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Andersens Märchen

Hans Christian Andersen: Andersens Märchen - Kapitel 11
Quellenangabe
authorHans Christian Andersen
titleAndersens Märchen
publisherWeltbild
yearo.J.
illustratorHans Tegner
firstpub1909
translatorPauline Klaiber
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180616
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Der Garten des Paradieses

Es war einmal ein Königssohn; niemand hatte so viele und so schöne Bücher als er. Alles was je in der Welt geschehen war, konnte er darin lesen und in prächtigen Bildern abgebildet sehen. Über jedes Volk und Land konnte er Auskunft erhalten, nur wo der Garten des Paradieses zu finden sei, davon stand kein Wort in all den Büchern. Und der Garten des Paradieses war es doch gerade, woran er am meisten dachte.

Seine Großmutter hatte ihm, als er noch ganz klein war, aber doch nachgerade in die Schule kommen sollte, erzählt, daß jede Blume im Garten des Paradieses der süßeste Kuchen und in deren Kelchen der feinste Wein sei. Auf einer Blume stehe Geschichte, auf einer andern Geographie oder das Einmaleins; man brauche dann nur von den Kuchen zu essen, dann könne man seine Aufgaben schon, und je mehr man esse, desto mehr Geschichte und Geographie lerne man.

Damals hatte er es geglaubt. Aber als er heranwuchs, mehr lernte und klüger wurde, begriff er wohl, daß die Herrlichkeit im Garten des Paradieses ganz anders beschaffen sein müsse.

»O, warum pflückte doch Eva vom Baum der Erkenntnis? Warum aß Adam von der verbotenen Frucht? Ich hätte mich gewiß nicht dazu verleiten lassen, und dann wäre die Sünde nie in die Welt gekommen!«

Das hatte er als ganz kleiner Junge gesagt; aber er sagte es auch noch, als er schon siebzehn Jahre alt war. Nach dem Garten des Paradieses stand sein ganzes Sinnen und Trachten.

Eines Tages ging er in den Wald, und zwar ganz allein; denn das war sein größtes Vergnügen.

Der Abend brach an; die Wolken zogen sich zusammen, und ein Regen prasselte nieder, als ob der Himmel eine einzige große Schleuse wäre, aus der das Wasser herabstürzte. Es war eine stockfinstere Nacht; bald glitt der Prinz auf dem nassen Grase aus, bald stolperte er über die glatten Steine, die aus dem Felsengrunde hervorragten. Alles triefte von Wasser, und an dem armen Prinzen war auch nicht ein trockener Faden mehr. Über große Steinblöcke, wo das Wasser aus dem hohen Moose hervorquoll, mußte er förmlich hinüberkriechen. Er war am Umsinken und konnte sich kaum mehr weiterschleppen. Da hörte er plötzlich ein eigentümliches Sausen und erblickte vor sich eine große, hellerleuchtete Höhle. Mitten darin loderte ein Feuer, so groß, daß man einen ganzen Ochsen hätte daran braten können. Und zu einem solchen Zwecke diente es auch wirklich; denn an einem Bratspieße stak ein prächtiger Hirsch mit stattlichem Geweih und wurde zwischen zwei abgehauenen Bäumchen langsam herumgedreht. Eine ältliche Frau, groß und stattlich wie ein Mann, saß am Feuer und warf ein Scheit Holz nach dem andern in die feurige Glut.

»Komm nur näher«, redete sie den Prinzen an, »setze dich ans Feuer, damit deine Kleider trocknen!«

»Hier zieht es aber schrecklich«, sagte der Prinz, während er sich auf den Boden setzte.

»Allerdings, und es wird sogar noch schlimmer, wenn meine Söhne nach Hause kommen«, antwortete die Frau. »Dies ist nämlich die Höhle der Winde, und meine Söhne sind die vier Winde der Welt. Verstehst du, was ich meine?«

Bild: Hans Tegner

»Jawohl, aber wo sind denn deine Söhne?«

»Ein Narr kann mehr fragen, als zehn Weise beantworten können«, versetzte die Frau. »Meine Söhne sind selbständig und fragen mich nicht erst um Erlaubnis. Sie spielen droben im Weltenraum mit den Wolken Ball.« Dabei deutete sie in die Höhe.

»Ach so!« sagte der Prinz. »Übrigens fahrt Ihr mich etwas barsch an und seid gar nicht so freundlich wie die andern Frauen, mit denen ich verkehre.«

»Die haben wohl nichts anderes zu tun; ich aber muß barsch und hart sein, wenn ich meine Jungen in Zucht halten will. Und das versteh' ich, obwohl sie rechte Trotzköpfe sind. Siehst du die vier Säcke, die dort drüben an der Wand hängen? Vor denen fürchten sie sich ebenso, wie du dich einst vor der Rute hinter dem Spiegel fürchtetest. Ja, ich kann meine Jungen schon bändigen, das darfst du mir glauben. Ich stecke sie einfach in den Sack hinein; da machen wir gar keine Umstände. Da sitzen sie dann drin, und ich lasse sie nicht eher wieder heraus, als bis ich es für gut finde. Doch da haben wir den einen!«

Der Nordwind war es, und er brachte eine wahre Eiseskälte mit sich. Große Hagelkörner fielen auf den Boden, und Schneeflocken stoben umher. Seine Beinkleider und sein Wams waren aus Bärenfell, und eine Mütze von Seehundfell ging ihm bis über die Ohren. Lange Eiszapfen hingen ihm im Barte, und ein Hagelkorn nach dem andern kollerte aus seinem Pelzkragen.

»Gehen Sie nicht gleich ans Feuer!« sagte der Prinz. »Sie könnten sonst Frostbeulen im Gesicht und an den Händen bekommen!«

»Frostbeulen!« entgegnete der Wind und lachte laut. »Frost, das ist ja gerade mein größtes Vergnügen. Was bist denn du aber für ein Schneiderlein? Wie kommst du in die Höhle der Winde?«

»Er ist mein Gast«, sagte die Alte, »und wenn du mit dieser Erklärung nicht zufrieden bist, so kannst du in den Sack spazieren. Verstehst du mich?«

Das half, und der Nordwind erzählte nun, woher er komme und wo er in dem letzten Monat gewesen sei.

»Vom Eismeer komme ich«, so begann der Nordwind, »ich bin mit den russischen Walroßfängern auf der ›Bäreninsel‹ gewesen. Auf dem Steuer saß ich und schlief, als sie vom Nordkap aus in das Meer hinausfuhren. Wenn ich bisweilen ein wenig erwachte, flog der Sturmvogel mir um die Beine. Das ist ein sonderbarer Vogel; er schlägt einmal rasch mit den Flügeln aus, dann hält er sie ganz unbeweglich ausgestreckt und fliegt doch schnell dahin.«

»Erzähle nur nicht gar zu ausführlich!« sagte die Mutter. »Und dann kamst du also auf die Bäreninsel?«

»Gewiß, und herrlich ist es dort! Da ist ein Boden wie geschaffen zum Tanzen – flach wie ein Teller! Halb aufgetauter Schnee auf Moos, scharfe Steine und Gerippe von Walrossen und Eisbären liegen durcheinander, es sieht aus, als seien es Arme und Beine von Riesen, die hier schimmelten. Man möchte glauben, daß die Sonne sie nie und nimmer beschienen habe. Ich blies ein wenig in den Nebel hinein, damit die Leute den ersehnten Schuppen entdecken konnten. Es war ein aus Schiffstrümmern errichtetes und mit Walroßhäuten überzogenes Haus. Die innere Seite der Häute hatte man nach außen gekehrt, nun sah das Haus wie rot und grün angestrichen aus. Auf dem Dache saß ein lebendiger Eisbär und brummte. Ich ging an den Strand, sah mich nach den Vogelnestern um und betrachtete die noch nackten Jungen. Sie sperrten die Schnäbel auf und schrien nach Nahrung. Da blies ich ihnen in die Kehle, daß sie ihren Schnabel wohl halten lernten. Ganz unten am Meeresufer wälzten sich Walrosse wie große Würmer oder wie Riesenmaden mit Schweinsköpfen und ellenlangen Zähnen.«

»Du erzählst gut, mein Sohn«, sagte die Mutter, »mir läuft schon beim Zuhören das Wasser im Munde zusammen.«

»Dann ging es auf den Fang! Die Harpune wurde dem Walrosse in die Brust gejagt, daß der dampfende Blutstrahl wie ein Springbrunnen über das Eis spritzte. Da gedachte auch ich meines Spiels; ich erhob mich und zeigte meine Kunst, so daß die Boote von meinen Seglern, den felsenhohen Eisbergen, eingeklemmt wurden. Hu! wie man pfiff und schrie! Aber ich pfiff noch lauter! Die erlegten Tiere, die Kisten, das Tauwerk, alles mußte auf das Eis hinausgeworfen werden. Ich wehte Schneeflocken auf sie hinunter und ließ sie in den eingeklemmten Fahrzeugen mit ihrem Fange südwärts treiben, um dort Salzwasser zu kosten. Sie kommen nie mehr nach der Bäreninsel.«

»Dann hast du aber Böses getan«, sagte die Mutter.

»Was ich aber Gutes getan habe, das mögen dir die andern erzählen!« erwiderte der Nordwind. »Hier kommt auch schon der Bruder vom Westen. Er ist mit der liebste von allen; er schmeckt nach der See und bringt eine angenehme Kühle mit.«

»Ist das der kleine Zephir?« fragte der Prinz.

»Freilich ist es der Zephir«, antwortete die Alte, »aber er ist gar nicht so klein. Vor Jahren war er ein hübscher Junge; allein das ist nun vorüber.«

Ja, wie ein wilder Mann sah er aus und hatte einen Fallhut auf, um sich nicht zu verletzen. In der Hand trug er eine Keule aus Mahagoniholz, die er sich in den amerikanischen Wäldern geholt hatte. Mit etwas Geringerem begnügte er sich nicht.

»Wo kommst du her?« fragte ihn die Mutter.

»Aus den Urwäldern«, sagte er, »wo die dornigen Lianen eine undurchdringliche Wildnis zwischen den Bäumen bilden, wo die Wasserschlange im nassen Grase liegt und die Menschen überflüssig zu sein scheinen.«

»Was tatest du dort?«

»Ich betrachtete den tiefen Fluß, sah, wie er sich von den Felsen herabstürzte, sich dann in Staub auflöste und bis zu den Wolken flog, um den Regenbogen zu tragen. Ich sah den wilden Büffel im Flusse schwimmen. Aber der Strom riß ihn mit sich fort; er trieb mit einem Schwarm wilder Enten, die sich am Wasserfall in die Luft erhoben, er aber mußte hinunter. Das war eine Lust. Auch erregte ich einen Sturm, daß uralte Bäume entwurzelt wurden und zersplitterten.«

»Und sonst hast du nichts getan?« fragte die Alte.

»Doch! Über den Savannen habe ich Purzelbäume geschlagen, habe die wilden Pferde gestreichelt und Kokosnüsse geschüttelt. O, ich könnte Geschichten erzählen; aber man muß nicht alles sagen, was man weiß. Nicht wahr, liebe Mutter?« Dabei küßte er seine Mutter so ungestüm, daß sie fast hintenüber gefallen wäre. Er war wirklich ein wilder Bube.

Nun kam der Südwind mit einem Turban und fliegendem Beduinenmantel.

»Hu! Hier ist es kalt!« sagte er und warf noch Holz aufs Feuer. »Man merkt, daß der Nordwind zuerst gekommen ist!«

»Pah!« sagte dieser; »hier ist es so heiß, daß man einen Eisbären braten könnte!«

»Ach, du bist selbst ein Eisbär!« entgegnete der Südwind.

»Soll ich euch vielleicht in den Sack stecken?« fragte die Alte. »Südwind, setze dich dort auf den Stein und erzähle, wo du gewesen bist!«

»In Afrika, liebe Mutter«, antwortete er. »Mit den Hottentotten war ich auf der Löwenjagd im Lande der Kaffern. Auf den Ebenen dort wächst Gras, das ist so grün wie Oliven. Dort tanzte die Antilope, und der Strauß lief mit mir um die Wette; aber ich lief doch noch rascher als er. Ich kam in die Wüste zu dem gelben Sande, wo es wie auf dem Meeresgrunde aussieht. Dort traf ich eine Karawane; man schlachtete gerade das letzte Kamel, um Trinkwasser zu bekommen. Aber es fand sich nur wenig in seinem Magen. Die Sonne brannte von oben, und der Sand strömte eine glühende Hitze von unten aus. Endlos dehnte sich die Wüste. Da wälzte ich mich in dem feinen Sande und wirbelte ihn in großen Säulen auf. Das war ein Tanz! Du hättest nur sehen sollen, wie verzagt das Dromedar dastand und wie der Kaufmann den Kaftan eilig über den Kopf zog! Er warf sich vor mir nieder, wie vor Allah, seinem Gotte. – Nun sind sie begraben; über ihnen allen erhebt sich eine Pyramide von Sand. Wenn ich sie einmal fortblase, dann wird die Sonne ihre Gebeine bleichen, und dann können die Reisenden sehen, daß hier auch früher schon Menschen gewesen sind. Sonst würde man es gar nicht glauben.«

»Da hast du also nichts als Böses getan!« sagte die Mutter. »Marsch fort mit dir in den Sack!« Und ehe er sich dessen versah, wurde der Südwind um den Leib gefaßt und in den Sack gesperrt. Er wälzte sich darin auf dem Boden umher; die Mutter aber setzte sich auf den Sack, und da mußte er still liegen.

»Das sind wirklich recht ausgelassene Söhne!« sagte der Prinz.

»Allerdings«, antwortete sie, »aber ich bin auch imstande, sie zu züchtigen. Da haben wir nun den vierten!«

Es war der Ostwind, der in chinesischer Tracht erschien.

»So, kommst du aus jener Gegend?« fragte die Mutter. »Ich glaubte, du seiest im Garten des Paradieses gewesen!«

»Nein, dorthin fliege ich erst morgen«, sagte der Ostwind. »Morgen sind es gerade hundert Jahre, seitdem ich zum letzten Mal dort war. Jetzt komme ich von China, wo ich um den Porzellanturm wehte, daß alle Glöckchen daran klingelten. Unten auf der Straße bekamen die Mandarinen Prügel, das Bambusrohr wurde auf ihnen zerschlagen, und doch waren es Beamte vom ersten bis zum neunten Grad. Sie schrien: Viel Dank, mein väterlicher Wohltäter! Aber es war ihnen nicht ernst damit, und ich sang: Tsing, tsang, tsu! und klingelte mit den Glocken.«

»Du hast wieder Mutwillen getrieben!« sagte die Alte. »Es ist gut, daß du morgen in den Garten des Paradieses kommst. Das hat immer einen guten Einfluß auf dich. Trinke dann nur tüchtig aus der Quelle der Weisheit und bring mir auch ein Fläschchen von dem Wasser mit.«

»Gut, ich werde es nicht vergessen«, sagte der Ostwind. »Warum hast du denn aber den Bruder Südwind in den Sack gesperrt? Heraus mit ihm! Er muß mir vom Vogel Phönix erzählen; denn von ihm will die Prinzessin im Paradiesgarten immer wieder hören, so oft ich ihr nach hundert Jahren wieder einen Besuch abstatte. Komm, öffne den Sack und laß ihn heraus; dann bist du meine liebe, süße Mutter, und ich schenke dir auch zwei Taschen voll Tee, so grün und frisch, wie ich ihn an Ort und Stelle selbst gepflückt habe.«

»Nun, um des Tees willen, und weil du mein Herzensjunge bist, will ich den Sack öffnen!« Sie tat es, und der Südwind kroch heraus. Allein er sah ganz verlegen aus, wahrscheinlich weil der fremde Prinz zugegen gewesen war.

»Da hast du ein Palmblatt für die Prinzessin«, sagte der Südwind. »Der alte Vogel Phönix, der einzige, der in der Welt ist, hat es mir gegeben. Er hat mit seinem Schnabel die ganze Beschreibung seiner hundert Jahre hineingeritzt. Nun kann sie es selbst lesen. Ich habe es mitangesehen, wie der Vogel Phönix selbst Feuer an sein Nest legte und darin saß und verbrannte, wie die Frau eines Hindus. Hu! wie die dürren Zweige knisterten! Es war ein furchtbarer Rauch und Dampf! Endlich loderte alles hoch auf, und der alte Vogel Phönix wurde zu Asche. Nur sein Ei lag glühend rot im Feuer; plötzlich zersprang es mit einem großen Knall, und der junge Phönix flog heraus. Jetzt ist er der Regent über alle Vögel und der einzige Vogel Phönix in der Welt. Er hat in das Palmblatt, das ich dir gab, zum Gruß an die Prinzessin ein Loch hineingebissen.«

»Nun wollen wir aber vorerst essen!« sagte die Mutter der Winde, und dann setzten sich alle zusammen und aßen von dem schöngebratenen Hirsch. Der Prinz saß neben dem Ostwind, und sie wurden bald gute Freunde.

»Sag mir einmal«, begann der Prinz, »was ist denn das für eine Prinzessin, von der so viel die Rede war, und wo liegt eigentlich der Garten des Paradieses?«

»Höh, höh!« sagte der Ostwind, »wenn du dahin willst, dann mußt du morgen mit mir reisen. Aber ich muß dir sagen, daß seit Adams und Evas Zeit kein Mensch dort gewesen ist; diese kennst du doch wohl aus der biblischen Geschichte?«

»Ja freilich«, sagte der Prinz.

»Als sie damals verjagt wurden, versank der Garten des Paradieses in die Erde; doch behielt er seinen warmen Sonnenschein, seine milde Luft und alle seine Herrlichkeit. Die Feenkönigin wohnt darin. Und dort liegt die Insel der Seligkeit, wo es herrlich zu weilen ist. Setze dich morgen auf meinen Rücken, dann will ich dich mitnehmen. Ich glaube, es wird schon gehen. Aber für heute genug davon; denn ich will jetzt schlafen.«

Dann schliefen sie alle miteinander.

In früher Morgenstunde erwachte der Prinz und war nicht wenig erstaunt, daß er sich schon hoch über den Wolken befand. Er saß auf dem Rücken des Ostwindes, der ihn sorgfältig festhielt. Sie schwebten so hoch in der Luft, daß Wälder und Felder, Flüsse und Seen sich wie auf einer Landkarte ausnahmen.

»Guten Morgen!« sagte der Ostwind. »Du kannst getrost noch ein wenig schlafen; denn auf dem flachen Lande unter uns ist nicht viel zu sehen, wenn du nicht etwa Lust haben solltest, die Kirchtürme zu zählen. Sie stehen wie Kreidepünktchen auf dem grünen Brett da unten.« Unter dem grünen Brett aber verstand er die Felder und Wiesen.

»Es war recht unhöflich, daß ich mich bei deiner Mutter und bei deinen Brüdern nicht verabschiedet habe«, bemerkte der Prinz.

»Wenn man schläft, ist man entschuldigt«, erwiderte der Ostwind. Und nun flogen sie noch schneller dahin; das konnte man an den Baumwipfeln der Wälder merken. Wenn sie über ihnen hinwegeilten, rauschten alle Zweige und Blätter. Man konnte es auch an dem Meere und den Seen merken; denn wo immer sie flogen, erhoben sich die Wellen, und die großen Schiffe tauchten tief ins Wasser nieder, wie schwimmende Schwäne.

Gegen Abend, als es dunkelte, boten die großen Städte einen prächtigen Anblick dar. Bald da, bald dort erglänzten unten die Lichter. Es nahm sich gerade so aus, wie wenn man ein Stück Papier angezündet hat, und nun die vielen kleinen Funken sieht, die schnell wieder verschwinden, wie eine Schar Kinder, die aus der Schule nach Hause eilen. Der Prinz klatschte in die Hände; aber der Ostwind bat ihn, das lieber zu unterlassen und sich festzuhalten, sonst könnte er am Ende hinunterfallen und an irgend einem Kirchturm hängen bleiben.

Der Adler über den dunklen Wäldern fliegt zwar leicht dahin; aber der Ostwind flog noch leichter. Der Kosak auf seinem Pferde jagt ungestüm über die Ebenen; aber in noch sausenderem Galopp stürmte der Prinz von dannen.

»Jetzt kannst du schon den Himalaja sehen!« sagte der Ostwind. »Das ist das höchste Gebirge der Erde; und bald werden wir nun an den Garten des Paradieses gelangen.« Sie wandten sich nun etwas mehr südwärts, und bald stieg der Duft von Gewürzen und Blumen zu ihnen empor. Feigen und Granatäpfel wuchsen wild, und die wilde Weinrebe trug blaue und rote Trauben. Hier ließen sich die beiden nieder und streckten sich im weichen Grase, wo die Blumen dem Winde zunickten, als wollten sie ihn freundlich willkommen heißen.

»Sind wir jetzt im Garten des Paradieses?« fragte der Prinz.

»Nein, noch nicht!« erwiderte der Ostwind. »Aber wir werden gleich dort sein. Siehst du die Felswand dort und die große Höhle, vor der die Weinranken wie große, grüne Vorhänge herunterhängen? Dort müssen wir hindurch. Hülle dich nur fest in deinen Mantel; denn obgleich die Sonne hier heiß brennt, so ist es doch nur einen einzigen Schritt weiter eisig kalt. Der Vogel, der dort an der Höhle vorüberfliegt, hat den einen Flügel draußen im warmen Sommer, aber den andern drinnen im kalten Winter.«

Bild: Hans Tegner

»Und dies ist also der Weg zum Paradies?« fragte der Prinz.

Sie gingen in die Höhle hinein. Huh! wie entsetzlich kalt war es darin! Doch dauerte es nicht lange. Der Ostwind breitete seine Flügel aus, und sie leuchteten wie glänzendes Feuer. Welch eine wunderbare Höhle war das! Große Steinblöcke, von denen das Wasser herabtröpfelte, hingen in seltsamen Gestalten über ihnen von der Decke herunter. Bald war der Weg so eng, daß sie auf Händen und Füßen kriechen mußten, bald so hoch und weit wie in der freien Luft. Es sah aus wie Grabkapellen mit stummen Orgelpfeifen und versteinerten Fahnen.

»Wir gehen wohl den Weg des Todes zum Garten des Paradieses!« sagte der Prinz. Aber der Ostwind erwiderte kein Wort, sondern deutete nur vorwärts. Da strahlte ihnen das herrlichste blaue Licht entgegen. Die Steinblöcke über ihnen lösten sich mehr und mehr in Nebel auf, der endlich so klar und durchsichtig wurde wie eine weiße Wolke im Mondschein. Jetzt umgab sie eine liebliche, milde Luft, frisch wie die der Berge und duftend wie bei den Rosen im Tal.

Ein Fluß zog dahin, klar wie die Luft selbst, und die Fische darin glänzten wie Silber und Gold; purpurrote Aale, aus denen bei jeder Bewegung blaue Funken sprühten, spielten unten im Wasser; die breiten Blätter der Seerose leuchteten in den Farben des Regenbogens, und die Blume selbst war eine rötlich brennende Flamme, der das Wasser Nahrung gab, gerade wie eine brennende Lampe von dem Öle seine Nahrung erhält. Eine feste Marmorbrücke, aber so künstlich und fein gearbeitet, als sei sie von Spitzen und Glasperlen, führte über den Fluß zu der Insel der Glückseligkeit, wo der Garten des Paradieses blühte.

Der Ostwind nahm den Prinzen auf seine Arme und trug ihn hinüber. Da sangen die Blumen und Blätter die schönsten Lieder aus seiner Kindheit, aber so wunderbar schön, wie keine menschliche Stimme zu singen vermag.

Waren es Palmbäume oder riesengroße Wasserpflanzen, die hier wuchsen? So saftige und große Bäume hatte der Prinz noch nie gesehen. In langen Blumengewinden hingen da die seltsamsten Schlingpflanzen, wie sich nur sonst auf dem Rande alter Legendenbücher oder sich durch deren Anfangsbuchstaben hindurchschlingend, abgebildet finden. Es waren die merkwürdigsten Zusammensetzungen von Vögeln, Blumen und Ranken. Im Grase dicht daneben stand eine Schar Pfauen mit ausgebreiteten leuchtenden Schwänzen. Ja, ja es war wirklich so! Als der Prinz sie aber anrührte, merkte er, daß es keine Tiere, sondern Pflanzen waren, nämlich große Kletten, die hier wie der prächtige Schwanz des Pfaus strahlten. Löwen und Tiger sprangen gleich geschmeidigen Katzen durch die Hecken, die wie Blüten des Ölbaums dufteten, und diese Löwen und Tiger waren ganz zahm. Die Waldtaube, deren Gefieder wie die schönste Perle schimmerte, streifte mit ihren Flügeln die Mähne des Löwen, und die sonst so scheue Antilope stand ruhig daneben und nickte mit dem Kopfe, als ob auch sie mitspielen wollte.

Nun kam die Fee des Paradieses: Ihre Kleider leuchteten wie die Sonne, und ihr Antlitz war heiter wie das einer glücklichen Mutter, wenn sie sich recht von Herzen über ihr Kind freut. Sie war jung und lieblich, und die schönsten Mädchen, jede mit einem goldenen Stern im Haare, folgten ihr.

Der Ostwind übergab ihr das geschriebene Blatt vom Vogel Phönix, und ihre Augen strahlten vor Freude. Sie nahm den Prinzen bei der Hand und führte ihn in ihr Schloß, dessen Wände wie das prächtigste Tulpenblatt, das man gegen die Sonne hält, leuchteten. Die Decke selbst war eine große, strahlende Blume, und je länger man hineinschaute, desto tiefer erschien ihr Kelch. Der Prinz trat ans Fenster und sah durch eine der Scheiben. Da erblickte er den Baum der Erkenntnis mit der Schlange, und Adam und Eva standen dicht daneben. »Sind sie denn nicht vertrieben worden?« fragte er. Die Fee lächelte und sagte ihm, daß die Zeit auf jede der Scheiben ihr Bild eingebrannt habe; aber das seien nun keine solchen Bilder, wie man sie sonst zu sehen pflege. O nein, es sei Leben darin. Die Blätter und Bäume bewegten sich, und die Menschen kamen und gingen wie in einem Spiegelbilde. Der Prinz sah durch eine andere Scheibe und erblickte dort Jakobs Traum von der Himmelsleiter, und die Engel schwebten mit großen Flügeln auf und nieder. Ja, alles, was auf dieser Welt geschehen war, lebte und bewegte sich auf diesen Glasscheiben; so künstliche Gemälde konnte allerdings nur die Zeit einbrennen.

Bild: Hans Tegner

Die Fee lächelte und führte ihn in einen großen, hohen Saal, dessen Wände durchsichtige Gemälde zu sein schienen, auf denen ein Antlitz immer schöner war als das andere. Eine unzählige Schar Seliger war darauf dargestellt; sie lächelten und sangen, und alle ihre Stimmen vereinigten sich zu einer einzigen entzückenden Melodie. Die allerobersten Gesichter waren so klein, daß sie kleiner aussahen als die kleinste Rosenknospe, die nur durch ein Pünktchen angedeutet ist. Mitten im Saale stand ein großer Baum mit herunterhängenden üppigen Zweigen; große und kleine goldene Apfel hingen wie Apfelsinen zwischen den grünen Blättern. Das war der Baum der Erkenntnis, von dessen Frucht Adam und Eva gegessen hatten. Von jedem Blatt tröpfelte ein schimmernder roter Tautropfen; es war, als weine der Baum blutige Tränen.

»Nun wollen wir in das Boot steigen«, sagte die Fee, »und dann auf dem Wasser einige Erfrischungen genießen. Das Boot schaukelt zwar, bewegt sich aber nicht von der Stelle; allein alle Länder der Welt werden an unseren Augen vorübergleiten.« Und es war ein merkwürdiger Anblick, die ganze Küste in Bewegung zu sehen. Es kamen die hohen, schneebedeckten Alpen mit Wolken und dunklen Tannenbäumen; das Alphorn erklang tief wehmütig, und der Hirt jodelte lustig im Tale. Dann neigten die Bananenbäume ihre langen, hängenden Zweige über das Boot nieder, kohlschwarze Schwäne schwammen auf dem Wasser, und die seltsamsten Tiere und Blumen zeigten sich am Ufer. Es war Australien, der fünfte Weltteil, der mit einer Aussicht auf seine blauen Berge vorüberglitt. Man hörte den Gesang der Priester und sah den Tanz der Wilden beim Schalle der Trommeln und knöchernen Posaunen. Die Pyramiden Ägyptens, die bis in die Wolken ragten, umgestürzte Säulen und Sphinxe, halb im Sande begraben, zogen vorüber. Die Nordlichter flammten über den Gletschern der Polarländer; das war ein Feuerwerk, das niemand nachahmen konnte. Der Prinz war glückselig, und er sah noch hundertmal mehr, als wir hier erzählen.

»Und darf ich immer hierbleiben?« fragte der Prinz.

»Das hängt ganz von dir selbst ab«, antwortete die Fee. »Wenn du dich nicht wie einst Adam von dem Verbotenen gelüsten lässest, darfst du immer hierbleiben.«

»O, ich werde die Äpfel auf dem Baume der Erkenntnis gewiß nie berühren!« erwiderte der Prinz. »Hier sind ja Tausende von Früchten, die ebenso schön sind wie jene.«

»Prüfe dich selbst, und bist du nicht stark genug, so kehre mit dem Ostwind, der dich hergebracht hat, wieder um. Er fliegt nun zurück und kommt erst nach hundert Jahren wieder. Die Zeit wird dir zwar hier so schnell vergehen, als seien es nur hundert Stunden; aber für Versuchung und Sünde ist es doch eine lange Zeit. Jeden Abend, wenn ich mich von dir trenne, muß ich dir nämlich zurufen: ›Komm mit! komm mit!‹ Ich muß dir auch mit der Hand winken, aber du sollst mir nicht folgen. Bleibe ja zurück und geh nicht mit; denn mit jedem Schritte wird dein Verlangen wachsen. Du gelangst in den Saal, wo der Baum der Erkenntnis wächst; ich schlafe unter seinen duftigen, herabhängenden Zweigen. Du wirst dich über mich beugen, und ich muß dich anlächeln; und sobald du mir einen Kuß auf den Mund drückst, versinkt das Paradies tief in der Erde und ist für dich verloren. Der scharfe Wind der Wüste wird dich umsausen; der kalte Regen aus deinem Haare träufeln; Kummer und Sorge werden dein Erbteil.«

»Ich bleibe!« sagte der Prinz. Da küßte ihn der Ostwind auf die Stirne und sprach: »Sei stark, dann treffen wir hier nach hundert Jahren wieder zusammen. Lebe wohl! Lebe wohl!« Er breitete seine großen Flügel aus; sie glänzten wie das Wetterleuchten in der Erntezeit, oder wie das Nordlicht im Winter. »Lebe wohl! lebe wohl!« riefen die Blumen und Bäume. Störche und Pelikane flogen in langen Reihen wie flatternde Bänder mit ihm und gaben ihm das Geleit bis zur Grenze des Gartens.

»Nun beginnen wir unsere Tänze«, sagte die Fee, »und zum Schlusse, gerade bei Sonnenuntergang, werde ich mit dir tanzen. Wirst du dann hören, daß ich dir zurufe: ›Folge mir!‹ so tue es ja nicht! Hundert Jahre lang muß ich es jeden Tag wiederholen, aber nach jedem Siege über dich selbst gewinnst du mehr Kraft, und zuletzt denkst du gar nicht mehr daran. Heute abend geschieht es zum ersten Mal. Nun habe ich dich gewarnt.«

Darauf führte ihn die Fee in einen großen Saal von weißen, durchsichtigen Lilien, deren gelbe Staubfäden eine kleine goldene Harfe bildeten, die mit Saitenspiel und Flötenton erklang. Die schönsten Mädchen, in wallenden Flor gekleidet, daß die anmutigen Glieder hindurchschimmerten, schwebten im Tanze auf und ab und sangen, wie herrlich es sei zu leben, und daß sie niemals sterben würden und der Garten des Paradieses ewig blühen werde.

Die Sonne ging unter; der ganze Himmel wurde ein Lichtmeer, das den Lilien den Schein der herrlichsten Rosen verlieh. Der Prinz trank von dem schäumenden Wein, den die Mädchen ihm darreichten, und er fühlte eine Glückseligkeit wie nie zuvor. Er sah, wie der Hintergrund des Saals sich öffnete: der Baum der Erkenntnis strahlte in einem Glanze, der ihm die Augen blendete; ein sanfter, süßer, von dort her erklingender Gesang erinnerte ihn an die Stimme seiner Mutter, und ihm ward, als ob sie sänge: »Mein Kind, mein geliebtes Kind!«

Nun winkte die Fee und rief zärtlich: »Folge mir! Folge mir!« Und er stürzte ihr nach und vergaß sein Versprechen, vergaß es schon am ersten Abend, und sie winkte und lächelte. Der gewürzige Duft ringsumher wurde stärker, die Harfen klangen immer lieblicher, und es war, als ob Millionen lächelnder Köpfe im Saale, wo der Baum wuchs, ihm zunickten und sängen: »Man muß alles kennen lernen, der Mensch ist der Herr der Erde!« Und keine blutigen Tränen waren es mehr, die von den Blättern des Baumes der Erkenntnis herunterfielen, nein, lauter rote, funkelnde Sterne schienen es zu sein. »Folge mir! Folge mir!« klangen die bebenden Töne, und bei jedem Schritte brannten die Wangen des Prinzen heißer, wogte sein Blut heftiger. »Ich muß!« sagte er, »es ist ja keine Sünde, kann keine sein! Weshalb der Freude und Schönheit nicht folgen? Nur sehen will ich, wie sie schläft! Wenn ich mich nur nicht hinreißen lasse, sie zu küssen, dann ist nichts verloren, und das tue ich gewiß nicht. Ich bin stark und habe einen festen Willen.«

Und die Fee warf ihr strahlendes Gewand ab, bog die Zweige zurück, und im nächsten Augenblick war sie darin verschwunden.

»Ich habe noch nicht gesündigt«, sagte der Prinz, »und werde es auch nicht.« Aber er bog doch die Zweige auseinander: da lag sie und schlief schon, so liebreizend, wie es überhaupt nur die Fee des Paradieses sein kann. Sie lächelte im Traume; er beugte sich über sie und sah Tränen zwischen ihren Augenwimpern beben.

»Weinst du über mich?« flüsterte er. »O weine nicht, du herrliches Weib! Nun begreife ich erst das Glück des Paradieses; es durchströmt mein Blut und erfüllt meine Gedanken; ich fühle die Kraft des Cherubs und ewiges Leben in meinem irdischen Körper. Möge ewige Nacht mich umfangen, eine Minute wie diese ist Reichtum genug!« Und er küßte die Tränen von ihren Augen; sein Mund berührte den ihrigen – –

Da krachte ein Donnerschlag, ein Donnerschlag, so laut und schrecklich, wie niemand je gehört hatte, und alles stürzte zusammen: die schöne Fee und das Paradies versanken; es sank tief und immer tiefer. Der Prinz sah es in die schwarze Nacht versinken; wie ein kleiner schimmernder Stern leuchtete es noch in weiter Ferne. Todeskälte durchschauerte seine Glieder; er schloß die Augen und lag lange Zeit wie tot da.

Der kalte Regen schlug ihm ins Gesicht, scharfer Wind blies um seinen Körper, so daß ihm endlich die Besinnung wiederkam. »Was habe ich getan!« seufzte er. »Ich habe gesündigt wie Adam, ja gesündigt, so daß das Paradies vor mir versunken ist!« Er öffnete die Augen; den Stern in weiter Ferne, den Stern, der wie das versunkene Paradies leuchtete, sah er noch – es war der Morgenstern am Himmel.

Er richtete sich auf und befand sich in dem großen Walde dicht bei der Höhle der Winde, und die Mutter der Winde saß neben ihm. Sie sah zornig aus und erhob drohend den Arm.

»Gleich am ersten Abend!« sagte sie. »Ja, das dachte ich mir wohl. Wärest du mein Sohn, so müßtest du jetzt in den Sack hinein.«

»Da soll er auch hinkommen«, sagte der Tod. Es war ein starker, alter Mann mit einer Sense in der Hand und mit großen, schwarzen Flügeln. »In den Sarg soll er gelegt werden, aber noch nicht gleich. Ich werde ihn nur kennzeichnen und lasse ihn dann noch eine Weile auf der Erde umherwandern, seine Sünden büßen und gut und besser werden. Ich komme einmal ganz unverhofft, wenn er es am wenigsten vermutet, dann lege ich ihn in den schwarzen Sarg, nehme diesen auf meinen Kopf und fliege zu den Sternen empor. Auch dort blüht ein Paradiesgarten. Und wenn er gut und fromm ist, darf er dort eintreten. Ist aber sein Dichten und Trachten böse und sein Herz noch voller Sünde, dann versinkt er mit dem Sarge tiefer, als das Paradies gesunken ist, und erst nach tausend Jahren hole ich ihn wieder, damit er entweder noch tiefer sinke oder auf den funkelnden Stern dort oben versetzt werde.«

Bild: Hans Tegner
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