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Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 45
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
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Aus der Campagna von Rom

1856 und 1858

Das Land, welches mit dem Namen Campagna von Rom bezeichnet wird, hat einen engeren oder weiteren Begriff, je nachdem man es geographisch beschränkt oder ausdehnt. Zunächst nennt man Campagna jene öde, großartige Landschaft, welche sich rings um die Mauern Roms verbreitet und vom Tiber und Anio durchflossen wird. Man dürfte ihren Umkreis durch folgende bekannte Punkte obenhin bezeichnen: Civitavecchia, Tolfa, Ronciglione, der Soracte, Tivoli, Palestrina, Albano, Ostia. Im weiteren Sinn dehnt sich die Campagna bis gegen das Königreich Neapel und seine Grenze aus, den Liris oder Garigliano, von welchem Fluß weiter bis zum Sarnus, der sich bei Pompeji in das Meer ergießt, jene andere Campania gerechnet wurde, heute die schöne Provinz Campanien mit der Hauptstadt Capua.

Römische Campagna

Römische Campagna

Die Campagna von Rom ist also nichts anders als das Land Latium, welches durch den Tiber von Tuskien geschieden wurde. Seit Konstantin dem Großen kam der Begriff Latium außer Gebrauch, indem sich der Name Campania dafür an die Stelle setzte, und dieser bezeichnete im Mittelalter einen großen Teil des sogenannten Ducatus Romanus.

Dies Land wird seit mittelalterlichen Zeiten in zwei Hälften geteilt, die Campagna, welche das Innere, und die Maritima, welche die Strecke längs des Meeres bis Terracina begreift. Von Natur sondert es sich durch Gebirge und Ebenen in bestimmte Gliederungen. Es sind darin drei Ebenen zu unterscheiden: die eigentliche Campagna der Stadt, welche Tiber und Anio durchziehen, die Sabiner und Albaner Gebirge, die Berge von Ronciglione und das Meer begrenzen; ferner die große Ebene zwischen den Albaner- und Volskerbergen auf der einen, dem Meere auf der anderen Seite, worin die Pontinischen Sümpfe sich befinden; endlich tritt die innerste dieser Campagnaebenen hervor. Sie ist das Tal des Sacco, der zwischen den Bergen der Volsker, der Äquer und Herniker fließt und nach kurzem Lauf bei Isoletta unterhalb Ceprano in den Liris mündet. Aus diesem herrlichen Latium will ich meinen Freunden erzählen, von denen manche, wenn sie, statt die Straße über Terracina nach Neapel zu wählen, den Weg über Frosinone und San Germano gemacht haben, der Schönheiten dieses Saccotals und der dasselbe einschließenden Gebirge sich erinnern werden. Zwei Städte will ich auswählen, um die Schilderungen daranzuknüpfen: Genazzano, einen berühmten Wallfahrtsort am Eingange des Tals, und Anagni, die alte Residenz mancher Päpste im Mittelalter. Ich verlebte viele friedliche Wochen in Genazzano und benutzte diese Zeit, die lateinische Campagna kennenzulernen und ihre Städte und Gegenden für die Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter mir deutlich zu machen. Ich befand mich also in einem Mittelpunkt dieser Geschichte, im Erblande jener großen Familie Colonna, welche darin so bedeutend aufgetreten ist, und, wie schon gesagt, in einer der Residenzen alter Päpste, von denen es genügt, den Namen Bonifacius' VIII. zu nennen, um für das Lokal sofort ein lebhafteres Gefühl zu erwecken. Aber der Leser fürchte nicht, daß ich ihn mit allzuviel Namen oder Untersuchungen belästigen werde. Freilich verdienten jene Gegenden einmal eine genauere und angenehmer zu lesende Darstellung, als wir sie von Gell oder von Nibby haben; und sie würden jede Mühe reichlich belohnen, wenn man die Streifzüge bis Anticoli, bis Alatri und Veroli, bis Sora und Arpino, dem Vaterlande des Cicero und Marius, ausdehnt und alle jene wilden und schönen Berge und Täler darin begreift, die unter dem Namen des Ciociarenlandes verstanden werden.

Man fährt von Rom nach Genazzano auf dem labicanischen Wege, aus der Porta Maggiore, von welcher ehedem die alten Straßen Labicana und Pränestina ausgingen. Von ihnen hat sich nur die erste behauptet, eine große Straße, die im Altertum unterhalb Anagni in die Via Latina mündete und also das Tal des Sacco (Trerus) durchziehend bei Ceprano (dem alten Fregellä) über den Fluß Liris fortging. Wer heutigentags aus jenem ehrwürdigen Tore Roms hinausfährt, wird eines neuen Schauspiels genießen; denn dort liegt der provisorische Bahnhof der eben erst eröffneten ersten Eisenbahn Roms oder des Kirchenstaats, welche nach Neapel führt. Seine unansehnlichen Gebäude verstecken sich an den gigantischen Bogen der alten Claudischen Wasserleitung. Es ist, als scheute sich die modernste Erfindung der Kultur, neben diesen riesigen Ruinen des Römertums aufzutreten, welche sie selbst doch an Genie so weit überragt, daß sie ein Plinius und Trajan mit demselben Erstaunen würde betrachtet haben, mit dem heute ein Schafhirt Latiums eine schnaubende Lokomotive fortrennen sieht. Wenn man die schönste Eisenbahnstrecke der Welt, jene von Neapel nach Pompeji, ausnimmt, so gibt es kaum einen auffallenderen Gegensatz der Kulturepochen als jenen, welchen die erste Eisenbahn Roms darbietet, wo man den Bahnzug an den moosigen Bogen der Aqua Claudia über die melancholische Campagna zwischen alten Römergräbern und einsamen Türmen dahinjagen sieht. Drei Millien von Rom entfernt liegt Torre Pignatara, das Grab der Helena, der Mutter Konstantins; sechs Millien weiter die Brücke über den Bach Marrana (Aqua Crabra) und dabei Torre Nuova, Kastell und Landgut des Fürsten Borghese, mit majestätischen Pinien, wohin die Archäologen Papinia, die Villa des Attilius Regulus, zu versetzen sich die Freude machten – eine Freude, die wir ihnen nur durch ein Lächeln verkümmern, sonst nicht rauben wollen. Lacus Regillus – ja, dies ist wirklich der Regillische See, und deutlich läßt sich der Geist des Königs Tarquinius sehen, welcher uns selbst diese Wahrheit versichert. Heute ist kein Wasser darin, sondern der vulkanische Krater liegt trocken: eine nicht bedeutende kreisrunde Austiefung, die man il Laghetto, den kleinen See, nennt. Es folgt die erste Station, Osteria della Colonna, am sechzehnten Meilenstein, eine einzelne Schenke unterhalb eines vom Albaner Gebirge abgetrennten Hügels, auf dem sich der heutige Ort Colonna erhebt, im Mittelalter die Wiege der Familie dieses Namens. Station ad Statuas, heute San Cesario, eine einzelne Osteria zwischen Weinbergen, in einem zerrissenen Grunde, welcher wegen seiner althergebrachten Räuberanfälle berüchtigt ist. Denn hier pflegen die Banditen den Diligencen in einem Hohlweg aufzulauern oder herauszuspringen («saltar fuora»,wie der technische Ausdruck sagt). Bei San Cesario enthüllt sich aus dem Grün der üppigen Weinberge der Ort Zagarolo, ein altes Lehn der Colonna, deren Gebiet wir mit diesem Städtchen betreten haben. Es ist oder soll das alte Pedum sein, dessen Name den Freunden des Horaz aus der vierten Epistel an Albius Tibullus bekannt sein wird:

Albi, nostrorum sermonum candide judex,
Quid nunc te dicam facere in regione Pedana?

Albus, du lautrer Kritiker
meiner Satiren, mit Verlaub, was treibst
auf deinem Landsitz du bei Pedum jetzt?

Von hier erreicht man, immer höher hinaufsteigend, nach wenigen Millien den ziemlich großen Ort Palestrina, das alte berühmte Präneste der Römer, wo sich noch eine Strecke weit das polygonische Pflaster der antiken Straße erhalten hat.

Hier allerdings müssen wir eine Weile haltmachen, weil meine Leser mich tadeln würden, wenn ich sie bloß an dem Namen einer so alten und merkwürdigen Stadt vorüberführte. Doch wollen wir kurz sein.

Präneste, dessen Nachfolgerin Palestrina wir als eine graue Masse von Häusern auf dem Abhange eines Kalksteinberges vor uns liegen sehen, war einst die Gebieterin Latiums, älter als Alba Longa und Rom. Davon geben noch heute die zyklopischen Mauern Zeugnis, die sich über der gegenwärtigen Stadt in zwei Linien erhalten haben und einst die Arx befestigten. Denn diese lag auf dem höchsten Gipfel des pränestischen Berges, in einer von Natur außerordentlich geschützten und kaum einnehmbaren Höhe, wo auch das Kastell des Mittelalters seinen Platz nahm. Die Gründung der alten Stadt wird in die Zeit der Fabeln versetzt und dem König Cäculus zugeschrieben, welchen Virgil (Äneide VII, 678) mit einer ländlichen Legion auftreten läßt, unter der sich auch die Völker vom Anio, vom Hernikerland und vom «reichen» Anagni befinden. Präneste beherrschte die Campagna Latiums weit und breit, bis sie den Römern unterlag. Später wird sie mehrmals in der Geschichte genannt; Pyrrhus eroberte sie und machte hier vor Rom halt; noch wichtiger wurde sie zur Zeit des Sulla, als sich der jüngere Marius dort zu behaupten suchte. Als Sulla nach schwieriger Belagerung Präneste eingenommen hatte, ließ er alle männliche Bewohnerschaft niedermetzeln, verpflanzte an ihre Stelle seine Veteranen und vergrößerte den Tempel der Fortuna, eins der berühmtesten Heiligtümer Latiums, mit solcher Pracht, daß er einen Raum einnahm, der dem Umfange der heutigen Stadt gleichkommen mochte; denn diese ist auf den Fundamenten jenes sullanischen Tempels aufgebaut. Augustus führte neue Kolonisten nach Präneste, und er wie sein Nachfolger Tiberius wohnten gern in ihrer kaiserlichen Villa auf dem Gebiet der Stadt, weil die Lüfte hier rein und heilsam sind. Die Villa Claudia war noch in den Zeiten der späteren Kaiser ein beliebter Sommersitz, wie auch die Stadt sich im blühenden Zustande lange erhielt, bis sie in der barbarischen Zeit verfiel und endlich ihren Namen in Palestrina änderte. Es gibt eine Schenkung vom Jahre 970, worin eben dieses Palestrina vom Papst Johann XIII. an die Senatorin Stefania als Lehen gegeben wird. Deren Enkelin Emilia (Imilia nobilissima comitissa) vermählte sich um 1050 mit dem Besitzer von Colonna, und vielleicht war ihr Sohn jener Pietro de Colonna, mit dem die Herrschaft der Colonnesen auch in Palestrina beginnen mochte. Wenigstens ist so viel unbestritten, daß diese Familie mit dem Anfange des 12. Jahrhunderts in jenem Gebiet mächtig wurde und ihre Besitzungen von den lateinischen Bergen bis zum Volskergebirge und zu dem Lande der Äquer und Herniker ausdehnte. Was Palestrina betrifft, so nahm im Jahre 1298 Bonifacius VIII., der erbitterte Feind der Colonna, ihnen diese Hauptstadt mit Gewalt, oder die darin eingeschlossenen Kardinäle dieser Familie, Jacopo und Pietro, übergaben sie ihm, ohne den letzten Sturm abzuwarten, worauf der wütende Papst die Mauern und die Häuser der Stadt, mit einziger Ausnahme der Kathedrale des Sankt Agapitus, niederreißen, über die Trümmer Salz streuen und den Pflug führen ließ. Doch stellte sich Palestrina wieder her, um dann zum zweitenmal zerstört zu werden. Das geschah im Jahre 1436, als der Patriarch Vitelleschi, im Krieg mit den Colonnesen, die unglückliche Stadt eroberte und auf den Boden warf, ohne die Kathedrale von diesem Schicksal auszunehmen. Zwei Jahre später wurde auch die Burg auf dem Gipfel des Bergs niedergerissen.

Ich erwähne nicht späterer Plünderungen Palestrinas. Die Stadt, wie sie heute besteht, reicht nicht über die Mitte des 15. Jahrhunderts hinauf. Die Colonnesen fuhren fort, sie als ihren Hauptsitz, neben Pagliano, zu beherrschen, ja sie erlangten sogar im Jahre 1574 von Pius V. den Fürstentitel für Palestrina, verkauften die Stadt aber im Jahre 1630, schuldenhalber, an Carlo Barberini, den Bruder Urbans VIII., für die Summe von 775 000 römischen Skudi. Der letzte Colonna von Palestrina war Francesco, der 1636 starb.

Der heutige Ort ist terrassenförmig auf der Senkung des Bergs errichtet, von düsterm Ansehen, bis auf die Hauptstraße, welche mehrere palastähnliche Häuser besitzt. Seine Höhe nimmt der heutige Palast Barberini ein, ein großer, doch nun gänzlich wüst stehender Prachtbau des 17. Jahrhunderts; er beschreibt einen Halbzirkel, so daß er an den Plan des alten sullanischen Fortunatempels erinnern sollte. In diesem Baronalpalast gibt es bei so viel geräumigen Sälen, Zimmern und Logen heute nichts, was des Betrachtens wert wäre, als das große Mosaik, welches, als würdiges Seitenstück zur pompejanischen sogenannten Alexanderschlacht, in einem Saal aufbewahrt wird. Es stellt Szenerien Ägyptens im ländlichen Genre und auf den Kultus bezüglich dar, in trefflicher Behandlung, sowohl was die Gruppen von Priestern und Priesterinnen, von Opfernden, Kriegern, Fischern, Hirten und Jägern, als was die Darstellung von Tempeln und Landhäusern oder Tieren betrifft. Die Zeit seiner Ausführung ist schwerlich jene des Sulla, auf welchen man das Mosaik hat beziehen wollen, sondern die spätere eines römischen Kaisers, vielleicht Hadrians. Man fand dieses Kunstwerk im Jahre 1638 in den Trümmern des Tempels der Fortuna, wo es eine Nische ausgeschmückt zu haben scheint. Die Familie Barberini hatte es in ihren Palast nach Rom gebracht, dann aber nach Palestrina zurückführen lassen, um den dringenden Bitten der Stadt zu willfahren, die sich ihres besten Kleinods würde beraubt gesehen haben.

Was den Palast in Palestrina noch mehr auszeichnet als dieses Altertum, ist seine unvergleichliche Lage auf der Höhe, wo eine immer bewegte, frische und balsamische Luft weht und der Bewohner aus dem Fenster eine Aussicht genießt, deren Schönheit sich nicht sagen läßt. Hier liegt vor dem Blick der größte Teil von Latium auf der einen, und von Tuskien oder dem Patrimonium des Sankt Peter auf der andern Seite ausgebreitet, eine große, klassische Ebene, aus der sich die Berge der Lateiner und Volsker erheben, zwischen sich ein weites Gefilde öffnend, bis zu dem in der Ferne strahlenden Meer. Dort taucht die Weltstadt Rom aus blauen Dünsten auf; dort ragt einzeln der Soracte; neben ihm ziehen die gewaltigen Ketten der Apeninnen, weiter die Massen des Sabinergebirgs in das Land hinein; links zu den Füßen das tiefe, schöne Tal des Sacco, über dem die flimmernden Berge von Montefortino und Segni stehen; weiter die Höhen der Serra und die luftigen Häupter aller jener Gebirge, die vielgestaltig über Anagni und Ferentino in der sonnigen Bläue sich verlieren. Man denke sich diese Ebenen und Hügel bedeckt mit Städten und Örtern, von denen die meisten an Erinnerungen reich sind und bald die Vorgeschichte Roms, bald die Kaiserzeit oder das Mittelalter ins Gedächtnis rufen, und man denke sich Umbrien, die Sabina, Latium, das Äquerland, das Hernikerland, Etrurien, die Volsker-, die Albanerberge und das Meer in einem einzigen Panorama zusammengefaßt, so wird man sich die Größe dieses Anblicks vorstellen. Wenn die Colonna im Mittelalter aus den Fenstern des alten Palasts oder Kastells blickten, durften sie, indem sie ihre Besitzungen überschauten, sich als die reichsten und mächtigsten Fürsten Latiums glücklich preisen.

Bei dieser erhabenen Landschaft, diesem azurnen Himmel und seinen klaren Lüften, wird man sich gern erinnern, daß Palestrina der Geburtsort jenes großen Meisters der Kirchenmusik ist, welcher von dieser Stadt den Namen trägt.

Noch weiter wird der Horizont, steigt man über dem Palast zur uralten Burg empor. Sie krönt den pränestischen Berggipfel; man erreicht sie auf steilem Pfade über dem nackten grauen Kalkgestein mühsam, in einer kleinen Stunde. Es war ein heißer Augustmittag, als ich die luftige Höhe erklomm, und obwohl die Sonne heftig brannte, fühlte ich mich dennoch leicht und wohl, weil die frischen Lüfte dieser Höhe keine Ermüdung aufkommen lassen.

Auf diesem Gipfel hat sich ein kleiner Ort, San Pietro, angesiedelt, schon seit alten Zeiten, da schon im 6. Jahrhundert hier ein Kloster erwähnt wird. Ihm zur Seite erheben sich die schönen Trümmer der mittelalterlichen Burg, von der noch Mauern und zersplitterte Türme aufrecht stehen, fast erstickt von der Fülle des wilden Ginsters und übersponnen von üppig wucherndem Efeu. Einst saß hier, nach der Schlacht von Tagliacozzo, der unglückliche Konradin gefangen, und von hier wurde er aufs Blutgerüst in Neapel geführt. Bonifacius VIII. hatte dies Castrum Montis Penestrini, die alte Burg der Colonnesen, das Zentrum ihrer Campagnaherrschaft, niederreißen lassen. Wir lesen noch die Beschwerde der Colonna vom Jahre 1304, wo sie klagen: «Auch das Kastell des penestrinischen Berges hat er gänzlich zerstört; darin war eine herrliche Burg (Rocca nobilissima), und waren schöne Paläste, und sehr alte Mauern sarazenischer Art (Saracenico opere) und aus prächtigen Steinen gebaut wie die Stadtmauern, und ferner war darin eine sehr ansehnliche Kirche des Sankt Petrus, einstmals ein Kloster; all dies hat er mit allen übrigen Palästen und Häusern, deren es im Castrum etwa 200 gab, ganz und gar vernichtet.» Indes der berühmte Stephan Colonna stellte Stadt und Rocca wieder her, und noch heute liest man auf den Trümmern der Burg über dem Tor und unter dem colonnischen Wappen diese Inschrift:

MAGNIFICVS DNS STEFAN DE COLVMNA REDIFICAVIT
CIVITATEM PENESTRE CV MONTE Er ARCE ANNO 1332

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