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Allerlei Geister

August Kopisch: Allerlei Geister - Kapitel 3
Quellenangabe
typemisc
booktitleAllerlei Geister
authorAugust Kopisch
editorLeo Greiner
firstpub1848
year1913
publisherMartin Mörikes Verlag
addressMünchen
titleAllerlei Geister
created20050724
sendergerd.bouillon
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Gelimer

          Wo ist dein Reich, o Gelimer,
Das große Vandalen-Reich?
Dein Heer, es irrt zerstreut umher:
Wo fliehst du hin so bleich?

Und als er zu den Maurusiern kam,
Die hatten nicht Brot nicht Wein:
Wie man die Ähren vom Felde nahm,
So mußten sie Speise sein.

Auf einem Berge wohnet er,
Da war an Wasser Not,
Auch nahete der Griechen Heer
Und drohte rings mit Tod.

Und einen Boten sandt er hin
Zum Feind, als nah er kam,
Und bat um eine Laute für ihn,
Um ein Brot und einen Schwamm.

Pharas, des Heeres Hüter, fragt:
»Sonst sprach er nichts dabei? –
Er soll sie haben, aber sagt,
Wozu will er die drei?« –

»Das Brot will essen Gelimer,
Weil keines er gesehn,
Seitdem mit wunden Füßen er
In die Berge mußte gehn.

Den Schwamm mit Wasser will er dann
Zu waschen die Augen sein,
Es kam schon lange kein Wasser daran
Als seine Tränen allein.

Die Laute soll ein Trost ihm sein
In dieser schweren Zeit,
Drauf will er spielen und singen darein
Ein Lied von seinem Leid!«

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