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Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen

Anton Edzardi: Altdeutsche und Altnordische Helden-Sagen - Kapitel 39
Quellenangabe
typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleAltdeutsche und Altnordische Helden-Sagen
publisherVerlag von Albert Heitz
printrunZweite Auflage
editorAnton Edzardi
year1880
translatorFriedrich Heinrich von der Hagen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150512
projectid9d926f7d
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Sechsunddreißigstes Kapitel

Ueberschrift: »Der Kampf in der Burg ...«

Sie ritten nun zur Königshalle. König Atle ordnete sein Volk zur Schlacht, und so stellten die Schlachtreihen sich auf Genauer: »wandten sich«., daß ein Gehege gardhr, ein eingehegter Raum. zwischen ihnen lag. »Seid uns willkommen,« sagte er, »und gebt mir das viele Gold, das uns zukömmt, den Hort, den Sigurd besaß und nun Gudrun zu eigen hat.« Gunnar sprach: »Nimmer empfängst du den Hort: und tapferen Männern sollt ihr zuvor begegnen, ehe wir das Leben lassen, wenn ihr uns Kampf bietet. Kann sein, daß du dieses Fest großartig und wenig armselig Wörtlich: »aus (mit) geringer Armseligkeit«. zurüstest für Aar und Wolf.« Der Sinn ist: Vielleicht kommt dies großartig zubereitete Fest nur den Thieren des Schlachtfeldes zu Gute, d. h. es wird in einen Kampf ausarten. »Lange schon hatte ich es im Sinne [sprach Atle], euch ans Leben zu gehn, [um] des Goldes zu walten, und euch so das Neidingswerk That eines Neiding (Schurken). zu vergelten, daß ihr euern trefflichen Schwager verrathen habt, und das habe ich vor zu rächen.« Hogne antwortete: »Das kommt euch gar schlecht zu statten, daß ihr lange [schon] über ||174) diesem Rathe brütet, da ihr doch noch Wörtlich: »: ihr seid doch noch ...« in nichts gerüstet seid.«

Da kam es zu hartem Kampf, und ward derselbe zunächst mit Geschossen geführt. Wörtlich: »war zuvörderst Geschoß-Angriff (-Kampf).« Nun drang diese Kunde zu Gudrun. Und als sie solches hörte, da gerieth sie außer sich Ward rasend (?), gneip, nicht gneyp, s. Bugge, S. 198. und warf den Mantel von sich. Darauf ging sie hinaus, und grüßte die, so da gekommen waren, und küßte ihre Brüder und bezeigte ihnen Liebe: und dies war ihre letzte Begrüßung. Da sprach sie: »Ich glaubte dem vorgebeugt zu haben, daß ihr kämet: aber niemand vermag dem Geschick zu widerstehn« Vgl. oben S. 181**. 1864 u. s. w.; und sprach dann: »Kann es noch etwas frommen, Sühne zu versuchen?« Aber alle verneinten es entschieden. Nun sah sie, daß ihren Brüdern schlimm Eigentlich »schmerzlich«. mitgespielt werde; da entschloß sie sich, rauhen Kriegern gleich zu handeln hyggr á hardhrædhi.: sie legte eine Brünne an und nahm sich ein Schwert und focht auf Seiten ihrer Brüder und drang vorwärts gleich dem kühnsten Manne; und das sagten alle überein, daß man schwerlich eine stärkere Gegenwehr gesehen habe als dort. Da fielen viele Männer, geschah aber doch tapferes Vordringen von Seiten der Brüder. Der Kampf währte lange, bis über Mittag hinaus. Gunnar und Hogne drangen vorwärts durch die Schaaren König Atle's Vgl. oben S. 213. 42, Z. 1 ff. 80, Z. 12 ff.: und so wird gesagt, daß das ganze Feld von Blute floß. Hogne's Söhne drangen nun mächtig vorwärts. König Atle sprach: »Wir hatten »haben« Hdschr., verschrieben. ein großes und schmuckes Heer, und gewaltige Helden; | jetzt aber sind viele von uns gefallen, und haben wir euch Uebles zu lohnen: erschlagen [habt ihr] neunzehn meiner Helden, und nur elf sind übrig.«

Nun ward ein Stillstand im Kampfe. Da sprach König Atle: »Vier Nach Am. 52 waren sie fünf Brüder. Brüder waren wir, und ich allein bin noch übrig. Ich gewann mächtige Schwägerschaft, und erhoffte mir Vortheil davon; | eine Frau hatte ||175) ich, schön und klug, hochherzig und heldenmüthig: aber nicht kömmt mir ihre Klugheit zu Gute, denn selten lebten wir in Frieden mit einander. Ihr habt nun viele meiner Blutsfreunde erschlagen, dazu mich um Herrschaft, Reich und Gut Das Erbe Sigurd's, auf welches er als zweiter Gatte Gudrun's Anspruch macht. betrogen, [auch] meine Schwester Brynhild, durch den Betrug beim Durchreiten der Waberlohe. In der Quelle ( Am. 53, 5 f.) erhebt er den Vorwurf, und zwar gegen Gudrun, sie habe den Tod seiner Schwester (Brynhild's nämlich) verschuldet, indem Gudrun Sigurd für sich nahm und durch die Enthüllung des Verraths Brynhild's Tod veranlaßte. Auch nach Dr. Nifl. fordert Atle von den Gjukungen Buße für Brynhild's Tod. verrathen, und das härmt mich am meisten.« Hogne sprach: »Warum erwähnst du dessen? Ihr brachet zuerst den Frieden: du nahmst eine Blutsfreundin Nach Am. 54 Grimhild. Dieser Zug ist sonst in der Sage unbekannt (vgl. jedoch Am. 68, 4). von mir, und hungertest sie zu Tode, und mordetest sie und nahmst das Gut In Am. heißt es: »Du nahmst meine Mutter, mordetest sie um Kleinode; [meine] kluge Mutterschwestertochter ließest du in einer Höhle Hungers sterben.«; und war das nicht königlich. | Und erfreulich dünkt Eigentlich: »zum Lachen«, vgl. oben S. 88**. es mich, daß du deinen Harm herzählst; und den Göttern will ich es danken, daß es dir übel geht.«

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