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Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen

Anton Edzardi: Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen - Kapitel 52
Quellenangabe
typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleAltdeutsche und Altnordische Helden-Sagen
publisherVerlag von Albert Heitz
printrunZweite Auflage
editorAnton Edzardi
year1880
translatorFriedrich Heinrich von der Hagen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150512
projectid9d926f7d
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Sechstes Kapitel

Nun vergingen die Tage, und ihre Ehe war glücklich und ihre Liebe groß. Kraka aber fühlte ||251) Wehen: sie kam nieder und genas eines Sohnes. Und der Knabe ward mit Wasser besprengt S. oben S. 64*. und ihm ein Name gegeben, und ward er Ivar genannt. Aber dieser Knabe war knochenlos, und als ob da Knorpel wären, wo Knochen sein sollten. Als er jung war, war er so groß von Wuchs, daß es nicht seinesgleichen gab. Er war von Ansehn der allerschönste Mann und so klug, daß es ungewiß (schwer zu sagen) ist, wer ein klügerer Mann gewesen als er.

Es waren ihnen noch mehrere Kinder beschieden: | ihr zweiter Sohn hieß Bjorn, der dritte Hvitserk und der vierte Rognvald; sie waren alle gewaltige Männer und gar kühn. Sobald sie etwas vornehmen konnten, lernten sie allerhand Kunstfertigkeiten. Und überall, wohin sie fuhren, ließ Ivar sich auf Stangen tragen, weil er nicht gehn konnte, und er mußte ihnen Rath geben, was sie auch unternahmen.

Damals waren Eirek und Agner, Ragnar's Söhne, gewaltige Männer, so daß man kaum ihresgleichen fand; und sie zogen jeden Sommer mit Heerschiffen aus Eigentlich: »sie hausten auf Heerschiffen«., und waren berühmt durch ihre Heerfahrten. Da geschah es eines Tages, daß Ivar mit seinen Brüdern Hvitserk und Bjorn redete: wie lange es so fort gehn sollte, daß sie daheim säßen und sich keinen Ruhm erwürben. Sie erklärten aber, sie würden seinem Rathe folgen, hierin wie in anderem. »So will ich,« sagte Ivar, »daß wir bitten, es möchten uns Schiffe nebst Heervolk gegeben werden, so daß dieselben wohl bemannt sind; demnächst will ich, daß wir uns Gut und Ruhm erwerben, wenn es sich so fügen will.«

Nachdem sie dieses unter sich beschlossen hatten, sagten sie Ragnar, sie wollten, daß er ihnen Schiffe gäbe und ||252) solche Leute, die [schon] in hartem Kampfe (?) erprobt und mit allem ausgerüstet wären. Und er that, wie sie baten.

Als nun diese Flotte gerüstet war, fuhren sie vom Lande; überall aber im Männerkampf behielten sie die Oberhand, und so erwarben sie sich zahlreiches Gefolge sowohl wie Gut.

Da sagte Ivar, er wollte, daß sie mehr dorthin steuerten, wo [ihrer] größere Uebermacht warte, und so ihre Tapferkeit erprobten; sie aber fragten da, wo er dergleichen wüßte. Da nannte er eine Stadt, die hieß Hvitabö Nach Rafn wäre Withby an der Ostküste von Nordhumberland gemeint., da aber war eine Opferstätte Genauer: »da waren Opfer gewesen«.: »und mancher hat schon versucht, sie zu erobern, aber keiner hat gesiegt. Auch Ragnar war dorthin gekommen, hat aber unverrichteter Sache wieder abziehen müssen.« »Ist denn das Volk dort so zahlreich (fragten jene) und so tapfer, oder finden sich dort andere Schwierigkeiten?« Ivar sagte, dort wäre sowohl große Volksmenge als auch eine bedeutende Opferstätte; und das habe Allen Verderben gebracht und Niemand hätte [dagegen] Stand gehalten. Da sagten sie, er möchte entscheiden, ob sie dorthin steuern sollten oder nicht. Er aber erklärte, er sei entschlossen, es darauf ankommen zu lassen, ob ihre Tapferkeit ihnen [nicht] mehr nützen werde, als den Bewohnern jenes Landes ihr Opferdienst. Wörtlich: »als der Opferdienst der Landsleute«.

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