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Amalie Dietrich

Charitas Bischoff: Amalie Dietrich - Kapitel 39
Quellenangabe
typebiography
authorCharitas Bischoff
titleAmalie Dietrich
publisherG.Grote'sche Verlagsbuchhandlung
seriesGrote'sche Sammlung von Werken zeitgenössischer Schriftsteller
volumeSiebenundneunzigster Band
year1909
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080319
projectid74f86c48
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Hamburg, d. 20. 1. 65.

Frau Amalie Dietrich!

Wir empfingen Ihren lieben Brief mit den sehr betrübenden Nachrichten über Ihre Krankheit und das stattgehabte Feuer. Was Ihre Krankheit anbetrifft, so hoffen wir, daß Sie wieder hergestellt sind. Wir beunruhigen uns aber doch sehr um Sie und wünschen, daß Sie nicht länger ganz ohne Hilfe bleiben. Kennen Sie vielleicht jemanden aus früherer Zeit, dem Sie zutrauen, daß er Ihnen so helfen könnte, wie Sie und wir es brauchen? Für den Fall möchten wir Ihnen raten, daß Sie bald Schritte in der Sache tun. Arbeiten, die körperliche Kräfte beanspruchen, wie das weite Tragen von Pflanzen und Tieren, das Packen der Kisten und Tonnen, kann ein anderer tun. Wir wünschen aber ausdrücklich, daß die Leitung des Unternehmens, ebenso wie die Führung der Kasse durchaus in Ihren bewährten Händen bleibt.

Was nun das Feuer anbetrifft, so tut es uns natürlich sehr leid, daß all das schöne Material, sowie die kostbaren Sammlungen ein Raub der Flammen wurden.

Wir können uns nur zu gut denken, wie unglücklich Sie hierüber sind, und auch wir beklagen diesen Verlust aufs tiefste. Solche Unglücksfälle liegen aber nicht in menschlicher Hand, und wollen mit Ergebung und Kraft getragen sein. Sie werden dort alles getan haben, was in Ihren Kräften steht, um keine längere Unterbrechung in Ihrer Tätigkeit eintreten zu lassen, und haben wir bei Empfang dieser traurigen Nachrichten uns sofort mit der Anschaffung einer ganz neuen Ausrüstung beschäftigt. Sie sehen hieraus, daß wir in jeder Weise gern bereit sind, Sie aufs kräftigste zu unterstützen. Wir geben Ihnen nur zu gern diese Beweise unseres großen Vertrauens.

Die Ausrüstung werden wir, da wir in nächster Zeit kein eignes Schiff nach Australien senden, via England von Sydney an Herrn Heußler & Co. für Sie abrüsten, und mit unserm ersten Frühlingsschiff werden wir dann ferneres Material folgen lassen.

Arbeiten Sie nur so treu und fleißig, meine gute Frau Dietrich, wie bisher, und der pekuniäre Verlust so wie das sonst Verlorene wird bald wieder eingeholt sein!

Wir freuen uns, daß Sie nördlicher gehen wollen, und möchten wir Sie nochmals bitten, nicht nur Skelette von dort vorkommenden großen Säugetieren, sondern auch möglichst Skelette und Schädel von den Eingebornen, sowie auch deren Waffen und Geräte zu senden. Diese Sachen sind sehr wichtig für die Völkerkunde.

Wir haben das gute Zutrauen zu Ihnen, daß Sie das Alles machen werden.

Unser Museum zieht immer mehr Beachtung auf sich, und es ist der wissenschaftlichen Welt wohl bekannt, wieviel Amalie Dietrich zu dessen steter Ausdehnung beiträgt.

Von den Landschnecken war die eine, und von den eingesandten Fischen waren mehrere neu, auch teile ich Ihnen mit, daß zwei Wespen nach Ihnen benannt sind.

Ohne ein mehreres für heute grüßen Sie freundlichst

J.C. Godeffroy & Sohn.

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