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Allerlei Geister

August Kopisch: Allerlei Geister - Kapitel 10
Quellenangabe
typemisc
booktitleAllerlei Geister
authorAugust Kopisch
editorLeo Greiner
firstpub1848
year1913
publisherMartin Mörikes Verlag
addressMünchen
titleAllerlei Geister
created20050724
sendergerd.bouillon
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Todesanzeigen

                        Die Tränen fallen! –
Wie bang Marie den Knaben bewacht!
Sie hat auf alle Zeichen acht.
Horch, flattert die Klagemutter im Wald?
Sie klagt daß es hallt! Wer stirbt nun bald? –
            Die Tränen fallen!

Das »weiße Kind« vor der Tür bei Nacht
Weint so, daß der Kranke zum Dritten erwacht.
»Mein Hühnchen, was tappst du und scharrst so sacht?«
Es hat schon Leichenstroh gebracht! –
            Die Tränen fallen!

Wie zirpen Totenuhr und Grille,
Der Maulwurf gräbt durchs Zimmer stille.
Die Mäuse benagen des Siechen Kleid.
Der Morgen ist da, der Tod nicht weit! –
            Die Tränen fallen!

Herr Pfarrer, kommt mit dem Heiland daher!
Wie senkt euer Pferd den Kopf so schwer!
Nun bittet mit uns! aus diesem Haus
Trägt man gar bald den Herrn hinaus! –
            Die Tränen fallen!

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