Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle

Christian Friedrich Hebbel: Friedrich Hebbel: Gedichte - Auf eine Unbekannte
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFriedrich Hebbel
year1997
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-003231-8
titleAuf eine Unbekannte
pages26-27
created19990225
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Auf eine Unbekannte

        Die Dämmerung war längst hereingebrochen,
    Ich hatt' dich nie gesehn, du tratst heran,
Da hat dein Mund manch mildes Wort gesprochen
    In heil'gem Ernst, der dir mein Herz gewann.
Still, wie du nahtest, hast du dich erhoben
    Und sanft uns allen gute Nacht gesagt,
Dein Bild war tief von Finsternis umwoben,
    Nach deinem Namen hab ich nicht gefragt.

Nun wird mein Auge nimmer dich erkennen,
    Wenn du auch einst vorübergehst an mir,
Und hör ich dich von fremder Lippe nennen,
    So sagt dein Name selbst mir nichts von dir.
Und dennoch wirst du ewig in mir leben,
    Gleichwie ein Ton lebt in der stillen Luft,
Und kann ich Form dir und Gestalt nicht geben,
    So reißt auch keine Form dich in die Gruft.

Das Leben hat geheimnisvolle Stunden,
    Drin tut, selbst herrschend, die Natur sich kund;
Da bluten wir und fühlen keine Wunden,
    Da freun wir uns und freun uns ohne Grund.
Vielleicht wird dann zu flüchtigstem Vereine
    Verwandtes dem Verwandten nahgerückt,
Vielleicht, ich schaudre, jauchze oder weine,
    Ist's dein Empfinden, welches mich durchzückt!

 << Vater und Sohn  Auf das Nibelungenlied >> 






TOP



TOP