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Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores

Achim von Arnim: Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores - Kapitel 57
Quellenangabe
typefiction
booktitleHollin's Liebeleben / Gräfin Dolores
authorAchim von Arnim
year1989
publisherDeutscher Klassiker Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-618-60010-0
titleArmut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores
pages101-684
created20011206
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1810
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Drittes Kapitel

Abreise des Grafen und der Gräfin mit ihren Kindern nach Sicilien

Nach dieser Unterredung wurde rüstig zur Ausführung des Unternehmens geschritten. Es ist der Vorzug eigener sinnvoller Tätigkeit, die rechtschaffenen Männer leicht zu unterscheiden und sich anzueignen, auch der Graf hatte Zweie der Art zur Verwaltung seiner Güter bald auserwählt, die seinen Kindern sie einst überliefern sollten; er nahm für immer von ihnen Abschied. Das Schloß in der Stadt sollte unverändert, aber unbewohnt bleiben, nur die Zeit sonst niemand sollte daran ein Recht ausüben. Von seiner Dienerschaft sollte ihn allein der alte Bediente begleiten; doch sorgte er für alle. – O des ewigen Abschieds von einer stark durchlebten Gegend in Glück und Unglück, Unschuld und Schuld; tausendmal sterben wir in uns, außer uns: das sei uns Zuversicht, wenn wir wirklich die Augen zudrücken oder zum letztenmal in das Licht starren, das hier unten das höchste, droben das tiefste ist. So scheiden unsre beiden geliebten Pflegekinder auch hier von einem alten Leben; nur wissen sie nicht, ob die neue Welt, zu der sie eilen, ihnen die kleinste Freude gewährt, die sie hier genossen. Ihrem Sinne war das Neue schon darum lieb, weil es das Alte verlöschte, und wohl ist Italien noch eine neue Welt für jeden Reisenden, der schon das übrige Europa durchschritten, wieviel mehr für Sie, die nur einen so kleinen Teil erst gesehen, doppelt für Sie bei so gereiztem Gemüte. Sie sah nun das Land, zu dem sie einst von mächtiger Eitelkeit hingetrieben, mit dem reinen Blicke einer größeren Erfahrung, die alle Eitelkeit in ihr vernichtet. Er zog nun in das Land, wohin er als Student mit pochendem Herzen schon getrachtet, aber das er von Liebe zurückgehalten in Freude und Leid ganz vergessen hatte, als ein Student höherer Art, denn das sind alle wahren Reisenden. Von vielem hatte er Kenntnis gewonnen, für alles Sinn; wie mannigfaltig war da ihre Mitteilung. Nach einem Monate glaubten sie schon durch Jahre von den verhaßten Begebenheiten geschieden zu sein.

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