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Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen

Anton Edzardi: Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen - Kapitel 65
Quellenangabe
typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleAltdeutsche und Altnordische Helden-Sagen
publisherVerlag von Albert Heitz
printrunZweite Auflage
editorAnton Edzardi
year1880
translatorFriedrich Heinrich von der Hagen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150512
projectid9d926f7d
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Neunzehntes Kapitel

Hierauf fuhren Hvitserk und Bjorn heim nach ihrem Reiche, desgleichen Sigurd; | Ivar aber blieb zurück und herrschte über England. Seitdem hielten sie weniger zusammen mit ihrem Heere, und heerten bald in diesem, bald in jenem Lande. Randalin aber, ihre Mutter, ward eine alte Frau. Einmal hatte ihr Sohn | Hvitserk eine Heerfahrt gen Osten unternommen; da kam ihm eine so große Uebermacht entgegen, daß er nicht Widerstand leisten Eigentlich: »den Schild dagegen erheben«. konnte, und ward er gefangen. Da erwählte er sich die Todesart, daß ein Scheiterhaufe von ||293 Menschenköpfen gemacht und er darauf verbrannt würde; und so starb er. Saxo 456,14 ff berichtet ausführlicher dasselbe vom Tode des Withserkus. Derselbe Zug fand sich schon oben S. 2761 in etwas veränderter Fassung auf Eirek's Tod übertragen. Als Randalin dies vernahm, sprach sie folgende Strophe:

»Einer meiner Söhne                          30.
Fand den Tod im Osten Rußland ist gemeint, vgl. Saxo a. a. O.,
Hvitserk war sein Name,
Nimmer wollt' er fliehen;
Verbrannt ward er auf Häuptern
Im Kampf erschlagner Helden:
Diesen Tod erkor sich,
Eh' er fiel, der Kühne Genauer: »der thatkühne Held«.

Und weiter sprach sie:

»Zahllos ließ der Fürst sich                          31.
Häupter unterlegen,
Auf dem Scheiterhaufen
Hoch die Flamme lodern (?) Den offenbar verderbten Text dieses Verspaares sicher zu deuten, ist mir ebenso wenig wie meinen Vorgängern gelungen.:
Wie möcht' ein Kämpe bess'res
Bett sich unterbreiten,
Als der Held? Der Fürst stirbt
Hochberühmt bei allen (?).« Statt illa lese ich allra oder all ā, d. i. allan; s. übrigens d. Nachtr.

Aber von Sigurd Schlangenauge ist ein großer Stammbaum entsprossen. | Seine Tochter hieß Ragnhild, die Mutter Die jungen Papier-Abschriften bieten hier eine abweichende, auch im Rsth. 358-60 und andern Quellen sich findende Genealogie: »Seine Tochter hieß [Aslaug und war die Mutter Sigurd Hjort's. Sigurd Hjort war] Ragnhild['s Vater, der] Mutter ...« Vgl. Storm, Ragnar Lodbrok, S. 102 f. Harald Schönhaar's, welcher zuerst Alleinherrscher von ganz Norwegen war.

Ivar aber herrschte über England ||294 bis an seinen Tod, und starb durch Siechthum. D. h. nicht durch Waffen, vgl. oben S. 105*. Als er auf dem Todbette Eigentlich: »in tödtlicher Krankheit«. lag, gebot er ihn dort zu bestatten, wo das Land feindlichen Einfällen ausgesetzt wäre; so, sagte er, würden, wie er wähne, die dort Landenden nicht den Sieg davon tragen. Als er gestorben war, geschah, was er befohlen, und ward er dort in einem Grabhügel bestattet. Und viele Männer sagen, daß König Harald, Sigurd's Sohn, als er nach England kam, dort landete, wo Ivar [begraben] lag; und auf diesem Zuge fiel er. In der Schlacht bei Standford-Bridge, im J. 1066. Harald ist der unter dem Beinamen hardhrádhi bekannte norwegische König. Und als Wilhelm der Bastard Gemeinlich der Eroberer genannt, weil er in demselben Jahre England eroberte, durch die Schlacht bei Hastings. ins Land kam, zog er hin und erbrach Ivar's Grabhügel, und sah Ivar noch unverwest: da ließ er einen großen Scheiterhaufen errichten und Ivar darauf verbrennen. Darnach ging er ans Land und gewann den Sieg.

Bjorn Eisenseite hatte auch eine zahlreiche Nachkommenschaft; von ihm stammt ein mächtiges Geschlecht: das des Thord, der zu Hofde am Hofdastrand wohnte, ein mächtiger Häuptling. In Nord-Island. Vgl. Storm, Ragn. Lodbr., S. 103 f.

Als nun Ragnar's Söhne alle gestorben waren, zerstreute sich die Mannschaft, die ihnen gefolgt war, nach verschiedenen Seiten; und Alle, die bei Ragnar's Söhnen gewesen waren, achteten die andern Häuptlinge gering. Es waren [darunter] zwei Männer, die weit durch die Lande zogen, zu suchen, ob sie einen Häuptling fänden; dem zu dienen sie nicht für Unehre hielten; doch zogen sie nicht beide zusammen.

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