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Heinrich Heine: Heinrich Heine: Gedichte - II
Quellenangabe
authorHeinrich Heine
titleII
typepoem
booktitleReihe Hanser Werkausgabe. Heinrich Heine. Sämtliche Schriften in zwölf Bänden. Herausgegeben von Klaus Briegleb. Band 1: 1817 ? 1840.
volume1
pages107-107
editorKlaus Briegleb
publisherCarl Hanser
addressMünchen Wien
isbn3-446-12241-9
copyright1976 Carl Hanser Verlag
sendervoss@bg.id.ethz.ch
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Ich weiss nicht was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mir ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.

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