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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Johann Wilhelm Ludwig Gleim : Gedichte - Apollons Leier
Quellenangabe
typepoem
booktitleGleim's Gedichte (Nationalbibliothek der Deutschen Classiker, Sechster Band) II
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
yearvor 1876
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und New York
titleApollons Leier
pages16
created20010928
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Apollons Leier.

              Als Apollon seine Leier
An den schönsten Palmbaum hing,
Und mit eines Helden Feuer
In die Schlacht bei Troja ging,

Da kam Amor, seinen Bogen
Mit sich bringend, himmelab
Auf den Palmbaum zugeflogen:
»Leier, komm zu mir herab!«

Und die Leier flog, als wäre
Sie ein Vogel, silberfein
Tönend, als sey ihr es Ehre,
Amor's Leier nun zu seyn.

Aber als der Gott der Liebe
Scherzen wollte nur mit ihr,
Eifernd sprach sie: »Nimmer bliebe,
Gott der Liebe, ich bei dir!«

Sieh', da war sie's wohl zufrieden,
Als Apollo eifernd kam,
Und im Lager der Atriden
Zürnend ihm sie wieder nahm!

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