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Christian Friedrich Hebbel: Friedrich Hebbel: Gedichte - An Christine Engehausen
Quellenangabe
typepoem
booktitleHebbels Werke, Erster Teil
authorFriedrich Hebbel
yearca. 1925-1935
publisherDeutsches Verlangshaus Bong & Co.
addressBerlin - Leipzig - Wien - Stuttgart
titleAn Christine Engehausen
pages154
created20010521
sendergerd.bouillon@t-online.de
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An Christine Engehausen.

        Du tränkst des Dichters dämmernde Gestalten,
    Die ängstlich zwischen Sein und Nichtsein schweben,
    Mit deinem Blut, und gibst den Schatten Leben,
In denen ungeborne Seelen walten.

Ich aber möchte nicht zu früh erkalten,
    Der Zeit die Form zu dem Gehalt zu geben
    Und über sich hinaus sie zu erheben
Durch neuer Schönheit schüchternes Entfalten.

Doch dieses Deutschland wird uns schwer erwarmen,
    Und eh' wir's denken, stehn wir ab, verdrossen,
        Drum laß uns eins das andere belohnen.

Wo treu und fest sich Mann und Weib umarmen,
    Da ist ein Kreis, da ist der Kreis geschlossen,
        In dem die höchsten Menschenfreuden wohnen.

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