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: Verschiedene Gedichte - Nibelungenhandschrift
Quellenangabe
titleNibelungenhandschrift
senderhille@abc.de
typepoem
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Nibelungenhandschrift

(um 1280, Verfasser unbekannt)

Münchner Staatsbibliothek

Einige Buchstaben der althochdeutschen Schreibschrift lassen sich nicht wiedergeben, ein über dem Buchstaben "o" liegender Buchstabe "v" wird hier als "o(v)" angegeben. Entsprechendes gilt für andere Kombinationen. Unsere deutschen Umlaute sind Relikte dieser Schreibweise. Also wird aus "ku(e)ner rechen" ein "kühner Recke", usw.

Uns ist in alten mæren wunders vil geseit
von helden lobebærn, von grozzer chu(o)nheit,
von fro(v)den, hochgeziten; von weinen unde von klagen
von chu(o)ner rechen strite muget ir nu wunder ho(e)ren sagen.
Ez wu(o)s in Burgonden ein scho(e)ne magedin,
daz in allen landen niht scho(e)ners mohte sin:
Chriemhilt was si geheizzen unde was ein scho(e)ne wip,
darumbe mu(o)sen degene vil verliesen den lip.
Der minnechlichen meide tru(o)ten wol gezam
in mu(o)te ku(e)ner recken; niemen was ir gram.
ane mazen scho(e)ne so was ir edel lip,
der junchfro(v)en tugende zierten anderiu wip.
Ir phlagen dri kunige edel unde rich,
Gunthere unde Gernot die recken lobelich
unde Giselher der junge ein u(o)zerwelter degen.
diu fro(v)e was ir swester; die fursten hetens in ir pflegen.

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