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Martin Opitz: Martin Opitz: Gedichte - Einer Jungfrawen Klage vber nahendes Alter (Sonnet X)
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorMartin Opitz
year1970
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000361-X
titleEiner Jungfrawen Klage vber nahendes Alter (Sonnet X)
pages172
created19981217
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1623
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Martin Opitz

Sonnet X.

Einer Jungfrawen Klage vber nahendes Alter.

        ACh wo ist nun die Zeit / in der man pflag zu gleichen
Der Rosen schöner Zier mein' edele Gestalt?
Ja freylich bin ich so / nun ich bin graw vnd alt.
Eh' als der Sonnen Glantz die Rose kan erreichen
    So muß sie durch die Lufft der Nacht zuvor verbleichen /
Vnd hat nur von dem Thaw ein wenig Vnterhalt:
So netzen mich jetzt auch die Threnen mannigfalt /
Weil ich die junge Zeit nun habe lassen schleichen.
    Geht dann der Morgen an / so wird die Rose roth;
Ich werde Schamroth auch gedenck ich an die Noth.
Doch hab ich diesen Trost daß gleich wie von den Winden
    Die Rose wann der Tag sich neigt / wird abgemeit /
So werd' auch ich / weil nun mein Abend nicht ist weit
Kan ja es hier nicht seyn / doch Ruh' im Grabe finden.
 Sonnet XXXII >> 






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