pegasus,
Ich will dich schön umfassen,
Sollst mich nicht fallen lassen,
Nach Rom ich heut noch reiten muß.

Es flieget neben uns die Welt,
Die Wälder untertauchen,
Von Flammen bunt sie rauchen,
Als wär es heut für uns bestellt.

Sie singet wie das Morgenblau,
Aus allen tausend Orten,
Sie weiß von keinen Worten,
Doch spricht zu ihr die bunte Au.

Uns hebt aus Süd ein süßer Duft
Verspielt in ihren Haaren,
Und aller Träume Scharen,
Sie kommen mit der neuen Luft.

Der Wald ist frei, der Abend mein,
Leg dich ins Gras ganz schnelle
Ein Brünnlein rieselt helle,
Der Mond sieht sich so froh darein.

Sie legt das Köpfchen in die Hand,
Den bunten Beutel unter,
Das Tamburin gar munter
Ist Helm dem Schelm mit Schellenrand.

Hoch aus der Schellen hellem Blitz
Sich drängt der Locken Fülle,
Der Blumen heilge Stille
Bewacht sie auf dem selgen Sitz.

Da ist, da ist Italia,
Ich fühl im Marmorbilde,
Die Wangen weich und milde,
Mein Liebchen ist Italia.

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