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Alfanzereien

Georg Bötticher: Alfanzereien - Kapitel 27
Quellenangabe
typepoem
booktitleAlfanzereien
authorGeorg Bötticher
firstpub1899
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleAlfanzereien
created20050303
sendergerd.bouillon
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An einen Vielgeschmähten.

          Mögen alle sie dich schmähn und schelten
Die Gerechten, Streugen, Überweisen –
Ich, ich will dich rühmen, will dich preisen,
Als ein Göttliches sollst du mir gelten!

Wenn in düstern, kummerschweren Tagen
Sich das Herz fühlt auf den Tod verlassen,
Alle unsre Sonnen jäh verblassen,
Menschenwitz und Weisheit will versagen –

Bist es du, der zu der Lebensfreude
Spannt mit wunderbarer Kunst die Brücke,
Über Abgrundtiefen uns zurücke
Führt, die schaudernd selbst der Glaube scheute!

Ja, ein Köstliches vor vielen Dingen
Und ein Mächt'ges muß ich in dir sehen –
Diese Welt, sie könnte nicht bestehen,
Regtest du nicht deine goldnen Schwingen!

Deine Tadler selbst, die Frommen, Weisen,
Rufen deinem Wirken Ja und Amen,
Dich verehrend unter andern Namen . . .
Aber ich, ich will dich offen preisen!

Und gestehen will ich's ohne Wanken,
Deine Treu' vergeltend dir mit Treue,
Daß ich heut' mich noch des Lebens freue –
Holder Leichtsinn, dir hab' ich's zu danken!

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