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Arthur Fitger: Arthur Fitger: Gedichte - Winterwanderung
Quellenangabe
typepoem
booktitleVom goldnen Überfluss
authorArthur Fitger
year1906
publisherR. Voigtländers Verlag
addressLeipzig
titleWinterwanderung
pages196-197
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Winterwanderung

(Aus den Liedern vom Maurergesellen.)

      Nicht mir hab' ich gebaut;
dies Dach wird eines andern.
Wer's Glück hat, holt die Braut
und kauft Brabant und Flandern.
Ade, ade, du schmuckes Haus,
ich greif' zum Stab und zieh' hinaus,
muß weit und weiter wandern.

Muß wandern kreuz und quer,
durch Stadt und Dorf mich winden;
mein Säckel wird so leer,
und Wams und Stiefel schwinden.
Ich hab' gebaut so manches Dach;
das eigne Haupt zu bergen, mag
ich nun kein Plätzchen finden.

Kein Meister, der mich dingt,
wo ich auch zugesprochen;
der arge Winter bringt
die langen Feierwochen.
Die Welt wird still, die Arbeit ruht,
ich armes heimatloses Blut
muß rings vergeblich pochen.

Schon streicht ein harter Frost
auf dem bereiften Rasen,
und scheltend kommt aus Ost
ein Schneewind hergeblasen,
die wilden Wanderschwäne schrei'n,
ach Gott, wie bin ich gar allein,
allein auf fremden Straßen!

Doch Herz, dein Trost ist nah!
Wenn jede Tür verschlossen,
du zählst den Herrgott ja
zu deinen Zunftgenossen.
Der Meister, der die Kuppel baut,
die sterndurchflammt dort oben blaut,
der wird dich nicht verstoßen.

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