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Aphorismen und Reime

Wilhelm Busch: Aphorismen und Reime - Kapitel 4
Quellenangabe
titleAphorismen und Reime
authorWilhelm Busch
typeaphorism
publisherBertelsmann Lesering, Gütersloh
booktitleWas beliebt ist auch erlaubt
editorRolf Hochhuth
senderpom@imsd.uni-mainz.de (Klaus Pommerening)
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Wir Kinder der Vergangenheit ...

Wer eine Erbschaft übernommen,
Hat für die Schulden aufzukommen,
Denn nicht umsonst ist der Genuß.
Kein Leugnen gilt, kein Widerstreben,
Wir müssen sterben, weil wir leben.
So lautet der Gerichtsbeschluß.

Durch die Kinderjahre hindurchgeprügelt.

Fritz hatte sich vorgesehen und ein Buch unter den Rock geschoben, aber der Lehrer schlug ganz woanders hin.

Willst du Schläge, so tanz auf der Kirchweih.

Es saust der Stock, es schwirrt die Rute,
Du sollst nicht scheinen, was du bist.
Wie schad', o Mensch, daß dir das Gute
Im Grunde so zuwider ist.

Ist Leidenschaft das Wesen der Welt, so werden Schläge wohl mehr wirken als Worte.

Zwischen bös' und gut hat sich ein Streit erhoben,
Gut hat keinen Mut, bös' bleibt oben.

Leben heißt ein Tyrann sein.

So hat es sich von je gefügt,
Daß Edelmut Gewalt erliegt.

Als mir die Zeit entgegenkam,
Erschien sie mir hübsch wundersam
Und angenehm und lecker.
Sie ging vorüber, und - o weh! -
Nun, da ich sie von hinten seh',
Bemerk' ich ihren Höcker.

Je älter man wird, je hastiger tritt sie einem auf die Hacken, die Zeit, die sogenannte.

Wer längst Vergangnes in der Gegenwart aufsuchen möchte, setzt sich meist einer großen Enttäuschung aus.

Im Alter Ersatz natürlicher Liebenswürdigkeit durch künstliche.

Also spricht der Fatalist:
Du mußt werden, wie du bist.
Widerstreben ist vergebens.
Der Gebieter allen Lebens
Gab dir schon von Anbeginn
Deinen Wunsch und Eigensinn,
Bald mit ja und bald mit nein,
Gerade so und so zu sein.

An all unserem Ärger sind andere schuld. Das beste Mittel aber, um bei guter Laune zu bleiben, ist die stets richtige Erkenntnis, daß man selber nichts taugt.

Was mich betrifft, so kann ich leider nicht umhin, den größten Teil meiner Nichtbefriedigung auf das höchst lästige Gepäck der eigenen Schuld zu schieben.

»Die Zeit ist mir in die Kiepe gestiegen!« sagte Knackstert, da war er alt geworden.

Bald holterpolter, wie gerädert,
In einem Wagen, der nicht federt,
Bald sanft, wie im Automobil,
So kam er an sein Lebensziel.

Nach dem vierzigsten Jahr ändert keiner mehr seine Philosophie.

Jeder Jäger wird mal ein Hase.

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