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Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen

Anton Edzardi: Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen - Kapitel 73
Quellenangabe
typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleAltdeutsche und Altnordische Helden-Sagen
publisherVerlag von Albert Heitz
printrunZweite Auflage
editorAnton Edzardi
year1880
translatorFriedrich Heinrich von der Hagen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150512
projectid9d926f7d
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Sechstes Kapitel

Ueberschrift: »Hier kämpft Sigurd mit den Gandalfssöhnen« S; »Gest erzählt von Starkad« F.

| Darnach vermählte Sigurd sich mit Gudrun, Gjuke's Tochter, und blieb eine Zeit lang dort bei seinen Schwägern. Ich war abwechselnd bald bei Sigurd, bald in Dänemark; ich war auch damals bei Sigurd, als König Sigurd Hring Vgl. oben S. 235*. die ihm verschwägerten mága. Vgl. Fas . 1, 380. 388: Gandalfs synir mágar hans (Sigurd Hring's). Näheres über dies Verwandtschaftsverhältniß wissen wir nicht. Gandalfssöhne zu den Gjukungen, Gunnar und Hogne, sandte und forderte, daß sie ihm Tribut zahlen sollten, oder das Kriegsglück versuchen. Wörtlich: »einen Heerzug erdulden«. Sie aber wollten ihr Land wehren. Die hier zu Grunde liegende Sage findet sich wieder in der Episode des Sachsen- und Dänenkrieges im Nib.-Liede. Auch dort sagen der Dänen- und Sachsenkönig den Gjukungen Fehde an, und Sigfrid kämpft auf der Seite seiner Schwäger gegen jene. Auch Vols. (S. 1271. 148***. 206,6–10 = Atlam. 95 f.) weiß von Kriegszügen, die Sigurd nach seiner Vermählung mit Gudrun in Begleitung seiner Schwäger unternahm, und nennt als die besiegten Feinde einen Dänen- und Hunen- (d. h. Sachsen-)König (S. 148). Vgl. Müllenhof, Nordalb. Stud. 1, 191 ff; Gesch. d. N. N. S. 32 f. HS. 183 f. 256. Raßmann, Heldens. 1, 184 f. Da begrenzten die Gandalfssöhne den Gjukungen einen Kampfplatz Eigentlich: »sie steckten ihn mit Haselruthen (wie das üblich war) ab«. an der Landesmark und fuhren dann wieder zurück. Die Gjukunge aber baten Sigurd den Fafnistödter mit ihnen in die Schlacht zu ziehen; und das that er. Ich war damals wieder bei Sigurd. Wir segelten da nordwärts nach Holsetaland Vgl. oben S. 369*. und landeten bei einem Orte Namens Jarnamoda. Unweit des Hafens aber waren die Haselruthen Eigentlich: »sie steckten ihn mit Haselruthen (wie das üblich war) ab«. aufgesteckt, wo der Kampf stattfinden sollte. Da sahen wir viele Schiffe von Norden her segeln; diese befehligten die Gandalfssöhne. Beide Heere gingen nun an's Land.

Sigurd Hring war nicht dabei, denn er mußte sein Land ||66) Schweden Sigurd Hring herrschte nämlich nach der Bravallaschlacht über Dänemark und Schweden zugleich. vertheidigen, weil die Kuren Bewohner von Kurland. und Kvänen Ein finnischer Stamm, der zu beiden Seiten des bottnischen Meerbusens wohnte. dort eingefallen waren. Sigurd war damals schon hochbejahrt.

Nun stießen die beiden Heere aufeinander; da begann eine heftige und blutige Schlacht. Gandalf's Söhne drangen tapfer vorwärts Vgl. oben S. 369†., dieweil sie größer und stärker als andere Männer waren.

In ihrem Heere sah man einen gewaltigen und starken Mann, der schlug alles nieder, Mann und Roß, so daß nichts gegen ihn Stand hielt; denn er glich mehr einem Riesen als einem Menschen. König Gunnar bat Sigurd, diesem Teufel in Menschengestalt entgegen zu treten, weil, wie er sagte, es sonst nicht gut abgehen würde. Sigurd machte sich nun gegen den großen Mann auf, und einige Männer mit ihm; die meisten jedoch hatten nicht Lust dazu. Wir erreichten bald den ungeheuern Mann (sprach Gest), und fragte Sigurd ihn nach seinem Namen, und wo er her wäre. Er antwortete, er hieße Starkad, Storverk's Sohn Ein berühmter nordischer Sagenheld., [und stamme] vom Norden, von Norwegen her, aus Fenhring. Eine Insel an der norwegischen Küste, nicht weit von Bergen. Sigurd sagte, er habe seiner erwähnen hören, zumeist aber im Schlimmen: »solche Männer soll man nicht mit Leid verschonen.« Starkad sprach: »Wer ist dieser Mann, der mich so sehr mit Worten schmäht?« Sigurd nannte seinen Namen. Starkad fuhr fort: »Bist du Fafnistödter benannt?« »So ist's,« antwortete Sigurd. Da wollte Starkad sich davon machen. Sigurd aber setzte ihm nach, zückte das Schwert Gram und zerschlug ihm mit dem Gefäß die Kinnlade, so daß ihm zwei Backzähne heraussprangen, und verstümmelte ihn so mit dem Hiebe. Eigentlich: »und war das ein Verstümmelungshieb«. Eine Verstümmelung sollte er nämlich nach Thor's Bestimmung ( Fas . 3, 33) in jedem Kampfe erhalten. Dann hieß Sigurd den Hund Eigentlich: »Hund in Menschengestalt«. sich hinweg heben. Da entwich Starkad. Ich aber nahm den einen Backzahn auf und trug ihn ||67) bei mir; er hängt nunmehr zu Lund in Dänemark Schonen gehörte früher zu Dänemark. an einem Glockenstrange und wiegt sechs Öre Öre (Unze) ist der 16. Theil des Pfundes., und es scheint den Leuten eine Sehenswürdigkeit, ihn dort zu betrachten. Nach Starkad's Flucht aber flohen Gandalf's Söhne. Wir machten da große Beute. Darnach zogen die Könige heim in ihr Reich, und saßen nun in Ruhe.

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