Johann Wolfgang von Goethe: Sonette - Kapitel 1
| type | poem |
| booktitle | Gesammelte Werke in sieben Bänden |
| author | Johann Wolfgang Goethe |
| editor | Bernt von Heiseler |
| year | o.J. |
| publisher | Bertelsmann Lesering |
| address | Gütersloh |
| title | Sonette |
| created | 19990207 |
| sender | gerd.bouillon@t-online.de |
| firstpub | 1815 |
Das Sonett
| Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben, Ist heilge Pflicht, die wir dir auferlegen. Du kannst dich auch, wie wir, bestimmt bewegen Nach Tritt und Schritt, wie es dir vorgeschrieben. Denn eben die Beschränkung läßt sich lieben, So möcht ich selbst in künstlichen Sonetten, Nur weiß ich hier mich nicht bequem zu betten. |
| Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen Und haben sich, eh man es denkt, gefunden; Der Widerwille ist auch mir verschwunden, Und beide scheinen gleich mich anzuziehen. Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen! So ists mit aller Bildung auch beschaffen: Wer Großes will, muß sich zusammenraffen; |
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