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Aller Praktik Grossmutter

Johann Fischart: Aller Praktik Grossmutter - Kapitel 1
Quellenangabe
typesatire
booktitleAller Praktik Grossmutter
authorJohann Fischart
year1876
firstpub1572
publisherMax Niemeyer
addressHalle
titleAller Praktik Grossmutter
pages32
created20100130
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Ein dückgeprockte, jmmerwaerende Prockdick,
durch Schwinhold Sewblůt, Obersten Stirn-
mauser Koenigs Gargantsus geprockt, or-
denlich wie man die Saew bad, vnd
den Mist lad.

ALs man das Jar zeichnet mit einem gelegten kessel, oder einem Rincken mit seinem dorn, vnnd vier huffeisen, auch einer zimmeraxt, mit angehenckten zwo spindeln, zwen schmaltzhaefen vnnd zween krueg, ward dises geprochtiziert, durch den Mistalten pruchtizierer Weinhold Weinblůt, der den Sternen im glaß sach, auff alle volgende jar, vnnd zaehlt man nach Raumkannischer vnnd gipwischer ziffer zwey tausendt Eyer, siben hundert Bratwürst, zwey vnnd achzig maaß kuehmost, vnd halt sich wie volget.

Diß jar würd ein Schalckjar sein von halb hundert gůten faul Montagen, auch dritthalb schlaafftrüncken. Darumb seind die schaelck vnd Narren dis jar bald zeitig: Vnd die lüfft den gaeuchen vergifft, also das sie sich in die staett vnd haeuser zůleben werden begeben. Der Roemer zinßzal 0. 0. dann die steüwr würd schwaerlich zůbekommen sein. Der Sonnen Circkel rund. Des Sontags bůchstab sůch man auff den Zünfften vnd stuben, mit Q. S. ist drey schilling Newer plappart, verzehrt Winhold Reinblůt, sagt des alten gelts ist wenig.

Zwischen Weinacht vnnd aller Narren faßnacht seind vngleiche wochen vnnd tag, Dann an eines Samstags abend kam jenem Schneider ein par strümpff zůpletzen, da er zů vor ein gantz woch war mueßig gesessen. Auch würd ettlichen lieben Menschen die nacht zů kurtz, vnd der tag zů lang sein, dargegen den faulen arbeitern, der tag zů lang, die nacht zu kurtz. Die gulden zahl, erzeigt sich bey den armen schmal.

Diß jar würt nur ein Mon sein, vnnd dannocht nicht New, dann es vil tausendt jar seind, daß jn Gott geschaffen hat, vnd darff niemand sorgen, das jhn der Wolff werd fressen, dann er ist jm zů hoch gesessen. 4 Wann der Himmel faellt, so werden alle Voegel gefangen sein. Nach wind kompt regen, wann es regnet ists naß, glaubst du das? Nebelecht jar, macht fruchtbar gar. Cometen machen vil Propheten, vnd sagen all von toedten, comede mein feisteten. Wer lang naegel hat, würdt ein vortheil zůkratzen haben, doch den gründigen nicht wol bekommen, aber die Seckelabschneider wol frommen, so schneiden sie on ein fingerhůt nit in die finger. Grosse kinder werden schwaerlich zůentwaenen sein. Wann die natiuiteten war sind, so zieh keiner seine kind. Es waescht sich keiner selbst so schoen, als wann er würd zům scherer gehn. Weisse Haend seind genůg gewaschen. Wann der Mist faul ist, würd er gůt an zůlegen sein, vnnd würd on den Arß nit geschehen koennen. Artzeney mit tranck, bringt gestanck. Artzeney in gemein, kan nit nützlich sein. Dann wir haben nicht gleich gemein fleisch blůt vnd bein, ein jeder hat sein eigen laeuß, auch sein Narrenweiß. Confect infect, contrect inschlect, leckt biß ich auch mag.

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