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Emanuel von Swedenborg: Das Zweite Buch Mose - Kapitel 1
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booktitleÜber das Erste und Zweite Buch Mose.
titleDas Zweite Buch Mose
typetractate
authorEmanuel von Swedenborg
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Das Zweite Buch Mose

6627. Den Kapiteln des Zweiten Buches Mose sollen die Lehren vorausgeschickt werden, zuerst die Lehren der Liebtätigkeit, und nachher die Lehren des Glaubens; aus dem Grund, damit, was in den Erklärungen zerstreut vorgetragen ist, im Zusammenhang dargestellt werde; und so die (rechte) Lehre, wie sie die Kirche hat und haben muß, um mit dem Guten und Wahren im Himmel übereinzustimmen, in ihrer Ordnung erscheine.

Nr. 6628 - 6633 abgedruckt in Band

 

1. Kapitel

1. Und das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen mit Jakob, ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen.

2. Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah.

3. Jisaschar, Sebulon und Benjamin.

4. Dan und Naphthali, Gad und Ascher.

5. Und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs, siebzig Seelen; und Joseph war in Ägypten.

6. Und Joseph starb, und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht.

7. Und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort, und mehrten sich und wurden sehr zahlreich, und das Land ward angefüllt von ihnen.

8. Da stand ein neuer König über Ägypten auf, der den Joseph nicht kannte.

9. Und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir.

10. Wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm, es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten, möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten, und sich erheben aus dem Lande.

11. Da setzten sie Fronvögte über dasselbe, um es niederzubeugen mit Lasten; und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao, (nämlich) Pithom und Raamses.

12. Aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich, und breitete sich aus; und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels.

13. Und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar mit Härte.

14. Und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit, in Ton und in Ziegelsteinen und in allerlei Dienst auf dem Feld, bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte.

15. Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen, wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah.

16. Und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen, daß es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist es aber eine Tochter, so mag sie leben.

17. Aber die Wehmütter fürchteten Gott, und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte, und ließen die Knaben leben.

18. Da rief der König Ägyptens die Wehmütter, und sprach zu ihnen: warum tut ihr dieses und lasset die Knaben leben?

19. Und die Wehmütter sprachen zu Pharao: weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber, denn sie sind lebenskräftig; ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren.

20. Und Gott tat den Wehmüttern Gutes, und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich.

21. Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten, so machte Er ihnen Häuser (d.h. Er gab ihnen Nachkommenschaft).

22. Und Pharao gebot allem seinem Volk, und sprach: jeden Sohn (der Hebräer), der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen, jede Tochter aber leben lassen.

 

Inhalt

6634. Dieses erste Kapitel handelt im inneren Sinn vom Zustand der neugegründeten Kirche, wenn das Gute den Vorrang hat, und fruchtbar wird durch Vermehrung der Glaubenswahrheiten.

6635. Hernach von der Anfechtung dieser Wahrheiten durch Falsches und Böses im Natürlichen; und daß vermittelst dieser Anfechtung das Gute noch mehr befruchtet wird durch die Wahrheiten. Am Ende des Kapitels wird noch weiter von jener Anfechtung gehandelt und von ihrer Steigerung nach der Reihenfolge, wie sie vor sich geht, ferner von der Einpflanzung und Bestärkung des Wahren aus dem daraus hervorgehenden Guten.

 

Innerer Sinn

6636. Vers 1-5: Und das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen mit Jakob, ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen. Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah. Jisaschar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naphthali, Gad und Ascher. Und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs, siebzig Seelen; und Joseph war in Ägypten.

"Und das sind die Namen der Söhne Israels" bedeutet die Beschaffenheit der Kirche;

"die nach Ägypten kamen mit Jakob" bedeutet, nachdem die Wahrheiten in Wißtümliches eingeweiht worden;

"ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen" bedeutet in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten;

"Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah, Jisaschar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naphthali, Gad und Ascher" bedeutet den Fortgang vom Anfang bis zum Ende;

"und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs" bedeutet alles, was aus dem allgemeinen Wahren (stammt);

"siebzig Seelen" bedeutet das Volle;

"und Joseph war in Ägypten" bedeutet das himmlisch Inwendigere war im Natürlichen.

6637. "Und das sind die Namen der Söhne Israels", 2. Mose 1/1 bedeutet die Beschaffenheit der Kirche.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2628, 2724, 3006, 3421; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern es geistige Wahrheiten sind, wovon Nr. 5414, 5879, 5951; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das Gute des Wahren oder das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4598, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833.

Weil Israel das Gute des Wahren oder das geistig Gute vorbildet, und seine Söhne die geistigen Wahrheiten im Natürlichen, darum bilden die Söhne Israels die Kirche vor; denn die Kirche ist Kirche kraft des geistig Guten und kraft der Wahrheiten aus demselben. Wer nicht im geistig Guten ist, d.h. im Guten der Liebtätigkeit und in geistigen Wahrheiten, d.h. in den Wahrheiten des Glaubens, gehört der Kirche nicht an, mag er immerhin innerhalb der Kirche geboren sein; denn das ganze himmlische Reich des Herrn ist im Guten der Liebe und des Glaubens. Wenn die Kirche nicht im gleichen ist, so kann sie keine Kirche sein, weil nicht verbunden mit dem Himmel; denn die Kirche ist das Reich des Herrn auf Erden. Kirche heißt sie nicht darum, weil sie das Wort hat und die Lehren aus demselben, auch nicht darum, weil der Herr in ihr bekannt ist, und die Sakramente bei ihr sind, sondern sie ist Kirche dadurch, daß man nach dem Wort oder nach der Lehre aus dem Wort lebt, und daß die Lehre die Richtschnur des Lebens ist. Diejenigen, die nicht so geartet sind, gehören der Kirche nicht an, sondern sind außerhalb derselben; und die, welche im Bösen leben, somit gegen die Lehre, sind noch mehr außerhalb der Kirche als die Heiden, die gar nichts vom Wort, vom Herrn und von den Sakramenten wissen; denn diejenigen, die das Gute und Wahre der Kirche wissen, löschen die Kirche bei sich aus, was die Heiden nicht tun können, weil sie nichts davon wissen. Man merke auch, daß ein jeder, der im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens lebt, eine Kirche ist, und daß er ein Reich des Herrn ist; daher wird er auch ein Tempel wie auch Haus Gottes genannt. Aus denjenigen, die Kirchen im besonderen sind, mögen sie noch so zerstreut sein, bildet sich die Kirche im allgemeinen.

Das ist nun die Kirche, die durch die Söhne Israels hier und im Folgenden verstanden wird.

6638. "Die nach Ägypten kamen mit Jakob", 2. Mose 1/1, bedeutet, nachdem die Wahrheiten in Wißtümliches eingeweiht worden.

Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es das Wißtümliche ist, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700, 5702, 6004, 6015, 6125; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er das Wahre, wie auch das Gute im Natürlichen bezeichnet, oder das Natürliche in Ansehung des Wahren und Guten, wovon Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 3599, 3659, 3669, 3677, 3775, 3829, 4009, 4234, 4286, 4337, 4538, 5306, 5533, 5535, 6001, 6236.

Daß nach Ägypten kommen heißt, in Wißtümliches eingeweiht werden, kann aus den Sacherklärungen in denjenigen Kapiteln erhellen, wo von der Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten, um Getreide zu kaufen, und nachher von ihrem Zug mit Jakob dahin die Rede ist. Wie es sich mit der Einweihung der Wahrheiten der Kirche in Wißtümliches verhalte, sehe man Nr. 6004, 6023, 6052, 6071, 6077.

Aus diesem wird klar, daß durch die Söhne Jakobs, die nach Ägypten kamen, Wahrheiten bezeichnet werden, die in Wißtümliches eingeweiht werden.

6639. "Ein jeglicher mit seinem Hause waren sie gekommen", 2. Mose 1/1, bedeutet in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten.

Dies erhellt aus der Bedeutung des jeglichen (oder Mannes), sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 3134, 3459; und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 3720, 4982.

Weil in denjenigen Kapiteln des ersten Buches Mose, wo vom Zuge der Söhne Jakobs und Jakobs selbst nach Ägypten zu Joseph gehandelt wird, von der Einweihung (oder Einführung) der Wahrheiten, die der Kirche angehören, in das Wißtümliche die Rede war, und die Kirche nicht eher gegründet ist, als nachdem jene Einweihung geschehen, darum wird hier dem Sachzusammenhang gemäß im inneren Sinn gehandelt von der neugegründeten Kirche, und wie dieselbe fortwährend von Wißtümlichem und Falschem angefochten wird. Denn mögen immerhin die Wahrheiten eingeweiht, und die Kirche beim Menschen hergestellt sein, so erhebt sich dennoch das Wißtümliche und Falsche fortwährend, und bekämpft das, was der Kirche bei ihm angehört. Das ist es, was dadurch vorgebildet wird, daß Pharao und die Ägypter die Söhne Israels bedrückten und ihre männlichen Kinder umbringen wollten.

Wer nicht weiß, wie es sich mit der Bekämpfung des Wahren der Kirche durch Wißtümliches und Falsches bei den Angehörigen der Kirche im anderen Leben verhält, kann gar nicht glauben, daß es so ist. Der Mensch der Kirche, der ins andere Leben kommt, muß von solchen Dingen gereinigt werden, die Wahres und Gutes anfechten, sonst kann er nicht in den Himmel erhoben werden, und in einer Gesellschaft verweilen, die von solchen Dingen gereinigt ist. Wenn er vorher dahin erhoben würde, so wäre er gleich einem dichten irdischen Dunst in einer heiteren Luft, oder wie eine schwärzliche Masse in hellem Lichte. Damit nun ein solcher, aus der Welt neu ankommender Mensch, gereinigt werde, wird er in einem Zustand erhalten, wo er von Wißtümlichem, das mit den Wahrheiten nicht übereinstimmt, und auch von Falschem angefochten wird, und zwar so lang, bis jenes Wißtümliche zunichte gemacht und entfernt wird.

Dies geschieht selten bei einem Menschen, während er im Leibe lebt, aber im anderen Leben geschieht so mit denen, die in den Himmel erhoben werden sollen, aber in gar verschiedener Weise. Daß dem so ist, davon durfte ich mich durch vielfache Erfahrung überzeugen, die mehrere Seiten anfüllen würden, wenn eine jede angeführt werden sollte. Das ist es, was im inneren Sinn beschrieben wird durch die Söhne Israels, sofern sie von den Ägyptern unterdrückt, und nachher befreit, und zuletzt nach verschiedenen Zuständen in der Wüste, ins Land Kanaan eingeführt wurden.

Daß sich die Sache so verhält, können diejenigen gar nicht begreifen, die glauben, das Seligwerden sei nur eine Einführung in den Himmel aus Barmherzigkeit, die einem jeden widerfahre, der aus anscheinender Zuversicht, die man Glauben nennt, gedacht hat, daß er, weil der Herr für ihn gelitten habe, selig werde, möge er gelebt haben, wie er wolle; denn wenn die Seligmachung bloß eine Einführung in den Himmel aus Barmherzigkeit wäre, so würden alle in der ganzen Welt selig, denn der Herr, Der die Barmherzigkeit selbst ist, will das Heil aller, und niemands Tod oder Verdammnis.

6640. "Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah, Jisaschar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naphthali, Gad und Ascher", 2. Mose 1/2-4, bedeuten den Fortgang von Anfang bis zum Ende, nämlich der Gründung der Kirche, von der im Folgenden nun gehandelt wird; denn die zwölf Söhne Jakobs, wie auch die Stämme, die von ihnen den Namen haben, bezeichnen alles, was dem Guten und Wahren, d.h. alles, was der Liebe und dem Glauben angehört in Zusammenfassung, man sehe Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, aber Verschiedenes je nach der Ordnung, in der sie genannt werden: Nr. 3862, 3926, 3939, 4603f, und somit Unzähliges, und das Ganze und einzelne, was der Kirche und dem Reich des Herrn angehört: Nr. 6337. Was sie aber insonderheit bezeichnen wenn sie in solcher oder anderer Ordnung genannt werden, weiß niemand als der Herr allein, und auch niemand im Himmel als vom Herrn, wo das Wahre und Gute, das bezeichnet wird, durch verschiedenartiges Licht mit einem damit verknüpften Innewerden sich offenbart.

Weil die zwölf Stämme das Reich des Herrn, und alles, was in demselben ist, vorbildeten, darum wurden, um jene Lichtarten und dadurch alle Wahrheiten und Gutheiten der Kirche vorzubilden, zwölf Edelsteine in ihrer Ordnung in Gold eingefügt, je ein Stein für jeden Stamm, und dieses wurde das Brustschildlein genannt, und auf den Ephod Aharons gelegt, und von diesem aus bekamen sie durch verschiedene Lichtstrahlungen Antworten, mit denen entweder eine laute Stimme, oder ein inwendiges Innewerden verknüpft war. Auch hieraus kann erhellen, daß die zwölf Stämme Israels alles Wahre und Gute des Reiches des Herrn und der Kirche in Zusammenfassung bezeichnen, und zwar Verschiedenes, je nach der Ordnung, in der sie genannt werden.

Daß sie hier in einer anderen Ordnung genannt werden als nach ihren Geburten, geht daraus hervor, daß Jisaschar und Sebulon früher genannt werden als Dan und Naphthali, obwohl diese früher geboren sind; wie auch Benjamin vor Dan, Naphthali, Gad und Ascher, der doch zuletzt geboren ward; dann auch Gad und Ascher nach allen. Ebenso anderwärts im Wort, wo sie in einer noch anderen Ordnung genannt werden.

6641. "Und es waren alle Seelen, die ausgegangen waren aus der Hüfte Jakobs", 2. Mose 1/5, bedeutet alles, was aus dem allgemeinen Wahren (stammt).

Dies erhellt aus der Bedeutung der Seele, sofern sie im allgemeinen Sinn der Mensch ist, hier der Mensch der geistigen Kirche; im inneren Sinn aber bezeichnet die Seele das Wahre und Gute, weil der Mensch dadurch Mensch ist: Nr. 6605, 6626. Aus der Bedeutung der Hüfte, sofern sie die eheliche Liebe bezeichnet, wovon Nr. 3021, 4277, 4280, 5050-5062; und weil die Hüfte die eheliche Liebe bezeichnet, so bedeutet sie jede sowohl himmlische als geistige Liebe: Nr. 3021, 4277, 4280, 4575. Ausgehen von der Hüfte bedeutet daher das Wahre und Gute aus der himmlischen Ehe, folglich das Wahre und Gute der Kirche, denn wenn dieses echt ist, so ist es aus der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, geboren. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er das Wahre wie auch das Gute im Natürlichen bezeichnet, aber im allgemeinen, weil seine Söhne unterschiedenes Wahres und Gutes in jenem Allgemeinen sind, wovon Nr. 6637.

Daß Jakob hier das Wahre im allgemeinen bedeutet, hat den Grund, weil von der geistigen Kirche gehandelt wird, denn diese beginnt mit den Wahrheiten im allgemeinen und wird durch sie zu ihrem Guten eingeleitet. Der Mensch der geistigen Kirche hat nämlich kein Bewußtsein davon, was das geistig Gute sei, und es wird daher von ihm auch nicht anerkannt, außer durch das Wahre; denn er hat kein Innewerden des Wahren aus dem Guten, wie der Mensch der himmlischen Kirche.

6642. "Siebzig Seelen", 2. Mose 1/5, bedeutet das Volle.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl 70, sofern sie das Volle bezeichnet, wovon Nr. 6508.

6643. "Und Joseph war in Ägypten", 2. Mose 1/5, bedeutet, das himmlisch Inwendige war im Natürlichen.

Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das himmlisch Inwendige bezeichnet, wovon Nr. 5869, 5877, 6224; und aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es das Natürliche ist, wovon Nr. 6147, 6252.

Daß das himmlisch Inwendige im Natürlichen war, wo das Wißtümliche ist, und daselbst alles ordnete, wurde dadurch vorgebildet, daß Joseph Herr über ganz Ägyptenland und über das Haus Pharaos gesetzt war. Dies wurde vorgebildet, weil im inneren Sinn von der Gründung der geistigen Kirche gehandelt werden sollte, und weil das Natürliche keine Kirche werden konnte, wenn nicht das himmlisch Inwendige in ihm war und alles wirkte. Aber hierüber sehe man, was früher, Nr. 6275, 6284, 6299, 6451, 6587 gesagt wurde.

6644. Vers 6,7: Und Joseph starb, und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht. Und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort, und mehrten sich und wurden sehr zahlreich, und das Land ward angefüllt von ihnen.

"Und Joseph starb" bedeutet, daß es mit dem Inwendigen der Kirche sich jetzt anders verhielt;

"und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht" bedeutet, auch mit dem Äußeren im besonderen und im allgemeinen;

"und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort" bedeutet die Wahrheiten der Kirche nahmen zu in Ansehung des Guten;

"und mehrten sich und wurden sehr zahlreich" bedeutet, sie nahmen außerordentlich zu in Ansehung des Wahren vom Guten;

"und das Land ward angefüllt von ihnen" bedeutet bis zum Vollbestand der Kirche.

6645. "Joseph starb", 2. Mose 1/6, bedeutet, daß es mit dem Inwendigen der Kirche sich jetzt anders verhielt.

Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es das Ende des früheren Zustandes und den Anfang eines neuen bezeichnet, somit auch, daß der Zustand der Kirche sich jetzt anders verhielt. Daß sterben heißt, aufhören, so beschaffen zu sein, sehe man Nr. 494, 6587, 6593, und daß es das Ende der früheren Vorbildung bezeichnet: Nr. 3253, 3259, 3276, 6302; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige ist, wovon Nr. 6177, 6224.

Der Zustand der Kirche, wie sie jetzt beschaffen ist, wird im Folgenden im inneren Sinn beschrieben, wie auch der Zustand ihres Äußeren, der dadurch bezeichnet wird, daß seine Brüder starben, und jenes ganze Geschlecht.

Mit der Kirche beim Menschen verhält es sich so, daß sie in immer neue Zustände eingeht; denn in dem Verhältnis, wie der Mensch im Wahren des Glaubens und Guten der Liebtätigkeit erstarkt, wird er in andere Zustände eingeführt; der frühere Zustand dient alsdann zur Unterlage für den folgenden Zustand, und so fort. Auf diese Weise wird der Mensch, der eine Kirche ist, oder der wiedergeboren wird, fortwährend dem Inwendigeren zugeführt, somit weiter hinein in den Himmel. Daß es so geschieht, kommt daher, weil der Herr aus Liebe, die unendlich ist, weil göttlich, den Menschen bis zu Sich ziehen, und so ihn mit aller Herrlichkeit und Seligkeit beglücken will. Dies geht auch offenbar hervor aus den Worten des Herrn bei

Joh.17/20-26: "Ich bitte, daß sie alle eins seien, wie Du, Vater, in Mir, und Ich in Dir, auf daß auch sie in Uns eins seien. Ich habe die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, wie Wir eins sind, Ich in ihnen, und Du in Mir. Vater, die Du Mir gegeben hast, will Ich, daß wo Ich bin, auch sie bei Mir seien; auf daß sie Meine Herrlichkeit sehen, die Du Mir gegeben hast; denn Ich habe ihnen kund getan Deinen Namen, und will ihn kund tun, auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebet hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen"; daß diese Worte hervorgehen aus der göttlichen Liebe gegen alle, die sie aufnehmen, ist augenscheinlich klar, und kann überdies auch daraus erhellen, daß der Herr im anderen Leben als Sonne erscheint, und daher mit Wärme und Licht den ganzen Himmel erfüllt. Die Flamme jener Sonne ist nichts anderes als göttliche Liebe, und das Licht aus ihr ist das Heilige der Liebe, welches das göttlich Wahre ist; hieraus kann erhellen, wie groß die Liebe des Herrn ist.

Daher kommt es nun, daß die Angehörigen der Kirche nach und nach fortgeführt werden in neue Zustände, und so immer weiter in den Himmel hinein, folglich näher zum Herrn.

6646. "Und alle seine Brüder, und jenes ganze Geschlecht", 2. Mose 1/6, bedeutet, auch mit dem Äußeren im besonderen und im allgemeinen.

Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier unter den Brüdern gemeint sind, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512, somit ihr Äußeres; und aus der Bedeutung jenes Geschlechtes, sofern es das Äußere der Kirche im allgemeinen bezeichnet, denn das Geschlecht schließt hier das gleiche in sich, was die Brüder Josephs, aber in einem beziehungsweise allgemeinen Sinn.

6647. "Und die Söhne Israels wurden fruchtbar und zeugten sich fort", 2. Mose 1/7, bedeutet, die Wahrheiten der Kirche nahmen zu in Ansehung des Guten.

Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die geistigen Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 5414, 5879, und sofern sie die Kirche sind: Nr. 6637; aus der Bedeutung von fruchtbar werden, sofern es heißt zunehmen in Ansehung des Guten, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847, 3146. Und aus der Bedeutung von sich fortzeugen, sofern es eine weitere Fortpflanzung bezeichnet; denn wenn die Kirche beim Menschen hergestellt ist, dann nimmt das Gute immerfort zu, und pflanzt sich fort, sowohl im Inwendigen, als auch nach dem Äußeren zu und in demselben.

Daß bei den Angehörigen der geistigen Kirche das Gute durch das Wahre zunimmt, ist früher oft gezeigt worden, denn der Mensch der geistigen Kirche hat kein Innewerden wie der Mensch der himmlischen Kirche, daher erkennt er auch das Gute der Kirche oder das Geistige nur durch die Wahrheiten. Deshalb werden, wenn der Mensch jener Kirche wiedergeboren wird, die Wahrheiten vom Herrn durch die bei ihm befindlichen Engel erweckt, und dadurch wird ins Gute eingeführt. Wenn aber jener Mensch wiedergeboren ist, dann wird beides, sowohl das Wahre als das Gute, erweckt, und er selbst dadurch geführt. Beim Menschen der geistigen Kirche ist aber das Gute so beschaffen, wie das Wahre beschaffen ist, und dadurch erhält er ein solches Gewissen, das ihm als ein Innewerden dient, nach dem er lebt.

6648. "Und mehrten sich, und wurden sehr zahlreich", 2. Mose 1/7, bedeutet, sie nahmen außerordentlich zu in Ansehung des Wahren vom Guten.

Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich mehren", sofern es heißt zunehmen in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; und aus der Bedeutung von "sie wurden zahlreich", sofern es eine weitere Fortpflanzung bezeichnet, somit das fortwährende Wachstum des Wahren. Daß es das Wachstum des Wahren aus dem Guten ist, hat den Grund, weil jetzt von der hergestellten Kirche die Rede ist; denn mit der Kirche beim Menschen verhält es sich in folgender Weise:

Wenn sie hergestellt wird, dann ist der Mensch in den Wahrheiten, und durch sie nimmt das Gute zu. Wenn aber die Kirche bei ihm hergestellt ist, dann ist der Mensch im Guten und aus dem Guten in den Wahrheiten, die dann fortwährend zunehmen; wenig, solange er in der Welt lebt, weil hier die Sorgen für Nahrung und Kleidung und für andere Dinge hindern, aber im anderen Leben unermeßlich, und zwar fort und fort in Ewigkeit, denn die Weisheit, die vom Göttlichen stammt, hat keine Grenze, somit werden die Engel fortwährend vervollkommnet, und somit auch alle, die, wenn sie ins andere Leben kommen, Engel werden.

Denn ein jeder Gegenstand, welcher der Weisheit angehört, hat eine unendliche Ausdehnung, und die Gegenstände der Weisheit sind unzählig. Hieraus kann erhellen, daß die Weisheit in Ewigkeit zunehmen, und dennoch nicht weit über die erste Stufe hinauskommen kann. Dies kommt daher, weil das Göttliche unendlich ist, und was aus dem Unendlichen stammt, so beschaffen ist.

6649. "Und das Land ward angefüllt von ihnen", 2. Mose 1/7, bedeutet, bis zum Vollbestand der Kirche.

Dies erhellt aus der Bedeutung von angefüllt werden, sofern es das Volle bezeichnet; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche ist, worüber Nr. 82, 662, 1066, 1067, 1262, 1411, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577; durch das Land Gosen, wo nun die Söhne Israels waren, wird die Kirche bezeichnet.

Daß daselbst die Kirche (war), ehe die Söhne Israels ins Land Kanaan kamen, erhellt aus dem Folgenden, daß nämlich dort die Plagen nicht (waren), die sonst in Ägypten, ferner daß dort Licht war, während sonst Finsternis (herrschte): 2. Mose 10/21-23; und daß hierdurch jenes Land von den übrigen Landschaften in Ägypten ganz getrennt war; und es erhellt auch hieraus, daß durch das Land Gosen die Mitte oder das Inwendigste im Natürlichen bezeichnet wird: Nr. 5910, 6028, 6031, 6068, somit die Kirche, denn im Innersten des Natürlichen ist die geistige Kirche.

6650. Vers 8-14: Da stand ein neuer König über Ägypten auf, der den Joseph nicht kannte. Und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir. Wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm, es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten, möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten, und sich erheben aus dem Land. Da setzten sie Fronvögte über dasselbe, um es niederzubeugen mit Lasten; und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao, (nämlich) Pithom und Raamses. Aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich, und breitete sich aus; und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels. Und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar mit Härte. Und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit, in Ton und in Ziegelsteinen, und in allerlei Dienst auf dem Feld, bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte.

"Da stand ein neuer König über Ägypten auf" bedeutet das getrennte Wißtümliche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist;

"der den Joseph nicht kannte" bedeutet das dem Inwendigen ganz entfremdet war;

"und sprach zu seinem Volk" bedeutet das untergeordnete Wißtümliche;

"siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir" bedeutet die Wahrheiten der Kirche hätten über das entfremdete Wißtümliche die Oberhand bekommen;

"wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm" bedeutet die List;

"es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten" bedeutet die Übermacht, wenn es zunimmt;

"möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten" bedeutet, dadurch würden die Genossen gestärkt werden, die Böses zufügen würden;

"und sich erheben aus dem Land" bedeutet, hierdurch würde die Kirche hergestellt sein;

"da setzten sie Fronvögte über dasselbe" bedeutet Falsches, das es zum Dienen zwingen sollte;

"um es niederzubeugen mit Lasten" bedeutet die Beschwerung durch Dienste;

"und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao" bedeutet die Lehren aus verfälschten Wahrheiten im Natürlichen, wo das entfremdete Wißtümliche ist;

"Pithom und Raamses" bedeutet ihre Beschaffenheit;

"aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich" bedeutet mit den Anfechtungen nahmen die Wahrheiten zu;

"und breitete sich aus" bedeutet, sie wurden bestärkt;

"und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels" bedeutet den größeren Widerwillen;

"und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar" bedeutet die Absicht der Unterjochung;

"mit Härte" bedeutet die Unbarmherzigkeit;

"und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit" bedeutet so sehr, daß die Absicht der Unterjochung bösartig wurde;

"in Ton und in Ziegelsteinen" bedeutet wegen des Bösen, das sie erfanden, und des Falschen, das sie erdachten;

"und in allerlei Dienst auf dem Feld" bedeutet die Absicht der Unterjochung gegen das, was der Kirche angehört;

"bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte" bedeutet die Absicht der Unterjochung auf vielerlei Art aus Unbarmherzigkeit.

6651. "Da stand ein neuer König über Ägypten auf", 2. Mose 1/8, bedeutet das getrennte Wißtümliche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist.

Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, der hier der König, sofern er das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 6015; König wird er genannt, weil der König im allgemeinen das Wahre bedeutet: Nr. 1672, 2015, 2069, 3670, 4581, 4966, 5044, 6148, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche; und wenn Pharao unter dem König verstanden wird, so wird das falsche Wißtümliche bezeichnet, d.h. das Wißtümliche, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist. Daher heißt er auch ein neuer König, denn derjenige, der zu Josephs Zeit da war, bildete das Wißtümliche vor, das mit den Wahrheiten der Kirche übereinstimmte. Daß Ägypten das Wißtümliche ist, hier im besonderen, sehe man Nr. 6638.

6652. "Der den Joseph nicht kannte", 2. Mose 1/8, bedeutet, das dem Inwendigen ganz entfremdet war.

Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht kennen, sofern es heißt, entfremdet sein; denn wer das Wahre nicht weiß und nicht wissen will, der ist dem Wahren der Kirche entfremdet; daß Entfremdung hier bezeichnet wird, geht aus dem Folgenden hervor; denn er verfuhr hart und grausam mit den Söhnen Israels, durch welche die Kirche vorgebildet wird: Nr. 6637; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige bezeichnet, wovon Nr. 6177, 6224; das dem Inwendigen entfremdete Wißtümliche ist das Wißtümliche, das der Kirche entgegengesetzt ist; denn das Gute und Wahre, das die Kirche bildet, fließt durch das Inwendige ein. Wenn dasselbe vom Natürlichen nicht aufgenommen wird, dann wird das Inwendige verschlossen, und so der Mensch dem Guten und Wahren entfremdet, und dann wird kein anderes Wißtümliches, das sich im Natürlichen vorfindet, für wahres Wißtümliches anerkannt, als das, welches falsch ist; dieses wird alsdann vermehrt, und die eigentlichen Wahrheiten werden ausgeschlossen.

6653. "Und sprach zu seinem Volk", 2. Mose 1/9, bedeutet das untergeordnete Wißtümliche.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, sofern es das Wahre bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, wovon Nr. 1259, 1260, 3295, 3581; hier das Wißtümliche, das getrennt ist vom Wahren, weil es das Volk von Ägypten ist. Daß Ägypten das Wißtümliche bezeichnet, sehe man Nr. 6638; daß es hier Wißtümliches ist, das untergeordnet ist, hat den Grund, weil es heißt, der König sprach zu seinem Volk. Durch das Volk wird Wahres bezeichnet, weil im Wort ein Volk genannt wird, das unter einem König steht, und durch den König das Wahre bezeichnet wird: Nr. 6651. Durch das Volk wird Wahres bezeichnet, aber es werden (zugleich) diejenigen verstanden, die in Wahrem sind.

Daß Wahres abstrakt gesagt wird, beruht darauf, weil die Geister und Engel so denken und reden; denn dadurch fassen sie die Sache in universeller Weise auf, und dann zugleich in besonderer Weise das, was zur Sache gehört, ohne auf ein bestimmtes Volk, das im Wahren ist, zu reflektieren, denn diese Reflexion würde das Gemüt von der universellen Vorstellung, somit von der Ausdehnung der Anschauung, mithin von der Weisheit abziehen; denn die Richtung des Denkens auf ein Volk, sowie auch auf eine Person beschränkt und begrenzt die Vorstellungen, und hindert, die Sache so inne zu werden, wie sie von einem Endpunkt zum anderen beschaffen ist.

Ebenso wie mit dem Volk, verhält es sich mit anderen Begriffen, daß sie im inneren Sinn eine unbeschränkte Bedeutung haben, z.B. mit der Völkerschaft, sofern sie das Gute ist, mit dem König, sofern er das Wahre ist, mit dem Fürsten, sofern er das vornehmste Wahre ist, mit dem Priester, sofern er das Gute ist, und mit dem Sohn, der Tochter, dem Schwiegersohn, der Schwiegertochter, dem Bruder, der Schwester, dem Vater, der Mutter und mehreren anderen.

6654. "Siehe, das Volk der Söhne Israels ist viel und zahlreicher als wir", 2. Mose 1/9, bedeutet, daß die Wahrheiten der Kirche über das entfremdete Wißtümliche die Oberhand bekommen.

Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie Wahres und Gutes der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6647; aus der Bedeutung von viel und zahlreich, sofern es heißt die Oberhand haben; (daß "sich mehren oder viel und zahlreich werden", vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 6648;) und aus der vorbildlichen Bedeutung des Königs von Ägypten und seines Volkes, die hier verstanden werden durch "als wir", sofern sie das entfremdete Wißtümliche bezeichnen, wie Nr. 6652.

Hieraus wird klar, daß durch "siehe, das Volk Israels ist viel und zahlreicher als wir", bezeichnet wird, die Wahrheiten bekommen über das entfremdete Wißtümliche die Oberhand.

6655. "Wohlan, laßt uns klug handeln mit ihm", 2. Mose 1/10, bedeutet die List.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Klugheit, wenn sie von Bösen gesagt wird, die dem Wahren und Guten entfremdet sind, sofern sie List ist, denn das, was die Bösen aus List und auch aus Betrug tun, nennen sie Klugheit.

Von der List, die durch die Klugheit bezeichnet wird, darf hier etwas erwähnt werden: Alle, die im Bösen sind, nennen List Klugheit, und setzen die Einsicht und Weisheit in nichts anderes. Die so geartet sind in der Welt, werden schlimmer im anderen Leben, und wirken dort aus List fortwährend dem Guten und Wahren entgegen. Und bei ihnen werden diejenigen als Verständige und Weise anerkannt, welche die Wahrheiten durch Falsches entkräften und zerstören zu können glauben, mit welcherlei Kunstgriff oder Bosheit es auch geschehen möge. Hieraus kann erhellen, von welcher Art die Menschen innerhalb der Kirche sind, wenn sie die Klugheit in die List setzen, daß sie nämlich Gemeinschaft mit den Höllen haben.

Die wahren Menschen der Kirche sind so weit von List entfernt, daß sie dieselbe ganz verabscheuen, und diejenigen unter ihnen, die den Engeln gleich sind, wollen, daß, so es möglich wäre, ihre Gesinnung offenbar sei, und jedermann deutlich erkenne, was sie denken, denn sie haben nur Gutes gegen den Nächsten im Sinn, und wenn sie bei jemand Böses sehen, so entschuldigen sie es. Anders die, welche im Bösen sind; diese fürchten, es möchte etwas von dem, was sie denken und wollen, an den Tag kommen, denn sie haben nur Böses gegen den Nächsten im Sinn; wenn Gutes, dann ist es nur für sie selbst, und wenn sie Gutes tun, so geschieht es nur in äußerer Form, des Scheines wegen, um des Gewinnes und der Ehre willen; denn sie wissen, daß das Gute und Wahre, das Gerechte und Billige, wie auch das Ehrbare, eine geheime starke Anziehungskraft auf die Gemüter, auch der Bösen, ausübt.

6656. "Es möchte etwa sich mehren, und im Falle, daß Kriege eintreten", 2. Mose 1/10, bedeutet die Übermacht, wenn sie zunimmt.

Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich mehren", sofern es heißt zunehmen in Ansehung der Wahrheiten, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; und aus der Bedeutung der Kriege, sofern sie Kämpfe um Wahres und Falsches bezeichnen oder geistige Kämpfe, wovon Nr. 1664, 2686; und weil folgt, "es möchte sich an unseren Widersacher anschließen", so wird die Übermacht in jenen Kämpfen bezeichnet.

6657. "Möchte es sich an unsere Widersacher anschließen, und wider uns streiten", 2. Mose 1/10, bedeutet, dadurch würden die Genossen gestärkt, die (ihnen) Böses zufügen.

Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich anschließen", sofern es heißt, gestärkt werden; denn die Feinde werden, wenn eine Menge ihnen sich anschließt, gestärkt; aus der Bedeutung der Feinde, sofern es die Genossen sind, die mitstreiten; und aus der Bedeutung von streiten wider uns, sofern es heißt, Böses zufügen; denn wenn gegen jemand gestritten wird, so wird ihm Böses zugefügt, soweit kein Widerstand geleistet werden kann. Hiermit verhält es sich so:

Es befindet sich um einen jeden Menschen, und auch um einen jeden guten Geist eine allgemeine Sphäre von Bestrebungen von der Hölle her, und eine allgemeine Sphäre von Bestrebungen aus dem Himmel.

Die Sphäre von der Hölle her, ist die Sphäre von Bestrebungen, Böses zu tun und zu verderben; die aus dem Himmel ist die Sphäre von Bestrebungen, Gutes zu tun und selig zu machen, man sehe Nr. 6477. Diese Sphären sind allgemeine; ebenso sind besondere Sphären um einen jeden Menschen her, denn es sind Geister von der Hölle und Engel aus dem Himmel bei ihm, wovon Nr. 5846-5866, 5976-5993. Daher ist der Mensch im Gleichgewicht und hat Freiheit das Böse zu denken und zu wollen, und Freiheit das Gute zu denken und zu wollen.

Wenn nun der Mensch der Kirche in Versuchung kommt, was geschieht, wenn er in sein Böses versetzt wird, dann ist ein Kampf um ihn her zwischen den Geistern von der Hölle und den Engeln aus dem Himmel, Nr. 3927, 4249, 5036. Dieser Kampf dauert, solang der Mensch in seinem Bösen gehalten wird. In diesem Kampfe scheint es zuweilen den Geistern von der Hölle, daß sie siegen werden, und alsdann dringen sie (weiter) vor, zuweilen, daß sie werden besiegt werden, und dann ziehen sie sich zurück. Deshalb fürchten sie alsdann, es möchten sich noch mehrere aus dem Himmel gegen sie anschließen, und sie so in die Hölle geworfen werden, aus der sie nicht mehr herauskommen würden; und das geschieht auch, wenn sie besiegt worden sind.

Dies ist es, was verstanden wird durch die Übermacht, wenn (das Wahre) zunimmt, und daß dann die Genossen, die Böses zufügen werden, gestärkt würden. Wenn Geister von der Hölle gegen die Engel kämpfen, so sind sie in der Geisterwelt, und daselbst im freien Zustand, Nr. 5852.

Aus diesem kann nun erhellen, was im inneren Sinn dadurch verstanden wird, daß die Söhne Israels von den Ägyptern so angefochten und unterdrückt wurden, und daß sie in dem Maß, als sie angefochten wurden, sich mehrten, und daß Jehovah, das ist der Herr, für sie gestritten, und die Ägypter durch Plagen gedämpft, und zuletzt alle im Meer Suph ersäuft habe.

6658. "Und sich erheben aus dem Land", 2. Mose 1/10, bedeutet, hierdurch werde die Kirche hergestellt sein.

Dies erhellt aus der Bedeutung von sich erheben (oder aufsteigen), sofern es heißt gehoben werden, nämlich zum Inwendigeren hin, das der Kirche angehört, wovon Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007; und aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Gosen, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6649. Zum Inwendigeren hin gehoben werden, was bezeichnet wird durch sich erheben aus dem Lande, und ins Land Kanaan kommen heißt, die Kirche wird hergestellt sein.

Beim Menschen ist zwar die Kirche hergestellt, wenn er aus Neigung das Gute tut, aber dennoch ist sie nicht (eher) ganz hergestellt, als nachdem er gegen Böses und Falsches gekämpft, somit nachdem er Versuchungen bestanden hat; dann erst wird er wahrhaftig eine Kirche, und dann wird er in den Himmel eingeführt, was durch die Einführung der Söhne Israels ins Land Kanaan vorgebildet wird.

6659. "Da setzten sie Fronvögte über dasselbe", 2. Mose 1/11, bedeutet Falsches, das zum Dienen zwingen sollte.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Vögte (Fürsten), sofern es die vornehmsten Wahrheiten sind, wovon Nr. 1482, 2089, 5044; hier im entgegengesetzten Sinn das vornehmste Falsche; und aus der Bedeutung der Fronen, zu denen sie von jenen vorgesetzten Vögten gezwungen wurden, sofern es Dienstbarkeiten sind, wovon Nr. 6394.

6660. "Um es niederzubeugen mit Lasten", 2. Mose 1/11, bedeutet Beschwerung durch Dienstbarkeiten.

Dies erhellt aus der Bedeutung von niederbeugen, sofern es (Druck oder) Beschwerung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Lasten, welche Fronen waren, sofern es Dienstbarkeiten sind.

6661. "Und es baute Städte mit Vorratshäusern dem Pharao", 2. Mose 1/11, bedeutet, Lehren aus verfälschten Wahrheiten im Natürlichen, wo das entfremdete Wißtümliche ist.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Städte, sofern sie Lehren bezeichnen in beiderlei Sinn, wovon Nr. 402, 2449, 2943, 3216, 4492, 4493; aus der Bedeutung der Vorratshäuser, sofern es verfälschte Wahrheiten sind, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5160, 5799, 6015 E. Daß in diesem das verfälschte Wißtümliche ist, sehe man Nr. 6651, 6652.

Daß die Städte mit Vorratshäusern, die das Volk Israels dem Pharao baute, Lehren aus verfälschten Wahrheiten bezeichnen, hat den Grund, weil diejenigen, die in den dem Wahren entfremdeten wißtümlichen Kenntnissen sind, die durch Pharao und die Ägypter hier bezeichnet werden, alle Wahrheiten der Kirche verkehren und verfälschen, und aus den so verkehrten und verfälschten Wahrheiten sich Lehren machen. Das Wort, durch das in der Grundsprache Vorratshäuser ausgedrückt werden, bedeutet auch Zeughäuser, wie auch Schatzhäuser, die im inneren Sinn beinahe von gleicher Bedeutung sind; denn Vorratshäuser sind es, wo Getreide gesammelt wird, und durch Getreide wird das Wahre bezeichnet: Nr. 5276, 5280, 5292, 5402, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche. Zeughäuser aber sind es, wo Kriegswaffen aufbewahrt werden, durch die solches bezeichnet wird, was dem gegen das Falsche streitende Wahren, angehört, und im entgegengesetzten Sinn, was dem gegen das Wahre streitende Falschen angehört: Nr. 1788, 2686; Schatzhäuser sind, wo Güter (opes) niedergelegt werden, und durch Güter und Reichtümer werden Erkenntnisse des Guten und Wahrheiten bezeichnet: Nr. 4508; im entgegengesetzten Sinn Erkenntnisse des Bösen und Falschen. Somit werden durch Städte mit Vorratshäusern oder mit Zeughäusern oder Schatzhäusern im allgemeinen die Lehren aus verfälschten Wahrheiten bezeichnet.

6662. "Pithom und Raamses", 2. Mose 1/11, bedeutet die Beschaffenheit derselben, nämlich der Lehren aus verfälschten Wahrheiten.

Dies erhellt aus dem Namen im Wort, sofern sie die Beschaffenheit und den Zustand der Sache bezeichnen, von der die Rede ist.

HG 6663

6663. "Aber je mehr sie es bedrückten, desto stärker mehrte es sich", 2. Mose 1/12, bedeutet, mit den Anfechtungen nahmen die Wahrheiten zu.

Dies erhellt aus der Bedeutung von bedrücken, sofern es die Anfechtung bezeichnet; und aus der Bedeutung von sich mehren, sofern es heißt zunehmen in Ansehung der Wahrheiten, wovon Nr. 6656. Wie sich dieses verhält, soll, weil man es ohne Erfahrung von dem, was im anderen Leben geschieht, heutzutage nicht wissen kann, (nun) gesagt werden:

Die meisten Geister, die aus der Welt kommen und ein Leben nach den Geboten des Herrn geführt haben, werden, ehe sie in den Himmel erhoben und hier den Gesellschaften angeschlossen werden können, von dem Bösen und Falschen, das sie haben, angefochten, zu dem Zweck, daß es entfernt werde, (man sehe Nr. 6639); denn im Leibesleben haben sie Unreines angenommen, das keineswegs mit dem Himmel übereinstimmt; die Anfechtungen geschehen durch Versenkungen in ihr Böses und Falsches. Während sie sich in diesem befinden, sind Geister bei ihnen, die in gleichem Bösen und Falschen sind, und geben sich alle mögliche Mühe, sie vom Wahren und Guten abzubringen. Dennoch aber werden sie nicht tiefer in ihr Böses und Falsches versenkt, als der Einfluß durch die Engel vom Herrn vorwalten kann; dies geschieht pünktlich genau, wie nach der Waage; und zwar aus dem Grund, damit, wer angefochten wird, den Glauben hege, er sei in der Freiheit, und kämpfe also aus sich gegen Böses und Falsches, jedoch, wo nicht jetzt, so doch nachher mit der Anerkennung, daß vom Herrn alle Kraft zu widerstehen gekommen sei, man sehe Nr. 1937, 1947, 2881, 5660. Wenn dies geschieht, dann wird nicht nur das Gute und Wahre, das früher eingepflanzt wurde, gestärkt, sondern auch noch in größerem Maße eingeflößt. Dies bringt jeder geistige Kampf, in welcher der Kämpfer ein Sieger wird, mit sich.

Daß es so sei, erhellt (auch) aus der allgemeinen Erfahrung; denn wer seine Meinung gegen andere, die sie bestreiten, verteidigt, der bestärkt sich noch mehr in seiner Meinung, und findet alsdann noch mehr Gründe für seine Meinung, die er früher nicht bemerkt hatte, wie auch mehr Gegengründe wider die entgegengesetzte, und so bestärkt er sich in seiner Meinung, und beleuchtet sie noch mit mehrerem. Mit den geistigen Kämpfen verhält es sich so in noch vollkommenerer Weise, weil der Kampf im Geiste geschieht, und um Gutes und Wahres, und hauptsächlich, weil der Herr gegenwärtig ist, und durch Engel leitet; denn es handelt sich um das ewige Leben und die Seligkeit.

In solchen Kämpfen ist es gewöhnlich, daß der Herr alles Böse, das die Höllen bezwecken, zum Guten wendet. Daher wird nicht zugelassen, daß mehr und anderes Böse hervorgebracht wird, als zum Guten gewendet werden kann, das dem, der im Kampfe sich befindet, angemessen ist. Die Ursache, warum so geschieht, liegt darin, daß das Reich des Herrn ein Reich der Nutzzwecke ist; deshalb kann in demselben nichts geschehen, als solches, woraus Gutes kommt.

Aus diesem kann nun erhellen, wie es zu verstehen ist, daß die Wahrheiten mit den Anfechtungen zunehmen, was dadurch bezeichnet wird, daß (das Volk) je mehr sie es bedrückten, desto stärker sich mehrte.

6664. "Und breitete sich aus", 2. Mose 1/12, bedeutet, sie wurden bestärkt (oder begründet), nämlich die Wahrheiten.

Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich ausbreiten", wenn es von den durch die Anfechtungen von Bösem und Falschem vermehrten Wahrheiten gesagt wird, sofern es heißt bestärkt werden; denn keine anderen Wahrheiten bleiben, als die, welche bestärkt werden, und deshalb werden so viele Wahrheiten bestärkt, als sich ausbreiten.

Daß durch Anfechtungen die Wahrheiten bestärkt werden, sehe man Nr. 6663.

6665. "Und es kam sie ein Grauen an vor den Söhnen Israels", 2. Mose 1/12, bedeutet den größeren Widerwillen.

Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Grauen empfinden", sofern es den Widerwillen bezeichnet, hier den größeren Widerwillen, weil sie infolge der Anfechtungen noch stärker sich mehrten und ausbreiteten.

6666. "Und die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar", 2. Mose 1/13, bedeutet die Absicht der Unterjochung.

Dies erhellt aus der Bedeutung von dienstbar machen, sofern es Unterjochung ist, hier die Absicht der Unterjochung, weil sie fortwährend sich bestreben, (andere) zu unterjochen, gegen die Guten bekommen sie jedoch nie die Oberhand; aus der Bedeutung der Ägypter, sofern sie das getrennte Wißtümliche bezeichnen, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, wovon Nr. 6651; und aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Kirche bezeichnen, wovon Nr. 6637. Hieraus wird klar, daß durch "die Ägypter machten die Söhne Israels dienstbar", bezeichnet wird die Absicht der Unterjochung bei denen, die im getrennten Wißtümlichen sind, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist.

Was die Absicht zu unterjochen betrifft, so durfte ich auch erfahren, von welcher Art sie ist bei den Bösen, die von der Hölle sind: sie haben ein solches Bestreben und einen solchen Trieb, diejenigen zu unterjochen, die im Guten und Wahren sind, daß es nicht beschrieben werden kann; denn sie brauchen alle Bosheit, alle List und Tücke, allen Trug und alle Grausamkeit, und zwar eine so große und so arge, daß, wenn nur ein Teil davon geschildert würde, es kaum jemand in der Welt glauben könnte, von solcher List und Schlauheit und von solcher Ruchlosigkeit sind dieselben. Sie sind mit einem Wort so arg, daß von gar keinem Menschen, nicht einmal von irgendeinem Engel Widerstand geleistet werden kann, sondern vom Herrn allein. Der Grund, warum sie ein solches Streben und einen solchen Drang haben, ist der, weil ihre ganze Lebenslust, somit ihr eigentliches Leben im Bösestun besteht; deshalb nimmt ihre Gedanken nichts anderes ein, folglich beabsichtigen sie nichts anderes. Gutes tun können sie gar nicht, weil es ihnen zuwider ist. Wenn sie Gutes tun, so tun sie es bloß ihrethalben, somit für sich selbst.

Von solchen bekommt die Hölle heutzutage einen ungeheuren Zuwachs, und was merkwürdig ist, hauptsächlich von denjenigen, die innerhalb der Kirche sind, wegen der Schlauheiten, Betrügereien, Gehässigkeiten, und wegen der Rachsucht und der Ehebrüche, die bei ihnen mehr als sonstwo im Schwange (Sitte, Brauch) gehen, denn bei diesen werden Schlauheiten für scharfsinnig, und die Ehebrüche für ehrbar gehalten, und diejenigen, die anders gesinnt sind, werden verlacht.

Weil es heutzutage innerhalb der Kirche so steht, so ist dies ein Anzeichen, daß ihre letzte Zeit bevorsteht, denn "wofern das Ende nicht käme, so würde kein Fleisch selig", gemäß den Worten des Herrn bei Matth.24/22; alles Böse ist nämlich ansteckend, und dringt durch, wie die Hefe den Teig, somit endlich alle.

6667. "Mit Härte", 2. Mose 1/12, bedeutet die Unbarmherzigkeit.

Dies kann erhellen ohne Erklärung, denn diejenigen, von denen gleich oben die Rede ist, haben keine Barmherzigkeit, weil keine Nächstenliebe, sondern nur Selbstliebe. Die Nächstenliebe, die bei ihnen erscheint, ist auch nichts anderes als Selbstliebe, denn inwieweit der andere ihm geneigt ist, d.h. inwieweit er ihm angehört, insoweit wird er geliebt; insoweit er aber ihm nicht geneigt, d.h., insoweit er nicht der Seinige ist, insoweit wird er verworfen, und wenn er früher ein Freund gewesen war, wird er in demselben Grade gehaßt. Solches liegt in der Selbstliebe verborgen, und es offenbart sich nicht in der Welt, sondern im anderen Leben, wo es ausbricht. Der Grund, warum es dort ausbricht ist, weil das Äußere dort weggenommen wird; und alsdann kommt an den Tag, wie der Mensch innerlich gesinnt gewesen war.

6668. "Und verbitterten ihr Leben mit harter Dienstbarkeit", 2. Mose 1/14, bedeutet, so sehr, daß das Streben nach Unterjochung feindselig wurde.

Dies erhellt aus der Bedeutung vom Verbittertwerden des Lebens, sofern es heißt, (gegen dasselbe) feindselig werden; und aus der Bedeutung der Dienstbarkeit, sofern sie Unterjochung ist, hier das Streben nach Unterjochung, wie Nr. 6666.

6669. "In Ton und in Ziegelsteinen", 2. Mose 1/14, bedeutet, wegen des Bösen, das sie erfanden, und des Falschen, das sie erdachten.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Tons, sofern er das Gute bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Böse, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Ziegelsteine, sofern sie das Falsche bezeichnen, das sie erdenken, wovon Nr. 1296. Über das Böse und Falsche, das die Höllischen erfinden und erdenken, sehe man Nr. 6666.

Daß der Ton das Böse bezeichnet, aus dem das Falsche (hervorgeht), wird klar aus folgenden Stellen im Wort:

Jes.57/20: "Die Gottlosen, sind wie das ungestüme Meer, wann es nicht ruhig sein kann, seine Wasser werfen Kot und Ton aus": Kot für das Falsche, aus dem das Böse, und Ton für das Böse, aus dem das Falsche (stammt).

Jerem.38/22: "Versunken in den Ton sind deine Füße, sind zurückgewichen": versunken in den Ton sind die Füße, für: das Natürliche ins Böse.

Nahum 3/14,15: "Wasser der Belagerung schöpfe dir, stärke deine Festungen, gehe in den Kot, und tritt den Ton, stelle her den Ziegelofen, dort wird dich fressen das Feuer, und wird dich ausrotten das Schwert": Ton treten bedeutet, aus dem Bösen das Falsche denken.

Hab.2/6,7: "Sagen wird er: wehe dem, der mehret, was nicht sein ist; wie lange? und dem, der Ton auf sich lädt, werden nicht plötzlich aufstehen, die dich beißen": Ton auf sich laden für: das Böse.

Ps.40/3: "Jehovah hat mich herausgezogen aus der Grube der Verwüstung, aus dem Kot des Tons, und gestellt auf den Fels meine Füße".

Ps.69/3,15,16: "Versunken bin ich im tiefen Ton, und bestehe nicht, bin gekommen in die Tiefen der Wasser, und die Flut hat mich überdeckt; rette mich aus dem Ton, daß ich nicht versinke, und aus den Tiefen der Wasser, und daß mich nicht verschlinge die Tiefe": Ton für das Böse, aus dem das Falsche.

Jes.41/25: "Kommen wird er über die Herrschenden, wie über Ton, und wie ein Töpfer wird er den Kot treten".

Aber für das Gute steht Ton in folgenden Stellen:

Jes.64/7: "Nun, Jehovah, unser Vater bist Du, wir sind Ton, und Du unser Töpfer, und das Werk Deiner Hand sind wir alle": Ton für den Menschen der Kirche, der gebildet wird, somit für das Gute des Glaubens, wodurch der Mensch gebildet, d.h. gebessert wird.

Jerem.18/1-6: "Jehovah sprach zu Jeremias: Stehe auf und gehe hinab in das Haus des Töpfers, und daselbst werde Ich dich hören lassen Meine Worte. Ich ging nun hinab in das Haus des Töpfers, siehe, da tat er sein Werk auf der Scheibe, aber es verdarb das Gefäß, das er machte, wie der Ton in der Hand des Töpfers, und er kam wieder, und machte daraus ein anderes Gefäß, wie es recht war, es zu machen, in der Hand des Töpfers. Da geschah das Wort Jehovahs zu mir, und sprach: Kann Ich nicht wie dieser Töpfer euch tun, Haus Israels, spricht Jehovah; siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in Meiner Hand, Haus Israels": Haus Israels für die zu bildende Kirche, und weil die Bildung durch das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens geschieht, und jenes durch den Ton und das Gefäß des Töpfers bezeichnet wird, darum wurde dem Propheten befohlen, in das Haus des Töpfers zu gehen; das wäre nicht geschehen, wenn nicht durch den Ton und durch das Gefäß des Töpfers jenes bezeichnet worden wäre.

Anderswo wird auch Jehovah oder der Herr Töpfer genannt, und der Mensch, der gebessert wird, Ton, nämlich Jes.29/15,16; 45/9; Hiob 10/9; 33/6.

"Daß der Herr einen Kot (lutum) machte aus dem Speichel, und auf die Augen des Blindgeborenen schmierte, und ihm befahl, er soll sich im Teich Siloam waschen, und daß der Blinde dadurch sehend wurde": Joh.9/6,7,11, war geschehen, weil die Besserung des Menschen, der in Unwissenheit des Wahren geboren ist, vorgebildet wurde, und weil die Besserung durch das Gute des Glaubens geschieht, das der Ton bezeichnet.

6670. "Und in allerlei Dienst auf dem Felde", 2. Mose 1/14, bedeutet die Absicht der Unterjochung gegen das, was der Kirche angehört.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes, sofern er die Absicht der Unterjochung bezeichnet, wovon Nr. 6666; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 2971, 3766.

6671. "Bei all ihrer Dienstbarkeit, womit sie sie dienstbar machten mit Härte", 2. Mose 1/14, bedeutet die Absicht der Unterjochung auf vielerlei Art aus Unbarmherzigkeit.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Dienstbarkeit, sofern sie die Absicht der Unterjochung bezeichnet, wie Nr. 6666, 6668, 6670; und weil gesagt wird "alle Dienstbarkeit", so wird (dadurch) bezeichnet, auf vielerlei Art; und aus der Bedeutung der Härte, sofern sie Unbarmherzigkeit ist, wovon Nr. 6667.

6672. Vers 15-21: Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen, wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah. Und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen, daß es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist es aber eine Tochter, so mag sie leben. Aber die Wehmütter fürchteten Gott, und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte, und ließen die Knaben leben. Da rief der König Ägyptens die Wehmütter, und sprach zu ihnen: warum tut ihr dieses und lasset die Knaben leben? Und die Wehmütter sprachen zu Pharao: weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber, denn sie sind lebenskräftig; ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren. Und Gott tat den Wehmüttern Gutes, und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich. Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten, so machte Er ihnen Häuser (d.h. Er gab ihnen Nachkommenschaft).

"Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen" bedeutet den Einfluß aus dem getrennten Wißtümlichen ins Natürliche, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, die der Kirche angehören;

"wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah" bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand des Natürlichen, wo das Wißtümliche ist;

"und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen" bedeutet die Wahrnehmung des vom Inwendigen in das Wißtümliche einfließenden Wahren und Guten;

"daß es ein Sohn ist, so tötet ihn" bedeutet, wenn es Wahres ist, so sollen sie es womöglich zerstören;

"ist es aber eine Tochter, so mag sie leben" bedeutet, aber nicht, wenn es Gutes ist;

"aber die Wehmütter fürchteten Gott" bedeutet die wißtümlichen Wahrheiten, weil vom Göttlichen (herstammend), wurden behütet;

"und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte" bedeutet, es sei nicht so geschehen, wie die im Falschen Befindlichen beabsichtigten;

"und ließen die Knaben leben" bedeutet die Wahrheiten wurden, als dem Guten angehörend, erhalten;

"da rief der König Ägyptens die Wehmütter" bedeutet die im Falschen Befindlichen hielten einen Rat wider die, welche in den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen waren;

"und sprach zu ihnen: warum tut ihr dieses und lasset die Knaben leben?" bedeutet den Zorn darüber, daß die Wahrheiten nicht zerstört wurden;

"und die Wehmütter sprachen zu Pharao" bedeutet die Wahrnehmung in betreff jener wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen;

"weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber" bedeutet das Wißtümliche der Kirche sei nicht so beschaffen wie das demselben entgegengesetzte Wißtümliche;

"denn sie sind lebenskräftig" bedeutet, es sei geistiges Leben darin;

"ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren" bedeutet das Natürliche wisse nicht vorher, wann jene Leben bekommen;

"und Gott tat den Wehmüttern Gutes" bedeutet das Natürliche sei vom Göttlichen gesegnet worden;

"und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich" bedeutet, daß die Wahrheiten fortwährend darin erzeugt wurden, und so zunahmen;

"und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten" bedeutet, weil die wißtümlichen Wahrheiten vom Göttlichen behütet wurden;

"so machte Er ihnen Häuser" bedeutet, sie wurden in eine himmlische Form gebracht.

6673. "Da sprach der König Ägyptens zu den Wehmüttern der Hebräerinnen", 2. Mose 1/15, bedeutet den Einfluß aus dem getrennten Wißtümlichen ins Natürliche, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, die der Kirche angehören.

Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es den Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5743, 6291; aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er das getrennte Wißtümliche bezeichnet, das gegen die Wahrheiten der Kirche ist, wovon Nr. 6651; aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche sind, wovon Nr. 4588, 4921; und aus der Bedeutung der Hebräerinnen, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 5236; somit auch die wißtümlichen Wahrheiten, die der Kirche angehören.

Daß die Wehmütter das Natürliche bezeichnen, hat den Grund, weil das Natürliche das aufnimmt, was vom Inwendigen einfließt, und so gleichsam bei der Geburt hilft.

6674. "Wovon der Name der einen war Schiphra, und der Name der anderen Puah", 2. Mose 1/15, bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand des Natürlichen, wo das Wißtümliche ist.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1896, 2009; und auch den Zustand: Nr. 1946, 2643, 3422, 4298; denn alle Namen im Wort bedeuten Sachen, und überhaupt umfassen sie das, was eben der Sache angehört, von der die Rede ist, somit die Beschaffenheit und den Zustand derselben, hier also die Namen Schiphra und Puah die Beschaffenheit und den Zustand des Natürlichen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, weil dieses die Sache ist, wovon gehandelt wird, wie aus Nr. 6673 erhellt.

Wer nicht weiß, daß der Name die Beschaffenheit und den Zustand der Sache bezeichnet, von der gehandelt wird, der kann glauben, daß, wo ein Name vorkommt, eben der Name gemeint werde, somit daß, wo der Herr von Seinem Namen spricht, es nur der Name sei, während er doch die Beschaffenheit der Verehrung bezeichnet, nämlich das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit, wodurch Er verehrt werden soll; wie

Matth.18/20: "Wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen, da bin Ich in ihrer Mitte": hier wird nicht der Name verstanden, sondern die Verehrung aus Glauben und Liebtätigkeit.

Joh.1/12: "So viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, den Glaubenden an Seinen Namen": auch hier wird durch den Namen der Glaube und die Liebtätigkeit verstanden, womit der Herr verehrt wird.

Joh.20/31: "Dies ist geschrieben, auf daß ihr glaubet, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, auf daß ihr durch den Glauben das Leben habet in Seinem Namen".

Joh.14/13,14: "Was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun".

Joh.15/16,17; 16/23,24: "Alles, was ihr den Vater bitten werdet in Meinem Namen, wird Er euch geben": hier wird nicht verstanden, sie sollen den Vater im Namen des Herrn bitten, sondern den Herrn selbst, denn zum göttlich Guten, das der Vater ist: Nr. 3704, steht kein Zugang offen außer durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, wie auch in den Kirchen bekannt ist; daher heißt: den Herrn selbst bitten, gemäß den Wahrheiten des Glaubens (bitten). Wenn man diesen gemäß bittet, so wird es gewährt, wie Er selbst auch in der vorhergenannten Stelle bei Johannes sagt: "Was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun".

Dies kann auch daraus erhellen, daß der Herr der Name Jehovahs ist, wovon es 2. Mose 23/20,21 heißt: "Ich sende einen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, hüte dich vor Seinem Angesichte, und höre auf Seine Stimme, und erbittere Ihn nicht; denn Mein Name ist in Seiner Mitte".

Joh.12/28: "Vater, verherrliche Deinen Namen; da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe (ihn) verherrlicht, und Ich werde (ihn) wiederum verherrlichen".

Joh.17/6,26: "Geoffenbart habe Ich Deinen Namen den Menschen, die Du Mir gegeben hast aus der Welt. Kund gemacht habe Ich ihnen Deinen Namen, und werde (ihn) kund machen, auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebt hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen".

Hieraus wird klar, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Name Jehovahs ist, oder die ganze Beschaffenheit Seines Wesens. Daher geht vom Göttlich-Menschlichen aller Gottesdienst aus, und dasselbe ist es, was zu verehren ist; denn dadurch wird das Göttliche Selbst verehrt, welches sonst kein menschliches Denken erreicht; und wenn kein Denken, dann findet auch keine Verbindung statt.

Daß der Name des Herrn das Ganze des Glaubens und der Liebe bezeichnet, durch das der Herr verehrt werden soll, wird ferner aus folgenden Stellen klar:

Matth.10/22: "Ihr werdet gehaßt werden von jedermann um Meines Namens willen".

Matth.18/5: "Wer ein solches Knäblein aufnimmt in Meinem Namen, der nimmt Mich auf".

Matth.19/29: "Jeder, der verlässet Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker, um Meines Namens willen, wird es hundertfältig empfangen".

Matth.21/9: "Sie schrieen: Hosianna dem Sohne Davids, gesegnet ist, Der da kommt im Namen des Herrn".

Luk.13/35: "Wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet Mich nicht sehen, bis es kommt, daß ihr saget: gesegnet ist, Der da kommt im Namen des Herrn".

Mark.9/41: "Wer euch tränket mit einem Becher Wasser in Meinem Namen, darum daß ihr Christo angehört, wahrlich, Ich sage euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren".

Luk.10/17,20: "Die siebzig kamen zurück mit Freuden, und sprachen: Herr, auch die Dämonen gehorchen uns in Deinem Namen. Jesus sprach zu ihnen: Freuet euch nicht darüber, daß die Geister euch gehorchen, sondern freuet euch vielmehr, daß eure Namen geschrieben sind im Himmel": die Namen, die geschrieben sind im Himmel, bezeichnen nicht die Namen, sondern die Beschaffenheit ihres Glaubens und ihrer Liebtätigkeit.

Ebenso die Namen, die geschrieben sind im Buch des Lebens, in der Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast auch wenige Namen in Sardes, die nicht besudelt haben ihre Kleider: wer überwindet, der wird angetan werden mit weißen Kleidern, und Ich werde nicht tilgen seinen Namen aus dem Buch des Lebens, und werde bekennen seinen Namen vor dem Vater, und vor Seinen Engeln".

Joh.10/2,3: "Wer eingehet durch die Türe, ist der Hirte der Schafe, dieser ruft die eigenen Schafe beim Namen".

2. Mose 33/12,17: "Jehovah sprach zu Mose: Ich kenne dich mit Namen".

Joh.2/23: "Viele glaubten an Seinen Namen, da sie sahen Seine Zeichen, die Er tat".

Joh.3/18: "Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des Eingeborenen Sohnes Gottes".

Jes.59/19: "Fürchten werden sie vom Aufgang den Namen Jehovahs".

Micha 4/5: "Alle Völker wandeln im Namen ihres Gottes, und wir werden wandeln im Namen Jehovahs, unseres Gottes".

5. Mose 12/5,11,14: "Jehovah, Gott sollten sie verehren an dem Ort, den Er wählen, und wo Er setzen würde Seinen Namen"; ebenso bei Jes.18/7; Jerem.7/12.

Außerdem in mehreren anderen Stellen, wie Jes.26/8,13; 41/25; 43/7; 49/1; 50/10; 52/5; 62/2; Jerem.23/27; 26/16; Hes.20/14,44; 36/21-23; Micha 5/3; Mal.1/11; 5. Mose 10/8; Joh.Offenb.2/17; 3/12; 13/8; 14/11; 15/2; 17/8; 19/12,13,16; 22/3,4.

Daß der Name Jehovahs das Ganze ist, womit Er verehrt wird, somit im höchsten Sinn alles, was vom Herrn ausgeht, erhellt aus dem Segen 4. Mose 6/23-27: "Es segne dich Jehovah, und behüte dich, es lasse leuchten Jehovah Sein Angesicht über dir, und erbarme Sich deiner, es hebe Jehovah Sein Angesicht über dich, und gebe dir Frieden; so sollen sie legen Meinen Namen auf die Söhne Israels".

Aus diesem nun wird klar, was unter dem folgenden Gebot des Dekalogus verstanden wird: "Du sollst den Namen deines Gottes nicht ins Eitle nehmen, denn Jehovah wird den nicht für schuldlos halten, der Seinen Namen ins Eitle nimmt": 2. Mose 20/7; sodann was im Gebet des Herrn (verstanden wird) durch "Geheiliget werde Dein Name": Matth.6/9.

6675. "Und sprach: wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen", 2. Mose 1/16, bedeutet die Wahrnehmung des vom Inwendigen in das Wißtümliche der Kirche einfließenden Wahren und Guten.

Dies erhellt aus der Bedeutung von helfen bei der Geburt, sofern es die Aufnahme des Guten und Wahren bezeichnet, das vom Inwendigen ins Natürliche einfließt; denn die Wehmutter ist das Natürliche, sofern es den Einfluß aufnimmt; man sehe Nr. 4588, 6673; aus der Bedeutung der Hebräerinnen, sofern sie das bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 5236; aus der Bedeutung von sehen, sofern es die Wahrnehmung ist, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; und aus der Bedeutung der Stühle, sofern sie dasjenige im Natürlichen bezeichnen, was das vom Inwendigen einfließende Gute und Wahre aufnimmt, somit sind es die wißtümlichen Wahrheiten, denn diese nehmen auf.

Hieraus wird klar, daß durch "wenn ihr bei der Geburt helfet den Hebräerinnen, und ihr sehet auf den Stühlen" bezeichnet wird die Wahrnehmung des vom Inwendigen in das Wißtümliche der Kirche, das im Natürlichen ist, einfließenden Wahren und Guten.

6676. "Daß es ein Sohn ist, so tötet ihn", 2. Mose 1/16, bedeutet, wenn es Wahres ist, so sollen sie es wo möglich zerstören.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt zerstören, denn es wird vom Wahren gesagt; aber sie sollen es zerstören, wofern es möglich, denn die Bösen können bei den Guten die Wahrheiten nicht zerstören.

6677. "Ist es aber eine Tochter, so mag sie leben", 2. Mose 1/16, bedeutet, nicht aber, wenn es Gutes ist.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie das Gute bezeichnet, wovon Nr. 489, 490, 491, 2362; und aus der Bedeutung von leben, sofern es heißt, daß es nicht zerstört werden soll.

Der Grund, warum der König Ägyptens sagte, ein Sohn soll getötet werden, nicht aber eine Tochter, wird aus dem inneren Sinn klar, welcher ist, daß sie das Wahre zu zerstören suchen sollten, nicht aber das Gute; denn wenn die Höllischen anfechten, dann dürfen sie das Wahre angreifen, nicht aber das Gute. Der Grund ist der, weil das Wahre es ist, was bekämpft werden kann, nicht aber das Gute; dieses wird vom Herrn beschützt, und wenn die Höllischen versuchen, Gutes anzugreifen, werden sie tief in die Hölle geworfen, denn bei der Gegenwart des Guten können sie nicht bestehen, weil in allem Guten der Herr gegenwärtig ist. Daher kommt es, daß die Engel, weil sie im Guten sind, eine so große Gewalt über die höllischen Geister haben, daß einer von ihnen tausend Höllische zähmen kann.

Man muß wissen, daß im Guten das Leben ist, denn das Gute gehört der Liebe an, und die Liebe ist das Leben des Menschen, wenn das Böse, das der Selbst- und Weltliebe angehört, und scheinbar Gutes ist für die, welche darin sind, das Gute bekämpft, das der himmlischen Liebe angehört, so kämpft das Leben des einen gegen das Leben des anderen, und weil das Leben aus dem Guten der himmlischen Liebe vom Göttlichen herstammt, deswegen fängt alsdann das Leben aus der Selbst- und Weltliebe, wenn es mit jenem zusammenstößt, an ausgelöscht zu werden; denn es wird erstickt, und hierdurch werden sie gequält wie die, welche im Todeskampf sind. Deshalb stürzen sie in die Hölle, wo sie ihr Leben wieder bekommen. Man sehe Nr. 3938, 4225, 4226, 5057, 5058.

Dies ist auch der Grund, warum von bösen Geistern und Genien das Gute nicht bekämpft werden kann, und daß sie somit nicht wagen, das Gute zu zerstören. Anders verhält es sich mit dem Wahren; dieses hat kein Leben in sich, sondern vom Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn.

6678. "Aber die Wehmütter fürchteten Gott", 2. Mose 1/17, bedeutet, die wißtümlichen Wahrheiten, weil vom Göttlichen herstammend, wurden behütet.

Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott fürchten, sofern es heißt, halten, was das Göttliche befohlen hat; denn die, welche Gott fürchten, halten die Gebote. Weil aber alle heilige Furcht, und daher der Gehorsam und das Halten der Gebote aus dem Göttlichen herkommt, und gar nicht vom Menschen, deswegen wird durch "sie fürchteten Gott" bezeichnet, daß es vom Göttlichen behütet wurde; und aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 4588, 6673, 6675.

6679. "Und taten nicht, wie der König Ägyptens zu ihnen geredet hatte", 2. Mose 1/17, bedeutet, es sei nicht so geschehen, wie die im Falschen Befindlichen beabsichtigten.

Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie taten nicht, wie er geredet hatte", sofern es heißt, es sei nicht so geschehen, wie sie beabsichtigten, daß sie nämlich die Wahrheiten nicht zerstören konnten, die durch die Söhne bezeichnet werden, daß sie aber auf alle mögliche Weise sie zu zerstören suchten: Nr. 6676; und aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er das getrennte Wißtümliche bezeichnet, das gegen das Wahre der Kirche ist, wovon Nr. 6651, somit das Falsche, denn jenes Wißtümliche ist ein Falsches.

6680. "Und ließen die Knaben leben", 2. Mose 1/17, bedeutet, die Wahrheiten wurden, weil dem Guten angehörend, erhalten.

Dies erhellt aus der Bedeutung von leben lassen, sofern es heißt erhalten; und aus der Bedeutung der Söhne, die hier Knaben genannt werden, sofern es Wahrheiten sind, wovon Nr. 6676. Die Söhne werden hier Knaben genannt, weil durch die Knaben das Gute der Unschuld bezeichnet wird: Nr. 430, 2782, 5236; daher bezeichnen die Knaben hier Wahrheiten, die dem Guten angehören.

6681. "Da rief der König Ägyptens die Wehmütter", 2. Mose 1/18, bedeutet, die im Falschen Befindlichen hielten einen Rat wider die, welche in den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen waren.

Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, sofern es hier heißt einen Rat halten; denn der Zweck des Rufens war, die Wahrheiten zu zerstören. Aber der Rat wurde vereitelt, weil die Wahrheiten vom Göttlichen behütet wurden, was dadurch bezeichnet wird, daß die Wehmütter Gott fürchteten: Nr. 6678 (die Bösen im anderen Leben, welche die Guten anfechten, halten auch wirklich miteinander einen Rat, wovon ich mich auch durch Erfahrung überzeugen durfte); aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er die im Falschen Befindlichen bezeichnet, wovon Nr. 6679; und aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 4588, 6673, 6675, 6678.

Hieraus wird klar, daß durch "der König Ägyptens rief die Wehmütter", bezeichnet wird, daß die im Falschen Befindlichen einen Rat hielten wider diejenigen, die in den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen (standen).

6682. "Warum tut ihr dieses, und lasset die Knaben leben", 2. Mose 1/18, bedeutet den Zorn darüber, daß die Wahrheiten nicht zerstört wurden.

Dies erhellt aus der Bedeutung von warum tut ihr dieses?, sofern es Worte des Scheltens, somit des Zorns sind; und aus der Bedeutung von leben lassen, sofern es heißt nicht zerstören, wie Nr. 6677, 6680; und aus der Bedeutung der Knaben, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen, die dem Guten angehören.

6683. "Und die Wehmütter sprachen zu Pharao", 2. Mose 1/19, bedeutet die Wahrnehmung in betreff jener wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen.

Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon öfters; aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 6681; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das falsche Wißtümliche im allgemeinen darstellt, wovon Nr. 6679, 6681.

6684. "Weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber", 2. Mose 1/19, bedeutet, das Wißtümliche der Kirche sei nicht so beschaffen, wie das demselben entgegengesetzte Wißtümliche.

Dies erhellt aus der Bedeutung der hebräischen Weiber, sofern sie dasjenige bezeichnen, was der Kirche angehört, wovon Nr. 5136, 5236, 6673, 6675; und aus der Bedeutung der ägyptischen Weiber, sofern sie solches bezeichnen, was dem, das der Kirche angehört, entgegen ist. Daß es Wißtümliches ist, wird klar aus dem Vorhergehenden, sodann aus der Bedeutung Ägyptens, sofern dieses das Wißtümliche bezeichnet: Nr. 6638, hier Wißtümliches, das den wißtümlichen Wahrheiten der Kirche entgegengesetzt ist. Daß die Weiber das bezeichnen, was der Kirche angehört, sehe man Nr. 252, 253.

6685. "Denn sie sind lebenskräftig", 2. Mose 1/19, bedeutet, es sei geistiges Leben darin.

Dies erhellt aus der Bedeutung von leben, sofern es das geistige Leben ist, wovon Nr. 5890, hier das geistige Leben in dem, was der Kirche angehört, was durch die hebräischen Weiber bezeichnet wird.

Was geistiges Leben, wurde früher einigemal gesagt; weil aber heutzutage wenige wissen, was das Geistige ist, so mag es noch mit wenigem dargelegt werden, was es sei. Das Geistige in seinem ersten Ursprung ist das göttlich Wahre, das hervorgeht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, und dieses Wahre hat in sich das göttlich Gute, weil das göttlich Wahre ausgeht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, welches das göttlich Gute ist. Dieses göttlich Wahre, in dem das göttlich Gute, ist das eigentliche Geistige in seinem Ursprung, und ist das Leben selbst, das den Himmel erfüllt, ja, welches das Weltall erfüllt; und wo ein (aufnehmendes) Subjekt ist, da fließt es ein. Aber in den Subjekten gestaltet es sich verschieden nach der Form: in den Subjekten, die mit dem Guten übereinstimmen, bringt es ein geistiges Leben hervor, aber in den Subjekten, die mit dem Guten nicht übereinstimmen, da ruft es ein dem geistigen Leben entgegengesetztes Leben hervor, das im Worte Tod genannt wird.

Hieraus wird nun klar, was geistiges Leben sei; daß es nämlich bezeichnet, in den vom Guten (stammenden) Wahrheiten sein, die vom Herrn ausgehen.

6686. "Ehe zu ihnen die Wehmutter kommt, haben sie geboren", 2. Mose 1/19, bedeutet, das Natürliche wisse nicht vorher, wann jene, nämlich die wißtümlichen Wahrheiten der Kirche, Leben bekommen.

Dies erhellt aus der Bedeutung der Wehmutter, sofern sie das Natürliche bezeichnet, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, die der Kirche angehören, wovon Nr. 6681; und aus der Bedeutung von gebären, sofern es dasjenige bezeichnet, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 3860, 3868, 3905, 3915, somit was dem geistigen Leben angehört. Daß das Natürliche nicht wisse, wird bezeichnet durch "ehe zu ihnen die Wehmutter kommt".

Damit, daß das Natürliche nicht vorher weiß, wann die wißtümlichen Wahrheiten Leben bekommen, verhält es sich so: Die wißtümlichen Wahrheiten haben alles Leben vom Guten, das durch das Inwendige einfließt. Wann das Gute einfließt, weiß das Natürliche gar nicht, weil das Natürliche beziehungsweise im Dunkeln ist. Daß es im Dunkeln ist, kommt daher, weil es im Licht der Welt und daher zugleich im Weltlichen ist, und wenn das Licht des Himmels in dieses einfließt, so wird die Wahrnehmung dunkel, und auch daher, weil im Natürlichen das Allgemeine ist, das nicht fähig ist, das einzelne inne zu werden; denn je allgemeiner etwas ist, desto weniger wird es das einzelne inne; und daher desto weniger das, was bei ihm sich zuträgt. Und außerdem ist im Natürlichen nicht das eigentlich Gute und Wahre, sondern nur die Vorbilder desselben.

Daher nun kommt es, daß das Natürliche nicht weiß, wann die wißtümlichen Wahrheiten Leben bekommen, folglich wann es wiedergeboren wird, und auch nicht wie, nach den Worten des Herrn bei Joh.3/8: "Der Geist (oder Wind) weht, wo er will, und du hörst seine Stimme, aber du weißt nicht, woher er kommt, und wohin er geht, so ist es mit jedem, der wiedergeboren wird vom Geist". Durch das Natürliche wird der äußere Mensch verstanden, der auch der natürliche Mensch genannt wird.

6687. "Und Gott tat den Wehmüttern Gutes", 2. Mose 1/20, bedeutet, das Natürliche sei vom Göttlichen gesegnet worden.

Dies erhellt aus der Bedeutung von Gutes tun, wenn es von Gott gesagt wird, sofern es heißt segnen; und aus der Bedeutung der Wehmütter, sofern sie das Natürliche bezeichnen, wo die wißtümlichen Wahrheiten sind, wovon Nr. 4588, 6673, 6675, 6678.

6688. "Und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr zahlreich", 2. Mose 1/20, bedeutet, daß fortwährend Wahrheiten darin erzeugt wurden, und dadurch zunahmen.

Dies erhellt aus dem, was Nr. 6648 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Daß Volk von Wahrheiten gesagt wird, sehe man Nr. 1259, 1260, 3295, 3581.

6689. "Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten", 2. Mose 1/21, bedeutet, weil die wißtümlichen Wahrheiten vom Göttlichen behütet wurden.

Dies erhellt aus dem, was oben Nr. 6678 gesagt wurde, wo die gleichen Worte.

6690. "So machte Er ihnen Häuser", 2. Mose 1/21, bedeutet, sie wurden in eine himmlische Form gebracht, nämlich die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 4973, 5023, somit das, was jenem Gemüt angehört, das hier, weil es von den Wehmüttern gesagt wird, die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen sind: Nr. 6687. Ihnen Häuser machen, heißt daher, sie in Ordnung bringen, und in Ordnung werden sie gebracht, wenn sie in eine himmlische Form (kommen). Daß dieses durch "ihnen Häuser machen" bezeichnet wird, kann man nicht wohl wissen, wenn man nicht weiß, wie es mit den wißtümlichen Wahrheiten, die dem natürlichen Gemüt angehören, sich verhält; es soll daher mit wenigen Worten gesagt werden:

Die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen sind in fortlaufende Reihen geordnet, die eine Reihe hängt mit der anderen, und so alle (untereinander) zusammen, gemäß den verschiedenen Verwandtschaftsverhältnissen (affinitates et propinquitates). Und sie verhalten sich fast ebenso wie die Familien und ihre Zeugungen, denn das eine wird vom anderen geboren, und so pflanzt es sich fort. Daher wurde das, was dem Gemüt angehört, nämlich das Gute und Wahre, von den Alten Häuser genannt, das regierende Gute Vater, und das aus diesem Guten Wahre Mutter, und die Abstammungen Söhne, Töchter, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter usf.

Allein die Anordnung der wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen gestaltet sich verschieden bei einem jeden Menschen, denn ihre Form bekommen sie von der herrschenden Liebe. Diese Liebe ist in der Mitte, und ordnet um sich her das einzelne. Am nächsten zu sich stellt sie das, was am meisten übereinstimmt, und das übrige in der Ordnung, gemäß den Übereinstimmungen; daher hat das Wißtümliche die Form. Wenn die himmlische Liebe herrscht, dann wird vom Herrn in ihm alles in eine himmlische Form gebracht, und diese Form ist eine solche, wie sie der Himmel hat, somit die Form des Guten der Liebe selbst. In diese Form werden die Wahrheiten gebracht, und wenn sie so geordnet sind, wirken sie mit dem Guten zusammen und alsdann wird, wenn vom Herrn das eine erweckt wird (excitatur), auch das andere erweckt, nämlich wenn das, was dem Glauben angehört, erweckt wird, auch das, was der Liebtätigkeit angehört, und umgekehrt. Diese Anordnung ist es, die dadurch bezeichnet wird, daß der Herr den Wehmüttern Häuser machte.

6691. Vers 22: Und Pharao gebot allem seinem Volk, und sprach: jeden Sohn (der Hebräer), der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen, jede Tochter aber leben lassen.

"Und Pharao gebot allem seinem Volk" bedeutet den allgemeinen Einfluß in das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche;

"und sprach: jeden Sohn (der Hebräer), der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen" bedeutet, sie sollen alle Wahrheiten, die zum Vorschein kommen, in Falsches versenken;

"jede Tochter aber leben lassen" bedeutet, das Gute sollen sie nicht angreifen.

6692. "Und Pharao gebot allem seinem Volk", 2. Mose 1/22, bedeutet den allgemeinen Einfluß in das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche.

Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, sofern es einen Einfluß bezeichnet, wovon Nr. 5486, 5732, hier den allgemeinen Einfluß, weil er von Pharao ausgeht, durch den das Wißtümliche im allgemeinen vorgebildet wird: Nr. 6015; und aus der Bedeutung seines Volkes, sofern es das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche bezeichnet. Daß die Ägypter, die hier das Volk sind, das Wißtümliche darstellen, wurde öfters gezeigt, (man sehe Nr. 6638).

Daß durch die Ägypter das den Wahrheiten der Kirche entgegengesetzte Wißtümliche bezeichnet wird, hat den Grund, weil die Vorbilder und Bezeichnungen der Alten Kirche (denn diese Kirche hat auch bei ihnen bestanden), dort in Zaubereien (in magica) verwandelt wurden, denn durch die Vorbilder und Bezeichnungen fand zu jener Zeit eine Gemeinschaft mit dem Himmel statt. Diese Gemeinschaft war bei denjenigen, die im Guten der Liebtätigkeit lebten, und bei vielen offenbar; bei denen aber, die nicht im Guten der Liebtätigkeit lebten, sondern im Entgegengesetzten, fand zuweilen eine offenbare Gemeinschaft mit bösen Geistern statt, die alle Wahrheiten der Kirche verkehrten, und mit denselben das Gute zerstörten, und somit eine zauberische. Dies kann man auch aus den Hieroglyphen der Ägypter erkennen, die sie sogar bei den Gottesdiensten brauchten, denn durch sie bezeichneten sie Geistiges, und verkehrten die göttliche Ordnung.

Zauberei ist nichts anderes als eine Verkehrung der Ordnung, hauptsächlich ist sie der Mißbrauch der Entsprechungen. Die Ordnung besteht darin, daß das Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht, vom Menschen aufgenommen wird; wenn dieses geschieht, dann ist Ordnung in jedem einzelnen, was der Mensch beabsichtigt und denkt. Wenn dagegen der Mensch jenes nicht nach der Ordnung, die vom Herrn ist, aufnimmt, sondern glaubt, alles sei blinder Zufall, und wenn etwas mit bestimmter Absicht geschieht (sialiquid determinatum existit), so sei es Sache der eigenen Klugheit, dann verkehrt er die Ordnung; denn das, was der Ordnung angehört, eignet er sich selbst zu (applicat ad se), um nur für sich zu sorgen, nicht aber für den Nächsten, außer sofern dieser ihm günstig ist. Daher sind merkwürdigerweise alle, die sich fest eingeprägt haben, alles sei Sache der eigenen Klugheit, und nichts Sache der göttlichen Vorsehung, im anderen Leben zur Zauberei äußerst geneigt, und erlernen sie auch, soweit es ihnen möglich ist. Hauptsächlich diejenigen, die, weil sie auf sich selbst bauten, und alles ihrer eigenen Klugheit zuschrieben, viele Kunstgriffe und Schlauheiten erdachten, um sich über andere zu erheben. Solche werden, wenn sie im anderen Leben gerichtet worden sind, in die Höllen der Zauberer geworfen, die auf der Fläche unter den Fußsohlen zur Rechten ein wenig gegen vorne zu liegen, und sich auf eine weite Ferne ausdehnen. In den tiefsten Gegenden derselben sind die Ägypter. Daher kommt es auch, daß durch Pharao, die Ägypter und Ägypten das Wißtümliche bezeichnet wird, das den Wahrheiten der Kirche entgegen ist.

Damit nun die Vorbilder und Bezeichnungen der Kirche nicht mehr in Zaubereien verwandelt werden möchten, wurde das israelitische Volk angenommen, um bei ihm die Vorbilder und Bezeichnungen der Kirche wiederherzustellen; dieses Volk war von der Art, daß es keine Zauberei daraus machen konnte, denn es war ganz im Äußeren, und in keinem Glauben, daß es etwas Inwendiges, geschweige daß es etwas Geistiges gebe. Bei solchen kann keine Zauberei vorkommen, wie bei den Ägyptern.

6693. "Und sprach: jeden Sohn, der geboren wird, sollt ihr in den Strom werfen", 2. Mose 1/22, bedeutet, sie sollen alle Wahrheiten, die zum Vorschein kommen, in Falsches versenken.

Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung des Stroms, sofern er das bezeichnet, was der Einsicht angehört, wovon Nr. 108, 109, 2702, 3051; hier im entgegengesetzten Sinn, was dagegen ist, somit das Falsche. Daß werfen soviel ist als versenken, ist klar.

Daß der Strom Ägyptens das Gegenteil von Einsicht, somit das Falsche bedeutet, erhellt auch

Jes.19/6-8: "Zurücktreten werden die Ströme, es werden vermindert und ausgetrocknet werden die Flüsse Ägyptens, die Papierstauden am Strom, an der Mündung des Stroms, und aller Same des Stroms wird verdorren, (und) verstoßen werden, und darum werden die Fischer trauern, und betrübt werden sein alle, die in den Strom Angel werfen, und die da ausspannen das Netz über das Wasser, werden verschmachten": unter dem Strom Ägyptens wird hier kein Strom verstanden, auch keine Fischer unter den Fischern, sondern etwas anderes, was nicht offenbar wird, wenn man nicht weiß, was durch Ägypten, durch den Strom daselbst und durch die Fischer verstanden wird; wenn man dies aber weiß, ist der Sinn offenbar. Daß durch den Strom Ägyptens das Falsche bezeichnet wird, erhellt aus dem einzelnen dieser Stelle.

Jerem.46/7,8: "Wer ist dieser, der wie ein Strom heraussteigt, dessen Wasser wie Ströme bewegt werden; Ägypten steigt wie ein Strom herauf, und wie Ströme werden bewegt seine Wasser; denn er sprach: ich will hinaufsteigen, bedecken das Land, verderben die Stadt, und die darinnen wohnen": auch hier (steht) der Strom Ägyptens für Falsches; hinaufsteigen und bedecken das Land für die Kirche; verderben die Stadt für die Lehre der Kirche; und die darinnen wohnen, für Gutes, das von daher. Daß das Land die Kirche ist, sehe man Nr. 6649; daß die Stadt die Lehre der Kirche ist: Nr. 402, 2449, 3216, 4492, 4493; und daß die Einwohner das Gute in ihr sind: Nr. 2268, 2451, 2712.

Hes.29/3-5,9,10: "Siehe, Ich bin gegen dich, Pharao, König Ägyptens, großer Walfisch, der da liegt in der Mitte seiner Flüsse; der gesagt hat: mein ist der Fluß, und ich habe mich gemacht; darum will Ich Angeln legen in deine Kinnbacken, und will hangen lassen die Fische deiner Flüsse an deinen Schuppen, und will dich heraufbringen aus der Mitte deiner Flüsse, und alle Fische deiner Flüsse sollen in deinen Schuppen hangen; und will in der Wüste lassen dich und alle Fische deiner Flüsse": was dieses bedeutet, kann auch niemand wissen ohne den inneren Sinn (daß nicht Ägypten verstanden werde, ist klar); somit wenn man nicht weiß, was Pharao, was der Strom, was der Walfisch, was der Fisch, was die Schuppen (bedeuten). Daß Pharao das Natürliche bezeichnet, in dem das Wißtümliche ist, sehe man Nr. 5160, 5799, 6015; daß die Walfische das Allgemeine des im Natürlichen befindlichen Wißtümlichen bezeichnen: Nr. 42; daß die Fische das Wißtümliche bezeichnen, das unter einem Allgemeinen steht: Nr. 40, 991; die Schuppen bezeichnen das, was ganz äußerlich ist, somit das Sinnliche, an das Wißtümliches, das falsch ist, sich anhängt. Hat man dieses erkannt, so wird klar, was dort unter dem Strom Ägyptens verstanden wird, nämlich das Falsche.

Hes.31/15: "An jenem Tage, wo Pharao hinabkommen wird in die Hölle, werde Ich ein Trauern machen, decken werde Ich über ihn den Abgrund, und aufhalten seine Ströme, und es werden verschlossen werden die großen Wasser".

Amos 8/8,9; 9/5: "Sollte nicht um deswillen das Land erbeben, und trauern ein jeder, der darinnen wohnt, so daß es ganz aufsteigt wie ein Bach, und fortgetrieben wird, und untergeht wie vom Strome Ägyptens; an jenem Tage will Ich die Sonne untergehen lassen am Mittag, und verfinstern das Land am Tage des Lichtes": das Land, das erzittern wird, für die Kirche: Nr. 6649; untergehen wie vom Strom Ägyptens, für durch Falsches zugrunde gehen; und weil Falsches bezeichnet wird, wird gesagt, die Sonne werde am Mittag untergehen, und das Land am Tage des Lichtes verfinstert werden. Durch das Untergehen der Sonne am Mittag wird bezeichnet, das Gute der himmlischen Liebe werde verschwinden, und durch das Verfinstertwerden des Landes am Tage des Lichtes, Falsches werde die Kirche einnehmen. Daß die Sonne das Gute der himmlischen Liebe ist, sehe man Nr. 1529, 1530, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4696; daß Finsternis Falsches ist: Nr. 1839, 1860, 4418, 4531; und daß das Land (oder die Erde) die Kirche bezeichnet: Nr. 82, 662, 1066, 1067, 1262, 1411, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, 4535, 5577. Jeder kann sehen, daß etwas anderes bezeichnet wird, als was hier im Buchstaben erscheint, z.B. daß das Land erzittere, und jeder der darin wohnt, trauern wird, daß die Sonne am Mittag untergehen und das Land verfinstert werden wird am Tage des Lichtes; wenn nicht die Kirche verstanden wird durch das Land, das Falsche durch den Strom, die himmlische Liebe durch die Sonne, so wird hier kein Sinn, der erklärt werden kann, gefunden.

Weil der Strom Ägyptens das Falsche bedeutet, deswegen wurde dem Mose befohlen: "er solle mit dem Stab schlagen auf die Wasser jenes Stromes, worauf dieselben in Blut verwandelt wurden, und im Strom jeder Fisch starb, und der Strom stank": 2. Mose 7/17,18,20,21; und auch daß "Aharon die Hand mit dem Stab ausstrecken sollte über die Flüsse, über die Ströme und über die Seen, worauf Frösche heraufkamen über Ägyptenland": 2. Mose 8/1,2; daß die Wasser im entgegengesetzten Sinn Falsches bedeuten, sehe man Nr. 790; und weil die Wasser dem Strom angehören, so ist der Strom das Falsche im allgemeinen beziehungsweise.

6694. "Jede Tochter aber leben lassen", 2. Mose 1/22, bedeutet, das Gute sollen sie nicht angreifen.

Dies erhellt aus dem, was Nr. 6677 gesagt wurde, wo das gleiche vorkommt.

 

Nr. 6695 - 6712 abgedruckt in Band

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