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Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen

Anton Edzardi: Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen - Kapitel 71
Quellenangabe
typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleAltdeutsche und Altnordische Helden-Sagen
publisherVerlag von Albert Heitz
printrunZweite Auflage
editorAnton Edzardi
year1880
translatorFriedrich Heinrich von der Hagen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150512
projectid9d926f7d
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Viertes Kapitel

Ueberschr.: »Hier wird erzählt vom Schwerte Gram, welches Regin verfertigte« S; »Gespräch des Königs mit Gest« F.

| Da geschah es eines Tages, daß wir mit Sigurd zu Regin's Hause kamen Nach einer ältern Fassung der Sage, die hier zu Grunde liegt, wächst Sigurd bei Regin im Walde auf, ohne seine Eltern zu kennen; s. oben S. 65*. 84***.; Sigurd ward da freundlich aufgenommen. Da sprach Regin diese Strophe Die folgenden 14 Strophen gehören den eigentlichen Regm. an, die hier vollständig erhalten sind.:

»Her gekommen
Ist Sigmund's Sproß,
Der thatkühne Eigentlich: »der schnell entschlossene«. Held,
Zu unsern Sälen.
Kraft hat er mehr
Als ein alter Mann Nämlich: »wie ich«. Regin will Sigurd anstatt seiner zum Kampfe mit Fafni veranlassen.,
Kampfes bin ich gewärtig
Vom gierigen Wolf.« »Wolf« bezeichnet häufig einen gefährlichen, streitgierigen Menschen (= Feind); vgl. oben S. 153***. Hier ist Sigurd gemeint, mit dem Kampfe aber der Angriff auf Fafni. Die ganze Wendung scheint sprichwörtlich gebraucht worden zu sein, vgl. Flat. 2,1326.
»Aufziehen will ich
Den kampfkühnen Fürsten:
Nun ist Yngve's Yngve (= Frey) ist der Stammvater der Ynglinge. Auf ihn führten die norwegischen Könige ihren Stammbaum zurück. Daß Sigurd hier »Yngve's Sproß« heißt, ist auffallend. Sproß
Zu mir gekommen.||57)
Der mächtigste Fürst wird er
Unter der Sonne:
Sein Lob wird durch alle
Lande erschallen.«

Sigurd blieb nun beständig bei Regin, und dieser erzählte ihm viel von Fafni, daß er in Wurmes Gestalt auf der Gnitahaide Vgl. oben S. 67**. 179***. läge, und wie ungeheuer groß derselbe wäre. | Regin schmiedete für Sigurd das Schwert, welches Gram hieß: dies war so scharfschneidig, daß, als er es in den Rhein-Strom Die aus Deutschland eingewanderte Sage hat in der Lokalisirung (Frankenland, Rhein u. s. w.) noch eine Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimath bewahrt. hielt und einen Flock Wolle vom Strome dagegen treiben ließ, es den Flock so wie das Wasser durchschnitt. Dann zerklöbte Sigurd mit dem Schwerte Regin's Ambos. Hierauf redete Regin Sigurd zu, seinen Bruder Fafni zu erschlagen. Da sprach Sigurd die Strophe:

»Laut werden Hunding's
Söhne lachen,
Sie, die Eylime's
Tage verkürzten,
Wenn es mich stärker
Gelüstet, zu suchen
Rothe Ringe
Als Vaterrache.«

Hierauf rüstete sich Sigurd zur Heerfahrt, und gedachte gegen Hunding's Söhne zu ziehen; König Hjalprek gab ihm viel Mannschaft und etliche Kriegsschiffe. Auf dieser Fahrt begleiteten Sigurd Hamund, ||58) sein Bruder, und Regin, der Zwerg; ich war auch dabei, und man nannte mich da Norna-Gest. König Hjalprek hatte mich kennen gelernt, als er bei Sigmund, Volsung's Sohne, in Dänemark gewesen war. | Dort war Sigmund mit Borghild vermählt in Bralund; damit aber endete ihre Ehe, daß Borghild Sinfjotle, Sigmund's Sohn, mit Gift tödtete. Wie oben S. 50 ff. erzählt ist. Darnach vermählte sich Sigmund südlich im Frankenlande mit Hjordis, der Tochter Eylime's, welchen Hunding's Söhne erschlugen; Sigurd hatte also sowohl seinen Vater als auch seinen Muttervater zu rächen. Helge, der Hundligstödter benannt ward, war Sigmund's Sohn und ein Bruder Genauer sein Stiefbruder. Sigurd's, der nachmals Fafnistödter benannt ward. Helge, Sigurd's Bruder, hatte den König Hunding und drei seiner Söhne, Eyjulf, Hjorvard und Herrud Herrudh wird aus Herurdh (= Hervardh) entstellt sein. Ueber die Namen s. Beitr. 3, 218., erschlagen Vgl. oben S. 811.; aber andere drei Brüder, Lyngve, Alf und Heming, waren entronnen: diese waren gar berühmte Helden, was jegliche Tüchtigkeit betrifft; Lyngve aber stand an der Spitze der Brüder. Gar zauberkundig waren sie: sie hatten viele Kleinkönige bezwungen, manchen Kämpen erschlagen und manche Burg verbrannt, und stifteten arge Verheerung in Spanien und Frankenland. Es war aber damals das Kaiserthum noch nicht über die Alpen hierher nordwärts gekommen. D. h. es gab noch keine römischen Kaiser deutscher Nation, kein Kaiserthum in Deutschland ( Landn. S. 24; vgl. C.-V. 156a). Diese Bemerkung soll erklären, wie die Hundingssöhne damals so in Frankenland hausen konnten. – »Hierher nordwärts« heißt: »nördlich in der Richtung auf uns zu« (nicht: bis zu uns). | Hunding's Söhne hatten sich das Reich unterworfen, welches Sigurd in Frankenland zu Eigen hatte, und hatten sie ein zahlreiches Heer.

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