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Aphorismen und Reime

Wilhelm Busch: Aphorismen und Reime - Kapitel 10
Quellenangabe
titleAphorismen und Reime
authorWilhelm Busch
typeaphorism
publisherBertelsmann Lesering, Gütersloh
booktitleWas beliebt ist auch erlaubt
editorRolf Hochhuth
senderpom@imsd.uni-mainz.de (Klaus Pommerening)
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Vergebens predigt Salomo ...

Vergebens predigt Salomo.
Die Leute machen's doch nicht so.

Wer mal so ist, der bleibt auch so.

Wer auf den rechten Weg will,
Muß durchaus durch sich selbst hindurch.

Fortwährend hinter angenehmen Erwartungen schleichen die unangenehmen Möglichkeiten.

Der klugen Leute Ungeschick
stimmt uns besonders heiter.
Man fühlt doch für den Augenblick
sich auch einmal gescheiter.

Er muß die letzte Strophe mitsingen.

Mit sich selbst ist man nicht immer in der vornehmsten Gesellschaft.

»Bitte, sagen Sie nichts von der Verlobung!« -
»Tut mir leid. Mariechen ist grade damit los.«

Ein böses Wort läuft bis ans Ende der Welt.

Ihr ging's wie dem neugierigen Zicklein, das in den Korb sah, wo die Katze mit den Jungen saß.

»Das erfrischt!« sagte die Katz', da fiel sie ins Regenfaß.

»Das wird ein warmer Tag!« sagte die Hexe, da sollte sie verbrannt werden.

»Es wird mir so eng in der Haut!« sagte die Laus, da wurde sie geknickt.

Oben hält er den Sack zu, der unten ein Loch hat.

Der Ungeduldige fährt sein Heu naß ein.

Lamm: »Warum zerrupfst du mein Kleid?«
Dornenstrauch: »Weil es mich freut.«

Bettelleut' hat keiner gern,
Mehr beliebt sind reiche Herrn.

Es geht der Krieger, der gerechte,
Mit frohem Mute zum Gefechte.
Indessen ist es ihm doch lieber,
Wenn alles erst mal gut vorüber.

Horcher: Die Seele guckt ihm aus den Ohren.

Er gräbt ein Loch; ein zweites, um die Erde hereinzubringen (Schuldenmacher).

Schneid einen Dieb vom Galgen, und er bestiehlt dich.

Niemand holt sein Wort wieder ein.

Den Lasterhaften tadelt oft, wer ihn beneidet.

Der Vater Adam sockte weiter
Nachdem er Kain das verwies.
Er sprach: »Auf seiner eignen Leiter
Kommt keiner in das Paradies.«

Er wäre was, wenn er was hätte.

Englein

Der Gourmand hat im Traum
an Schnepfendreck gedacht.
Er träumt: Es hätte ihm ein Engel
was auf die Zunge gemacht.

Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber den Intoleranten.

Er ist so freudenvoll, daß ihm der Stöpsel aus der Seele fliegt.

Noch seine tote Hand hielt krampfhaft den Geldbeutel fest.

Ottilie ist eigen: ißt nur Eier,
Die in einer reinlichen Familie gelegt sind.

Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.

Knarr machte der Klotz, als der Keil eindrang.

Leute, die sich immer ärgern, gibt's immer.

Aus faulen Eiern werden keine Küken.

Jeder hat ein extra Töpfchen auf dem Feuer.

Die kleinen Hunde tun das meiste Beißen.
Die kleinen Gläubiger drängen am ärgsten.

Verhaßter Bote, der Verhaßtes meldet.

Denn mancher hat sich schon beklagt:
Ach, hätt' ich das doch nicht gesagt!

Mancher kann nicht aus dem Fenster hinausdenken.

Es fehlt in deinem Wortregister
Mein werter Name? Nun, da ist er!

Die halben Steine besorgt der Maurer.

Beschluß einer Synode:
Die Erde steht still. Heuschrecken haben vier Beine (3. Buch Mose).
Bemerkung: Predigt Salomo, 10. Kapitel, 5, 6: Es ist ein Unglück, das ich sehe unter der Sonne, nämlich Unverstand - daß ein Narr sitzet in großer Würde.

Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft.

Old Pieper ut de Düwelstraat
Drang jeden Dag dre halwe Maat.

Zerbrochener Topf, zum Glück leer (als ein Narr starb).

Das sogenannte böse Gewissen sollte eigentlich das gute heißen, weil's ehrlich die Wahrheit sagt.

Das Ungeziefer! Erst grollt man ihm, dann prüft man sich selbst, dann denkt man gelinder.

Mensch, was bist du für ein Schlingel!

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