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Allerlei Schnick-Schnack

Georg Bötticher: Allerlei Schnick-Schnack - Kapitel 9
Quellenangabe
typepoem
booktitleAllerlei Schnick-Schnack
authorGeorg Bötticher
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleAllerlei Schnick-Schnack
created20050321
sendergerd.bouillon
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Trink- und Lebenskunst.

        Sich den Lebenstrank bereiten,
Daß er munde und dich labe –
Vom Geschick ist's eine Gabe,
Zählend zu den Seltenheiten.

Zwar nicht schwierig ist's zu leisten,
Auch der Stoff ist zu erschwingen –
Aber – ihn zur Geltung bringen,
Darin hapert's bei den meisten!

's ist wie mit dem Bowlenbrauen:
Alle meinen's ja zu können:
Doch was sie so Bowle nennen –
Der Verständge sieht's mit Grauen!

Einge glauben's zu ertrotzen
Mittelst Sekt und teurer Weine.
Als genüge dies alleine –
O die unglückselgen Protzen!

Andre – 's sind die meisten – denken
Wenn sie Gläser Weines leeren,
Worin schwimmen einge Beeren –
Daß sie Erdbeerbowle tränken!

Nur der Kluge weiß, was not ist,
Eins: daß sich der Früchte Seele,
Das Arom, dem Wein vermähle,
Bis der Trank wie sie so rot ist.

Und ihn preisend stets aufs neue
Lacht er ob der Protzen Sparren,
Lacht er ob der armen Narren
Duft- und farblosem Gebräue!

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