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Alfanzereien

Georg Bötticher: Alfanzereien - Kapitel 10
Quellenangabe
typepoem
booktitleAlfanzereien
authorGeorg Bötticher
firstpub1899
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleAlfanzereien
created20050303
sendergerd.bouillon
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Der Hundertste.

Ein Stücklein vom alten Fritz.

            Einst hat ein verdienter Bürger vom alten
Monarchen ein Haus zum Präsente erhalten.
Darauf ist ein Nachbar, von Neid schier entbrannt,
Mit gleichem Gesuch zu dem König gerannt.

Und da er sich anbot, mit reichen Geschenken
Die Armen und Kranken der Stadt zu bedenken,
So konnte der König nicht anders traun
Und ließ auch diesem ein Haus erbaun.

Das Haus ward gebaut und dem Mann übergeben,
Doch zeigte sich der nicht erkenntlich eben.
Der König empfand das und frug ihn ganz strack:
»Ist etwa das Haus nicht nach Seinem Geschmack?«

»Ei,« wagte der dreiste Geselle zu sagen,
»Das Haus wär' schon gut und könnt' mir behagen,
Wenn's auch nur geschmückt war' mit Köpfen so schön,
Wie solche am Haus meines Nachbars zu sehn.«

Flugs ließ jetzt der König, den Kerl zu blamieren,
Die ganze Fassade mit Schafsköpfen zieren
Und schrieb ihm: »Der Köpfe sind neunzig und neun:
Für den hundertsten, denk' ich, sorgt Er wohl allein.«

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