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Allerlei Geister

August Kopisch: Allerlei Geister - Kapitel 16
Quellenangabe
typemisc
booktitleAllerlei Geister
authorAugust Kopisch
editorLeo Greiner
firstpub1848
year1913
publisherMartin Mörikes Verlag
addressMünchen
titleAllerlei Geister
created20050724
sendergerd.bouillon
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Der unsichtbare Flöter

(Elbsage)

        Es klingt so süß im Apfelbaum:
Wach auf, wach auf vom Mittagtraum!
Wie fallen auf dich der Blüten so viel:
Sie löste der Flöter mit seinem Spiel,
Der Unsichtbare, der Frühlingsgeist,
Der Nachtigallen unterweist.

Da flattert hernieder der süße Klang
Und hinter ihm folget der Kinder Drang:
Auf dem Platz im Dorfe weilt er mehr,
Da ringeln die Kleinen um ihn her.
Jetzt scheint er mitten, nun wieder dort:
Es wechselt alles mit ihm den Ort.

Und wo er hin flattert und wo er hin geht,
Kein Mensch auf den richtigen Füßen steht,
Das ganze Dorf es folgt dem Schall
Und jubelt und jauchzt allüberall,
Die Wassermühle stehet still,
Den holden Geist sie hören will.

Einst hatt ihn einer ins Haus gelockt,
Die süßeste Milch ihm eingebrockt:
Da spielt er eine Weile schön,
Doch mußt er am End durchs Fenster gehn.
Biribitz, wie der Blitz die Scheiben hinaus!
Es sprangen die Fenster im ganzen Haus.

Er leidet niemals einen Zwang:
In der Stube wird ihm die Zeit zu lang;
Doch draußen, so weit der Himmel blau,
Spielt gern er den Hirten in Feld und Au.
Man sieht ihn nicht: es ist der Geist,
Der Nachtigallen unterweist.

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