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Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 61
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
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Ich habe schon in Valmontone bemerkt, daß die Grafen aus der Familie Innocenz' III., welcher auch Gregor IX. und Alexander IV. angehörten, Segni besessen haben. Nach der Wiederherstellung der römischen Stadtfreiheit oder des Senats im Jahre 1143 wurden Päpste oftmals gezwungen, sich in die festen Orte der Campagna zu flüchten, wo sie dem Haß und der Verfolgung der Römer entgingen. Sie lebten bald in Palestrina, bald in Tusculum, bald in Anagni oder in Segni. Eugen III. flüchtete sich vor dem römischen Senat zuerst nach Segni und baute dort eine päpstliche Wohnung im Jahre 1145. Der berühmte Alexander III., Lucius III., Innocenz III. lebten abwechselnd in diesem Ort, und Innocenz soll dort im Palast seines Vaters geboren worden sein.

Auch später behauptete sich die Familie Conti im Besitze Segnis, wo sie seit 1353 die Gewalt erst des Podestà, dann des Vicarius im Namen des Papstes ausübte. Als sie ausgestorben und die Contische Erbschaft an Mario Sforza übergegangen war, erhob Sixtus V. die Grafschaft Segni zu einem Herzogtum. Die Kriegsvölker Albas eroberten die Stadt trotz ihrer felsenfesten Lage und zerstörten sie am 13. August 1557. Daher hat Segni fast gar keine Überreste gotischer Bauart mehr aufzuweisen. Der Ort richtete sich wieder auf, aber dem Hause Sforza wurde wegen seiner Schuldenlast der Besitz entzogen; Urban VIII. gab Segni seinem Nepoten, dem Kardinal Antonio Barberini, als Lehen. Ein halbes Jahrhundert hindurch führten deshalb die Sforza Prozeß mit den Barberini, bis sie ihn am Ende des 17. Jahrhunderts gewannen, so daß die Sforza Cesarini noch heutigentags Barone oder vielmehr Herzöge von Segni sind. Dies ist in Kürze die mittelalterliche Geschichte der Stadt; ihre antike Epoche liegt uns so fern, daß wir uns bis in die Urzeiten des Janus und Saturn zurückversetzen müßten, um die Anfänge der uralten Signia zu erreichen.

Wenn ich in einer Campagnastadt bin und mich über die Lage derselben aufgeklärt habe, so pflegt mein erster Gang der in die Hauptkirche zu sein. Die Kirchen solcher Orte sind die wahren Museen ihrer Geschichte, und es ist selten, daß man nicht ein Denkmal mittelalterlicher Zeit darin findet. Meist sind Inschriften darin, welche wichtige Begebenheiten verzeichnen, oder Grabdenkmäler, die mit ihren Skulpturen und lateinischen Charakteren einen großen Reiz für den haben, dem sie als Urkunden der Geschichte dienen. Aber leider zerstört die umwandelnde Zeit alles; sie verwischt den altertümlichen Stil der Gebäude, welche sie nach und nach in ein schlechtes modisches Äußere verhüllt, und sie entfernt aus dem Innern der Kirchen die alten Gräberplatten und Inschrifttafeln. Wie viele sind deren in Rom verschwunden! Hier war einst jede Kirche erfüllt mit Grabdenkmälern des Mittelalters; jede große Familie hatte dort ihre Gruftkapelle. Aber seit Julius II. die Grabmäler selbst der Päpste aus dem S. Peter entfernte, zerstörte und hinauswarf, scheute man sich nicht mehr, Monumente solcher Art überall zu vernichten, wo nur immer eine Kirche erneuert ward. Mit Mühe liest der Forscher nur noch in wenigen Kirchen Roms die Geschichte der Vergangenheit in Inschriften, so viele deren übriggeblieben sind, so im S. Peter, im Lateran, in der Minerva, in S. Maria in Araceli, der berühmten Kirche des mittelalterlichen Senats, und in wenigen anderen, deren Boden nicht völlig umgewühlt worden ist. Erst wenn es zu spät ist, erwacht die Liebe zu dem, was man mutwillig zerstört hat; so in Rom, wo de Rossi, der unermüdliche Erforscher der Katakomben, so viele altchristliche Inschriften gerettet und in das Museum des Lateran eingefügt hat.

Ich hatte mich auf den Anblick des Doms in Segni gefreut, denn wie altertümlich mußte nicht die Kathedrale einer Stadt sein, welche schon im Jahre 499 als Bistum genannt wird. Aber ein rohes und doch modernes Gebäude stand vor mir, auch innen im römischen Geschmack aufgeputzt, mit einer gemalten Kuppel, einem überflüssigen Luxus, der in Kirchen völlig verlorengeht. Denn kein Mensch gibt sich die halsbrechende Mühe, die Gemälde einer Kuppel zu betrachten. Zwei moderne Statuen stehen in dieser Kirche; beide sind berühmten Männern gesetzt, welche Segni geziert haben: dem Papst Vitalian und dem Bischof Bruno. Vitalianus aus Segni war Papst zwischen den Jahren 657 und 672, also in der Periode Roms, wo die Byzantiner die Stadt beherrschten. Er war es, welcher den Kaiser Konstans II. in Rom empfing, als er im Jahr 663 dorthin kam. Der kostbare Gast raubte damals den letzten Rest der bronzenen Kunstwerke, welche die Vandalen noch übriggelassen hatten; er deckte auch die vergoldeten Bronzeziegel vom Dach des Pantheon ab, um sie nach Byzanz zu schleppen.

Die andere, ebenso mittelmäßige Statue steht jener Vitalians gegenüber. Auf ihrem Postament liest man die Inschrift: «S. Brunoni Doctori Eucharistico Episcopo Signino Abbati Casinensi Qui Berengario Converso Haeresim Extinxit Henrico IV. Imp. Reducto Schisma Compressit Adulpho Expulso Tyrannidem Abrogavit P. H. M. Mylord Ellis Congr. Casin. Abbas Episc. Signin. S. Q. S. Protectori Exim. P. P. MDCCXII.» Bruno stammte aus Asti in Piemont, kam nach Rom, wurde Gregor VII. empfohlen und später von Urban II. zum Bischof von Segni gemacht. Wider die Vorschrift des Kanon verließ er seinen bischöflichen Stuhl und ging nach Monte Cassino, wo der Abt Oderisius ihn unter die Benediktiner aufnahm. Obwohl Paschalis II. dem Flüchtling befahl, in sein Bistum zurückzukehren, blieb er doch in Monte Cassino. Er wurde dort sogar zum Abt gewählt und verfaßte in der Muße des Klosters seine exegetischen Schriften.

Infolge des Streits um die Investitur war eben jener Papst Paschalis von Heinrich V. gefangengenommen worden; er erließ dann jenes Dekret, womit er dem Kaiser das Recht der geistlichen Investituren zusprach. Nachdem Heinrich nach Deutschland zurückgekehrt war, drangen Kardinäle und Bischöfe in Paschalis, die Bulle aufzuheben und seinen Eid zu brechen; unter diesen Fanatikern war Bruno der eifrigste. Seine Heftigkeit erzürnte Paschalis; er verbot ihm, zu gleicher Zeit Bischof und Abt zu sein. So legte Bruno seine Würde in Monte Cassino nieder und kehrte in sein Bistum zurück, wo er im Jahre 1123 starb. Die Kirche sprach ihn 1183 heilig.

Die Inschrift auf seiner Bildsäule erwähnt noch zweier anderer Punkte in seinem Leben. Er bekämpfte die Lehre Berengars von Tours, der das Dogma der Transsubstantiation verwarf, sowohl mündlich auf der Synode zu Rom als in seinen Schriften, weshalb er den sonderbaren Titel «der Abendmahls-Doktor» davontrug. Der Tyrann Adolf endlich war ein Graf von Ceccano aus der Campagna, dessen gewaltsamen Handlungen Bruno Einhalt tat.

Ein Engländer Ellis, Abt von Monte Cassino und Bischof von Segni, setzte seinem Vorgänger dieses Denkmal. Die Kirche hier hat noch eine merkwürdigere Beziehung zu dem fernen England. Denn auf einer in ihr gehaltenen Synode wurde im Jahr 1173 Thomas von Canterbury durch Alexander III. seliggesprochen, wenige Tage nachdem er ermordet worden war. Eine Inschrift sagt dies im Dom.

Lord Ellis wurde im Jahr 1708 Bischof von Segni. Er erneuerte den Dom und gründete ein Seminar. In diese Anstalt kommen von weit und breit aus Latium Zöglinge, um dort in den humanen Wissenschaften unterrichtet zu werden, so daß sie als ein Gymnasium betrachtet werden kann. Die Schüler gehen in priesterlicher Uniform, auch wenn sie sich nicht für den geistlichen Stand bestimmen. Das Seminar liegt neben der Kirche S. Pietro, auf der höchsten Höhe und dem denkwürdigsten Punkt der Stadt, dort nämlich, wo im grauen Altertum die volskische Zyklopenburg stand.

Hier in einer Höhe, die ganz Latium beherrscht, standen Burg und Tempel der alten Signia, aber nur wenige Reste sind davon erhalten, darunter eine große kreisrunde Zisterne in der Nähe des Seminars. Die Bewohner der Stadt haben hier einen ihrer beliebtesten Spaziergänge; sie wandeln dort an den zyklopischen Mauern auf der höchsten Fläche des Gebirgs wie auf einem großen steinernen Tisch umher zwischen grauen Felsblöcken, auf denen Moose oder wilde Blumen wachsen. Man kann sich nichts Eigenartigeres denken als diesen Spaziergang in der Wolkenhöhe bei so gewaltiger Felsennatur. Tief unter den Spazierenden (und ich sah, da es Sonntag war, manche geschmückte junge Dame im seidenen Kleid und mit dem Fächer dort auf- und abstolzieren) steigt der Berg lotrecht in die Tiefe nieder, und unten liegt Latium. Das Auge schweift über ein kaum abzusehendes, hinreißendes Gemälde von Provinzen mit ihren Bergen und Städten, die zu zählen man kein Ende findet, und deren jede von historischen oder mythischen Erinnerungen erfüllt ist. Denn dieses Panorama reicht von Rom, das dort fern in der verschwindenden Ebene sichtbar ist, bis zu Arpino, der Vaterstadt Ciceros, die man weit im Königreich Neapel auf dem blauen Gebirge hervorschimmern sieht.

Die Luft weht hier kühl, fast scharf. Die braunen Halme auf den Felsblöcken, die wilden Rosen und die gelben Ginsterzweige neigen sich auf und ab. Der Geist der Urzeit und der Urwildnis, einer großen schauerlichen, vorgeschichtlichen Welt, weht um diese verwitterten Zyklopensteine.

Ich stieg über die Felsen weiter fort, um die berühmten Zyklopenmauern zu erreichen. Wie in allen Städten Latiums umziehen sie in langen Linien die eigentliche Arx oder Burg und senken sich schräg über die Berghänge herab. Das Gefüge ihrer ungeheuren Steine ist noch so wohl erhalten, als hätte es der Baumeister gestern errichtet; hie und da unterbricht sie eine kleine Pforte in etruskischer Gestalt. Am Ende der einen großen Mauerlinie steht das malerische, berühmte Zyklopentor, welches man noch heute benutzt. Gewaltige Blöcke von fast viereckiger Form bilden es, so daß die beiden Seitenwände sich oben in einem durch den Schlußstein abgestumpften Winkel entgegenneigen. Das Gigantische dieser grauen Mauern, ihr von Jahrtausenden verwitterter Bau, der wilde Wuchs der Pflanzen, der darumhängt, die mächtige Gewalt des Gebirgs, an welches sich die Riesensteine anlehnen, und die große Natur umher bringen das Gemüt in einen Zustand von Empfindungen, den ich nicht schildern kann. ihm mag allein ein solcher gleichen, wenn man bei stürmender See auf den wilden Wogen schwebt. Hier kommt nichts Kleinliches und Zersplittertes an die Seele mehr, die ganz im Erhabenen sich auszudehnen scheint.

Aus jenem Tor führt der felsige Weg tief abwärts längs der andern Seite der Bergwände, wo nun der Blick auf Latium verschwindet. Ich traf unten wiederum eine kreisrunde und noch viel größere in den Fels gehauene Zisterne von mindestens 30 Fuß im Durchmesser. In ihrem weiten steinernen Rande sind viele Kufen ausgehauen, worin die Weiber Segnis waschen. Ich habe in jeder volskischen Stadt solche uralten und wohlerhaltenen Zisternen gefunden; sie scheinen jenen Gegenden eigentümlich zu sein, denn ich erinnere mich nicht, sie in Latium irgendwo in dieser Größe und Gestalt angetroffen zu haben.

Ein zweiter Spaziergang der Städter ist das Felsental vor dem Stadttor, welches zunächst zu dem im Walde versteckten Kloster und weiter hinauf in das Gebirge führt. Riesige Kastanien, Ulmen und Eichen beschatten grüne Flächen; hier gibt es Waldeinsamkeit mit Romantik und Feerei, soviel nur das Herz begehrt. Da es Abend geworden war, strömten die Bewohner dort in Scharen hinaus. Die höhere Klasse kleidet sich auch hier schon in französischer Mode, aber das Volk ist der Gebirgstracht treu geblieben. Drunten in Latium tragen die Weiber rote Tücher; die Farbe blüht in der Ebene heller und, wie es scheint, auch das Gemüt, denn das Leben ist dort leichter als auf dem mühsamen, rauhen Gebirge unter Gewitterwolken. Man trägt hier allgemein die Kopftücher von schwarzblauer Wolle, und die dunkle Farbe dieser Mantillen, wie sie in Sizilien genannt werden, kam mir in der Szenerie Segnis durchaus naturgemäß vor. Blau und Schwarz waren die alleinigen Farben, die ich dort das Volk tragen sah.

So groß und schön nun auch die Lage dieser Stadt ist, so würde ich mich doch nie entschließen, hier einen Sommer zuzubringen. Diese grauen Steine, diese dämonische und schwermütige Natur würden bald die Musen verstummen machen. Auch weht hier der Wind fast immer recht scharf herein; die Berge schleudern im Sommer täglich eine donnernde Wetterwolke hinunter, die ihre plötzliche Regenflut auf Segni ergießt.

Ich wohnte hier gut im Ort; das einzige Gasthaus, welches er besitzt, ist reinlich und billig in den Preisen wie überall im Gebirge. Die Pfirsiche von weißlichgelber Farbe waren köstlich und der bleichaussehende Wein gut, obwohl stark säuerlich von Natur. Der Dichter Martial sagt von ihm, daß er etwas Zusammenziehendes habe:

Potabis liquidum Signina morantia ventrem;
Ne nimium sistant, sit tibi parca sitis.

Trinke Signiner Wein, er hält den flüssigen Leib auf,
Daß er zu sehr nicht stopf, bleibe dir mäßig der Durst.

Am Morgen wollten ich und mein Gefährte, der bekannte Aquarellmaler Müller, mit der aufgehenden Septembersonne zu Pferde steigen, um über den Gebirgskamm zu klimmen und dann durch die volskischen Urwälder nach dem alten Norba zu reiten; aber der Himmel war dicht umhangen, die Berge warfen sich donnernd Wolken auf Wolken zu, und es regnete stundenlang. Wir verzweifelten schon an der Weiterreise, bis auf einmal Jupiter Pluvius zu lächeln begann. Wir sprangen daher geschwind auf die Pferde, und unser Führer schritt flink voraus, uns die Wege zu zeigen. Der Wind warf die weißen zusammengeballten Wolken um die Felsen hin und her oder trieb sie wie fliegende Segelschiffe weit in die Luft hinaus; es war ein großes und entzückendes Schauspiel.

Gleich hinter Segni beginnt grüner und dichter Wald. Froh ritten wir da hinein, denn ein Wald im italienischen Lande ist etwas so Seltenes und darum das Heimatlichste, was dem deutschen Wanderer begegnen kann. Doch hier sind keine schwarzen, weihnachtlichen Tannen und keine sausenden Fichten, sondern herrliche Buchen, Ulmen, Eichen und Pinien. Die Pinie klingt wie eine Harfe, wenn der Wind in ihrer Krone spielt; sie saust nicht wie die schwermütige Fichte, ihr Ton hat etwas ganz Wonnesames von geisterhaftem Gesang.

Die Pfade trieften noch, aber wir saßen ja zu Pferde und brauchten uns nicht zu durchnässen wie jene armen Mädchen und Knaben, die mit nackten Füßen im Walde kletterten, Pilze zu lesen, welche der Regen mochte über Nacht hervorgelockt haben. Tiefe Stille und Einsamkeit: hie und da die Schläge der Axt eines Holzfällers – und hier holen wir einen Handelsmann ein, der neben seinem beladenen Maultier einhergeht, um Waren nach Cori zu bringen. Über diesen steilen Gebirgskamm muß der hausierende Krämer mühsam klettern, um in jene Stadt zu gelangen; die Verbindung zwischen Segni und Cori kann daher nicht sehr lebhaft sein.

Nach einem zweistündigen Ritt, teils durch Waldung, teils, je höher wir stiegen, über nackte und schwarze Felswände, erreichten wir den höchsten Paß im Gebirge, weideten noch unsern Blick an der Schönheit Latiums zu unsern Füßen und stiegen dann langsam auf die andere Seite nieder. Aber von hier aus sahen wir noch nicht das Meer und die Maritima, denn ein Höhenzug türmte sich vor uns auf, um welchen wir hinwegzureiten hatten. Er bildete mit den Bergen von Segni ein idyllisches Wiesental, Colle Mezzo genannt, welches von Quellen durchrieselt wird. Nichts Lachenderes als diese Bergwiesen, über die wir nun hinritten oder vom Pferde gestiegen in der heitersten Stimmung wanderten.

Nun ging es wieder aufwärts und in den eigentlichen Urwald hinein, durch den wir mehr als zwei Stunden lang ritten. Die Abwechslung von Berg und Tal, die tiefschwarzen Schluchten, in welche bemooste Stämme wie besiegte Helden hinabgestürzt waren, dämmernde Wiesen und dunkle Weiher, an denen Viehherden weideten, die Üppigsten mit Blüten bedeckten Gebüsche, schattige Hohlwege, in welche das Sonnenlicht spielend einfiel, das alles versetzte uns oftmals in die heimischen Gebirge zurück. Ehe ich südliche Wälder sah, glaubte ich immer, nur in Deutschland oder im Norden sei der wahre dichte «Wald» zu finden. Als ich aber wieder nach der Heimat zurückkehrte und deren Wälder betrat, war ich um den stolzen Wahn betrogen. Dies darum, weil ihnen die Untergebüsche, die Schlingpflanzen und die reiche Blumenflora fehlen.

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