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Alfanzereien

Georg Bötticher: Alfanzereien - Kapitel 4
Quellenangabe
typepoem
booktitleAlfanzereien
authorGeorg Bötticher
firstpub1899
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleAlfanzereien
created20050303
sendergerd.bouillon
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Der Graf von Mansfeld.

                        Einst hielt auf Burg Wallhausen der Kaiser Heinrich Rast,
Mit ihm manch tapfrer Ritter als hochwillkommner Gast.
Dem Kaiser war so gütig, so freundlich heut' zu Sinn –
Das sah der Mannen einer und trat kniebeugend vor ihn hin.

Und sprach: »Ich bat für Dienste noch nie um Gut und Geld.
Heut' aber will ich bitten: gewährt mir ein Stück Feld.
Kein größer Stück, Herr Kaiser, ich zu erbitten wag',
Als man mit einem Scheffel voll Gerste zu umsä'n vermag.«

»Gewährt!« sprach Kaiser Heinrich. Da sprang der Rittersmann
Aufs Roß, ergriff ein Säcklein und fing zu säen an,
Umsäete der Dörfer zweihundert wohl und mehr
Und stellte so die Grenzen von einer stolzen Grafschaft her.

Da schaute von den Mannen gar mancher scheel darein:
»Herr Kaiser, soll dem Dreisten das Schelmenstück gedeihn?«
Der lacht': »Was ich versprochen, halt' ich in aller Welt.
Und wär's die Hälft' vom Reiche – dies ist und bleibt des »Mannes Feld!«

Die stolze Grafschaft stehet nicht mehr am heut'gen Tag,
Wenn man auch noch im Wappen die Gerste finden mag.
Doch rings im deutschen Lande lebt Heinrichs Rede fort:
»Versprochen ist Versprochen!« – fürwahr ein echtes Kaiserwort.

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