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Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 19
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
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Streifzug durch die Sabina und Umbrien

1861 und 1864

Eine Fahrt von Rom durch Römisch-Tuskien, die Sabina und Umbrien ist heute um so anziehender, weil der Reisende in den ehemaligen päpstlichen Provinzen, nun annektierten Teilen des Königreichs Italien, viele neue Beobachtungen machen kann. Statt mit der täglichen Post zu fahren, ist es besser, einen Vetturin bis Perugia zu nehmen. Das echt italienische Institut der Vetturine wird in einigen Jahren durch die Eisenbahnen verschwinden, und mancher wird das bedauern. Wenn auch nicht immer bequem, so ist diese Art des Reisens doch mit vielerlei Vorteilen verbunden. Man lernt das Land kennen und hat Erlebnisse unterwegs, was mit der Eisenbahn aufhört.

Mein Vetturin trabte recht wacker auf der alten flaminischen Straße fort, in hoher Morgenfrühe, bei dem köstlichsten Septemberwetter. Die Fahrt durch jene tuskische Campagna ist wahrhaft schön, weil der Soracte und das mächtige Sabinergebirge zur Rechten die herrlichsten Ansichten entfalten. Der Orte gibt es in dieser Öde sehr wenige. Zuerst erreicht man hinter dem dritten Meilenstein Prima Porta, die Saxa Rubra des Altertums, so genannt von den rötlichen Tuffelsen, die sich dort erheben. Dieses vulkanische Gestein ist der römisch-tuskischen Landschaft besonders eigen; es bildet sehr malerische Formationen von Hügeln, Schluchten, natürlichen Mauern und Hochflächen, die zum Anbau von Städten einladen. Wer Veji und Civita Castellana kennt, erinnert sich dieses ausgeprägten Charakters, welcher so ganz von jenem Latiums abweicht.

Der Tiber fließt in schönen Windungen durch dies Gebiet, von fernen Bergreihen prachtvoll eingefaßt. Man verläßt ihn jedoch bald, indem man linkswärts abbiegt, um an Castelnuovo vorbei Rignano zu erreichen. Ein Zug päpstlicher Reiterei belebte die Straße; diese Truppe bewegte sich, in dichten Staub eingehüllt, ziemlich rasch vorwärts, und bald sollte mir klar werden, was dies letzte militärische Schauspiel in päpstlichen Landen für einen Zweck hatte.

Man weiß, daß Römisch-Tuskien, durch den Tiber von Latium oder der Campagna geschieden, das eigentliche Patrimonium S. Peters genannt wird. Mit Unrecht datiert man den Besitz dieses Gebietes von der Schenkung der Gräfin Mathilde her. Die berühmte Beschützerin der römischen Hierarchie hatte freilich dort Domänen, aber ihre Hausmacht reichte bis tief nach Latium hinein, wo sie viele zerstreute Güter besaß. Was man nun das Patrimonium S. Petri nennt, bildete vielmehr die ältesten Grundbestandteile des Kirchenstaats; dort liegen dessen Anfänge, und das erste weltliche Besitztum, welches der Heilige Stuhl erwarb, war Sutri oberhalb des Sees von Bracciano, eine Schenkung des Langobardenkönigs Luitprand.

In der karolinischen Epoche gebot der römische Bischof über alle die noch heute dauernden Städte im römischen Tuskien, die er durch Delegaten unter dem Titel Duces, Comites und Rektoren verwalten ließ. Doch dies Besitztum ging allmählich verloren, sobald sich nach dem Falle des Karolinischen Reichs erbliche Grafen jener Orte bemächtigten. In der Epoche Mathildens besaß der Papst weder in Tuskien noch in der Sabina mehr politische Landesgewalt, sondern hundert kleine Grafen und Landbarone herrschten dort und spotteten der Schenkung Pippins und Karls. Vieler Kriege, langer Jahrhunderte bedurfte es, um den Heiligen Stuhl in den Besitz jener alten Patrimonien zu setzen.

In Rignano rasteten wir sechs Stunden des Tages über. Dieser Ort gehört noch zur Comarca von Rom, welche hier endet, denn jenseits beginnt die Delegation Viterbo. Er ist klein und unansehnlich, aber ein Herzogtum wie viele andre römische Nester. Der älteste Sohn des Hauses Massimo führt jetzt den Titel Duca di Rignano. Im Gasthofe des Städtchens fand ich einen päpstlichen Kolonel, welcher als verabschiedeter Offizier nach seiner Heimat Macerata reisen wollte, aber in Narni von den Piemontesen zurückgewiesen worden war, weil auf seinem Paß das Visum des «italienischen Konsuls» fehlte. Man schilderte mir überhaupt die piemontesische Grenzwacht, die ich bald erreichen mußte, als sehr streng; man sagte mir, daß alles, was von Rom komme, verdächtig, daß die Furcht vor reaktionären Umtrieben groß sei. Zugleich gingen sowohl in Rignano als in allen anderen Orten dieses Gebiets aufregende Gerüchte von dem Einbruch von 200 Neapolitanern oder von einer Bande Reaktionäre, welche, als Zuaven verkleidet, von Corneto her sich aufwärts bewegten, um den Fluß zu überschreiten. Einige Leute versicherten sogar, daß sie das Korps im Lager gesehen hatten, kurz, man fürchtete Exzesse ähnlich jenen im Neapolitanischen. Selbst mein Vetturin wurde ängstlich und beschloß, seinen Tagesmarsch abzukürzen, indem er schon in Civita Castellana haltmachte. Die Bewegung eines Zuavenkorps oder einer Freischar dieser Art war es denn auch, welche, wie man mir sagte, den Ausmarsch jener päpstlichen Reiterei in der Richtung auf den Tiberfluß veranlaßt hatte. Wir haben indes nichts von dieser Bande wahrgenommen, sondern wir setzten unsere friedliche Reise nachmittags durch die herrliche Tiberlandschaft weiter fort.

Und immer schöner wird das Land, sobald man Rignano verläßt, um nach dem nahen Civita Castellana zu fahren. Man rollt auf der Via Flaminia dicht am Fuße des Soracte hin, welchem man lange Zeit so nahe bleibt, daß man den Ort auf ihm, die mittelalterlichen Türme und die Kirche auf seiner Höhe deutlich betrachten kann. Jener Berg, welchem Horaz und Virgil Verse gewidmet haben, ist weithin im tuskischen Lande und schon von Rom aus sichtbar. Er erhebt sich ganz isoliert als eine rötliche, scharf und schön gemeißelte Kalksteinmasse seitwärts vom Tiber. Seine inselartige Gestalt, seine Farbe und die anmutige Form erinnerten mich lebhaft an den Monte Trocchio in der nächsten Nähe S. Germanos, obwohl er größer und höher ist. Seine Höhe beträgt nämlich über 2000 Fuß. Der Archäologe kennt diesen Berg wegen der uralten Kulte, die dort ihr Lokal hatten, und den Geschichtschreiber erinnert er an vielerlei Epochen im Mittelalter. Jener Papst Sylvester, welcher sich vom Kaiser Konstantin, als er ihn der Sage nach im lateranischen Palast taufte, das ganze Land Italien, die Hauptstadt Rom, ja das ganze Abendland schenken ließ – und wie lange Zeit hindurch hat man nicht an diese lächerliche Schenkung geglaubt? – jener glückliche Papst also lebte in der Einsamkeit des Soracte versteckt, solange als die letzte Christenverfolgung dauerte. Ihm zu Ehren wurde schon im frühesten Mittelalter das Kloster S. Sylvester auf der Spitze des Bergs und, wie man behauptet, über den Trümmern des Apollotempels erbaut. Dies Kloster war eine Zeitlang berühmt und viel besucht, als eins der ältesten im Landgebiete Roms. Karlmann, der älteste Sohn des großen fränkischen Helden Karl Martell, nahm hier im Jahre 746 die Kutte, vertauschte aber die reizende Einsiedelei mit dem noch schöneren Monte Cassino, um sich den lästigen Besuchen zu entziehen, welche ihm fränkische Edle machten, wenn sie die Flaminische Straße herab nach Rom reisten. Die Beziehung des einsamen Berges auf die große Zeit Karls gibt ihm in der Tat einen Reiz mehr.

Noch andere Klöster entstanden hier; darunter S. Andrea am Fuge des Bergs (jetzt zerstört), wo im 10. Jahrhundert der Mönch Benedikt eine barbarische, doch durch historische Notizen wichtige Chronik schrieb. Pertz fand sie in der Chigiana zu Rom und ließ sie in den Monumenta Germaniae abdrucken. Überhaupt war gerade diese Gegend an den Grenzen der alten Sabina ein wahres Stammland der Benediktiner. Jenseits über dem Tiber, wenig entfernt vom Soracte, liegt noch heute das uralte Kloster Farfa, jetzt in Verlassenheit, eine berühmte Stiftung langobardischer Zeit, eine kaiserliche, ghibellinisch gesinnte Abtei, welche den deutschen Kaisern oftmals zum Stützpunkt in diesen Gegenden diente. Sie hat der Kulturgeschichte im ganzen wenig Früchte getragen; aber die Forschung über das römische Mittelalter verdankt dem Sammlerfleiß ihrer Mönche den kostbaren Kodex farfensischer Regesten, welchen die Vaticana verwahrt. Dies wichtige Urkundenbuch, ein Seitenstück zu den Regesten des Petrus Diaconus von Monte Cassino, ist eine vorzügliche Quelle geschichtlicher Forschung geworden. So wird man mit vielem Anteil das großartige Gefilde um den Soracte betrachten und sich mancher Romfahrt unserer deutschen Kaiser erinnern während ihrer Kämpfe mit dem gregorianischen Papsttum. Unterhalb des Bergs liegt auch die Tiberfurt, wo sie gewöhnlich über den Fluß setzten, bei dem alten Flajanum, dem heutigen Fiano. Ich habe es bedauert, daß ich nicht zu dem Ort S. Oreste emporsteigen konnte, welcher recht einladend auf dem Rücken des Berges steht. Die Archäologen wollen wissen, daß dort einst der berühmte Tempel der Feronia stand, daß der darauf gebaute Ort ursprünglich S. Edistio, dann korrumpiert S. Resto hieß, woraus S. Oreste entstanden sei. Doch viel wahrscheinlicher ist dieser Name aus dem alten Soracte selbst herzuleiten. Der Name eines heidnischen Bergs hat sich im barbarischen Mittelalter in den eines unbekannten oder fingierten Heiligen verwandelt.

Ich erreichte Civita Castellana um 6 Uhr abends. Der Anblick dieses merkwürdigen Ortes ist unvergleichlich und übertrifft selbst den von Veji, weil er viel mehr ein ganzes und abgeschlossenes Gemälde darstellt. Er erhebt sich auf einer Felsenfläche, deren schroffe, rötliche, von Schlinggewächs umrankte Wände als natürliche Mauern dienen, während der Flug Treja um sie her fließt. Schön gebaute, zum Teil alte Brücken führen von mehreren Seiten über den Fluß; eine derselben sieht der neuen Brücke bei Arricia ähnlich, ist aber keineswegs so großartig. Die tiefe, prachtvolle, oft sehr enge Felsschlucht, welche die Treja durchrissen hat, bietet mannigfaltige und wahrhaft überraschende Ansichten dar, die den Maler entzücken müßten. Die Wahl des Lokals dieser etruskischen Orte ist immer höchst passend und praktisch gewesen.

Hier soll das uralte Falerii gestanden haben während man in den noch heute sichtbaren Ruinen von Falari, wenig seitwärts von Civita Castellana, die spätere römische Kolonie Falerii zeigt. Im Mittelalter, als die Sarazenen diese Gegenden unsicher machten (sie zerstörten einst auch die Abtei Farfa), wurde das älteste verlassene Falerii wieder bevölkert, weil seine ausgezeichnete feste Lage auf der Felsenplatte den besten Schutz darbot, und so entstand die Civitas Castellana, lange Zeit der Sitz mächtiger Grafen und in der Geschichte der Päpste häufig genannt. Der standhafte Gegner Gregors VII., Wibert von Ravenna, als Gegenpapst Clemens III., lebte hier in seiner letzten Zeit und starb auch daselbst. Auch Alexander III. ist hier gestorben. Heute bietet diese freundliche, geräumige Stadt (von nur 2400 Einwohnern) wenig Bemerkenswertes dar. Sie ist ein Bistum seit alter Zeit, wie fast jeder beträchtliche Ort im Patrimonium und in Latium von alters her Sitz eines Bischofs ist. Die Kathedrale S. Maria ist sehenswert, ihr romanisches Portal und Vestibulum ein merkwürdiges Denkmal des 13. Jahrhunderts. Rundbogen, Rundfenster mit römischer Gotik; Säulen, und ein mosaizierter Architrav, völlig römisch. In der Vorhalle noch alte Inschriften, worunter die älteste eine Schenkung von Gütern aus dem 9. Säkulum an die Kirche enthält.

Sonst zeigt die Stadt keine Reste munizipaler Epoche, und die feudale Periode ist nur an dem alten Kastell sichtbar, einem Bau aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, wie das Wappen der Borgia zeigt; denn Alexander VI. ließ diese Burg von Antonio da Sangallo errichten. In der letzten Zeit diente sie als Bagno oder Staatsgefängnis, und mancher Reisende erinnert sich vielleicht, hier den berühmten Räuberhauptmann Gasparone, einen nahen Verwandten des Kardinals Antonelli, gesehen zu haben. Ob dieser Mensch noch lebt und dort noch verwahrt wird, vergaß ich zu erfragen. Ich erinnere mich, daß mir jemand in Rom erzählte, diesen Banditen in Civita Castellana aus Neugierde aufgesucht zu haben, und daß Gasparone auf die Frage, wieviel Menschen er umgebracht, ihm geantwortet habe: «Es sind deren nicht so viele, vielleicht nur etliche zwanzig.»

Heute weht die französische Trikolore auf dem schwarzen, malerischen Turm von Civita Castellana; denn dies ist der äußerste Ort des Patrimonium Petri gegen die Sabina hin, welche die Truppen Napoleons besetzt halten. Französische Soldaten, die ich sprach, schilderten mir ihr Leben in dieser Einsamkeit als sehr traurig und langweilig; sie hatten Grund, über die brennende Sonnenglut in der schattenlosen Gegend zu klagen, welche sonst ziemlich gesund sein soll. Auch ist der Wein, eine säuerliche, weiße Gattung, den man hier überall zu ziehen scheint, nicht kräftig genug.

Nach einer guten Nachtrast in dem ziemlich saubern Hotel der Post, welches wegen der Verbindungsstraßen nach der Sabina, nach Nepi, Amelia und Viterbo, die in Civita Castellana zusammentreffen, sehr lebhaften Verkehr zu haben scheint, sollte ich in kurzer Zeit die päpstliche Grenze verlassen und auf die ersten Piemontesen stoßen. Denn die Grenzscheide zwischen dem gegenwärtigen Rest des Kirchenstaates und dem neuen italienischen Reich bildet der Tiber, soweit er in seinem Lauf hier das Patrimonium und dort Umbrien und die Sabina voneinander trennt.

Des Morgens um 5 Uhr von Civita Castellana abgereist, erreichte ich in einer Stunde Borghetto, ein zerfallenes malerisches Kastell unweit des Flusses, und heute dort der letzte päpstliche Ort. Unten strömt der Tiber durch ein herrliches breites Tal, in entzückender Landschaft, da die schönen Berge der Sabina nahe herantreten, mit vielen altertümlichen Ortschaften, die jetzt, im Jahre 1861, alle voll von Piemontesen und Lombarden sind.

Hier führt unterhalb Borghetto die Brücke Felice über den noch ziemlich breiten Strom. Sie ist das schöne Denkmal Sixtus V. (Felix Perreti). Er baute sie im Jahre 1589. Bis hierher können Tiberschiffe stromauf fahren; seit einigen Jahren gehen von der Ripetta Roms sogar kleine Dampfschiffe in regelmäßiger Wochenfahrt dorthin und stellen so einen mäßigen Warenverkehr zwischen der Hauptstadt und der Sabina her. Die große Sommerdürre hatte den Fluß sehr geschmälert; höchstens zwei oder drei Kohlenschiffe sah ich am Ufer festgebunden.

Mitten auf der Brücke stand gerade über der Inschrift Sixtus' V. die Fahne Frankreichs. Bis dahin reicht also heute das Dominium Temporale der Nachfolger dieses berühmten Papstes, und jenseits beginnt der neue Staat, welchen die Revolution Italiens im Jahre 1859 per fas et nefas geschaffen hat. Es war ein seltsamer Anblick, am Ende der Brücke die zwei italienischen Trikoloren zu betrachten, welche mit schon welken Lorbeeren bekränzt dort hingen, nicht hoffnungsvoll in den Lüften flatternd, sondern, von keinem Winde bewegt, melancholisch an dem Lanzenschafte niederhangend. Sie schienen so verzweifelte Blicke auf die unerbittliche französische Fahne zu werfen wie die großen, breitschultrigen Grenadiere Piemonts, die am Haupt der Brücke vor einer Hütte auf der Wacht standen. Diese kräftigen Leute sahen ernst und argwöhnisch aus, als sie in ihrem piemontesischen Dialekt, der mein an die Sprache Latiums gewöhntes Ohr beleidigte, meinen Paß verlangten. Während sie nun denselben studierten, benutzte ich diese kleine Pause, wieder nach der Mitte der Brücke zurückzugehen, um die Inschriften der Päpste Sixtus V. und Urban VIII. abzuschreiben. Aber wunderlicherweise hinderte mich daran ein mir rasch nachfolgender Grenadier, welcher mir ziemlich heftig erklärte, daß er mir nicht erlauben dürfe, die Brücke nochmals zu beschreiten; er selbst wagte sich nicht einen Schritt über die französische Fahne hinaus, so daß ich mich von der energischen Wirkung dieses Grenzsymbols gründlich überzeugen konnte. Meine Demonstration war vergebens, der wackere Soldat begriff weder meine Absicht, noch wollte er sonstige Gründe anhören, ich mußte schlechterdings zurückgehen. Im übrigen benahm sich der Wachtposten freundlich, und nicht minder der Zollbeamte, dem man sich hier stellen muß. Das Panorama, welches man von der Brücke selbst nach der Sabina hinein vor sich hat, ist schön und mannigfach. Nahe gegenüber zeigt sich der alte, finstere Ort Magliano, Sitz des sibinischen Bischofs – der Prälat wurde vor mehreren Monaten gefangen hinweggeführt – weiter hinein liegt Poggio Mirteto, jetzt eine der Hauptstationen für die piemontesische Grenzarmee, während sich die Zivilintendantur der ganzen Sabina in der großen Stadt Rieti befindet, dem bisherigen Sitz des päpstlichen Delegaten.

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