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Christian Friedrich Hebbel: Friedrich Hebbel: Gedichte - An ein schönes Kind
Quellenangabe
typepoem
booktitleHebbels Werke, Erster Teil
authorFriedrich Hebbel
yearca. 1925-1935
publisherDeutsches Verlangshaus Bong & Co.
addressBerlin - Leipzig - Wien - Stuttgart
titleAn ein schönes Kind
pages160
created20010521
sendergerd.bouillon@t-online.de
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An ein schönes Kind.

        Du blickst, um deiner Mutter Hals dich schmiegend,
    Mich hold und lächelnd an, ein sel'ger Stummer;
    Die Wonne schließt den Mund, ihn löst der Kummer,
Du brauchst die Sprache nicht, in Lust dich wiegend.

Doch jetzt, der Kraft des Lenzes still erliegend,
    Durch Bienen eingesurrt und andre Summer,
    Von Duft betäubt, fällst du in tiefen Schlummer,
Ein Rosenblatt, in einen Brunnen fliegend.

O! würdest du der Maler und der Dichter
    Gewaltigster, du wirst durch all dein Ringen
        Das Höchste nie, wie jetzt im Spiel, verraten,

Nie so das Schöne durch der Farbe Lichter,
    Nie so das Reine durch dein frömmstes Singen,
        Nie so das Menschlich-Göttliche durch Taten!

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