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Allerlei Schnick-Schnack

Georg Bötticher: Allerlei Schnick-Schnack - Kapitel 14
Quellenangabe
typepoem
booktitleAllerlei Schnick-Schnack
authorGeorg Bötticher
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleAllerlei Schnick-Schnack
created20050321
sendergerd.bouillon
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Ein heikler Fall.

                  Vor Zeiten in Magdeburg ist einmal
Ein Jud gefalln in ein heimlich Lokal.
Es blieb ihm an Luft noch zum Atmen satt,
Doch konnt er nit raus, weil die Wände glatt.
Da nun der Tag ein Sonnabend war,
So hat sich der Glaubensgenossen Schar
Geweigert, ihn heut noch herauszuziehn,
Weil's ihnen Sabbat-Entheiligung schien.
Erzbischof Konrad, der solches vernommen,
Ließ selben Tags noch die Judenschaft kommen,
Sprechend: »Habt ihr's so wenig eilig?
Nun wohl! Auch der christliche Sabbat ist heilig.
Damit ihr des besser achten tut,
Bleibt in der Grub auch noch morgen der Jud!« –
So hat denn der Arme in heikelster Lage
Aushalten müssen zwei volle Tage.
Er hat sich nit weiter drüber beklagt.
Nur beim Herausziehn hat er gesagt:
»Zwai Schabbes? Hm! Es will m'r doch schainen,
Als hätt m'r völlig genug an ainen!«
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