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Allerlei Geister

August Kopisch: Allerlei Geister - Kapitel 24
Quellenangabe
typemisc
booktitleAllerlei Geister
authorAugust Kopisch
editorLeo Greiner
firstpub1848
year1913
publisherMartin Mörikes Verlag
addressMünchen
titleAllerlei Geister
created20050724
sendergerd.bouillon
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Des Prior Wichmann von Arnstein Wundertat

        Im Kloster Herr zu Neu-Ruppin
Sind heute so viel Gäste,
Die Speise fürcht ich reicht nicht hin
Bei diesem großen Feste;
Darum, Herr Prior, saget an,
Wie Pater Koch sich helfen kann,
Ich weiß ihm nicht zu raten. –

Da spricht der Prior: »Geh nur so
Zur See ohn Netz und Hamen,
Und ruf hinunter frisch und froh
Und laut in meinem Namen,
Es komm heraus ein großer Fisch
Zu sättigen die Gäst am Tisch,
Da wird schon einer kommen.«

Der Pater ging hinab und schrie,
Was ihm der Abt befohlen:
Da sieht er ganz verwundert wie
Die Fisch im See rajolen;
Es wälzet sich ein Wels zum Rand,
So groß er keinen noch gekannt,
Der bittet ihn zu nehmen.

Es merkt der Fisch, er werd zu schwer,
Da steht er wie zum Tanze,
Und hüpft gefällig neben her
Zur Küch auf seinem Schwanze;
Dort legt er sich aufs Küchenbrett:
Nun schlachtet mich, ich bin recht fett,
Ich will mich dann schon braten.

Nun aber – wer gedenket dies,
Wer kann darauf geraten –
Der Fisch dreht selber sich am Spieß,
Bis er sich gar gebraten;
Springt dann vom Spieße wie geschnellt
Zur großen Schüssel und zerspellt
In so viel Stück als Gäste.

Die Gäste die schnablieren ihn
Und all sind guter Dinge;
Es dünkt die Speis in ihrem Sinn
Sie köstlich, nicht geringe.
Sie essen: jeder hat genug,
Und jeder wird davon so klug,
Wie er noch nie gewesen.

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