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Alfred Tennyson: Königsidyllen - Kapitel 1
Quellenangabe
typelegend
booktitleKönigsidyllen
authorAlfred Tennyson
translatorH. A. Feldmann
year1882
firstpub1859
publisherA. Hofmann & Co.
addressBerlin
titleKönigsidyllen
pages65
created20100215
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Widmung.

              Dies Buch Idyllen, – zum Gedächtnis Ihm
Will ich es weihn; Er hielt sie lieb und werth,
Vielleicht, weil er in ihnen unbewußt
Ein Bild erblickte, das Ihm ähnlich war; –
Drum will ich Ihm es widmen, Ihm es weihn
Mit Thränen.
                      Wahrlich, vor mir steht er da
Gleich meinem idealen Paladin, –
»Dem sein Gewissen heilig, wie sein König, –
»Deß Ruhm der Schutz bedrängter Unschuld war, –
»Der weder Mund noch Ohr der Läst'rung lieh, –
»Der Eine nur geliebt und treu gehegt,« –
Sie, – deren Reiche bis zur fernsten Insel
Sein Tod in schwarze Trauernacht gehüllt,
Indeß die düstre Wolke droh'nden Kriegs
Am Himmel hing, als ob die Sonne sich
Der Welt entzöge. Jetzt erkennen wir
Den uns Verlornen; kleinlich enger Neid
Ist nun verstummt; wir sehn, wie er gewandelt,
Wie maaßvoll, huldreich, hochgebildet, klug,
Mit welch erhabner eigner Unterordnung,
In welchen Schranken, und wie liebevoll;
Nicht der Parthei, noch jener zugethan,
Noch seinen Rang zur ungerechten Staffel
Beschwingter Ehrsucht, noch zum Freibrief machend
Leichtfert'ger Lust; wir sahn Ihn immerdar
Als reinstes Muster tadellosen Wandels, V
Von kleinen Seelen tausendfach umspäht
Im grellen Licht, das einen Thron bescheint,
Und jeden Fleck noch schwärzt, denn wer ersönne
In Vaterliebe für den einz'gen Sohn
Ein Leben, reiner, lieblicher, als Sein's?
Wenn England hoffend Seiner Söhne denkt,
Was wünscht es ihnen, als ein Erbtheil nur
Von Seinem Wandel, Herzen, Sinn und Geist?
Du Vater Seiner künft'gen Könige,
Du für Sein Volk, für Seine Armen nie
Ermüdender, – du, eines reichern Tags
Verkündiger im goldnen Morgenroth;
Du Seher, der die Welt von Krieg und Graus
Zum friedlich segensreichen Wettstreit rief;
Du Milder, von der Bildung Strahl verklärt,
Der Künste Liebling und der Wissenschaft,
Der eignen Heimath und der unsern theuer,
Ein wahrer Fürst, an den kein Titel. ragt;
Auf ewig wird Dein Name jedem Haus
Geheilgt sein: Albert der Treffliche!

  Brich nicht, o Frauenherz; halt aus, halt aus!
Brich nicht, – denn Du bist königlich, – halt aus,
Der vollen Schönheit jenes Sterns gedenkend,
Der Dir so nahe strahlte, daß die Welt
Ein Licht nur sah, doch unterging und Dich
In Deiner Krone Glanz vereinsamt ließ.

  Mög' all Sein Lieben, wenn auch unsichtbar,
Doch tief empfunden, walten über Dir!
All Deiner Söhne Liebe Dich umgeben,
All Deiner Töchter Liebe Dich beglücken,
Dich trösten Deines ganzen Volkes Liebe,
Bis Gottes Liebe Dich ihm neu vereint. –

 

 

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