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Allerlei Geister

August Kopisch: Allerlei Geister - Kapitel 36
Quellenangabe
typemisc
booktitleAllerlei Geister
authorAugust Kopisch
editorLeo Greiner
firstpub1848
year1913
publisherMartin Mörikes Verlag
addressMünchen
titleAllerlei Geister
created20050724
sendergerd.bouillon
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Willegis

        Es sahn am Thum zu Mainz die adelichen Herrn
Den Willegis zum Bischof nicht allerwege gern.
          Der war ein Wagnersohn:
          Sie malten ihm zu Hohn
          Mit Kreide Räder an die Wand:
          Die sah er wo er ging und stand,
          Doch es nahm Willegis
          An dem Schimpf kein Ärgernis.

Denn als der fromme Bischof die Räder da ersehn,
So hieß er seinen Knecht, nach einem Maler gehn.
          Komm Maler, male mir
          Ob jeder Tür dahier
          Ein weißes Rad im roten Feld,
          Darunter sei die Schrift gestellt:
          Willegis, Willegis,
          Denk woher du kommen sis!

Nun wurde von den Herren im Thum nicht mehr geprahlt;
Man sagt, sie wischten selber hinweg was sie gemalt.
          Sie sahn, dergleichen tut
          Bei weisem Mann nicht gut.
          Und was dann für ein Bischof kam,
          Ein jeder das Rad ins Wappen nahm.
          Also ward Willegis
          Glorie das Ärgernis!

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