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Allerlei Schnick-Schnack

Georg Bötticher: Allerlei Schnick-Schnack - Kapitel 34
Quellenangabe
typepoem
booktitleAllerlei Schnick-Schnack
authorGeorg Bötticher
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleAllerlei Schnick-Schnack
created20050321
sendergerd.bouillon
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Die Absonderlichen.

          's gibt Menschen von absonderlichem Wesen,
Die sich die »Form« zur Lebensnorm erlesen,
Die ängstlich jede freie Wallung scheun,
Nichts Höhres kennen als »korrekt« zu sein
Und höchster Geistes- und Gemütsentfaltung
Weit eines vorziehe: »Tadellose Haltung.«
Die Haltung – was auch immer sie erfahren,
In jeder Lebenslage – zu bewahren,
Vor allem auch im Angesicht der Leute –
Das ist ihr Stolz, ihr Glück und ihre Freude.
Die einzge Freude! Denn ihr Blut ist kühl,
Vom ewgen Zwang verkrüppelt ihr Gefühl,
Kein Dichterwort kann dauernd sie erregen,
Kein Kunstwerk sie im Innersten bewegen,
Nie hat der Schönheit Wonne sie durchglüht,
Nie Leidenschaft erschüttert ihr Gemüt,
Ihr Herz kennt keinerlei Begeistrungsschauer;
Es ist in jedem Zustand: Freud und Trauer,
Groll, Freundschaft, Liebe, Ärger, Lust und Leid
Ein Zehntel Herz, neun Zehntel Schicklichkeit. –
So diese Menschenart. – Nun meint ihr wohl,
Ein Wesen, so erkünstelt, leer und hohl,
Nur auf den Schein bedacht – es müßte allen
Absurd bedünken, jedermann mißfallen?
O, ganz im Gegenteil: es imponiert!
Man schätzt es hoch und nennt es – »distinguiert
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