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Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen

Anton Edzardi: Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen - Kapitel 55
Quellenangabe
typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleAltdeutsche und Altnordische Helden-Sagen
publisherVerlag von Albert Heitz
printrunZweite Auflage
editorAnton Edzardi
year1880
translatorFriedrich Heinrich von der Hagen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150512
projectid9d926f7d
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Neuntes Kapitel

Als nun die Frist, so für Ragnar's festlichen Besuch in Uppsala verabredet war, verstrichen, und er nicht kam, schien es dem Könige Eystein eine Beschimpfung für ihn und für seine Tochter, und damit war die Freundschaft der beiden Könige zu Ende.

Da Eirek und Agnar, Ragnar's Söhne, dies vernahmen, verabredeten sie unter sich, sie wollten sich so viel Mannschaft verschaffen, wie sie irgend vermöchten, und damit eine Heerfahrt nach Schweden thun. Sie brachten auch ein großes Heer zusammen, und rüsteten ihre Schiffe aus. Man hielt es aber [allgemein] für sehr bedeutungsvoll, daß es glücklich von statten ginge, wenn die Schiffe ins Meer geschoben werden sollten. Da geschah es, daß ||260), als Agnar's Schiff von den Rollen Auf welchen die Schiffe vom Lande ins Meer gerollt wurden. [ins Meer] schoß, ein Mann darunter gerieth und den Tod fand; und das nannte man Rollenröthung. Das däuchte ihnen kein guter Anfang, doch wollten sie darum ihre Fahrt nicht aufgeben. Eigentlich: »ließen sie das nicht ihrer Fahrt im Wege stehn«.

Als nun ihr Heer bereit war, fuhren sie damit nach Schweden. Und sobald sie in König Eystein's Reich kamen, zogen sie mit dem Heerschilde D. h. »feindlich« (= S. 290*. 296**). Der als Kriegzeichen erhobene Schild (auch zu Schiffe am Mastbaum) war roth, vgl. dazu H. H. I, Str. 34. darüber hin.

Die Bewohner des Landes aber nahmen das wahr; sie zogen gen Uppsala und sagten dem König Eystein, daß ein Heer ins Land eingefallen wäre. Der König ließ alsbald mit dem Heerpfeil Wodurch die streitbaren Männer zum Kriegsdienst aufgeboten wurden (vgl. Grimm, Rechtsalt. S. 162). ein Aufgebot Eigentlich: »ein Pfeilaufgebot«. durch sein Reich ergehn Vom Absatz ab bis hierher = S. 290**. 291*. 308**. 3211u. s. w., | und zog ein so großes Heer zusammen, daß es erstaunlich war. Dies Heer führte er in einen Wald und schlug dort sein Lager auf. Er hatte da auch die Kuh Sibilja bei sich, und viel Opfer waren ihr gebracht worden, ehe sie mitziehn wollte. Vgl. oben S. 263***. Als sie nun im Walde waren, sprach König Eystein also: »Ich habe vernommen (sagte er), daß Ragnar's Söhne auf dem Felde vor dem Walde sind; aber es ist mir für wahr gesagt worden, daß sie im Vergleich mit uns nicht ein Drittel Heeres haben. Nun wollen wir unsere Schaaren zur Schlacht aufstellen, und ein Drittel unseres Heeres soll ihnen entgegen ziehn. Jene sind so streitbar, daß sie wähnen werden, die Gewalt über uns in Händen zu haben: aber alsbald wollen wir mit der ganzen Macht über sie herfallen, und soll die Kuh dem Heere voranlaufen, und vor ihrem Gebrülle, meine ich, werden sie nicht Stand halten.« Und also geschah es.

Sobald die Brüder König Eystein's Heer sahen, wähnten sie, es mit keiner Uebermacht zu thun zu haben, und dachten nicht, ||261 daß das Heer noch größer wäre. Aber gleich darauf kam das ganze Heer aus dem Walde hervor, und die Kuh war losgelassen und sprang vor dem Heere daher und brüllte fürchterlich. Da überkam solche Aufregung gnýr. die Heermannen, so es hörten, daß sie auf einander losschlugen Vgl. oben S. 264**, unten S. 292***., nur die beiden Brüder blieben standhaft. Sie aber, das arge Ungethüm, tödtete den Tag mit ihren Hörnern manchen Mann; und obschon die Söhne Ragnar's gewaltige Männer waren, so | vermochten sie doch nicht zugleich der Uebermacht der Menge und der Zauberkraft Eigentlich dem Opferdienst, d. h. der durch Opfer bewirkten Zauberkraft. zu widerstehn. Sie leisteten aber tapfern Widerstand und wehrten sich kühnlich und mannhaft und gar rühmlich. Eirek und Agnar waren den Tag vorn in der Schlachtreihe, und oft drangen sie durch die Reihen König Eystein's. | Da fiel Agnar. Eirek sah es und focht nun aufs allertapferste, und kümmerte sich nicht darum, ob er von dannen käme oder nicht. Da ward er von der Uebermacht bewältigt und gefangen genommen. Z. 10 ff.: Diese Schilderung erinnert in ihren einzelnen Wendungen stark an ähnliche der Volsungasaga, z. B. S. 213-6, 194 f., 2194 u. s. w.

Da gebot König Eystein dem Kampfe Einhalt zu thun, und bot Eirek Schonung: »und überdies (sagte er) will ich dir meine Tochter geben.« »um die er früher gebeten hatte«, fügt der Rsth. hinzu. Eirek antwortete, und sprach die Strophe:

Will nichts von Bruderbuße,                          11.
Die du bietest, hören,
Noch von Brautkauf Wörtlich: »Noch eine Maid um Ringe kaufen«. Der Brautschatz (s. oben S. 63**) ist gemeint.: Eystein
Nennt man Agnar's Mörder.
Nicht weint um mich die Mutter. Thora, seine Mutter, war schon todt; s. oben S. 2431.
Zu oberst Nämlich auf den Speerspitzen. auf dem Schlachtfeld
Sterben will ich: laßt denn
Geere mich durchbohren. ||262)

Dann sagte er, er wünschte, daß die Männer, die ihm gefolgt wären, Sicherheit erhielten und führen, wohin sie wollten. | Ich aber will, daß man möglichst viele Spieße nehme und in die Erde stoße. Da hinauf will ich mich heben lassen und da das Leben lassen.« Da sprach König Eystein, es sollte geschehen, wie er bäte, obschon er das erwählte, was für sie beide das schlimmere wäre.

Da wurden die Spieße nieder (in die Erde) gestoßen, Eirek aber sprach die Strophe:

»Nie wird, möcht' ich glauben Eigentlich: »soweit ich Beispiele (ähnliche Fälle) dafür weiß«, vgl. unten Kapitel 20, Abs. 1.,                          12.
Eines Königs Erbe
Auf ruhmvollerm Lager
Sterben, ein Mahl dem Raben.
Bald wird auch ob meinem
Blut der Schlachtenvogel
[Laut], der schwarze, krächzen,
Lohnt er mir gleich übel.« Vgl. unten Str. 14, 7 f.

Hierauf ging er dahin, wo die Spieße aufgerichtet standen Eigentlich: »nieder (in die Erde) gestoßen waren«., zog einen Ring von seiner Hand, warf ihn denen zu, die ihm gefolgt waren und nun Frieden erhalten hatten, und sandte sie an Aslaug, indem | er die Strophe sprach:

»Meldet auf schnellstem Genauer: »höchstem«, nämlich auf dem kürzeren Wege durchs Hochland statt des längeren am Strande entlang. Wege                          13.
Aslaug – meine Mannen
Fielen Rsth. liest vielleicht richtiger: »vorbei ist's mit den Ostfahrten«. – die Schlanke solle
Meine Ringe haben.
Traurig wird dann, wenn sie
Meinen Tod erfahren, ||263)
Meine Stiefmutter ihren
Söhnen zumeist zureden. Die Uebersetzung ist unsicher. Die Stelle scheint verderbt überliefert. Gemeint ist wohl die folgende Aufreizung zur Rache.

| Nunmehr ward er auf die Spieße gehoben. Da sah er einen Raben fliegen und sprach ferner:

»Hier krächzt schon der Rabe                          14.
Hoch ob meinem Haupte;
Meine Augensterne
Heischt der Wundengeier: Wundengeier = Rabe.
Hackt der Rabe mir die
Augen aus dem Kopfe,
Lohnt der Wundenvogel
Schlecht manch' reiche Spende. Vgl. Str. 12, 8.

| So ließ er sein Leben mit großer Standhaftigkeit. = oben S. 2004; unten S. 313*.

Seine Boten aber zogen heim und hielten nicht eher an, als bis sie dorthin kamen Eine in Thidr. s. (aber auch sonst) häufige Wendung (s. Germ. 25, 152)., wo Ragnar seinen Sitz hatte. Er war aber damals zu einer Königsversammlung gefahren. Auch waren Ragnar's Söhne von der Heerfahrt Von der das siebente Kapitel handelt, auf welcher Rognvald fiel, s. S. 281. noch nicht heimgekommen.

Die Boten blieben dort drei Nächte, bevor sie vor Aslaug gingen. Als sie nun vor Aslaug's Hochsitz kamen, grüßten sie sie ehrerbietig, und sie nahm ihren Gruß entgegen. Ein linnenes Tuch hatte sie über den Schooß gedeckt: sie war im Begriffe sich zu kämmen und hatte ihr Haar aufgelöst. Da fragte sie, wer sie wären; denn sie hatte sie zuvor nie gesehen. Der unter ihnen das Wort führte, sagte, sie wären Eirek's und Agnar's, der Söhne Ragnar's, Heermannen gewesen. Da sprach sie die Strophe: ||264)

»Was sagt ihr – ist euer                          15.
Heer im Schwedenlande (?) Die Stelle ist gewiß schlecht überliefert. Ich vermuthe (an Stelle einer bessern Erklärung): ... er ydharr | herr í Svía landi.
Oder sonstwo draußen? – (Für) neue Königskunde? D. h. »Was für neue Kunde von den Königen (meinen Söhnen) bringt ihr mir?« S. d. Nachtr.
Nordwärts fuhren, hört' ich,
Die Dänenhelden, es färbte
Blut der Schiffe Rollen Wörtlich: »sie hatten Rollenröthung«; s. oben S. 273*.,
Fürder hört' ich nichts mehr.«

Jener entgegnete die Strophe:

»Schmerzlich ist's: wir künden                          16.
Deiner Söhne Tod dir. Ich lese: that er naudh, sona daudha.
Alter hat das Schicksal
Versagt den Söhnen Thora's. Die Uebersetzung von Vers 3 und 4 ist unsicher: die Ueberlieferung scheint verderbt; s. d. Nachtr.
Andere schlimme Kunde
Weiß ich nicht, die neuer.
Vollführt hab' ich die Botschaft:
Der Aar flog ob der Leiche.« Eirek's nämlich, vgl. Str. 14, zum letzten Verse vgl. Str. 29, 8 (S. 315). – Vers 7: fögrum] 1. sögnum.

Sie fragte nun, wie das ergangen wäre; und da sprach (wiederholte) der Bote die Strophe, welche Eirek gesprochen hatte, als er ihr den Ring sandte. Da sahen sie, daß sie Thränen vergoß; die aber waren wie Blut anzusehen und hart wie Hagelkörner; niemand hatte sie weinen gesehen, zuvor nicht noch auch hernach. Dann sagte sie, sie könnte nicht eher die Rache unternehmen, als bis entweder Ragnar oder seine Söhne heim kämen. »Ihr sollt aber so lange hier bleiben; und ich will nicht unterlassen, zur Rache aufzufordern, gleich als wenn jene meine [leiblichen] Söhne [gewesen] wären.«

So blieben sie dort; es fügte sich aber, daß Ivar mit seinen Brüdern ||265) früher heim kam als Ragnar. Und kaum waren sie angelangt, so Wörtlich: »Nicht lange waren sie daheim, bevor ...« Vgl. oben S. 266**, wo dieselbe Wendung etwas anders wiedergegeben ist. begab sich Aslaug zu ihren Söhnen; Sigurd aber war damals drei (?!) Winter alt; er ging mit seiner Mutter.

Als sie nun in die Halle trat, die den Brüdern gehörte, ward sie wohl empfangen. Sie befragten einander, was sich ereignet habe, und jene erzählten ihr zuerst den Fall Rognvald's, ihres Sohnes, und was sich dabei zugetragen hatte. Aber das machte auf sie keinen großen Eindruck. Sie sprach:

»Lange ließen meine                          17.
Söhne aufs Meer Eigentlich: »Mövenfeld«. mich starren Sehnsüchtig der Söhne wartend.:
Wenig häuslich húsgafls (?) medhalfœrir. weilt ihr
Draußen [allzu lange Etwas derartiges ist statt des entstellten heim af zu erwarten.].
Rognvald hat geröthet
Den Schild im Männerblute,
Kam streitkühn zu Odin S. oben S. 10**.
Als meiner Söhne jüngster.«

Ich sehe nicht (fügte sie hinzu), daß er zu größerem Ruhm hätte leben können.« D. h. »daß, wenn er am Leben geblieben wäre, er größeren Ruhm hätte erlangen können«.

Hierauf fragten jene, | was sie Neues zu erzählen hätte. Sie antwortete Die ganze Art, wie Aslaug ihre Söhne, die zuerst sich weigern, zur Rache ihrer Stiefbrüder aufreizt, erinnert sehr an Gudrun's Aufreizung ihrer Söhne, Svanhild, deren Stiefschwester, zu rächen (oben S. 213 f.).: »Den Fall Eirek's und Agnar's, eurer Brüder und meiner Stiefsöhne, der Männer, welche meines Erachtens die tapfersten Helden gewesen sind. | Und es ist selbstverständlich, daß ihr solches nicht duldet sondern es furchtbar rächt. Und das erbitte ich von euch, und biete euch alle meine Hülfe dazu Wörtlich: »ich will in aller Hülfe mit euch sein«., daß dies [eher] zu sehr als zu wenig gerochen werde.« Da sagte Ivar: »Fürwahr, ich ziehe nimmer nach Schweden ||266), um gegen König Eystein und den Opferzauber dort zu kämpfen.« Sie drang heftig in sie; Ivar aber führte das Wort für sie und versagte beharrlich die Fahrt. Da sprach sie die Strophe:

» Ihr, ihr wäret nimmer                          18.
Lange ungerochen,
Ein Halbjahr [nur], wäret
Ihr zuvor gefallen –
Unverhohlen sag' ich's –
Wenn am Leben wären
Eirek so wie Agnar,
Die nicht ich geboren.«

Ivar erwiderte: »Ich zweifle, daß Eigentlich: »Es ist ungewiß, ob ...« es etwas hilft, wenn du auch eine Strophe nach der andern sprichst. Weißt du denn recht, was für ein starkes Hemmniß fastgardhr. dort im Wege ist? »Ich weiß es nicht gewiß (antwortete sie); »kannst du denn sagen, welche Schwierigkeiten es dort giebt?« Ivar sagte [darauf], dort sei ein so gewaltiger Opferdienst, daß man nirgend von seinesgleichen vernommen habe Vgl. oben S. 263**.; »und der König ist ebenso mächtig wie boshaft.« »Was ist es, worauf er bei seinem Opferdienst am meisten vertraut?« Er antwortete: »Das ist eine große Kuh, die Sibilja genannt wird; die ist [durch Zauberei] so stark gemacht, daß, sobald man ihr Gebrüll hört, keiner von seinen Feinden hat Stand halten können Vgl. oben S. 263†.; und es ist kaum, als wenn man allein mit Männern zu kämpfen hätte; vielmehr muß man glauben, daß man eher dem Zauber zu begegnen habe als dem König, und dem will ich weder mich aussetzen ||267) noch mein Heer.« [Sie erwiderte:] »Du magst bedenken, daß du nicht zugleich der gewaltigste Mann heißen kannst und doch nichts dazu thun.« D. h. daß du den Namen des gewaltigsten Mannes durch Heldenthaten verdienen mußt.

Da sie aber glaubte, daß ihr Bemühen vergeblich wäre, wollte sie wieder hinweggehn, [weil] jene auf ihre Worte nicht sonderlich zu achten schienen. Da sprach Sigurd Schlangenauge ormr í augu, d. h. eigentlich »Schlange im Auge«, s. oben S. 269*.: »Mutter, ich will dir sagen (sprach er), was ich im Sinne habe, doch nichts vermag ich über die Antworten jener.« D. h. »ich kann nicht auf den Entschluß meiner Brüder einwirken« (über sie verfügen). »Laß es mich hören,« sagte sie. Da sprach er die Strophe:

»In drei Nächten soll die                          19.
Flotte fertig liegen
– Lange Fahrt wir haben –
Hast du Kummer, Mutter:
Nicht soll König Eystein,
Helfen uns die Disen S. oben S. 56**. 186*.,
Mag viel Gut er bieten,
Zu Uppsala herrschen.«

Und als er die Strophe gesprochen hatte, da änderten die Brüder etwas ihren Sinn. Aslaug aber sprach: »Du giebst mir wohl zu erkennen, mein Sohn, daß du meinen Willen thun willst: jedoch kann ich nicht absehen, daß wir dies zu Wege zu bringen vermöchten, wenn wir nicht den Beistand deiner Brüder haben. Der aber könnte so ausfallen, daß ich aufs beste damit zufrieden sein könnte. Wohl gefällt mir dein Benehmen, mein Sohn.«

| Da sprach Bjorn die Strophe:

»Herz und Muth dem Manne                          20.
Werden sich bewähren
In adlerkühner Brust, spricht
Er gleich davon wenig. ||268)
Uns [zwar] steht die Schlange
Glänzend Eigentlich: »ein Wurm noch glänzende Schlangen«. nicht im Auge;
[Doch] erfreuten mich die Brüder:
Deiner Stiefsöhne gedenk' ich.« D. h. »[Doch] meine [gefallenen Stief-]Brüder waren freundlich gegen mich: ich gedenke ihrer«.

Und nun | sprach Hvitserk diese Strophe:

»Sinnen wir, eh' wir geloben,                          21.
Daß die Rache ausführbar werde. So nach dem bessern Text in Rsth. Gemeint ist wohl: »wir wollen zunächst darauf denken, daß wir unsere Schiffe loseisen und so den Rachezug überhaupt erst möglich machen«.
Laßt uns manches Unheil
Agnar's Mörder anthun.
Schiebt ins Meer die Schiffe,
Haut das Eis vorm Schnabel;
Schaun wir, wie die Schiffe
Wir am schnellsten rüsten.«

Hvitserk sagte aber deshalb, daß man das Eis aufhauen sollte, weil starker Frost war und ihre Schiffe eingefroren waren.

Hierauf nahm Ivar das Wort und sagte, es wäre nun dahin gekommen, daß er auch Theil daran zu nehmen gedächte, | und sprach dann die Strophe:

»Hohen Muth und Kühnheit                          22.
Laßt uns jetzo haben;
Dazu wird uns große
Standhaftigkeit thrá ( Rsth., statt thar unseres Textes). nöthig.
Mich beinlosen D. h. »knochenlosen«, s. oben S. 257. sollt ihr
Tragen vor den Männern:
[Eine] Hand zur Rache hab ich So nach Rsth.,
Brauch ich [sonst] auch keine.« ||269)

»Und so steht die Sache nun (sagte Ivar), daß wir allen möglichen Fleiß anzuwenden haben, unsere Schiffe auszurüsten und Mannschaft zusammenzubringen; denn wir werden es nöthig haben, nichts zu sparen, wenn der Sieg unser sein soll.«

Hierauf ging Aslaug hinweg.

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